Der Sächsische Musikrat e.V.

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 

Der SMR ist Mitglied im Deutschen Musikrat und der Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände in Sachsen.

Er wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

 
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Personalia 03.06.2019 »Ich möchte der musikalischen Farbigkeit unserer Chorlandschaft neue Impulse geben«

Nico Nebe ist neuer Landeschorleiter des Sächsischen Chorverbandes

 

Der Zwickauer Musikerzieher, Dirigent, Komponist und Musikverleger Nico Nebe wurde vom Präsidium des Sächsischen Chorverbandes e.V. zum neuen Landeschorleiter des Verbandes gewählt. Der Präsident des Westsächsischen Chorverbandes e.V. und Chorleiter des Kammerchores »Belcanto« Zwickau sowie des Männerchores »Liederkranz« Zwickau 1843 wird sich in dieser Funktion künftig um die musikalischen Interessen und Angelegenheiten der über 270 Chöre des Sächsischen Chorverbandes kümmern. 

»Unsere Chöre zeigen sich in einer großen musikalischen Farbigkeit. Die Genrevielfalt unserer Männerchöre, gemischten Chöre, Kinder- und Jugendchöre, Schulchöre, Frauenchöre, Kammerchöre und Chöre in den Musikrichtungen Jazz, Pop und Groove für die Laienchorlandschaft Sachsens zu erhalten und ihr neue Impulse zu geben, ist eine meiner vordringlichsten Aufgaben«, umreißt Nico Nebe eine der Intentionen für sein Ehrenamt. Bereits als langjähriger Vizepräsident des Sächsischen Chorverbandes war er in den zurückliegenden Jahrzehnten wesentlich an der Entwicklung der Chorszene im Freistaat beteiligt. Für seine künstlerischen Leistungen in der Chorleitung wurde ihm vom Bundesverband Deutscher Chorverbände der Titel Chordirektor (BDC) verliehen.

Als Landeschorleiter wird Nico Nebe Ansprechpartner für die Mitgliedschöre und die vier Regionalverbände in künstlerischen Fragen sein. Darüber hinaus möchte er in seiner Funktion »das Miteinander unserer Chöre koordinieren und den Austausch zwischen unseren Chören auf musikalischen wie persönlichen Ebenen fördern.

Die Chöre des Sächsischen Chorverbandes können viele Synergien und Leistungsangebote nutzen, mit denen der Verband die Chorarbeit unterstützt und fördert. Noch wichtiger als in den Jahren zuvor sei es, den Erfahrungsaustausch unter den Chören zu intensivieren, die Chöre zu Kooperationen zu ermuntern, ihnen aber ebenso künstlerisch neue Impulse für die Gestaltung von Programmen, Proben und Chorauftritten zu geben. Zusammen mit dem Präsidium des Sächsischen Chorverbandes möchte Nico Nebe hierfür neue Ideen und Konzepte entwickeln und umsetzen. Besonders wichtig sei es ihm, die Chöre bei der Gewinnung von sängerischem Nachwuchs zu unterstützen, so Landeschorleiter Nebe. Unter anderem möchte er dafür die Zusammenarbeit von Chören des Sächsischen Chorverbandes mit Kindergärten, Schulen und nicht zuletzt mit nicht verbandsgebundenen Ensembles stimulieren. Dafür ist der Austausch untereinander ebenso erforderlich wie Impulse, die wir als Verband und ich als Landeschorleiter für die Gestaltung von Programmen, Proben oder auch Chorauftritte geben kann. »Wir sollten in unseren Teilverbänden noch stärker darauf schauen, in welchen Chören beispielsweise die Chorarbeit besonders gut läuft. Diese Chöre könnten ihre Erfahrungen zu unseren Infotagen für Vorstände oder in Seminaren an andere Chöre weitergeben. »Wir müssen die Freude, die unsere Chöre am Singen in einer Gemeinschaft haben, noch stärker nach außen tragen. Dafür sind wir als Verband als Ideengeber gefragt«, so Nico Nebe.

»Ich glaube, es wird immer dringlicher, die Zusammenarbeit unserer Chöre zu intensivieren, und zudem das über Jahre hinweg gesungene Repertoire aufzufrischen.« Mit einer regelmäßigen Literaturveränderung halte man SängerInnen geistig fit und gesanglich frisch – überrascht dazu noch das Publikum und gewinnt sängerischen Nachwuchs. Chorvorstände sollten ihre Chorleiter zu Repertoirewechseln ermutigen, so Landeschorleiter Nico Nebe. »Volksliedbearbeitungen beispielsweise, die modern und mit einem hohen musikalischen Anspruch gesungen werden können, sprechen das Publikum an und machen zudem viel Spaß beim Singen.«

Wenn im Frühjahr 2020 Tausende Sängerinnen und Sänger zum Deutschen Chorfest nach Leipzig kommen, wird sich auch der Sächsische Chorverband in seiner ganzen chormusikalischen Farbigkeit zeigen. »Ich ermuntere unsere Chöre, diese einzigartige Chance eines bundesweiten Chorfestes vor der eigenen Haustür zu nutzen, um sich musikalisch zu vergleichen, sich zu präsentieren und sich Anregungen für die eigene Chorarbeit zu holen.« Das Deutsche Chorfest 2020 in Leipzig werde auch eine Werbung für den Chorgesang in Sachsen sein. »Eine klangvollere Werbung für neue Sängerinnen und Sänger in unseren Chören können wir in Sachsen nicht bekommen!«




Personalia 14.05.2019 Ton Koopman – neuer Präsident der Stiftung Bach-Archiv Leipzig

Der niederländerische Cembalist, Organist und Dirigent Ton Koopman gehört zu den weltweit führenden Bach-Interpreten

 

Ton Koopman ist neuer Präsident der Stiftung Bach-Archiv Leipzig. Der niederländische Cembalist, Organist, Dirigent und Musikwissenschaftler übernimmt damit die Rolle eines international beachteten Botschafters für die Leipziger Bach-Forschung. Koopman folgt auf John Eliot Gardiner, der die Funktion des Stiftungspräsidenten von 2014 bis 2018 ausübte.

Im Rahmen einer Sitzung des Stiftungsrates unter Leitung des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung wurde am 13. Mai 2019 Ton Koopman zum neuen Präsidenten der Stiftung Bach-Archiv Leipzig gewählt. In dieser Funktion ergänzt der niederländische Bach-Spezialist ab sofort den dreiköpfigen Vorstand der Stiftung, dem zudem der Direktor des Hauses, Bach-Forscher Prof. Dr. Peter Wollny, und die Geschäftsführerin Franziska Grimm angehören.

Ton Koopmans profunde und wissenschaftlich gestützte Kenntnis von Leben und Wirken Bachs prädestinieren ihn für die Funktion des Stiftungspräsidenten ebenso wie seine herausragende Karriere als Musiker: Koopman ist Gründer des renommierten Amsterdam Baroque Orchestra sowie des Amsterdam Baroque Choir und gastierte als Solist und Ensembleleiter an allen bedeutenden Konzerthäusern und Festivals der Welt. Als Gastdirigent arbeitete Koopman mit bedeutenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder dem New York Philharmonic Orchestra. Koopman ist Professor emeritus der Universität Leiden, Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London, künstlerischer Leiter des Festivals »Itinéraire Baroque« und Präsident der International Dieterich Buxtehude Society. Für seine Verdienste wurde Ton Koopman mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt, darunter die Bach-Medaille der Stadt Leipzig.

Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln.

Allgemeines 16.04.2019 Der Sächsische Musikrat hat ein neues Präsidium

Die diesjährige Mitgliederversammlung des SMR wählte ein neues Präsidium und mit Prof. Milko Kersten auch einen neuen Präsidenten. Der scheidende Präsident Prof. Dr. Christoph Krummacher zog Bilanz seiner zwölfjährigen Amtszeit.

Rede von Prof. Milko Kersten anlässlich seiner Wahl zum neuen Präsidenten des Sächsischen Musikrates

In einem Pressegesprächs am 16. April in der Landespressekonferenz haben Prof. Dr. Christoph Krummacher, Prof. Milko Kersten und der Geschäftsführer des Sächsischen Musikrates Torsten Tannenberg Rückschau auf das vergangene Jahr gehalten und die nächsten Aufgaben des Musikrates beschrieben.

 

Am 13. April 2019 fand in der Landesmusikakademie Sachsen die Jahresmitgliederversammlung des Sächsischen Musikrates statt. Der Musikrat vereint als zahlenmäßig größter sächsischer Kulturverband 28 Landesfachverbände und 13 Institutionen. Er vertritt damit ca. 150.000 Musikausübende in Sachsen.

Als Präsident wurde Prof. Milko Kersten mit hoher Zustimmung der Anwesenden neu gewählt. Kersten dankte in einer ersten Stellungnahme seinem Vorgänger Prof. Dr. Christoph Krummacher. Krummacher war nach 12 Jahren Amtszeit nicht wieder angetreten. Er hatte in seinem Bericht den Mitgliedern des Präsidiums und allen Mitgliedern des Musikrates für ihre Unterstützung im vergangenen Jahr sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern, die in ganz Sachsen auch die Projekte vor allem im Bereich der musikalischen Nachwuchsförderung mit ermöglicht haben, gedankt.

Als weitere Mitglieder des Präsidiums wurden im Amt bestätigt: Carsten Dufner (Leiter MDR Klassik digital), Ulf Firke (Schulmusiker), Markus Leidenberger (Landeskirchenmusikdirektor) und Helge Lorenz (Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester). Neu in das Präsidium wurden Iris Firmenich, MdL und Ekaterina Sapega-Klein, Künstlerische Direktorin des Sächsischen Landesgymnasium für Musik in Dresden gewählt.

In der Präsentation des Tätigkeitsbereichts für 2018 zog der scheidende Präsident Prof. Dr. Christoph Krummacher Bilanz seiner zwölfjährigen Amtszeit:

Mein Bericht wird wie gewohnt nur einige Punkte des Ihnen vorliegenden schriftlichen Berichtes herausgreifen und darüber hinaus die ersten Monate des laufenden Jahres zusammenfassen.

Dankbar können wir feststellen, dass die verschiedenen Partner unserer Arbeit uns im Berichtszeitraum wiederum treu geblieben sind. Ich denke dabei an die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die sächsischen Sparkassen, die Kulturstiftung des Freistaates und an den BDLO und die uns mit ihm verbindende Bürogemeinschaft. Und nicht zuletzt hatte auch der Landeswettbewerb Jugend musiziert mit etlichen und erstmals vergebenen Sonderpreisen neue Sponsoren. Insbesondere möchte ich aber dem Sächsischen Landtag und dem SMWK danken. Der neue Doppelhaushalt 2019/20 hat nicht nur eine 13%ige Steigerung der Kulturausgaben gebracht, sondern damit verbunden eine solide Grundausstattung des Musikrates und vor allem eine erhebliche Erhöhung der Mittel des Instrumentenfonds, der jetzt auch den Musikschulen und ihrer Ensemblearbeit offensteht. Darüber hinaus können wir in diesem Jahr erstmals Laienensemble unterstützen, die zu Wettbewerben, Probelagern, Begegnungen o.ä. reisen wollen. Deren Unterstützung war uns seit langem ein wichtiges Anliegen, wenngleich nicht möglich. Wir sind froh, dass dafür nunmehr eine gewisse Finanzierungshilfe zur Verfügung steht. Hinsichtlich des Instrumentenfonds möchte ich einen Hinweis anschließen. Welch dringender Bedarf bei vielen Laienensembles zur Verbesserung und Aufstockung ihres Instrumentariums besteht, wird dem Präsidium, das regelmäßig dazu berät, aus der Fülle nachvollziehbarer Anträge immer wieder deutlich. Zugleich sollten die Antragsteller sich dessen bewusst sein, dass ein solcher Fond keine Selbstverständlichkeit ist. Und sie müssen sich zugleich dessen bewusst bleiben, dass sie mit der Bewilligung ihrer Anträge auch eine Verpflichtung zur Wartung der Instrumente übernehmen. Übrigens ist es für das Präsidium durchaus nicht immer einfach, zwischen berechtigten Anliegen und einer gewissen Verteilungsgerechtigkeit auszutarieren. Und wir sehen bei der Bewilligung von Anträgen auch darauf, dass bei der Beschaffung von Instrumenten wenn irgend möglich sächsische Instrumentenbauer und -händler berücksichtigt werden. Insofern stellt der Instrumentenfond auch eine nicht zu unterschätzende Unterstützung dieser Fachbranchen dar.

Über unsere verschiedenen Projekte gibt der schriftliche Bericht ausführliche Informationen. Herausragende Höhepunkte waren für das JJO die sommerliche Reise nach London und für das LJO das gemeinsame Konzertprogramm mit der Singakademie Dresden bei Konzerten hier Dresden und Leipzig und anschließend in Südafrika. Der Landeswettbewerb Jugend musiziert hatte an den beiden vergangenen Wochenenden mit über 500 Teilnehmern eine rekordverdächtige Beteiligung, die freilich für sich genommen noch nicht sehr viel sagt. Entscheidender war für meine Ohren das Abschlusskonzert am 7. April, das nach meinem Eindruck ein in dieser Form selten gehörtes Niveau besaß.

Über die rein statistische und weiterhin erfreuliche Entwicklung unserer Landesmusikakademie sind Sie ebenfalls durch den schriftlichen Bericht informiert. In personeller Hinsicht war das vergangene Jahr allerdings nicht einfach. Angesichts des krankheitsbedingten Ausfalls von Frau Müller war nicht nur Frau Friedrich besonders gefordert. Für ihren großen Einsatz danken wir ihr sehr. Ebenso mussten die Mitarbeiter der Geschäftsstelle und insbesondere Herr Tannenberg viele Vertretungsdienste übernehmen. Wir sind froh, dass wir mit Frau Lena Thalheim seit dem 1. Januar dieses Jahres die Leitung der Akademie wieder in festen Händen wissen und Frau Thalheim sich außerordentlich schnell und entschlossen in die Arbeit hineingefunden hat. Zugleich möchte ich auch an dieser Stelle nochmals Frau Müller einen besonderen Dank sagen für all das, was sie in den Start- und Aufbaujahren hier in Colditz mit Umsicht und Phantasie geleistet hat. Wir alle wissen um die Verdienste von Frau Müller und ebenso, dass der Stand, den die LMA inzwischen hat, kein Selbstläufer war. Das eigene Kursangebot hat an Vielfalt zugenommen. Gewiss ist es noch ausbaufähig, aber dazu bedarf es neben den laufenden Verwaltungs- und Organisationsaufgaben auch entsprechender Zeit- und Planungsressourcen. Und diese sind angesichts des begrenzten Personalhaushaltes schwer zu erbringen. Vielleicht haben Sie bemerkt, dass es neuerdings vor den Schlosstoren endlich ein gastronomisches Angebot gibt, für dessen Installierung sich nicht zuletzt Frau Müller immer wieder eingesetzt hatte. Demgegenüber sind wir in der Causa Terrassenhaus kaum vorangekommen. Ich hatte schon in vergangenen Jahren von unseren Bemühungen berichtet, dieses inzwischen baulich gesicherte Gebäude für eine Nutzung durch Musikrat und Jugendherberge auszubauen, was beiden Partnern eine gewisse zusätzliche Kapazität für die Gästeunterbringung und uns auch zusätzliche Probenräume bringen könnte. Durch mehrfache personelle Wechsel in der Geschäftsführung des Jugendherbergswerks war eine Fortsetzung der entsprechenden Gespräche während des vergangenen Jahres leider nicht möglich, obwohl wir unsererseits solche nahezu penetrant angestrebt haben. Unmittelbar vor unserer heutigen Mitgliederversammlung hat ein solches Gespräch nun doch endlich stattgefunden. Und wir können hoffen, dass nun zielstrebig an einer gemeinsamen Konzeption gearbeitet wird. Immerhin haben wir unbeschadet des neuen Doppelhaushaltes deutliche Signale aus den beiden Ministerien SMF und SMWK, dass man dort unvermindert positiv zu den Ausbauplänen steht.

Anknüpfend an meinen vorjährigen Bericht möchte ich zwei bildungspolitische Initiativen unseres Musikrates erwähnen. Zum einen haben wir zusammen mit den beiden Hochschulen, dem Landesverband der Konzertchöre, dem Sächsischen Chorverband und dem Landesverband Musikunterricht am 7. Mai 2018 ein Plädoyer für das Ensemblemusizieren in den Schulen unseres Freistaates an die Fraktionen des Landtages übergeben. Darin wird der unersetzliche Wert musikalischer Bildung knapp umschrieben, indem es heißt: »Musikalische Bildung knüpft in zweierlei Weise an die leibliche Ausstattung des Menschen an: Im Besitz der Stimme, unserem ureigenen Instrument, und in der nach außen gewandten Gestaltung unserer körperlich-rhythmischen Lebensgrundlagen. Daher vermag musikalische Bildung in besonders verdichteter Weise unsere Innen- und Außenwahrnehmung zu koordinieren und zu fördern. Wer sich künstlerisch ausdrückt, übt gleichermaßen den Eigensinn einer autonomen Persönlichkeit und partnerschaftliche Verantwortung in der Gemeinschaft.« Das Zustandekommen eines solchen gemeinsamen Plädoyers scheint – gestatten Sie mir diese Anmerkung – am Ende wenig spektakulär. Es zu formulieren, setzt gleichwohl eine ziemliche Investition an Zeit, Terminkoordinierung und Interessenausgleich voraus, was zwar zu den ureigenen Aufgaben unseres Dachverbandes gehört, allerdings auch eine gewisse Hartnäckigkeit erfordert. Die Reaktionen der Landtagsfraktionen dazu blieben bislang recht verhalten. Bleibt zu hoffen, dass den Abgeordneten des zukünftigen Landestages dieses Papier irgendwann noch einmal in die Hände fällt und sie sich der dort formulierten Anliegen und Forderungen annehmen.

Im Frühjahr 2018 wurden Pläne der Staatsregierung bekannt, die Stundentafeln der sächsischen Schulen zu kürzen. Dies ließ befürchten, dass auch das Fach Musik betroffen sein könnte. Sie werden sich an vielfältige Proteste dagegen und meinen Brief an Staatsminister Piwarz erinnern. Das Gespräch, das Herr Dr. Anders, Herr Tannenberg und ich dazu Ende Juni mit dem Kultusminister führen konnten, ergab zum einen, dass das Schulfach Musik weiterhin durchgehend vorgesehen ist, und eröffnete zum anderen die Möglichkeit, über Rahmenbedingungen und Ausgestaltung musikalischer GTA-Angebote konstruktiv verhandeln zu können. Damit öffnete sich ein Handlungsfenster, für das wir uns vor vielen Jahren erfolglos bemüht hatten. Frau Sapega-Klein, Herr Dr. Anders und Herr Tannenberg haben in zahlreichen Gesprächen und in ständiger Rückbindung zum Präsidium mit dem Kultusministerium eine Vereinbarung formuliert, die Mindeststandards für Qualität der Angebote, Qualifizierungsvoraussetzungen der Akteure und deren Fortbildung regelt, während eine konkrete Aussage zu deren Bezahlung leider nicht erreichbar war. Dennoch ist das Präsidium der einmütigen Überzeugung, dass das Erreichte einen Fortschritt darstellt, der nicht deswegen aufs Spiel gesetzt werden darf, weil nicht alle Wünsche erfüllt sind. Aus Termingründen war es nicht mehr möglich, diese Vereinbarung zwischen dem SMK und dem SMR vor der heutigen Neuwahl von Präsidium und Präsident zu unterzeichnen – ich gebe ehrlich zu, dass ich selbst gerne noch meine Unterschrift darunter gesetzt hätte. Wichtiger aber ist die Tatsache als solche, dass wir hier endlich einen Basiskonsens gefunden haben. Und so überlasse ich es gerne der neuen Leitung des Musikrates, diese Ernte langjähriger Bemühungen einzufahren.

Lassen Sie mich zwei Hinweise anschließen. Vom 20.–22. September wird zum Thema »Sächsische Schulchöre« unser nächster Fachtag stattfinden, in Kooperation mit der Musikhochschule Dresden und der Kulturstiftung. Mein zweiter Hinweis gilt einem vermeintlich in ferner Zukunft liegenden Ereignis. Die Mitteldeutsche Barockmusik hat im vergangenen Sommer eine erste Initiative zur Planung des Gedenkjahrs zum 350. Todestages von Heinrich Schütz 2022 ergriffen. Darüber hinaus hat es dazu vor einigen Wochen ein Gespräch der drei mitteldeutschen Landesmusikräte mit der MBM gegeben, um gemeinsame Planungen vorzubereiten. Ich erwähne dies hier, weil auch einzelne Mitgliedsverbände unseres Sächsischen Musikrates unmittelbar von einem Schütz-Gedenkjahr tangiert sein werden und ich daher Ihre langfristige Aufmerksamkeit schon jetzt darauf lenken möchte.

Dieser Tätigkeitsbericht ist der letzte, den ich Ihnen nach zwölf Jahren als Präsident erstatte. Sie werden mir erlauben, dass ich daher mit eher persönlichen Anmerkungen schließe. Bereits vor vier Jahren, als Sie mich zum dritten Mal in das Amt des Präsidenten gewählt haben, hatte ich angekündigt, dies solle meine letzte Amtsperiode sein. Ich beende diese Tätigkeit nicht, weil ich ihrer überdrüssig geworden wäre, sondern weil ich der Überzeugung bin, dass es Zeit ist für einen Generationswechsel und für die Ideen neuer Verantwortungsträger. Bilanz zu ziehen, steht letztlich der Mitgliederversammlung zu. In meinem eigenen Resümee stelle ich eine über die Jahre hinweg gewachsene stabile Finanzausstattung des Musikrates fest. Landtag und Staatsregierung haben mit dem neuen Doppelhaushalt realisiert, worauf wir und andere immer wieder hingewiesen hatten, dass zu Erhalt und Entwicklung der Kultur nicht nur in Gebäude investiert werden muss – und da ist Großartiges gelungen –, sondern auch in die Arbeits- und Lebenssituationen der Akteure. Die bessere Bezahlung in Schulen, Theatern oder Orchestern ist eine gewichtige Verbesserung. Ich will aber auch zwei andere Gesichtspunkte nicht verschweigen. Im System »Kultur« steckt sehr viel Geld. Ich frage mich allerdings immer öfter, ob es durchweg vernünftig verteilt ist. Wenn in unserer Gesellschaft der Unwille über exorbitante, ja dreiste Einkünfte von Bankern, Managern oder Profifußballern zunimmt, ist das durchaus verständlich. Freilich ist auch der Kultursektor von solchen Ungleichgewichten berührt. Die zunehmende Ökonomisierung der Kultur ist ein Problem, über das man nicht gerne spricht, will man sich nicht dem Vorwurf der naiven Weltfremdheit aussetzen. Mir macht sie dennoch Sorge. Denn Vielfalt und künstlerisches Niveau sind nicht erst bei Events und an »Kultstätten« der Kultur zu finden, wo hohe Gagen bezahlt werden, sondern ebenso bei weniger spektakulären Anlässen, bei denen oft recht bescheiden entlohnt wird. Und ich denke, es ist nicht zuletzt Aufgabe unseres und aller Landesmusikräte, darauf immer wieder aufmerksam zu machen und größere Verteilungsgerechtigkeit anzumahnen. Und zweifellos ist die Kultur ebenso durch Banalisierung bedroht, wo Ernsthaftigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung von vordergründiger Inszenierung oder gar aufmerksamkeitsheischenden Skandalen überlagert wird. Man denke nur daran, wer, gemessen an Medienpräsenz, uns als prominent und als Idol präsentiert wird.

Wir haben als SMR in den letzten Jahren vielerlei auf den Weg gebracht: Ich denke beispielsweise an die Landesmusikakademie, an die Fachtage, an die Themen KiTa, Schulchöre und die verschiedenen Facetten musikalische Bildung. Ich behaupte nicht, dass wir bei allen Themen erfolgreich gewesen wären. Aber immerhin haben wir für einige Themen Aufmerksamkeit wecken können. Und da steht das Bildungsthema ganz obenan. Vielleicht erleben wir es eines Tages, dass Umfang und Qualität der musisch-ästhetischen Schulbildung zu den unverzichtbaren Beurteilungskriterien sächsischer Schulen gezählt und PISA-würdig wird. Wir stoßen allerdings in unserer Arbeit auch an die eigenen Grenzen des Machbaren, worauf ich schon in früheren Berichten wiederholt hingewiesen habe. Angesichts der personellen Ressourcen und der Ehrenamtlichkeit vieler Mitarbeitender haben wir Probleme, alle Bälle, mit denen wir jonglieren, in der Luft zu halten, weil das Tagesgeschäft ständig neue Fragestellungen bringt. Es ist nicht leicht, den wechselnden Vordringlichkeiten gerecht zu werden und zugleich die notwendige Langatmigkeit für die »dicken Bretter« zu bewahren. An dieser Stelle bin ich durchaus auch mit mir selbst unzufrieden und kann nur hoffen, dass das neu zu wählende Präsidium hierin die notwendige Balance finden möchte. Gewiss wäre es wünschenswert, das in unserer Satzung vorgesehene Instrumentarium von Arbeitsgruppen zu intensivieren. Aber ich weiß natürlich, dass die potentiell für solche Arbeitsgruppen Ansprechbaren ihrerseits ebenso unter Zeitmangel leiden und an Grenzen des ehrenamtlich Leistbaren stoßen.

Ich verabschiede mich aus dem Präsidium mit einem vielfachen Dank. Ich habe in den zwölf Jahren viel gelernt und bin durch Begegnungen und Einblicke bereichert worden. Ich danke für ein Teamwork, denn alles Gelungene war nie nur das Verdienst Einzelner und schon gar nicht des Präsidenten. Ich danke insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle für ihr Engagement, für ihre Stetigkeit, Einsatzfreude und für ihre Ratschläge, die sie in die Arbeit des Präsidiums eingebracht haben. Dankbar bin ich für die kollegiale Zusammenarbeit im Präsidium, in die unterschiedliche Erfahrungen eingeflossen sind, über die ich selbst nicht verfügte. Das heute zu wählende Präsidium wird um einiges anders aussehen als das bisherige. Daher geht mein besonderer Dank an die beiden Präsidiumsmitglieder, die auf jeden Fall mit mir ausscheiden werden, Frau Fiedler und Herr Dr. Anders. Und schließlich danke ich Ihnen, den Mitgliedern des Sächsischen Musikrates, für Ihr Vertrauen über eine so lange Zeit, auch wenn ich bestimmt nicht alle Erwartungen erfüllt habe. Danke, dass Sie mir die Ehre und die Möglichkeit gegeben haben, für den Musikrat tätig sein zu können.

Wettbewerbe 14.03.2019 Nichts zu verlieren - Viel zu gewinnen

Landeswettbewerb »Jugend musiziert« Sachsen 2019 in Leipzig

Öffentliche Wertungsvorspiele (Eintritt frei)
29.-31. März und 5.-7. April 2019

Veranstaltungsorte

Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig
Musikschule Leipzig »Johann Sebastian Bach«
Neue Musik Leipzig
Schumann-Haus

Konzerte

Samstag, 30. März 2019, 20:00, Neue Musik Leipzig (Eisenacher Str. 72, 04155 Leipzig)
Konzert der Jazz-Preisträger des Landeswettbewerbes Jugend jazzt Sachsen 2019
Eintritt frei!

Sonntag, 7. April 2019, 19:30, Musikschule Leipzig, Masur-Saal
Abschlusskonzert des Landeswettbewerbes Jugend musiziert Sachsen 2019
Eintritt frei!
Abschluss ab 18:45 mit Musik, Getränken und Essen

Infos zum Wettbewerb, Ablauf und die Ergebnisse finden Sie tagesaktuell unter auf der Seite des Landeswettbewerbs Sachsen

 

Vom 29.-31. März und 5.-7. April 2019 werden 553 Teilnehmer an verschiedenen Austragungsorten in Leipzig beim größten Jugendwettbewerb in Sachsen ihr Können beweisen. Damit ist die Teilnehmerzahl zum vergleichbaren Wettbewerb im Jahr 2015 um 28% gestiegen. An Gastgeber und Organisatoren werden damit hohe Anforderungen gestellt. Nicht zuletzt die zahlreichen freiwilligen Helfer an allen Veranstaltungsorten tragen zum reibungslosen Ablauf bei und sichern das hohe Niveau des Wettbewerbs.

Der diesjährige Wettbewerb sprengt von der Anzahl der Wertungen alle Dimensionen, so dass an den sechs Wertungstagen jeweils fünf Wertungsorte parallel bespielt werden. Spannende Sololeistungen gibt es diesem Jahr u.a. bei den Streichern und Schlagzeug. In der Ensemblewertung stehen in diesem Jahr die Duo-Wertungen mit Bläsern und Pianisten sowie Jazz, Vokalensemble und Klavier-Kammermusik im Mittelpunkt. Der Eintritt zu den Wertungsspielen ist frei. Gäste sind willkommen!

Aber nur auftreten und die Punkte einsammeln? Und vielleicht gar enttäuscht und ärgerlich wieder nach Hause fahren? Das ist nicht Ziel von »Jugend musiziert«. Der Wettbewerb will Anderes als seine Teilnehmer über den Konkurrenz- und Öffentlichkeitsdruck zu Höchstleistung zu provozieren. Wichtig ist ihm, zum Musizieren, zur Arbeit mit dem Musikinstrument oder der Singstimme anzuregen, sich mit verschiedenen Musizierstilen und Musikwerken unterschiedlicher Epochen auseinandersetzen und zum gemeinsamen Erlebnis »Musik« zusammen zu finden.

Darum gehört das Angebot eines Beratungsgespräches der Juroren für alle Teilnehmer seit vielen Jahren zum Programm. Aber auch das wird in diesem Jahr aufgrund der Fülle von Wertungen schwierig werden. Da Wettbewerbstage oder Spielorte nicht beliebig erweiter werden können werden die Beratungsgespräche der Teilnehmer teilweise auch erst nach der Ergebnisbekanntgabe am Abschluss des Wertungstages stattfinden.

Bei »Jugend musiziert« steht der Team-Gedanke im Vordergrund. Neben Motivation und Anregung für den eigenen musikalischen Lebensweg vermittelt »Jugend musiziert« nach der Wettbewerbsphase weitere Förderungen und Stipendien. Das können Projekte des Sächsischen Musikrates sein, beispielsweise das Landesjugendorchester oder auch das Jugendjazzorchester Sachsen.

Veranstalter von »Jugend musiziert« ist der Sächsische Musikrat in diesem Jahr gemeinsam mit der Stadt Leipzig. Der Wettbewerb wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. Als Hauptsponsor steht auch in diesem Jahr der Ostdeutschen Sparkassenverband gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig zur Verfügung. Wir sind sehr dankbar, dass Porsche Leipzig neu als Förderer bei Jugend musiziert Sachsen großzügig einsteigt.

Kulturpolitik 01.03.2019 Sachsen Spitzenplatz bei der Kulturförderung

Neunter Kulturfinanzbericht Kunst und Kultur der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder

 

Im Freistaat Sachsen wird innerhalb Deutschlands pro Einwohner das meiste Geld zur Förderung von Kunst und Kultur ausgegeben. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngst veröffentlichte neunte Kulturfinanzbericht der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder: Im Jahr 2015 wurden pro Einwohner in Sachsen 211,62 Euro für Kunst und Kultur investiert. Für dieses und nächstes Jahr sind je rund 245 Millionen Euro für die Förderung der Kultur vorgesehen (im Jahr 2018 waren es ca. 217 Millionen Euro).

Kern der erneut steigenden Mittel für die Förderung von Kunst und Kultur ist der Aufwuchs des Sächsischen Kulturraumgesetzes um 10 Millionen Euro pro Jahr bis 2022 (insgesamt 104,7 Millionen Euro pro Jahr). Die meisten Mittel pro Einwohner – 73,90 Euro – setzt Sachsen für die Förderung von Theater und Musik ein. 39,04 Euro je Einwohner gehen an Museen, Sammlungen und Ausstellungen. Nicht nur gemessen an den Ausgaben pro Einwohner, sondern auch bei der Betrachtung der Kulturausgaben am Gesamthaushalt (4,06 Prozent) oder gemessen am Bruttoinlandsprodukt (0,76 Prozent) behauptet der Freistaat Sachsen seine Spitzenposition bei den Kulturausgaben.

Quelle: Medienservice Sachsen

Jugendjazzorchester 13.02.2019 »Bebop and Beyond«

Jugend-Jazzorchester Sachsen trifft Janis Steprans

Konzerte

Donnerstag, 21.02.2019 | 19.30 Uhr
Colditz, Landesmusikakademie Sachsen

Freitag, 22.02.2019  | 20 Uhr
Leipzig, WERK 2 - Kulturfabrik Leipzig e.V.

Sonnabend, 23.02.2019  | 20 Uhr
Plauen, Alte Kaffeerösterei

Sonntag, 24.02.2019  | 20 Uhr
Dresden, Jazzclub Tonne e.V.

 

Vom 15. bis 21. Februar 2019 wird das Jugend-Jazzorchester Sachsen zu seinem Workshop in der Landesmusikakademie Colditz aufbrechen. Das Nachwuchsensemble probt dort eine Woche lang unter der Leitung des renommierten kanadischen Saxophonisten Janis Steprans ein Programm ein, welches den Schwerpunkt auf den amerikanischen Bebop und dessen Entwicklungen bis in die Gegenwart legt. Diese Richtung des Jazz löste in den frühen 40er Jahren den Swing ab, da die großen Ballsäle New Yorks, wo Swing getanzt und gespielt wurde, kriegs- und wirtschaftlich bedingt schlossen. Ein kleines Viertel in Midtown Manhattan mit vielen winzigen Nachtclubs wurde die Keimzelle für eine neue Richtung des Jazz, genannt Bebop. Bebop ist und bleibt die Grundlage des Modern Jazz, welcher – wie die Musik Bachs den Grundstein für die europäische Musiktradition legte – noch immer den zeitgenössischen Jazz beeinflusst. Die improvisatorischen Stile Charlie Parkers und Dizzy Gillespies waren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts grundlegend für die musikalische Entwicklung  von Stilen wir Modal Jazz, Free Jazz, der Fusion von Rock und Jazz in den 70er Jahren und aktuell der Verbindung von Jazz und klassischer Musik.

Janis Steprans, der bereits mit Dizzy Gillespie zusammen musizierte, stammt aus Quebec, Kanada, wo er sowohl als Solist und Bandmitglied als auch als Dozent an der »Université Laval« in Quebec tätig ist. Er begann seine Laufbahn als Jazz-Musiker bereits in der Highschool, wo er mit dem Saxophonspiel anfing und setzte sein Studium an der McGill Universität unter Gerry Danovitch und am New England Konservatorium mit Joe Allard fort.

Er wird mit Hilfe von einem dreiköpfigen Dozententeam und mit Unterstützung von zwei Experten in Sachen Musikergesundheit die Leitung dieses Workshop des Jugendjazzorchester übernehmen und gemeinsam mit den jungen Musikern die Entwicklung moderner improvisierter Musik von den Beginnen in der 52. Straße New Yorks bis in die Gegenwart erforschen.

Das Jugend-Jazzorchester Sachsen ist eine Big Band vom Feinsten. Das Ensemble, dessen Bühnenbesetzung nicht mehr als 20 Musiker umfasst, besteht in immer wechselnden Besetzungen seit 1993 und begeisterte seit seiner Gründung sowohl regionales Publikum als auch Jazzliebhaber in Kanada, Griechenland, Indien, Ungarn, Israel und wo die zahlreichen Konzertreisen noch hinführten. Dabei befindet sich auch die künstlerische Leitung im ständigen Wechsel, um den jungen Musikern im Alter zwischen 16 und 26 Jahren möglichst vielfältige Impulse zu geben. So dirigierten schon Jazzgrößen wie Carla Bley (USA), Jürgen Friedrich, Joe Sullivan (Kanada), Rolf von Nordenskjöld, Marko Lackner, Al Porcino, Thomas Zoller und Ansgar Striepens die Band.

 

 

Kulturpolitik 18.12.2018 Kultur für alle und überall

Staatsregierung verabschiedet landesweites Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung

 

Kulturelle Bildung ist Teil eines umfassenden Bildungsverständnisses. Alle Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit ihres Erwerbs bekommen. Das Kabinett hat daher in seiner Sitzung am 23.10.2018 das »Landesweite Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung für den Freistaat Sachsen« zur Kenntnis genommen und seine Umsetzung beauftragt.

Mit dem Konzept hat die Sächsische Staatsregierung einen gemeinsamen Rahmen zur Förderung und Entwicklung der Kulturellen Bildung in Sachsen erarbeitet. Die Verabschiedung des landesweiten Konzepts entspricht einem im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD formulierten Vorhaben der Regierungskoalition. Das Konzept wurde unter Führung des Kunstministeriums innerhalb einer interministeriellen Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Staatsministerien für Kultus, Soziales und Gleichstellung erarbeitet. Die Kulturräume, Kultureinrichtungen, zuständigen Dachverbände und weitere Partner der Kulturellen Bildung wurden in diesem Prozess umfangreich beteiligt. Alle treffen sich demnächst an einem Runden Tisch Kulturelle Bildung, um die konkrete Umsetzung des Konzeptes zu besprechen.

Ziel des landesweiten Konzepts ist es, kulturelle Bildungsangebote auch außerhalb der urbanen Zentren zu stärken, die schulische Kulturelle Bildung deutlicher zu akzen¬tuieren und die kulturelle und interkulturelle Kompetenz zu fördern. Für die Förderung von Maßnahmen der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung stehen aktuell jährlich über sieben Millionen Euro bereit. Die setzen sich zusammen aus der Musikschulförderung (6 Mill. €) und der Förderung von Projekten der Kulturellen Bildung (über eine Million Euro). Darin enthalten sollen im kommenden Doppelhaushalt erneut 300.000 € zur Förderung von Mobilitätsprojekten sein. Die Arbeit der Netzwerkstellen in den Kulturräumen – Mittler zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen soll mit 210.000 € gefördert werden. Dies bedarf noch der Zustimmung des Sächsischen Landtags.

Das Konzept folgt fünf Leitzielen, welche den Rahmen für die weitere Stärkung der Kulturellen Bildung in Sachsen setzen:

  • Herstellung von Teilhabegerechtigkeit,
  • Entwicklung bedarfsgerechter Angebote,
  • Existenz stabiler Kooperationen und Partnerschaften zwischen Kultur-, Jugend- und Schuleinrichtungen,
  • Qualitätssicherung der Angebote
  • qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Fachkräften.

Diese als Zielperspektiven formulierten Arbeitsschwerpunkte werden mit 40 Einzelmaßnahmen untersetzt.

Personalia 03.12.2018 Axel Köhler ist neuer Rektor der HfM Dresden

Erweiterter Senat stimmt mehrheitlich für 58jährigen Sänger und Regisseur

 

Axel Köhler ist neuer Rektor der Dresdner Hochschule für Musik. Der 58jährige setzte sich am 3. Dezember in der Wahl durch den Erweiterten Senat im ersten Wahlgang gegen Prof. Stephan Froleyks (Prodekan Universität Münster) durch. Köhler hat bereits erklärt, die Wahl annehmen zu wollen.

Zu Beginn seiner Amtszeit wolle er, so Köhler, als Einstieg in eine gut funktionierende Kommunikation, jeden Mitarbeiter des Hauses kennenlernen und Kontakt zu den Studierenden aufnehmen. »Eine Bestandsaufnahme zum internen mentalen Zustand der Hochschule halte ich für einen gelingenden Start für besonders wichtig.« In der Folge werde er zügig die gemeinsame Diskussion um Leitlinien zur weiteren Ausrichtung und Profilierung der Hochschule eröffnen.

Axel Köhler wurde 1960 in Schwarzenberg im Erzgebirge geboren. Er studierte an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Violinpädagogik und Gesang. Seine musikalische Karriere führte ihn zunächst ins Ensemble der Oper Halle, im Verlauf seiner künstlerischen Karriere als Gast u.a. an die Semperoper Dresden, die Bayrische Staatsoper, die Staatsoper Hamburg, das Royal Opera House London, die Staatsoper Wien sowie zu den Salzburger Festspielen. 1994 wurde er mit dem Händel-Preis geehrt und 1998 zum Kammersänger ernannt. Von 2009 bis 2016 war Axel Köhler künstlerischer Direktor und später Intendant der Oper Halle. Seit 2000 ist Köhler auch als Regisseur tätig, inszenierte u.a. in München, Bayreuth, Innsbruck, Dresden, Palermo und Graz. Seit der Spielzeit 2016|2017 ist er Mitglied des Ensembles der Staatsoperette Dresden.

Wann der neu gewählte Rektor sein Amt tatsächlich antreten kann, wird derzeit noch verhandelt. Die Hochschule für Musik wird nach dem Rücktritt von Amtsvorgängerin Judith Schinker im März dieses Jahres derzeit interimistisch von Rebekka Frömling, Prorektorin für Studium und Lehre, geleitet.

Kulturpolitik 16.11.2018 Mehr Geld für Kultur

Sachsen plant ab dem Jahr 2019 eine Aufstockung des Kulturetats des Landes

 

Die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD haben heute die Pläne für den Kulturetat des Freistaates für den Doppelhaushalt 2019/2020 vorgestellt. Nach Aussagen der beiden kulturpolitischen Sprecherinnen von CDU und SPD, Aline Fiedler und Hanka Kliese wird dieser um 28,5 Mio. Euro, d.h. um 13 Prozent, auf dann 244 Mio. Euro ab dem Jahr 2019 steigen.

»Kern des neuen Kulturhaushalts ist die Kulturraumförderung. Nachdem die Mittel mit den vergangenen beiden Doppelhaushalten bereits auf 94,7 Mio. Euro angehoben wurden, werden sie nun auf 104,7 Mio. Euro erhöht. Mit zusätzlichen sieben Mio. Euro pro Jahr können wir so die Theater und Orchester beim Einstieg in eine tarifgerechte Entlohnung der Künstlerinnen und Künstler in den nächsten vier Jahren unterstützen. Zudem werden die Kulturraummittel um drei Mio. Euro pro Jahr aufgestockt und die Kulturräume erhalten weiter jährlich drei Mio. Euro für kleinere Investitionen, zum Beispiel für neue Licht- und Tontechnik oder auch neues Inventar,« so Aline Fiedler. Mit gezielten Maßnahmen werden bestehende Kulturangebote vor Ort unterstützt, aber auch Neues ermöglicht. Ein Schwerpunkt ist die Kulturelle Bildung und hier zentral die Erreichbarkeit von Kultureinrichtungen im ländlichen Raum. Mit zusätzlich 265.000 Euro pro Jahr stehen dann insgesamt 1,5 Mio. Euro jährlich zur Verfügung. Damit werden Mobilitätsangebote für Kinder und Jugendliche beim Besuch von Kultureinrichtung unterstützt, als auch die Mobilität der Künstler und Kultureinrichtungen in die Regionen hinein. Weiterhin erhalten die Musikschulen in Sachsen in den kommenden beiden Jahren jeweils 6,7 Mio. Euro, ein Plus von 700.000 Euro pro Jahr. Mit dem neuen Trägerverein für das Schostakowitsch Festival und des Festival Sandstein und Musik, der Sächsischen Mozartgesellschaft, den Dresdner Sinfonikern und der Leipziger Schaubühne Lindenfels werden vier Einrichtungen neu in die institutionelle Förderung aufgenommen. Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Hanka Kliese, sagt dazu: »Mit jedem Euro, den wir in Kultur investieren, stärken wir das Fundament für den sozialen Zusammenhalt. Für uns heißt Kulturförderung nicht nur, bestehende Strukturen zu sichern, sondern auch Raum für Neues zu eröffnen. So haben wir uns in der Koalition u.a. darauf verständigt, die Mittel für die Freie Kunst und Kulturförderung um ca. 2,4 Mio. Euro jährlich aufzustocken.« Dies kommt auch dem Instrumentenfonds des Sächsischen Musikrates zugute, der auf 600.000 Euro anwächst und nunmehr auch damit die Musikschulen in Sachsen in diese Förderung einbeziehen kann.

Personalia 29.10.2018 Prof. Dr. Christoph Krummacher ist Ehrenmitglied des Deutschen Musikrates

Im Rahmen ihrer Generalversammlung haben die Mitglieder des Deutschen Musikrates dem Präsidenten des Sächsischen Musikrates die Ehrenmitgliedschaft verliehen

 

Im Rahmen ihrer Generalversammlung haben die Mitglieder des Deutschen Musikrates Prof. Dr. Christoph Krummacher am 20. Oktober 2018 in Berlin die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes verliehen.

Nachfolgend finden Sie den Wortlaut der Laudatio von Prof. Eckard Lange (Weimar) auf den Preisträger:

»Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist mir eine besondere Ehre und Freude, hier eine kurze Laudatio für Herrn Prof. Dr. Christoph Krummacher vortragen zu dürfen. Wir kennen uns seit vielen Jahren und arbeiten seit zwölf Jahren als Landesmusikratspräsidenten in Mitteldeutschland eng zusammen. Es gab und gibt regelmäßige Treffen, bei denen wir vergleichbare Strategien beraten und wo ich Ihren vorsichtigen Rat, lieber Herr Krummacher, besonders schätzen gelernt habe. Und wir arbeiten seit Jahren auch unmittelbar bei den Musikratsprojekten zusammen, beispielsweise bei Jugend musiziert oder in gemeinsamen Projekten unserer Landesjugendensembles. Ich kenne ihn schon viel länger, aber ich weiß nicht, ob ich ihm das mal verraten habe. Er ist Jahrgang 1949, wurde ist Berlin geboren und ist in Greifswald aufgewachsen, wo er ersten Orgelunterricht bei Hans Pflugbeil erhielt. Nach dem Abitur studierte er Kirchenmusik (und der Theologie im Nebenfach) in Dresden (Orgelschüler von Hans Otto), Greifswald und Leipzig (u. a. bei Wolfgang Schetelich und Hannes Kästner). Nach seinem Staatsexamen 1975 war er zunächst Domkantor in Brandenburg an der Havel und von 1980 bis 1992 Universitätsorganist und Dozent an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock. Und aus dieser Zeit kennen wir uns, d.h. ich kenne ihn. Ich habe nämlich in dieser Zeit die älteste und schönste Dorforgel in Mecklenburg-Vorpommern, in Basedow, betreuen dürfen und dort hat er u.a. auch einmal konzertiert und ich habe bei ihm registriert. Er beschäftigte sich schon früh mit der Aufführungspraxis Alter Musik, besuchte internationale Meisterkurse von namhaften Organisten, so dass es kein Wunder war, dass ihn sein Weg auch zu dieser Orgel führte, die mitteltönig gestimmt ist und im Chorton steht. Christoph Krummacher promovierte 1991 auf dem Gebiet der Theologie und erhielt im gleichen Jahr den Kulturpreis der Hansestadt Rostock, gehörte er doch bereits in dieser Zeit zu den namhaftesten Organisten im Osten und konnte auf eine internationale Konzerttätigkeit verweisen - so gut das eben möglich war. 1992 erhielt er die Professor für Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und wurde Direktor des dortigen Kirchenmusikalischen Instituts. Er war dann nach Siegfried Thiele der zweite freigewählte Rektor der Hochschule in den Jahren 1997 bis 2003.

Zusätzlich zu seiner umfangreichen Konzerttätigkeit verfasste er zahlreiche Publikationen zu Interpretationsfragen, zu grundsätzlichen Problemen der Kirchenmusik und zum Verhältnis von Musik und Theologie. Sein neustes Buch wird gerade fertig.

Seit 2002 ist Christoph Krummacher ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und seit 2004 außerdem Universitätsorganist der Universität Leipzig. Er ist qua Amt Mitglied im Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks.

In seine 12 Amtsjahre als Präsident des Sächsischen Musikrates fällt die Eröffnung der Landesmusikakademie als Projekt des Musikrates und die Evaluierung der Arbeit des Dachverbandes durch den Freistaat Sachsen im Jahr 2010, wo es im Evaluationsbericht heißt: »Im Grunde steht der SMR konkurrenzlos in der sächsischen Musik- und Kulturlandschaft. Seine Aufgaben und Arbeitsinstrumente sind klar definiert und seine Vernetzungen und Kooperationsstrukturen sind komplex und effektiv aufgestellt..« Der inhaltliche Schwerpunkt von Präsident Christoph Krummacher war und ist die musikalische Bildung von Kindern im Vorschulalter und in der Grundschule und da werden wir ihn, auch wenn er 2019 nicht wieder als Musikratspräsident kandidieren wird, mehr als je zuvor brauchen. Ich gratuliere herzlich zur Ernennung!«

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