Der Sächsische Musikrat e.V.

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 

Der SMR ist Mitglied im Deutschen Musikrat und der Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände in Sachsen.

Er wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

 
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Allgemeines 12.06.2019 Colditz ist erstmals Austragungsort für Chorfestival

5. Muldentaler Chorfestival und -wettbewerb präsentiert Chöre aus Sachsen und Thüringen

 

Zehn Chöre verschiedener Gattungen und Stilrichtungen werden sich am kommenden Sonnabend auf Schloss Colditz zum »5. Muldentaler Chorfestival und -wettbewerb« präsentieren. Das Wertungs- und Beratungssingen, bei denen Laienchöre aus Sachsen und Thüringen ihr Wettbewerbsprogramm vortragen werden, ist öffentlich. Erstmals wird Colditz Austragungsort des Festivals und Wettbewerbs sein.

Veranstaltet wird der »5. Muldentaler Chorfestival und -wettbewerb« vom Sächsischen Chorverband unter Regie des Leipziger Chorverbandes, einem von vier Regionalverbänden der Chorvereinigung. Der Kammermusiksaal der Landesmusikakademie Sachsen und die Stadtkirche St. Egidien werden Veranstaltungsorte sein. Chöre werden ebenso im Innenhof des Colditzer Schlosses auftreten. Zudem wird es 15:30 Uhr ein Orgelkonzert in der Stadtkirche geben sowie ein Vokalkonzert in der Musikakademie. Die am Wettbewerb teilnehmenden Chöre werden in den Kategorien Gemischte Chöre, Gleichstimmige Chöre, Jazz-/Popchöre sowie in einer Sonderkategorie antreten. Besondere Höhepunkte des »5. Muldentaler Chorfestival und -wettbewerbs« werden am Nachmittag des Sonnabends ein großes Kanonsingen aller Chöre im Schloss-Innenhof und das große Abschlusskonzert ab 16:30 Uhr in der Stadtkirche St. Egidien sein. Zu diesem Abschlusskonzert werden die Chöre dann auch ihre Urkunden und Preise des Wettbewerbs erhalten.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei!

Allgemeines 05.06.2019 »Psalmen & Friedensmusiken«

Hans-Christoph Rademann und der Dresdner Kammerchor vollenden mit der finalen CD der Schütz-Gesamteinspielung ein »Mammutprojekt«

 

Am 7. Juni erscheint die abschließende 20. Folge der weltweit ersten Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung: Mit »Psalmen & Friedensmusiken« (Schütz-Edition Vol. 20) vollenden Dirigent Hans-Christoph Rademann und der Dresdner Kammerchor ihr 2009 begonnenes Großprojekt. Damit liegt das umfangreiche Werk des Dresdner Hofkapellmeisters Heinrich Schütz nun erstmals vollständig auf CD vor. Die 20. Folge vereint einerseits prächtige, großangelegte Einzelwerke für besondere repräsentative Anlässe und Auftragskompositionen für außerhalb des Dresdner Hofs. Andererseits sind auch sehr persönliche Stücke zu hören, wie beispielsweise ein ergreifendes Sololied, das Schütz auf den Tod seiner Frau Anna Magdalena komponierte. Diese kaum bekannten und selten aufgeführten Werke zeigen erst die gesamte Fülle von Schütz’ musikalischem Schaffen und sind damit ein wichtiger Schlussstein, der das Bild dieses Komponisten – des »Vaters der deutschen Musik« – vervollständigt.

»Einklang von Verstand und Gefühl«

Dirigent Hans-Christoph Rademann ist dankbar, dass er so umfassend in Schütz’ Werk eintauchen konnte: »Als ich im Jahre 1975 als Sängerknabe im Dresdner Kreuzchor Heinrich Schütz erstmals intensiv kennengelernt habe, hatte sich mir noch längst nicht erschlossen, welch unerhörter Schatz diese Musik ist. Nun, nach dem Abschluss der Gesamteinspielung, bleiben bei mir und allen Mitwirkenden ein ehrfürchtiges Staunen und eine große Dankbarkeit: Wir alle fühlen uns ungemein erfüllt und bereichert. In Schütz‘ Werken bewundern wir den Zusammenhang des Wortes und der Musik, hören eine klingende Welt der Bilder und werden im schönsten Sinne in einen Einklang von Verstand und Gefühl versetzt. Diese Musik schließt die Seele des Menschen auf und lässt die textlichen Inhalte eindringen und wirksam werden. Sie kann uns das geben, was wir gerade in der heutigen Zeit so dringend benötigen: Konzentration, Fokussierung und Ruhe in uns selbst. Ich wünsche allen Hörern unserer Gesamteinspielung, dass sie dies für sich entdecken können.«

»eine Edition, die Maßstäbe setzt«

20 Folgen auf insgesamt 28 CDs umfasst die Gesamteinspielung, die beim Carus-Verlag Stuttgart erschienen ist, z.T. in Koproduktion mit den Radiopartnern MDR Kultur und Deutschlandfunk Kultur. Dass es bei diesem Projekt niemals nur um Vollständigkeit ging, sondern dass Rademann und seinen Musikern auch eine CD-Reihe von gleichbleibend höchster musikalischer Qualität gelungen ist, belegen zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Die CD mit Schütz‘ »Johannes-Passion« erhielt 2016 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik – eine Ehrung, die zugleich die ganze Schütz-Gesamteinspielung würdigte als »eine Edition, die Maßstäbe setzt« (Jurybegründung). Viele Förderer und Unterstützer trugen dazu bei, dass dieses Projekt realisiert werden konnte. An der Seite des Stuttgarter Carus-Verlags beteiligte sich neben MDR Kultur auch Deutschlandfunk Kultur als Koproduktionspartner, so auch bei der nun erschienenen Vol. 20. Unterstützung kam von der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Mitteldeutsche Barockmusik e. V., der Stiftung Kunst und Musik für Dresden, der Berthold Leibinger Stiftung, der EKD sowie von Michaela und Michael Wirtz und zahlreichen weiteren privaten Sponsoren und Spendern.

Allgemeines 13.05.2019 Sächsische Chöre erfüllen Schloss Augustusburg mit Chorgesang

Der Sächsische Bergsteigerchor, Frauen- und Gemischte Chöre präsentieren sich zum 2. Sächsischen Chorfestival am 19. Mai

 

Schloss Augustusburg bildet am 19. Mai die Kulisse für das 2. Sächsische Chorfestival. Chöre des Sächsischen Chorverbandes werden an diesem Sonntag den Schlosshof, die Schlosskirche, das Brunnenhaus und den Hasensaal der Augustusburg mit unterhaltsamer Chormusik unterschiedlicher Genres erfüllen. »Chöre des Sächsischen Chorverbandes unternehmen in Chorkonzerten auf verschiedenen Bühnen sechs Stunden lang einen Streifzug durch die vielfältige Chorlandschaft Sachsens und laden zum Zuhören und zum Mitsingen ein«, so Thomas Lohse, Geschäftsführer des Sächsischen Chorverbandes e.V. Die Augustusburger, aber ebenso Sonntagsausflügler sind eingeladen, einen vom Chorgesang erfüllten Sonntag auf der Albrechtsburg zu verbringen.

Der Sächsische Bergsteigerchor »Kurt Schlosser« aus Dresden wird sich auf Augustusburg nicht nur als eine verschworene Gemeinschaft präsentieren, die naturverbunden den Bergen, dem Klettersport und dem Wandern verbunden ist. Die gut 140 Sänger des traditionsreichen, vor über 90 Jahren gegründeten Männerchores haben bereits in mehr als 14 Ländern ihren klangvollen Gesang erhoben und Säle gefüllt. Am 19. Mai werden sie den Schlosshof von Augustusburg mit ihren Liedern über die Schönheit der Berge und der Natur erfüllen. Die Augustusburger Choryfeen sind, wie der Name bereits vermuten lässt, ein reiner Frauenchor und natürlich in Augustusburg bestens bekannt. Der aus dem Gemischten Chor »Volkschor Augustusburg« hervorgegangene Chor wird im Hasensaal des Schlosses und in der Schlosskirche Volkslieder verschiedener Nationen vortragen, teils auch in der jeweiligen Originalsprache. Zum Repertoire des Frauenchores gehören ebenso geistliches und Liedgut Alter Meister wie Titel aus der Schlager- und Popszene. Ebenfalls im Hasensaal zu hören sein wird der Hutholz-Chor Chemnitz. Der gemischte Chor hat seinen Namen nicht ohne Grund dem Chemnitzer Wäldchen »Hutholz« entlehnt: Das Repertoire der Sängerinnen und Sänger umfasst ein natur- und volksliedbetontes Liedgut. Von der hohen sängerischen Qualität des »Hutholz«-Chores wird sich das Publikum des 2. Sächsischen Chorfestivals auch bei dessen Auftritt im Hasensaal überzeugen können. Im Schlosshof werden die Chorgemeinschaft aus dem Vogtlandchor Treuen und dem Silberbachchor Bad Schlema zu hören sein. Der Silberbachchor Bad Schlema gründete sich 1999. Er pflegt neben dem deutschen und internationalen Volksliederschatz Madrigale, Ausschnitte aus Oratorien, Messen, Opern und Operetten. Unterhaltsame Chorsätze aus Musicals und Evergreens gehören ebenso zum Repertoire des Chores. Dem Chemnitzer Liederkreis wird die Schlosskirche zu Augustusburg für das Chorkonzert vorbehalten sein. Knapp 40 Sängerinnen und Sänger gehören dem 1977 gegründeten Chor an. Alte und neuzeitliche, in- und ausländische Chormusik werden in der Schlosskirche erklingen. Ebenfalls in der Schlosskirche zu hören sein wird der Schwarzbach-Chor Kleinolbersdorf-Altenhain. Der Frauenchor »Hartmannsdorfer Gesangverein« wird im Brunnenhaus und im Schlosshof singen. Zudem werden alle Chöre gegen 13.45 Uhr zu einem gemeinsamen Chor-Singen im Schlosshof der Augustusburg zusammenkommen.

Das 2. Sächsische Chorfest beginnt am 19. Mai um 11.30 und wird gegen 17 Uhr seinen Abschluss finden.

Der Sächsische Chorverband e.V. ist Interessenvertreter von insgesamt 270 Chören in Sachsen. Mehr als 8.500 Sängerinnen und Sänger gehören dem Verband an. Der Sächsische Chorverband e.V. hat sich der Förderung des Chorgesangs im Freistaat Sachsen verschrieben. Der Landesverband vereinigt Chöre alle Gattungen und Richtungen, darunter Männerchöre, Frauenchöre, Gemischte Chöre, Gospelchöre, Vokalensemble u.a. sowie Instrumentalgruppen. Insbesondere hat sich der Verband der Förderung der Kinder- und Jugendchöre verschrieben und unterstützt die Schulchöre an Sachsens Schulen. Dazu fördert er landesweit Projekte, unterstützt die Chöre durch Aus- und Weiterbildung von Chorleitern und Vereinsvorständen sowie Sängerinnen und Sängern. Der Sächsische Chorverband entstand im November 2006 durch die Fusion aus Sächsischem Sängerbund, Chorverband Sachsen, Musikbund Chemnitz, Ostsächsischem Chorverband und Westsächsischem Chorverband. Er hat seinen Sitz in Frankenberg/Sa. Als Regionalverbände gehören dem Landesverband der Ostsächsische Chorverband e.V., der Westsächsische Chorverband e.V., der Leipziger Chorverband e.V. und der Musikbund Chemnitz e.V. an. Der Sächsische Chorverband ist Mitglied im Deutschen Chorverband.

Allgemeines 10.05.2019 Wo sind die Grenzen?

Studentinnen und Studenten der Dresdner Musikhochschule engagieren sich gegen Diskriminierung

 

»Viele Studierende sind überrascht, dass wir über Diskriminierung an unserer Hochschule reden wollen. Erst wenn wir auf mögliche diskriminierende Situationen hinweisen, entdecken sie ihren Redebedarf und erkennen sich wieder.«, so Christoph Margraf, Student der E-Gitarre und Mitbegründer einer sogenannten Awareness Arbeitsgruppe an der Dresdner Musikhochschule. Insgesamt 46 Prozent betrage der Anteil an internationalen Studierenden, deshalb sei es wichtig, gerade diese Gruppe auf die kulturellen Besonderheiten in Deutschland hinzuweisen. »Das betrifft Fragen wie: Wieviel Privates ist im Einzelunterricht okay und wo liegen die Grenzen? Wie wird gegrüßt oder an welchen Stellen ist Körperkontakt angebracht? Vielen – gerade unserer asiatischen – Kommilitoninnen und Kommilitonen ist das nicht bewusst.«, ergänzt Gesangsstudentin Sophia Hohenöcker. Deshalb habe die AG Beispielsituationen aufgeschrieben, sowohl auf Deutsch als auch in anderen Sprachen, die zeigen, wie alltäglich Diskriminierung sei. Mit dem Bewusstsein der interkulturellen Differenzen käme bei den Studierenden auch die Rücksicht darauf.

Die 2018 gegründete Awareness AG der Hochschule habe sich zum Ziel gesetzt, die Studierenden für das Thema Diskriminierung zu sensibilisieren. Erstmals veranstaltete sie im April eine Antidiskriminierungswoche. »Uns ist es wichtig, dass die Studierenden diskriminierende Situationen erkennen und sich beim Studierendenrat oder den Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule Hilfe holen.«, so Hohenöcker. Außerdem hoffe sie darauf, dass die Aktion auch die Sozialcourage und die Hilfe der Studierenden untereinander stärkt.

Allgemeines 25.04.2019 Sächsische Botschafter in Bogotá

Kolumbien und Klassik - aus eurozentristischer Sicht ein ungleiches Paar. Das Festival »Bogotá es Brahms, Schubert, Schumann« bewies das Gegenteil.

 

50 Konzerte in nur vier Tagen, zwölf davon bei freiem Eintritt, das alles an 15 verschiedenen Spielstätten mit insgesamt sieben Orchestern, sechs Chören, sowie zahlreichen Kammermusikensembles und mehr als 30 Solisten aus aller Welt. Welches Musikfest mag wohl derartig ambitioniert Risiken eingehen?

Kein auch noch so aufgeschlossen und avanciert sich gebendes Festival Europas leistet sich solche Ansprüche, aber die kolumbianische Hauptstadt Bogotá hat tatsächlich ihre seit 2013 im zweijährigen Turnus stattfindenden internationalen Klassik-Festspiele mit diesem faktischen Reichtum versehen und dafür in diesem Jahrgang das Motto »Bogotá es Brahms, Schubert, Schumann« ausgerufen. Und es vollends erfüllt.

Wer ist dieser Einladung nicht alles gefolgt - ob die vier einheimischen Orchester, ob die drei gastspielenden Ensembles aus Europa, ob namhafte Ensembles wie das Mandelring- sowie das Modigliani-Quartett oder Solisten wie Lise de la Salle, Iris Vermillion und Christoph Prégardien, ob Dirigenten wie Ari Rasilainen oder Robert Trevino und viele, viele andere.

Neben dem Sinfonie-Orchester Antwerpen und der Philharmonie Konstanz gastierte auch das Dresdner Festspielorchester in der Zehn-Millionen-Stadt und absolvierte bei seinem ersten Auslandsgastspiel gleich drei Konzerte im Zeichen von Brahms, Schubert und Schumann. Unter Leitung des spanischen Dirigenten, der durch regelmäßige Auftritte auch in Sachsen bestens bekannt ist, in Halle GMD war und im Sommer das Moritzburg-Festival-Orchester dirigieren wird, erfolgte der Auftakt in Bogotá. In Robert Schumanns 2. Sinfonie sowie in der »Nänie« op. 82 und dem »Schicksalslied« op. 54 von Johannes Brahms wurde das Publikum im Teatro Mayor Julio Mario Santo Domingo (so benannt nach dem Initiator des vor neun Jahren eröffneten Kulturzentrums) mit historischer Musizierpraxis auf alten beziehungsweise nach originalem Vorbild entstandenen Instrumenten überrascht. Denn der 2012 als »Botschafter« der Dresdner Musikfestspiele gegründete Klangkörper vereint Spitzenkräfte der historisch informieren beziehungsweise der nach eigenen Angaben authentischen Musikweise aus mehreren europäischen Ensembles und hat sich dem Originalklang verschrieben. Deutsche Romantik auf Darmsaiten, gepaart mit »natürlichem« Bläserklang - das hat sich deutlich abgehoben von den Interpretationen der anderen Gastorchester sowie der einheimischen Philharmonie Bogotá, dem Nationalen Sinfonieorchester Kolumbiens und der Jungen Philharmonie Bogotá.

Klangfrische, sowieso Spielfreude und die in dieser Form offenbar ungewohnte Durchhörbarkeit der Musik haben das durchweg sehr neugierige und interessierte Publikum mehr als überzeugt, Jung und Alt reagierte begeistert. Das wiederholte sich auch in den folgenden, von Johannes Klumpp dirigierten Konzerten des Dresdner Festspielorchesters. Da gab es neben der Tragischen Ouvertüre von Brahms und der 7. Sinfonie von Franz Schubert Schumanns Cello-Konzert mit dem Solisten Jan Vogler, der bei seinem ersten kolumbianischen Auftritt mit einer risikofreudig und schwungvoll dargebotenen Interpretation seines »Schicksalskonzertes«, wie er es gerne bezeichnet, für große Faszination sorgte, der er nur mit einer Bach-Zugabe Herr werden konnte. Bach geht schließlich immer - und verbindet Europa mit der ganzen Welt.

Aber auch »Ein deutsches Requiem« von Johannes Brahms hat in Südamerika für Furore gesorgt und im Abschlusskonzert von »Bogotá es Brahms, Schubert, Schumann« gar für stehende Ovationen gesorgt. Das Festspielorchester konnte hier auf die Mitwirkung der spanischen Solisten Elena Copons (Sopran) und José Antonio López (Bariton) sowie des kolumbianischen Opernchores und des Philharmonischen Jugendchores setzen und gestaltete dieses Finale zu einem musikalischen Höhepunkt, der die künstlerische Qualität des gesamten Festivals ebenso wie dessen Internationalität noch einmal deutlich hervorhob.

Die etwa 1.300 Konzertbesucher im ausverkauften Großen Saal des Teatro Mayor haben es deutlich gemacht: Die musikalische Botschaft der Romantiker Brahms, Schubert und Schumann (auch Clara wurde gefeiert und war mit ihrem Konterfei auf allen Plakaten und Programmen präsent) kam in Bogotá bestens an. Wenn es in zwei Jahren dann heißt, »Bogotá es Barock«, dürfte die Nachfrage nach Originalklang womöglich schon eine Selbstverständlichkeit sein.

Allgemeines 24.04.2019 Leipzig bereitet sich auf das Deutsche Chorfest 2020 vor

Vom 30. April bis 3. Mai 2020 ist die Musikstadt »ganz Chor« – Singen mit Kindern und Jugendlichen im Zentrum

 

Vom 30. April bis zum 3. Mai 2020 wird Leipzig zur Chor-Hauptstadt. Ab sofort können sich Chöre zum Deutschen Chorfest 2020 online anmelden. Der Deutsche Chorverband (DCV) lädt zu dem zentralen Großereignis der Chorszene alle vier Jahre tausende Sängerinnen und Sänger zu wechselnden Austragungsorten ein. Darauf stimmten im Rahmen einer Pressekonferenz am heutigen 4. April im Leipziger Neuen Rathaus Christian Wulff (Präsident des Deutschen Chorverbands, Bundespräsident a. D.), Michael Kretschmer (Ministerpräsident des Freistaats Sachsen), Dr. Skadi Jennicke (Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig), Veronika Petzold (Geschäftsführerin des Deutschen Chorverbands) und Horst Wehner (Präsident des Sächsischen Chorverbands) ein. Am Chorfest-Eröffnungstag, 30. April 2020, werden unter anderem der Thomanerchor und das A-cappella-Sextett Slixs zu erleben sein.

»Zum Chorfest in der Kulturstadt Leipzig erwarten wir rund 400 Chöre aus allen Teilen des Landes und mit unterschiedlichsten Hintergründen. Gemeinsam werden wir vier Tage lang die kulturelle Vielstimmigkeit feiern. Das ist wunderbar, und ich freue mich vor allem, dass wir mit Leipzig in eine Stadt einladen, die als Teil des schönen Bundeslandes Sachsen ganz besonders für Weltoffenheit und Vielfalt steht!«, so Christian Wulff, Präsident des Deutschen Chorverbands.

Ministerpräsident Michael Kretschmer betont: »Musik verbindet Menschen über Generationen und Herkunft hinweg. Das Deutsche Chorfest ist dafür ein gutes Beispiel. 2020 wird es zum ersten Mal in Sachsen stattfinden. Das Fest und seine Gäste werden das kulturelle Angebot in unserer Region bereichern. Der Freistaat unterstützt den Deutschen Chorverband und die Stadt Leipzig gern bei der Umsetzung.«

»Ich freue mich auf 15.000 Gäste zum Chorfest in unserer Stadt. ›Leipzig ist ganz Chor‹ – das kann man wohl sagen! Wir haben eine reiche Chorlandschaft aus Profi- und Amateurchören, vielen Kirchen- und Schulchören. Gerade das Singen von Kindern und Jugendlichen liegt uns sehr am Herzen. Daher freut es mich besonders, dass beim Chorfest 2020 Kinder- und Jugendchöre im Mittelpunkt stehen werden. Damit im nächsten Jahr besonders viele sangesfreudige Kinder und Jugendliche nach Leipzig kommen können, unterstützen wir das Chorfest zusätzlich, indem wir für sie viele Unterkünfte bereitstellen«, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung im Vorfeld.

Am Chorfest teilnehmen können Chöre und Vokalensembles aller Genres und Besetzungen – vom Kinderchor bis zum Männergesangverein, von der Kantorei bis zur Vocal Band. Alle angemeldeten Ensembles erhalten Gelegenheit, mit ihren eigenen Programmen in renommierten Konzertsälen und Kirchen der Stadt aufzutreten, und können zudem bei einem Chorwettbewerb antreten oder in sozialen Einrichtungen und Gottesdiensten singen. Für die Bürger und Gäste der Stadt sei der Besuch der zahlreichen Konzerte zumeist kostenfrei, auch vielfältige Mitsingangebote für alle seien fester Bestandteil des Chorfests, erläutert Veronika Petzold, Geschäftsführerin des Deutschen Chorverbands. Die Künstlerische Leitung für das Chorfest 2020 hat Tobias Rosenthal von Rosenthal Musikmanagement inne.

Horst Wehner, Präsident des Sächsischen Chorverbands, rief insbesondere auch die Chöre in Sachsen dazu auf, sich zahlreich zu beteiligen. Die Kinderchöre aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind dabei eingeladen, am Projekt »Dreiklang« mitzuwirken und in Leipzig ein gemeinsames Programm zu präsentieren.

Eine Anmeldung zum Chorfest ist für alle Chöre und Ensembles online bis zum 31. Oktober 2019 möglich. Das vollständige Chorfest-Programm wird Anfang 2020 veröffentlicht.

Gefördert wird das Deutsche Chorfest 2020 durch die Stadt Leipzig, den Freistaat Sachsen und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Allgemeines 16.04.2019 Der Sächsische Musikrat hat ein neues Präsidium

Die diesjährige Mitgliederversammlung des SMR wählte ein neues Präsidium und mit Prof. Milko Kersten auch einen neuen Präsidenten. Der scheidende Präsident Prof. Dr. Christoph Krummacher zog Bilanz seiner zwölfjährigen Amtszeit.

Rede von Prof. Milko Kersten anlässlich seiner Wahl zum neuen Präsidenten des Sächsischen Musikrates

In einem Pressegesprächs am 16. April in der Landespressekonferenz haben Prof. Dr. Christoph Krummacher, Prof. Milko Kersten und der Geschäftsführer des Sächsischen Musikrates Torsten Tannenberg Rückschau auf das vergangene Jahr gehalten und die nächsten Aufgaben des Musikrates beschrieben.

 

Am 13. April 2019 fand in der Landesmusikakademie Sachsen die Jahresmitgliederversammlung des Sächsischen Musikrates statt. Der Musikrat vereint als zahlenmäßig größter sächsischer Kulturverband 28 Landesfachverbände und 13 Institutionen. Er vertritt damit ca. 150.000 Musikausübende in Sachsen.

Als Präsident wurde Prof. Milko Kersten mit hoher Zustimmung der Anwesenden neu gewählt. Kersten dankte in einer ersten Stellungnahme seinem Vorgänger Prof. Dr. Christoph Krummacher. Krummacher war nach 12 Jahren Amtszeit nicht wieder angetreten. Er hatte in seinem Bericht den Mitgliedern des Präsidiums und allen Mitgliedern des Musikrates für ihre Unterstützung im vergangenen Jahr sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern, die in ganz Sachsen auch die Projekte vor allem im Bereich der musikalischen Nachwuchsförderung mit ermöglicht haben, gedankt.

Als weitere Mitglieder des Präsidiums wurden im Amt bestätigt: Carsten Dufner (Leiter MDR Klassik digital), Ulf Firke (Schulmusiker), Markus Leidenberger (Landeskirchenmusikdirektor) und Helge Lorenz (Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester). Neu in das Präsidium wurden Iris Firmenich, MdL und Ekaterina Sapega-Klein, Künstlerische Direktorin des Sächsischen Landesgymnasium für Musik in Dresden gewählt.

In der Präsentation des Tätigkeitsbereichts für 2018 zog der scheidende Präsident Prof. Dr. Christoph Krummacher Bilanz seiner zwölfjährigen Amtszeit:

Mein Bericht wird wie gewohnt nur einige Punkte des Ihnen vorliegenden schriftlichen Berichtes herausgreifen und darüber hinaus die ersten Monate des laufenden Jahres zusammenfassen.

Dankbar können wir feststellen, dass die verschiedenen Partner unserer Arbeit uns im Berichtszeitraum wiederum treu geblieben sind. Ich denke dabei an die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die sächsischen Sparkassen, die Kulturstiftung des Freistaates und an den BDLO und die uns mit ihm verbindende Bürogemeinschaft. Und nicht zuletzt hatte auch der Landeswettbewerb Jugend musiziert mit etlichen und erstmals vergebenen Sonderpreisen neue Sponsoren. Insbesondere möchte ich aber dem Sächsischen Landtag und dem SMWK danken. Der neue Doppelhaushalt 2019/20 hat nicht nur eine 13%ige Steigerung der Kulturausgaben gebracht, sondern damit verbunden eine solide Grundausstattung des Musikrates und vor allem eine erhebliche Erhöhung der Mittel des Instrumentenfonds, der jetzt auch den Musikschulen und ihrer Ensemblearbeit offensteht. Darüber hinaus können wir in diesem Jahr erstmals Laienensemble unterstützen, die zu Wettbewerben, Probelagern, Begegnungen o.ä. reisen wollen. Deren Unterstützung war uns seit langem ein wichtiges Anliegen, wenngleich nicht möglich. Wir sind froh, dass dafür nunmehr eine gewisse Finanzierungshilfe zur Verfügung steht. Hinsichtlich des Instrumentenfonds möchte ich einen Hinweis anschließen. Welch dringender Bedarf bei vielen Laienensembles zur Verbesserung und Aufstockung ihres Instrumentariums besteht, wird dem Präsidium, das regelmäßig dazu berät, aus der Fülle nachvollziehbarer Anträge immer wieder deutlich. Zugleich sollten die Antragsteller sich dessen bewusst sein, dass ein solcher Fond keine Selbstverständlichkeit ist. Und sie müssen sich zugleich dessen bewusst bleiben, dass sie mit der Bewilligung ihrer Anträge auch eine Verpflichtung zur Wartung der Instrumente übernehmen. Übrigens ist es für das Präsidium durchaus nicht immer einfach, zwischen berechtigten Anliegen und einer gewissen Verteilungsgerechtigkeit auszutarieren. Und wir sehen bei der Bewilligung von Anträgen auch darauf, dass bei der Beschaffung von Instrumenten wenn irgend möglich sächsische Instrumentenbauer und -händler berücksichtigt werden. Insofern stellt der Instrumentenfond auch eine nicht zu unterschätzende Unterstützung dieser Fachbranchen dar.

Über unsere verschiedenen Projekte gibt der schriftliche Bericht ausführliche Informationen. Herausragende Höhepunkte waren für das JJO die sommerliche Reise nach London und für das LJO das gemeinsame Konzertprogramm mit der Singakademie Dresden bei Konzerten hier Dresden und Leipzig und anschließend in Südafrika. Der Landeswettbewerb Jugend musiziert hatte an den beiden vergangenen Wochenenden mit über 500 Teilnehmern eine rekordverdächtige Beteiligung, die freilich für sich genommen noch nicht sehr viel sagt. Entscheidender war für meine Ohren das Abschlusskonzert am 7. April, das nach meinem Eindruck ein in dieser Form selten gehörtes Niveau besaß.

Über die rein statistische und weiterhin erfreuliche Entwicklung unserer Landesmusikakademie sind Sie ebenfalls durch den schriftlichen Bericht informiert. In personeller Hinsicht war das vergangene Jahr allerdings nicht einfach. Angesichts des krankheitsbedingten Ausfalls von Frau Müller war nicht nur Frau Friedrich besonders gefordert. Für ihren großen Einsatz danken wir ihr sehr. Ebenso mussten die Mitarbeiter der Geschäftsstelle und insbesondere Herr Tannenberg viele Vertretungsdienste übernehmen. Wir sind froh, dass wir mit Frau Lena Thalheim seit dem 1. Januar dieses Jahres die Leitung der Akademie wieder in festen Händen wissen und Frau Thalheim sich außerordentlich schnell und entschlossen in die Arbeit hineingefunden hat. Zugleich möchte ich auch an dieser Stelle nochmals Frau Müller einen besonderen Dank sagen für all das, was sie in den Start- und Aufbaujahren hier in Colditz mit Umsicht und Phantasie geleistet hat. Wir alle wissen um die Verdienste von Frau Müller und ebenso, dass der Stand, den die LMA inzwischen hat, kein Selbstläufer war. Das eigene Kursangebot hat an Vielfalt zugenommen. Gewiss ist es noch ausbaufähig, aber dazu bedarf es neben den laufenden Verwaltungs- und Organisationsaufgaben auch entsprechender Zeit- und Planungsressourcen. Und diese sind angesichts des begrenzten Personalhaushaltes schwer zu erbringen. Vielleicht haben Sie bemerkt, dass es neuerdings vor den Schlosstoren endlich ein gastronomisches Angebot gibt, für dessen Installierung sich nicht zuletzt Frau Müller immer wieder eingesetzt hatte. Demgegenüber sind wir in der Causa Terrassenhaus kaum vorangekommen. Ich hatte schon in vergangenen Jahren von unseren Bemühungen berichtet, dieses inzwischen baulich gesicherte Gebäude für eine Nutzung durch Musikrat und Jugendherberge auszubauen, was beiden Partnern eine gewisse zusätzliche Kapazität für die Gästeunterbringung und uns auch zusätzliche Probenräume bringen könnte. Durch mehrfache personelle Wechsel in der Geschäftsführung des Jugendherbergswerks war eine Fortsetzung der entsprechenden Gespräche während des vergangenen Jahres leider nicht möglich, obwohl wir unsererseits solche nahezu penetrant angestrebt haben. Unmittelbar vor unserer heutigen Mitgliederversammlung hat ein solches Gespräch nun doch endlich stattgefunden. Und wir können hoffen, dass nun zielstrebig an einer gemeinsamen Konzeption gearbeitet wird. Immerhin haben wir unbeschadet des neuen Doppelhaushaltes deutliche Signale aus den beiden Ministerien SMF und SMWK, dass man dort unvermindert positiv zu den Ausbauplänen steht.

Anknüpfend an meinen vorjährigen Bericht möchte ich zwei bildungspolitische Initiativen unseres Musikrates erwähnen. Zum einen haben wir zusammen mit den beiden Hochschulen, dem Landesverband der Konzertchöre, dem Sächsischen Chorverband und dem Landesverband Musikunterricht am 7. Mai 2018 ein Plädoyer für das Ensemblemusizieren in den Schulen unseres Freistaates an die Fraktionen des Landtages übergeben. Darin wird der unersetzliche Wert musikalischer Bildung knapp umschrieben, indem es heißt: »Musikalische Bildung knüpft in zweierlei Weise an die leibliche Ausstattung des Menschen an: Im Besitz der Stimme, unserem ureigenen Instrument, und in der nach außen gewandten Gestaltung unserer körperlich-rhythmischen Lebensgrundlagen. Daher vermag musikalische Bildung in besonders verdichteter Weise unsere Innen- und Außenwahrnehmung zu koordinieren und zu fördern. Wer sich künstlerisch ausdrückt, übt gleichermaßen den Eigensinn einer autonomen Persönlichkeit und partnerschaftliche Verantwortung in der Gemeinschaft.« Das Zustandekommen eines solchen gemeinsamen Plädoyers scheint – gestatten Sie mir diese Anmerkung – am Ende wenig spektakulär. Es zu formulieren, setzt gleichwohl eine ziemliche Investition an Zeit, Terminkoordinierung und Interessenausgleich voraus, was zwar zu den ureigenen Aufgaben unseres Dachverbandes gehört, allerdings auch eine gewisse Hartnäckigkeit erfordert. Die Reaktionen der Landtagsfraktionen dazu blieben bislang recht verhalten. Bleibt zu hoffen, dass den Abgeordneten des zukünftigen Landestages dieses Papier irgendwann noch einmal in die Hände fällt und sie sich der dort formulierten Anliegen und Forderungen annehmen.

Im Frühjahr 2018 wurden Pläne der Staatsregierung bekannt, die Stundentafeln der sächsischen Schulen zu kürzen. Dies ließ befürchten, dass auch das Fach Musik betroffen sein könnte. Sie werden sich an vielfältige Proteste dagegen und meinen Brief an Staatsminister Piwarz erinnern. Das Gespräch, das Herr Dr. Anders, Herr Tannenberg und ich dazu Ende Juni mit dem Kultusminister führen konnten, ergab zum einen, dass das Schulfach Musik weiterhin durchgehend vorgesehen ist, und eröffnete zum anderen die Möglichkeit, über Rahmenbedingungen und Ausgestaltung musikalischer GTA-Angebote konstruktiv verhandeln zu können. Damit öffnete sich ein Handlungsfenster, für das wir uns vor vielen Jahren erfolglos bemüht hatten. Frau Sapega-Klein, Herr Dr. Anders und Herr Tannenberg haben in zahlreichen Gesprächen und in ständiger Rückbindung zum Präsidium mit dem Kultusministerium eine Vereinbarung formuliert, die Mindeststandards für Qualität der Angebote, Qualifizierungsvoraussetzungen der Akteure und deren Fortbildung regelt, während eine konkrete Aussage zu deren Bezahlung leider nicht erreichbar war. Dennoch ist das Präsidium der einmütigen Überzeugung, dass das Erreichte einen Fortschritt darstellt, der nicht deswegen aufs Spiel gesetzt werden darf, weil nicht alle Wünsche erfüllt sind. Aus Termingründen war es nicht mehr möglich, diese Vereinbarung zwischen dem SMK und dem SMR vor der heutigen Neuwahl von Präsidium und Präsident zu unterzeichnen – ich gebe ehrlich zu, dass ich selbst gerne noch meine Unterschrift darunter gesetzt hätte. Wichtiger aber ist die Tatsache als solche, dass wir hier endlich einen Basiskonsens gefunden haben. Und so überlasse ich es gerne der neuen Leitung des Musikrates, diese Ernte langjähriger Bemühungen einzufahren.

Lassen Sie mich zwei Hinweise anschließen. Vom 20.–22. September wird zum Thema »Sächsische Schulchöre« unser nächster Fachtag stattfinden, in Kooperation mit der Musikhochschule Dresden und der Kulturstiftung. Mein zweiter Hinweis gilt einem vermeintlich in ferner Zukunft liegenden Ereignis. Die Mitteldeutsche Barockmusik hat im vergangenen Sommer eine erste Initiative zur Planung des Gedenkjahrs zum 350. Todestages von Heinrich Schütz 2022 ergriffen. Darüber hinaus hat es dazu vor einigen Wochen ein Gespräch der drei mitteldeutschen Landesmusikräte mit der MBM gegeben, um gemeinsame Planungen vorzubereiten. Ich erwähne dies hier, weil auch einzelne Mitgliedsverbände unseres Sächsischen Musikrates unmittelbar von einem Schütz-Gedenkjahr tangiert sein werden und ich daher Ihre langfristige Aufmerksamkeit schon jetzt darauf lenken möchte.

Dieser Tätigkeitsbericht ist der letzte, den ich Ihnen nach zwölf Jahren als Präsident erstatte. Sie werden mir erlauben, dass ich daher mit eher persönlichen Anmerkungen schließe. Bereits vor vier Jahren, als Sie mich zum dritten Mal in das Amt des Präsidenten gewählt haben, hatte ich angekündigt, dies solle meine letzte Amtsperiode sein. Ich beende diese Tätigkeit nicht, weil ich ihrer überdrüssig geworden wäre, sondern weil ich der Überzeugung bin, dass es Zeit ist für einen Generationswechsel und für die Ideen neuer Verantwortungsträger. Bilanz zu ziehen, steht letztlich der Mitgliederversammlung zu. In meinem eigenen Resümee stelle ich eine über die Jahre hinweg gewachsene stabile Finanzausstattung des Musikrates fest. Landtag und Staatsregierung haben mit dem neuen Doppelhaushalt realisiert, worauf wir und andere immer wieder hingewiesen hatten, dass zu Erhalt und Entwicklung der Kultur nicht nur in Gebäude investiert werden muss – und da ist Großartiges gelungen –, sondern auch in die Arbeits- und Lebenssituationen der Akteure. Die bessere Bezahlung in Schulen, Theatern oder Orchestern ist eine gewichtige Verbesserung. Ich will aber auch zwei andere Gesichtspunkte nicht verschweigen. Im System »Kultur« steckt sehr viel Geld. Ich frage mich allerdings immer öfter, ob es durchweg vernünftig verteilt ist. Wenn in unserer Gesellschaft der Unwille über exorbitante, ja dreiste Einkünfte von Bankern, Managern oder Profifußballern zunimmt, ist das durchaus verständlich. Freilich ist auch der Kultursektor von solchen Ungleichgewichten berührt. Die zunehmende Ökonomisierung der Kultur ist ein Problem, über das man nicht gerne spricht, will man sich nicht dem Vorwurf der naiven Weltfremdheit aussetzen. Mir macht sie dennoch Sorge. Denn Vielfalt und künstlerisches Niveau sind nicht erst bei Events und an »Kultstätten« der Kultur zu finden, wo hohe Gagen bezahlt werden, sondern ebenso bei weniger spektakulären Anlässen, bei denen oft recht bescheiden entlohnt wird. Und ich denke, es ist nicht zuletzt Aufgabe unseres und aller Landesmusikräte, darauf immer wieder aufmerksam zu machen und größere Verteilungsgerechtigkeit anzumahnen. Und zweifellos ist die Kultur ebenso durch Banalisierung bedroht, wo Ernsthaftigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung von vordergründiger Inszenierung oder gar aufmerksamkeitsheischenden Skandalen überlagert wird. Man denke nur daran, wer, gemessen an Medienpräsenz, uns als prominent und als Idol präsentiert wird.

Wir haben als SMR in den letzten Jahren vielerlei auf den Weg gebracht: Ich denke beispielsweise an die Landesmusikakademie, an die Fachtage, an die Themen KiTa, Schulchöre und die verschiedenen Facetten musikalische Bildung. Ich behaupte nicht, dass wir bei allen Themen erfolgreich gewesen wären. Aber immerhin haben wir für einige Themen Aufmerksamkeit wecken können. Und da steht das Bildungsthema ganz obenan. Vielleicht erleben wir es eines Tages, dass Umfang und Qualität der musisch-ästhetischen Schulbildung zu den unverzichtbaren Beurteilungskriterien sächsischer Schulen gezählt und PISA-würdig wird. Wir stoßen allerdings in unserer Arbeit auch an die eigenen Grenzen des Machbaren, worauf ich schon in früheren Berichten wiederholt hingewiesen habe. Angesichts der personellen Ressourcen und der Ehrenamtlichkeit vieler Mitarbeitender haben wir Probleme, alle Bälle, mit denen wir jonglieren, in der Luft zu halten, weil das Tagesgeschäft ständig neue Fragestellungen bringt. Es ist nicht leicht, den wechselnden Vordringlichkeiten gerecht zu werden und zugleich die notwendige Langatmigkeit für die »dicken Bretter« zu bewahren. An dieser Stelle bin ich durchaus auch mit mir selbst unzufrieden und kann nur hoffen, dass das neu zu wählende Präsidium hierin die notwendige Balance finden möchte. Gewiss wäre es wünschenswert, das in unserer Satzung vorgesehene Instrumentarium von Arbeitsgruppen zu intensivieren. Aber ich weiß natürlich, dass die potentiell für solche Arbeitsgruppen Ansprechbaren ihrerseits ebenso unter Zeitmangel leiden und an Grenzen des ehrenamtlich Leistbaren stoßen.

Ich verabschiede mich aus dem Präsidium mit einem vielfachen Dank. Ich habe in den zwölf Jahren viel gelernt und bin durch Begegnungen und Einblicke bereichert worden. Ich danke für ein Teamwork, denn alles Gelungene war nie nur das Verdienst Einzelner und schon gar nicht des Präsidenten. Ich danke insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle für ihr Engagement, für ihre Stetigkeit, Einsatzfreude und für ihre Ratschläge, die sie in die Arbeit des Präsidiums eingebracht haben. Dankbar bin ich für die kollegiale Zusammenarbeit im Präsidium, in die unterschiedliche Erfahrungen eingeflossen sind, über die ich selbst nicht verfügte. Das heute zu wählende Präsidium wird um einiges anders aussehen als das bisherige. Daher geht mein besonderer Dank an die beiden Präsidiumsmitglieder, die auf jeden Fall mit mir ausscheiden werden, Frau Fiedler und Herr Dr. Anders. Und schließlich danke ich Ihnen, den Mitgliedern des Sächsischen Musikrates, für Ihr Vertrauen über eine so lange Zeit, auch wenn ich bestimmt nicht alle Erwartungen erfüllt habe. Danke, dass Sie mir die Ehre und die Möglichkeit gegeben haben, für den Musikrat tätig sein zu können.

Allgemeines 02.04.2019 Woche der offenen Chöre

Im Chor singen und zum »Deutschen Chorfest« 2020 in Leipzig dabei sein – 50 Chöre laden in Sachsen zur »Woche der offenen Chöre«

Die Probentermine teilnehmenden Chöre, egal ob in Städten wie Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau, in den sächsischen Kleinstädten und in den ländlichen Regionen, können hier werden. Zudem finden sich Verzeichnisse der Chöre des Sächsischen Chorverbandes auch auf den Internetseiten der Regionalverbände

Hintergrund Eröffnungsveranstaltung »Woche der offenen Chöre«

Der Freie Chor Dresden unter der Leitung von Agnes Ponizil ist eine generationsübergreifende Sangesgemeinschaft, in der die Freude am Musizieren im Vordergrund und bei guter Klangqualität auch zu dem Leistungsgedanken steht. Zum Repertoire gehören: Gesänge und Lieder aus aller Welt, einfache klassische Stücke, Volkslieder sowie jazzige Chorstücke, Gospel und Experimente. Jazzsängerin, Improvisationsmusikerin und Komponistin Agnes Ponizil arbeitet mit Techniken wie »instant composing« und Live-Arrangements. Sie gründete den Freien Chor Dresden im September 2008 und er ist somit einer der jüngsten Chöre Dresdens mit etwa 45 sangesbegeisterten Chormitgliedern aller Altersgruppen.

An der Johannesschule Meißen werden derzeit 327 Schüler/innen in 17 Klassen unterrichtet. An der Schule gibt es Klassen für Schüler mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche. Die Kinder kommen nach der Klasse 2 aus verschiedenen Schulen in die Johannesschule und werden von speziell ausgebildeten Lehrerinnen unterrichtet. Ab Klasse 4 werden die Kinder wieder integriert. Zudem gibt es an der Schule zwei sogenannte DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache).

 

Knapp 50 Chöre des Sächsischen Chorverbandes laden vom 8. bis zum 12. April zu offenen Proben ein. In der »Woche der offenen Chöre« laden die Chöre Interessierte ein, sich über den Chorgesang »live« zu interessieren, unabhängig davon, ob diese bereits sängerisch aktiv sind oder sich einfach nur mal sängerisch ausprobieren wollen. Gemeinsam mit dem Schulchor der Johannesschule Meißen wird der Freie Chor Dresden am Sonntag, dem 7. April 2019, um 16.30 Uhr, in der Johanneskirche in Meißen, die diesjährige »Woche der offenen Chöre« in Sachsen mit einem Benefizkonzert eröffnen. Die Konzerteinnahmen sollen dem Ausbau des Schulhofes der Johannesschule zu Gute kommen.

Zur »Woche der offenen Chöre« werden die Chorsänger/innen Interessierten Einblicke in die Probenarbeit geben, es besteht die Möglichkeit, in den Proben mitzusingen, Termine für ein Vorsingen zu vereinbaren und die Sängerinnen und Sänger der Chöre als Gemeinschaft kennenzulernen. Vor dem Hintergrund des 2020 in Leipzig stattfindenden »IV. Deutschen Chorfestes«, bei dem sich Tausende Sänger*innen aus Deutschland unter dem Motto »Leipzig ist ganz Chor« begegnen und gemeinsam singen werden, erhält die »Woche der offenen Chöre« einen besonderen Reiz: Denn zahlreiche sächsische Chöre werden selbst vom 30. April bis zum 1. Mai 2020 nach Leipzig reisen und im Rahmen des großen Sängerfestes auftreten. »Das Deutsche Chorfest 2020 wird im 30. Jahr der Deutschen Wiedervereinigung ein ganz besonderes werden«, meint Thomas Lohse, Geschäftsführer des Sächsischen Chorverbandes e.V. Zudem ist es das erste Chorfest, das überhaupt in eines der östlichen Bundesländer einlädt. »Zu diesem Chorfest mit einem Chor nach Leipzig zu fahren und dort auf den Bühnen zu stehen, wird ein eindrucksvolles Erlebnis werden. Wer chorsingend dabei sein möchte, der sollte sich jetzt einem unserer Chöre anschließen.«

Der Sächsische Chorverband e.V. ist als Interessenvertreter von über 270 Chören in Sachsen zu den Mitorganisator des »Deutschen Chorfestes« in Leipzig. Darüber hinaus erfreuen die Mitgliedschöre des Verbandes als Kinder- und Schulchöre, Gemischte Chöre, Frauen- und Männerchöre, Kammerchöre sowie Chöre in den Gattungen Jazz, Pop und Groove auf vielen Veranstaltungen in ganz Sachsen ihr Publikum mit traditionellem bis modernen Chorgesang. „Der Chorgesang ist wieder im Aufwind. Gesungen wird in allen Altersgruppen und über alle sozialen Schichten hinweg. Gemeinschaftliches Singen ist längst wieder zu einer beliebten Freizeitaktivität geworden, die nicht nur die Sänger*innen erfreut, sondern auch das Publikum“, ermuntert Thomas Lohse aus eigener sängerischer Erfahrung Interessierte dazu, die »Woche der offenen Chöre« einfach mal zum Schnuppern zu nutzen oder ein längst gehegtes Vorhaben, sich einem Chor anzuschließen, in die Tat umzusetzen.

Allgemeines 01.04.2019 Die Lausitz klingt

Die EUROPA CHOR AKADEMKIE GÖRLITZ ruft einen Sonderprojektchor »Lausitz« ins Leben

Vorsingen in Görlitz, Zittau, Hoyerswerda & Bautzen für den Sonderprojektchor »Lausitz«

  • Görlitz: Donnerstag, 4.4., 18-21 Uhr im ECA-Gästehaus am Karpfengrund 1
  • Zittau: Freitag 12.4., 18-21 Uhr, Gemeindesaal Zittau
  • Hoyerswerda: Samstag, 13.4., 11-14 Uhr, Lessing-Gymnasium Hoyerswerda
  • Bautzen: Samstag, 13.4., 18-21 Uhr, Philipp-Melanchthon-Gymnasium Bautzen

Voraussetzungen zur Teilnahme: Musikalische Vorkenntnisse, Beherrschung der Notenschrift, und eine entwicklungsfähige Stimme. Gesungen wird ein Volkslied, Kunstlied oder eine Arie und eine Chorstimme aus Mendelssohns Paulus.

Infos
Karoline Wlochowitz
koordination@europachorakademie.de
0176-70986667

Karten für die Paulus-Darbietung am 15. Juni sind in Kürze über die Lausitzhalle unter der zentralen Telefonnummer 03571-90 41 05 erhältlich, oder auch unter www.reservix.de.

 

Um die Freude am Singen im Laien-Bereich zu fördern, ruft die EUROPA CHOR AKADEMKIE GÖRLITZ (ECA) für ihr großes Konzert am Samstag, 15. Juni um 19:30 Uhr in der Lausitzhalle Hoyerswerda den Sonderprojektchor »Lausitz« ins Leben. Dessen Mitglieder werden gemeinsam mit den Profis von der ECA Felix Mendelssohn Bartholdys Paulus-Oratorium aufführen – ein Meisterwerk der Chorsinfonik in der Tradition von Bach und Händel. In Hamburg hat der Europa Chor ein Vorhaben dieser Art schon sehr erfolgreich mit den Symphonikern Hamburg durchgeführt. Nun möchte die ECA ein jährlich stattfindendes Angebot in Ost-Sachsen initiieren, auch in Anlehnung an die Idee historischer Musik-Initiativen der Region: »Die EUROPA CHOR AKADEMIE GÖRLITZ möchte mit ihrem neuen Vorhaben an den Geist des Schlesischen Musikfests anknüpfen und große internationale Chorfeste feiern, zum Beispiel im Rahmen des gerade vorgestellten Lausitz Festivals. Die Initiierung des Projektchor »Lausitz« ist ein erster Schritt in diese Richtung«, so Prof. Joshard Daus, der Künstlerische Leiter des Ensembles. Eine besondere Freude ist, dass der Chor zum Sachsen-Auftakt des Projekts von der Staatskapelle Halle begleitet wird.

Allgemeines 27.03.2019 Beeindruckende Einblicke in das Leben einer außergewöhnlichen Frau

Vorstellung der frühen Tagebücher Clara Schumanns am 30. März

 

Clara Schumanns Jugendtagebücher bis zur Eheschließung mit Robert Schumann 1840 sind im Robert-Schumann-Haus Zwickau komplett im Original erhalten. Im Jubiläumsjahr des 200. Geburtstages der großen Pianistin und Komponistin erscheinen die Tagebücher erstmals in Buchform. Herausgeber sind Gerd Nauhaus, der frühere Direktor des Robert-Schumann-Hauses, und Nancy B. Reich, die vor wenigen Wochen im Alter von 94 Jahren gestorbene Clara-Schumann-Spezialistin. Mitarbeiterinnen waren u. a. Kristin R. M. Krahe, Isabell Tentler und Hrosvith Dahmen. Die Publikation wurde unterstützt von der Mariann Steegmann Foundation und der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau.

Am Samstag, dem 30. März stellt Dr. Gerd Nauhaus um 17 Uhr im Robert-Schumann-Haus Zwickau diese frühen Tagebücher der Musikerin vor, die anfangs noch von ihrem Vater, Friedrich Wieck, niedergeschrieben und mitverfasst wurden. Speziell zu diesem Anlass werden die kostbaren Originalbände auch in Sondervitrinen gezeigt. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von der Leipziger Sopranistin Sonja Maria Westermann, die am Klavier von Generalmusikdirektor Leo Siberski begleitet wird. Der Eintritt ist frei.

Die im Olms-Verlag erschienene 702-seitige Buchausgabe ist im Museumsshop des Robert-Schumann-Hauses erhältlich, der Ladenpreis beträgt 48 Euro. Bis zum 30. April gilt der ermäßigte Subskriptionspreis von nur 38 Euro.

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