Der Sächsische Musikrat e.V.

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 

Der SMR ist Mitglied im Deutschen Musikrat und der Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände in Sachsen.

Er wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

 
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Allgemeines 12.02.2019 Sachsens Chorleiter holen sich in Freiberg Impulse für ihre Chöre

40 Chorleiterinnen und Chorleiter aus Sachsen werden sich in der ersten Winterferienwoche vom 17. bis zum 22. Februar 2019 in Freiberg weiterbilden. Gut ein Drittel von ihnen leitet Chöre an Schulen und in Bildungseinrichtungen des Freistaates.

 

Zum 44. Mal werden sich Chorleiter, Chorassistent, Sänger*innen, Musiklehrer, Musikstudenten und musikalisch interessierte Schüler während des »Sächsischen Chorleiterseminars« des Sächsisches Chorverbandes e.V. in einem mehrstufigen Kurssystem von Grund-, Aufbau-, Meisterkurs und den diesjährigen Spezialkursen Männerchor und JazzPopGroove der Interpretation traditioneller und moderner Chorliteratur zuwenden. Erfahrene und renommierte Dozenten werden ihnen aktuelles Wissen über Chorleitung vermitteln. Die künstlerische Leitung des »44. Sächsischen Chorleiterseminars« liegt in den Händen des Chemnitzers Wolfgang Richter, Leiter diverser Chorensembles, Musikpädagoge und Vizepräsident des Sächsischen Chorverbandes e.V. Wolfgang Richter wird zudem den Lehrgangschor aus Chorleitern und Chorsängern leiten. Der Lehrgangschor wird zusammen mit dem »a-cappella-Chor« Freiberg, dem Chor der Leibnizschule Leipzig und den Studiochören des Seminars am 22. Februar, 18 Uhr, das traditionelle Abschlusskonzert des »44. Sächsischen Chorleiterseminars« in der Nikolaikirche zu Freiberg gestalten.

Auch in diesem Jahr wird das »Sächsische Chorleiterseminar« unterstützt von der Stadt Freiberg, die seit fünf Jahren den Sächsischen Chorverband e.V. Probenräume in der Stadt sowie die Nikolaikirche für das Abschlusskonzert öffnet. Die Kursteilnehmer erhalten zudem die Möglichkeit, die kulturelle Vielfalt der Silberstadt kennenzulernen. Zu weiteren Unterstützern der in Deutschland in seiner Vielfalt der Wissensvermittlung zum Thema Chorleitung einzigartigen Fortbildungsveranstaltung gehören das Kirchenchorwerk der Evang.-Lutherischen Landeskirche Sachsen und das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung. Das Sächsische Staatsministerium für Kultus erkennt das Chorleiterseminar zudem als Weiterbildungsveranstaltung für Musiklehrer an. Die Teilnehmerkosten für sächsische Lehrer werden übernommen. Der Sächsische Chorverband e.V., der sich auch als Fachverband für Chorleitung und Chorarbeit sieht, bietet zusätzlich zum »Sächsischen Chorleiterseminar« über das Jahr und die Regionen Sachsens verteilte Workshops zu den Themen Chorleitung und Chorarbeit an. Als Dozenten werden in Freiberg dabei sein: Claudia Zohm, Chorleiterin, Lied- und Konzertsängerin und Gesangspädagogin aus Weimar, der Dirigent, Ensembleleiter, Organist und Continuospieler Sebastian Schilling aus Chemnitz, der Chordirektor und Kapellmeister am Mittelsächsischen Theater Freiberg Peter Kubisch, der Chordirektor der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände und freischaffende Musikerzieher, Dirigent, Komponist und Musikverleger Nico Nebe aus Zwickau sowie der Chorleiter, Stimmbildner, Vocalcoach Jan-Hendrik Herrmann aus Köln. Der Bariton und Beatboxer der A-cappella-Band »Soundescape« gewann beim Deutschen Chorwettbewerb 2018 mit dem Jazzchor der Uni Bonn in der Kategorie »Populäre Musik – a cappella« den ersten Preis sowie einen Sonderpreis.

Das »Sächsische Chorleiterseminar« findet vom 17. bis zum 22. Februar 2019 in Freiberg statt. Kurzfristige Anmeldungen sind noch über die Geschäftsstelle des Sächsischen Chorverbandes möglich.

Allgemeines 04.02.2019 Geburtstagskonzert

130 Jahre Erzgebirgische Philharmonie Aue

 

Im festlichen Geburtstagskonzert mit Sektempfang anlässlich ihres 130jährigen Bestehens, lädt die Erzgebirgische Philharmonie Aue und der Verein Freunde und Förderer der Erzgebirgischen Philharmonie am Samstag, dem 9. Februar im Kulturhaus Aue und am Montag, dem 11. Februar im Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz zu einer musikalischen Reise nach Italien und einem kurzen Abstecher nach Frankreich ein. Auf dem Plan stehen u.a. Werke von Rossini, Leoncavallo, Berlioz und Paganini. Solistin des Abends ist Liv Migdal, am Pult steht GMD Naoshi Takahashi.

Den Abend eröffnet die Ouvertüre zu Gioacchino Rossinis Oper »Der Türke in Italien«. Im Anschluss daran wird das »Intermezzo sinfonico« aus Pietro Mascagnis »Cavalleria Rusticana« zu hören sein, gefolgt von der Ouvertüre zu Luigi Cherubinis Oper »Der Wasserträger« und dem Intermezzo aus der Oper »I Pagliacci« von Ruggiero Leoncavallo. Die Konzertouvertüre »Römischer Karneval« von Hector Berlioz hat bis heute einen festen Platz im Repertoire der Sinfonieorchester. Der Höhepunkt dieser konzertanten Geburtstagsfeier ist das Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 D-Dur op. 6 von Nicolò Paganini, dem »Teufelsgeiger«. Paganini komponierte Stücke, die zu seinen Lebzeiten nur er selbst spielte.

Allgemeines 07.01.2019 Erfolgreichstes Bachfest der Festivalgeschichte

Jahresbilanz 2018 des Leipziger Bacharchivs – Erweiterung der Sammlung, Publikationen, Ausstellungen, Bachpreisträger und Sonderprojekte

 

Eine positive Jahresbilanz 2018 zieht das Bach-Archiv Leipzig. Zahlreiche Publikationen spiegeln die aktuellen Forschungsergebnisse des Hauses wider und die Sammlung der Stiftung wurde um wichtige Quellen zur Bach-Familie erweitert. Im Juni feierte Leipzig das erfolgreichste Bachfest der Festival-geschichte: Über 79.000 Besucher aus 45 Ländern hörten unter anderem die Konzerte des »Leipziger Kantaten-Rings« in den historischen Leipziger Bach-Kirchen. Einen Monat später reisten zum Internationalen Bach-Wettbewerb Leipzig erneut Interpreten aus 34 Ländern in die Messestadt, um den begehrten Titel »Bachpreisträger« zu erringen. Das Bach-Museum Leipzig präsentierte zwei erfolgreiche Kabinettausstellungen zu Bachs Privatschülern und zur mitteldeutschen Musiklandschaft des Barock.

Auch im Jahr 2018 standen sowohl die zahlreichen Forschungs- und Editions-projekte zur Bach-Familie als auch die Erweiterung der Sammlung im Zentrum der Arbeit des Bach-Archivs Leipzig. Im Carus-Verlag erschien ein Thematisch-systematisches Verzeichnis der musikalischen Werke von Johann Ernst Bach sowie, in Kooperation mit der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig, der zweite Band der Dokumente zur Geschichte des Thomaskantorats. Erworben wurde unter anderem ein handschriftliches Spendenbuch der Thomasschule zu Leipzig aus den Jahren 1633 bis 1641 sowie zwei Abschriften von Kompositionen aus dem engen Umfeld der Bach-Familie.

Prof. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig: »Ich freue mich, dass das Bach-Archiv in allen seinen Bereichen exzellent aufgestellt ist und auch im vergangenen Jahr seinen Ruf als führendes Forschungszentrum zu Leben und Werk Johann Sebastian Bachs und seiner Familie behaupten konnte. Mit der Besetzung der vakanten Stellen gehen wir gestärkt und zuversichtlich ins neue Jahr.«

Gleich zwei wichtige Positionen des Hauses wurden 2018 durch den Stiftungsrat neu besetzt: Zur Geschäftsführerin des Bach-Archivs wurde Franziska Grimm ernannt. Die Kulturmanagerin wechselte aus Dresden nach Leipzig und trat die Position zum 1. August 2018 an. Zum Intendanten des Bachfestes Leipzig wurde der Musikwissenschaftler Dr. Michael Maul berufen, nachdem dieser seit 2016 die künstlerische Planung der Leipziger Bachfeste als Dramaturg maßgeblich verantwortet hatte. Der habilitierte Musikwissenschaftler Michael Maul gehört zu den führenden Bach-Forschern weltweit. Seit 2002 wirkt er am Bach-Archiv Leipzig.

Anlässlich des 333. Geburtstages von Johann Sebastian Bach wurde im März die multimediale Online-Plattform jsbach.de freigeschaltet. Die Seite versteht sich als digitaler Reiseführer, der den Einstieg in Bachs Welt auf verschiedenen Wissensebenen ermöglicht. Mittels historischer Quellen und audiovisueller Medien informiert jsbach.de kurzweilig und crossmedial auf der Basis der aktuellen Bach-Forschung. Die Seite entstand in Kooperation mit der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen sowie Deutschlandfunk Kultur und wird kontinuierlich von der Forschungsabteilung des Bach-Archivs Leipzig weiterentwickelt.  Im Oktober erschien mit Bach 333 bei Deutsche Grammophon und Decca das umfangreichste CD-Box-Set, das je einem einzelnen Komponisten gewidmet wurde. Die 222 CDs und eine DVD-Dokumentation umfassende Gesamtausgabe entstand in Zusammenarbeit mit 32 Labels und einem Team von Wissenschaftlern des Bach-Archivs Leipzig. Forschungsergebnisse, die auf der aktuellen Arbeit der Wissenschaftler an der der revidierten Ausgabe des Bach-Werke-Verzeichnisses basieren, fanden hier erstmals Berücksichtigung.

Unter seinem neuen Intendanten Dr. Michael Maul feierte Leipzig das bisher erfolgreichste Bachfest seit Beginn der Festivalgeschichte im Jahr 1999. In 161 Veranstaltungen des zehntägigen Musikfestes wurden erstmals über 79.000 Besucher gezählt. Der ausverkaufte Zyklus »Leipziger Kantaten-Ring« am Eröffnungswochenende wurde von der weltweiten Bach-Gemeinde begeistert aufgenommen und von Musikliebhabern aus 45 Nationen mit Standing Ovations gefeiert. Es wurden 54 % mehr Tickets als im Vorjahr abgesetzt, Konzerte mit reinem Bach-Programm erreichten insgesamt eine Auslastung von 90 %. Der XXI. Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig 2018 fand vom 11. bis 21. Juli statt. 105 hochbegabte Musikerinnen und Musiker aus 34 Ländern wetteiferten in den Fächern Klavier, Cembalo und Violine/Barockvioline um den begehrten Titel »Bachpreisträger«. In jedem Fach wurden drei Bach-Preise vergeben, die ersten Preise errangen Rachel Naomi Kudo (USA, 1. Preis Klavier), Avinoam Shalev (Israel, 1. Preis Cembalo) sowie Maria Włoszczowska, Violine (Polen, 1. Preis Violine).

Allgemeines 03.01.2019 Clara Schumann als Komponistin

Sonderausstellung im Robert-Schumann-Haus Zwickau ab dem 13. Januar 2019

 

Komponierende Frauen im 19. Jahrhundert waren eine Ausnahme. Dass Clara Schumann sogar mehr als 20 ihrer Werke in Druckausgaben bei renommierten Verlagen vorlegte, ist umso ungewöhnlicher. In einer Sonderausstellung präsentiert das Robert-Schumann-Haus Zwickau Clara Schumanns Kompositionen in Originalhandschriften und -ausgaben mitsamt den zugehörigen Entstehungsdokumenten. Alle Exponate gehören zum reichhaltigen Archivbestand des Museums. Aus dem Nachlass Friedrich Wiecks kamen die Originalausgaben der frühen Klavierwerke seiner Tochter ins Zwickauer Schumann-Museum, beim Ankauf des Schumann-Nachlasses durch die Stadt Zwickau 1925 wurden auch zahlreiche Notenhandschriften Clara Schumanns erworben. Erst 1971 konnte die Partiturhandschrift von Clara Schumanns vielleicht bedeutendstem Werk, ihrem Klaviertrio op. 17, aus dem Nachlass einer Schülerin für das Robert-Schumann-Haus erworben werden. Erstmals zu sehen sind Neuerwerbungen von Originalausgaben einzelner Klavierstücke Clara Schumanns aus den Jahren 1885 und 1892. Die Musikalien werden ergänzt durch eigenhändige Briefe und Tagebuchdokumente zur Entstehung sowie Programmzettel und Besprechungen in zeitgenössischen Musikzeitschriften. Die Ausstellung, die bis 31. März zu sehen ist, wird am Sonntag, 13. Januar, um 16 Uhr eröffnet, der Eintritt zur Vernissage ist frei. Im Anschluss findet ab 17 Uhr ein Konzert statt, bei dem auch Clara Schumanns Violinromanzen erklingen. »Clara Schumann als Komponistin« ist die erste der Sonderausstellungen des Robert-Schumann-Hauses, mit denen in diesem Jahr unterschiedliche Aspekte des Lebens und Schaffens von Clara Schumann beleuchtet werden. Aus Anlass ihres 200. Geburtstages folgen bis einschließlich Dezember noch »Clara Schumann und ihre Kinder«, »Clara en tour Konzertauftritte und -reisen« sowie »Clara Schumann und die Familie Wieck«.

Allgemeines 13.12.2018 »Wurzeln«

Internationale Messiaen-Tage 2019

Über das Festival

Dass Musik nicht trennt, sondern verbindet und über Schmerz und Elend hinweghelfen kann, bewies der französische Komponist Olivier Messiaen, als er während seiner Gefangenschaft im Stalag VIII A sein »Quatuor pour la fin du temps« komponierte und gemeinsam mit drei Mitgefangenen am 15. Januar 1941 in der Theaterbaracke zur Uraufführung brachte.

Der Meetingpoint Music Messiaen e.V. erinnert bereits seit 2008 jedes Jahr am 15. Januar am historischen Ort an dieses besondere Ereignis. 2017 erwuchs daraus ein mehrtägiges Festival, welches vom europäischen Friedensgedanken inspiriert, Menschen auf beiden Seiten der Neiße, sowie aus ganz Europa und der Welt an diesem einzigartigen Ort der (Musik-)Geschichte zusammenbringen will. Internationale Künstler treffen dabei auf Forschende zur jüngeren Geschichte der Region und das Publikum wird eingeladen Zeitgenössische Musik und Kunst im historischen Ambiente der Grenzstadt, Führungen, Vorträge und Diskurse zu erleben und sich so dem Spannungsfeld Kunst - Krieg zu nähern.

 

Vom 11. bis 15. Januar 2019 laden die dritten Internationalen Messiaen-Tagen Görlitz Zgorzelec ein. Das junge Festival beschäftigt sich auf künstlerischer Ebene mit einem besonderen Moment der Geschichte dieser Region und widmet sich 2019 dem Themenkreis »Wurzeln«. Durch zeitgenössische Konzerte, historisch- informierte Akzente in Form von Vorträgen und Führungen, sowie einer Ausstellungseröffnung soll den Menschen der Region, wie auch interessierten Gästen von außerhalb eine weite Palette an assoziativen Aspekten nähergebracht werden. Das Festival kehrt stets zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und setzt das »Quartett auf das Ende der Zeit« als zentralen Anker. Die Leitfragen des Festivals für das kommende Jahr sind: Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Jeder Festivalbesucher hat individuell die Möglichkeit sich mit diesen Fragen, seiner Herkunft und seiner Geschichte über die Musik und Kunst auseinander zu setzen.

Die Sinfonietta Dresden eröffnet das Festival mit dem Sinfoniekonzert in der Annenkapelle Görlitz. Ein Orchester, das dem Görlitzer Publikum aufgrund seines abwechslungsreichen zeitgenössischen Repertoires bekannt ist und für den Freitag ein Konzert voller Naturbeobachtungen vorbereitet hat. Am Samstagvormittag finden historische Führungen statt und am Abend können Sie im Theater Görlitz beim Kammerkonzert »Fremde bin ich eingezogen« und im Atelier Kremser beim Nachtschwärmerkonzert »Ragtime polonais« den Tag auf eine besondere Art und Weise ausklingen lassen. Der Sonntag beginnt mit einer deutsch- polnischen Heiligen Messe in der Bonifatiuskirche Zgorzelec, anschließend folgen Lied und Lesung zu Mikis Theodorakis, eine Kurzführung auf dem Gelände des ehemahligen Stalag VIII A und am späten Nachmittag können Sie sich vom Liederabend in der Annenkapelle inspirieren lassen. Der Festivalmontag steht ganz unter dem Motto der Begegnung: Armin Mueller- Stahl eröffnet eine besondere Ausstellung in der Galerie Brüderstraße Görlitz und am Abend haben Sie die Möglichkeit an einer Podiumsdiskussion zum Thema Grenzidentitäten im Schlesischen Museum Görlitz teilzunehmen. Am letzten Tag erwartet Sie unter anderem der Höhepunkt unseres Festivals: das Kammerkonzert »Quatuor pour la fin du temps, Stalag VIII A« mit einer Erstaufführung.

Programm und Karten

Das detaillierte Programm für das gesamte Festival, wie auch für jedes einzelne Konzert finden Sie auf der Internetseite www.messiaen-tage.eu. Eintrittkarten bei Eventim

Allgemeines 26.10.2018 Musik gegen den Krieg – auch jenseits des Äquators

Südafrika-Reise von Singakademie Dresden und Landesjugendorchester Sachsen

 

Am vergangenen Wochenende ging die Südafrika-Reise der Singakademie Dresden, ihres Kinderchores und des Landesjugendorchesters Sachsen zu Ende. Mit dem erfolgreichen Konzert in der Dresdner Kreuzkirche am 11. Oktober startete die Tournee, die weiter ins Leipziger Gewandhaus und danach nach Südafrika führte. Mit der Trauermotette »Wie liegt die Stadt so wüst« erklang dabei erstmals ein Werk des Kreuzkantors jenseits des Äquators. Hauptwerk der Konzerte war das War Requiem von Benjamin Britten. An den Aufführungen waren insgesamt vier Chöre, vier Kinderchöre und vier Orchester mit insgesamt ca. 400 Mitwirkenden unter der Leitung von vier Dirigentinnen und Dirigenten beteiligt:

  • die Singakademie Dresden
  • der Symphony Choir Johannesburg
  • der Philharmonia Choir Cape Town
  • die Chanticleer Singers Johannesburg
  • der Kinderchor der Singakademie Dresden
  • der Mädchenchor des Heinrich-Schütz-Konservatoriums Dresden
  • der St. John’s College Choir Johannesburg
  • die St. Cyprian’s Singers Cape Town
  • das Landesjugendorchester Sachsen
  • Sinfonietta Dresden
  • Mitglieder des Johannesburg Festival Orchestra
  • Mitglieder des Cape Town Festival Orchestra

Der südafrikanische Dirigent Richard Cock, Direktor des Johannesburger Chores und auf afrikanischer Seite verantwortlicher Initiator des Projekts leitete in den Aufführungen jeweils das Kammerorchester, Claudia Sebastian-Bertsch die Kinderchöre. Ekkehard Klemm dirigierte in Dresden und Johannesburg, Milko Kersten in Leipzig und Cape Town. Die Sopranistin Andiswa Makana und der Tenor Siyabonga Maqungo stammen selbst aus Südafrika, Bariton Daniel Ochoa aus Leipzig, wenngleich auch er einen afrikanischen Vater hat.

Finanziell wurde die Reise zunächst durch einen erheblichen Eigenanteil der Mitwirkenden getragen, daneben durch die Unterstützung des Goethe-Instituts, des Sächsischen Musikrates, des Förderkreises der Singakademie, der Landeshauptstadt Dresden und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Der Singakademie übernahm dabei die Rolle des Antragstellerin.

Der Gedanke von Versöhnung, Vergebung und Verständigung prägte die Reise in vielerlei Hinsicht. Es fanden neben den großen Aufführungen weitere Konzerte in Schulen der Townships statt. Während die Singakademie beeindruckt war von 250 schwarzen Gymnasiasten der Vuleka School JoBurg, die u. a. Schütz’ »Verleih uns Frieden« und Mauersbergers Motette mit gebannter Stille verfolgten, begeisterten das Landesjugendorchester und der Kinderchor der Singakademie Hunderte Grundschüler der St. Matthew’s School in Soweto, die sich ihrerseits mit vitalen Gesängen und Tänzen bedankten! Die deutschen Jugendlichen besuchten ebenso Unterrichtsstunden.

Ein Großteil der deutschen Mitwirkenden – die bereits in Dresden ca. 70 afrikanische Chorsängerinnen und -sänger selbst beherbergt hatten – wurden in Johannesburg und teilweise auch in Cape Town privat untergebracht. Ungezählte Begegnungen wurden dadurch ermöglicht. Auch die Jugendlichen des Orchesters übernachteten in Johannesburg mit Unterstützung der Deutschen Schule privat.

Wenig Gelegenheit war bei den ständig notwendigen Proben mit den jeweils neu hinzukommenden Ensembles für Sightseeing. Der Schwerpunkt lag auf dem Kennenlernen jener Orte, die auch inhaltlich zum Thema des Projekts – »Musik gegen den Krieg« – passten. So standen Soweto, das Geburtshaus von Nelson Mandela sowie das Apartheid-Museum auf dem Programm. Der Besuch der Gefängnis-Insel Robben Island fiel leider dem stürmischen Wetter zum Opfer – die Fähren konnten nicht ablegen. Dafür rückte das 2017 eröffnete »Zeitz MOCAA«, ein atemberaubendes Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst ins Programm. Hier waren in einem umgebauten Getreidespeicher des Hafens Bilder, Skulpturen, Installationen, Videokunst und vieles mehr zu bewundern, die in besonderer Weise mit dem Geist der Konzerte korrespondierten – zeigten sie doch Kunst, die sich ganz existenziell mit Fragen der Zeit, der Gesellschaft, des Leids durch Gewalt und Krieg auseinandersetzt.

Die kurze Zeitspanne zwischen letztem Auftritt und Abflug nutzten viele zu einem kurzen Ausflug ans Kap der guten Hoffnung, das zunächst »Kap der Stürme« hieß. Bei Windstärke sieben erlebten dort alle die Kraft der Natur am südlichen Ende Afrikas – eine Kraft, die auf die Menschen abzufärben scheint. Mit Energie, Tatendrang und oft genug mit Verzweiflung packen sie die Probleme des Kontinents an. Und mit Begeisterung nahmen sie die europäischen Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker auf, feierten sie mit standing ovations. Mit bewegenden Worten bedankte sich inzwischen Richard Cock: »I want to thank you all for a fantastic two weeks of friendship and music making. It has been one of the great highlights for us in our choir, and a very special moment in our history. We have never tackled a project of this size before, and I am happy that it went as smoothly as it did. The memories of these performances will be with us forever, and it should make us more determined than ever that Peace should prevail in the world, and that war should not be an option. Really all I can say is thank you very much indeed for your wonderful cooperation, for your willingness to join us in this adventure, and for your generosity in all things.«

Diesen Dank können alle deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur zurückgeben – tief beeindruckt von einer Gastfreundschaft, die uns ins Herz eines Kontinents im Aufbruch blicken ließ, trotz und gerade wegen seiner Probleme und Herausforderungen.

Ekkehard Klemm

Allgemeines 18.10.2018 Dem Musikenthusiasten Leonard Bernstein zum 100. Geburtstag

Mit den 28. Leipziger Chopin-Tagen feiert die Neue Leipziger Chopin-Gesellschaft vom 18. bis 21. Oktober 2018 den 100. Geburtstag des universalen Musikgenies.

Drei Konzerte und der Festliche Salon zum Abschluss sind Bernstein sowie seinen amerikanischen Zeitgenossen gewidmet und schlagen selbstverständlich eine Brücke zum Namensgeber des Veranstalters. Einige von Bernsteins komponierten »Geburtstagsständchen«, den »13 Anniversaries«, wählte die Pianistin Katharina Treutler für ihren Klavierabend zur Eröffnung der diesjährigen Chopin-Tage am 18. Oktober im Polnischen Institut.

Die Kooperation mit der Stadt Schneeberg im Erzgebirge wird auch zu den 28. Leipziger Chopin-Tagen mit einem Klaviernachmittag im Kulturzentrum »Goldne Sonne« fortgesetzt (21. Oktober, 16 Uhr). Alexander Meinel spielt u.a. George Gershwins »Rhapsody in Blue«, Melodien aus Bernsteins »West Side Story« sowie Werke von Debussy, Ravel, Beethoven und Chopin. Innerhalb der Chopin-Tage findet alljährlich die Klavier- und Kammermusikwerkstatt für Schüler und Jugendliche statt. Junge Nachwuchsmusiker stellen am Samstag, dem 20. Oktober ab 10 Uhr in der Leipziger Musikhochschule ihr Können unter Beweis. Anliegen Werkstatt ist es, den heranwachsenden Musikern neue Anregungen mit auf den Weg zu geben, Interpretationen zu vertiefen und das kammermusikalische Zusammenspiel zu fördern. Die Teilnehmer aus Sachsen und Sachsen-Anhalt tragen vor Publikum zwei vorbereitete Klavierund/ oder Kammermusikwerke vor und haben im Anschluss die Möglichkeit, mit den Juroren zu arbeiten. Die Jury der 23. Auflage setzt sich aus Professoren und Dozenten der Neuen Leipziger Chopin-Gesellschaft zusammen: Albrecht Hartmann (MLU Halle-Wittenberg), Christian Meinel (Latina, Halle) Andreas Kühn (HfM Dresden), Gudrun Franke, Gerhard Erber, Alexander Meinel, Dietmar Nawroth, Frank Peter, Eva Sperl und Andriy Tsygichko (HMT Leipzig). Die jungen Pianisten und Kammermusikpartner erhalten Sachpreise vom Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig. Für die beste Interpretation eines Chopin Werkes vergibt der Soroptimist-Club Leipzig den Chopin-Preis 2018. Zuhörer und Hospitanten sind herzlich willkommen.

Ihren Abschluss finden die Leipziger Chopin-Tage am Sonntag, dem 21. Oktober um 18 Uhr mit dem Festlichen Salon im Weißen Haus in Markkleeberg. Die Veranstaltung verbindet Musik und Unterhaltung mit Köstlichkeiten für Gaumen und Kehle. Freuen dürfen sich die Gäste auf mehrere kurzweilige Konzertteile. Für südamerikanisches Temperament sorgen Astor Piazzollas Grand Tango (in einer Version für Saxophon und Klavier) und dessen »Vier Jahreszeiten« für Klaviertrio sowie Werke des Brasilianers Zequinha de Abreu und des Kubaners Ernesto Lecuona. Neben weiteren musikalischen Überraschungen bildet auch in diesem Jahr der Galop marche für Klavier zu acht Händen von Albert Lavignac den traditionellen Höhepunkt der Veranstaltung.

Allgemeines 06.10.2018 Musik gegen den Krieg

Das Landesjugendorchester Sachsen konzertiert gemeinsam mit der Singakademie Dresden in Sachsen und Südafrika

54. Projekt des Landesjugendorchesters Sachsen Herbst 2018

Konzerte
11.10.2018, 19:30 Uhr, Kreuzkirche Dresden
12.10.2018, 20:00 Uhr, Gewandhaus Leipzig
13.–22. Oktober 2018, Konzertreise nach Südafrika

Mitwirkende
Andiswa Makana (Sopran)
Siyabonga Maqungo (Tenor)
Daniel Ochoa (Bariton)
Sinfonietta Dresden
Großer Chor und Kinderchor der Singakademie Dresden
Mitglieder des Mädchenchors des Heinrich-Schütz-Konservatoriums Dresden
Symphony Choir of Johannesburg
Landesjugendorchester Sachsen

Leitung
Ekkehard Klemm (11.10.2018)
Milko Kersten (12.10.2018)

 

»My subject is War, and the pity of War,
The Poetry is in the pity …
All a poet can do today is warn.«

(Wilfred Owen, Vorwort zur Partitur)

2018 jährt sich das Ende des 1. Weltkrieges zum 100. Mal. Kunst und Musik haben sich in vielfacher Weise mit dem Thema der Gewalt auseinandergesetzt. Der Text des 1918 gefallenen Dichters Wilfried Owen (1893–1918) ist die Basis für Benjamin Brittens »War Requiem«, eines der eindrücklichsten musikalischen Zeugnisse gegen den Krieg. Geschrieben für die Weihe der neuen Kathedrale in Coventry hat das Werk für die Partnerstadt Dresden eine besondere Bedeutung. Das »War Requiem« steht im Mittelpunkt eines Projekts zwischen Deutschland und Südafrika, denn auch dort endete 1918 der 1. Weltkrieg. Die Reflexionen über Krieg, Diktaturen und Apartheid begegnen sich schicksalhaft in der Auseinandersetzung mit Brittens Werk und den Ausführenden aus zwei Kulturen. In einer Kontinente umspannenden Aufführungsserie begegnet das Landesjugendorchester Sachsen ambitionierten Amateurchören aus Dresden, Johannesburg und Cape Town sowie hochkarätigen deutschen und afrikanischen Musikern. In Begleitprogrammen werden die Ausführenden – insbesondere die jugendlichen Musikerinnen und Musiker – mit der Geschichte von Krieg, Gewalt und Apartheid in den jeweiligen Ländern und Städten sowie über die Geschichte und die Intentionen von Brittens Werk informiert, besuchen Gedenkstätten in Johannesburg und Soweto. Einen ganz besonderen Impuls der friedensstiftenden Begegnung erhält das Projekt dadurch, dass die Musikerinnen und Musiker sich gegenseitig beherbergen und Begegnungen mit den Deutschen Schulen in Johannesburg und Cape Town organisiert werden – damit wird nicht zuletzt auch Brittens Idee der Versöhnung in seinem Sinne musiziert und transportiert.

Die Solisten Andiswa Makana (Sopran), Siyabonga Maqungo (Tenor) und Daniel Ochoa (Bariton) sind junge in Deutschland lebende Sänger mit teils afrikanischem Hintergrund, mit denen ein weiterer kultureller Bogen gespannt wird. Die Singakademie Dresden unter der Leitung von Prof. Ekkehard Klemm wird sängerisch durch den Symphony Choir of Johannesburg unterstützt. Zum Landesjugendorchester Sachsen tritt desweiteren die Sinfonietta Dresden unter der Leitung von Richard Cock hinzu.

Das Landesjugendorchester Sachsen (LJO) ist seit 1992 die Anlaufstelle für ambitionierte junge MusikerInnen aus Sachsen, von denen viele am Anfang einer professionellen Musikerlaufbahn stehen. Die 14- bis 26-jährigen sind der talentierte Nachwuchs der klassischen Musiklandschaft des Freistaats und vielmals »Jugend musiziert«-Preisträger, die in der Probenarbeit lernen, was es heißt, sich auf andere verlassen zu können, zuzuhören, aufeinander zu reagieren und sich inspirieren zu lassen.

In zwei Probephasen im Jahr werden abwechselnd mit dem künstlerischen Leiter Prof. Milko Kersten und ständig wechselnden Gastdirigenten auf professionellem Niveau Programme erarbeitet, die alle stilistischen Bereiche abdecken. Die einzelnen Stimmgruppen arbeiten dabei mit Dozenten aus renommierten sächsischen Orchestern zusammen wie der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig oder der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz. Dabei bekommen die jungen Talente einen Einblick in die Arbeitsweisen und Abläufe im Alltag eines Berufsmusikers. Gerade diejenigen, die vor der Entscheidung stehen, das Musizieren zum Beruf zu machen, profitieren von diesen Erfahrungen.

Aber nicht nur auf musikalischer Ebene entwickeln sich die Jugendlichen weiter, auch persönlich sind die Projekte immer wieder eine Herausforderung, an der sie wachsen. Hier werden ganz grundlegende zwischenmenschliche Werte gefordert. Man lernt, die Leistung anderer zu wertschätzen, Disziplin und Motivation an den Tag zulegen und sich vollkommen auf eine Sache einzulassen, sich und jeden Einzelnen als Teil von etwas Größeren zu erkennen. Die Energie, die dabei entsteht, wird bei den Konzerten nahezu greifbar. Das LJO Sachsen hat sein Publikum bisher nicht nur in Deutschland begeistert, sondern auch in Polen, Russland, Ungarn, Italien, Großbritannien, Zypern, den USA, in Südafrika, China, Karelien oder Peru. In mehreren CD-Aufnahmen ist es gelungen, dieses Ereignis nicht nur im Konzertsaal erlebbar zu machen.

Allgemeines 07.09.2018 »Für Clara« – die 17. Schumann-Festwoche in Leipzig

Festival stimmt vom 8. bis 16. September auf den 200. Geburtstag von Clara Schumann ein

Christoph Prégardien, Ragna Schirmer und Bodecker & Neander stimmen vom 8. bis 16. September 2018 zur 17. Schumann-Festwoche in Leipzig auf den 200. Geburtstag von Clara Schumann ein. Dieser wird 2019 in der Geburts- und Wirkungsstadt der Künstlerin mit dem Festjahr »CLARA19«. gefeiert. Zur Schumann-Festwoche in diesem Jahr zeigt sich das Schumann-Haus zudem mit einem neuen Erscheinungsbild. Es ist ein Vorbote auf die Neugestaltung des Museums in der Inselstraße 18 zum Jubiläumsjahr 2019. Programmatisch verbindet das einwöchige Festival 2018 Claras eigene Werke mit Kompositionen ihres Mannes, die sie während ihrer einzigartigen Konzertkarriere berühmt gemacht hat, und Kammermusik ihrer Zeitgenossen. Das junge, international ausgezeichnete Rolston String Quartet aus Kanada eröffnet am 8. September die 17. Schumann-Festwoche im Leipziger Schumann-Haus. Am 16. September interpretiert der Tenor Christoph Prégardien zusammen mit dem Pianisten Daniel Heide Robert Schumanns Dichterliebe sowie Franz Schuberts Neun Lieder nach dem »Poetischen Tagebuch« des Dichters Ernst Schulze, die erst in den vergangenen Jahren ihre berechtigte Würdigung erhielten. Ein weiterer Höhepunkt ist das Konzert mit Ragna Schirmer am 15. September. Die Pianistin wird ein Originalkonzertprogramm von Clara Schumann aus dem Jahr 1872 spielen (u.a. mit Beethovens Sonate op. 53 »Waldstein« und Schumanns Kinderszenen op. 15). Einen elektrisierenden Abend, der alle Sinne anspricht, garantiert das Duo Bodecker & Neander am 14. September im Polnischen Institut (Markt 10). Mit ihrem »visual theater« zählen sie zu Deutschlands führenden Pantominenkünstlern. Die Geschichten in ihrem Stück »Opus 4« sind wie eine Partitur, die mit der unnachahmlichen poetischen Bildsprache und viel Magie auf die Bühne gebracht wird. Obwohl keine einzige Note erklingt, meint das Publikum ein ganzes Orchester gehört und gesehen zu haben. Erzählt wird von einem von Schluckauf geplagten Tenor, der seinen Auftritt dennoch mit Stil und Bravour meistert, einem Dirigenten, der auf vielsagende Art und Weise uneins mit den Musikern ist und von einer Musikunterrichtsstunde, die sich zum Albtraum entwickelt. Neugierige Zuhörer können sich am 11. September bei experimentellen Klangversuchen mit dem dem Ensemble Atonor Clara nähern. Lieder von Clara Schumann und Fanny Hensel wählten Bariton Tobias Berndt und Pianist Alexander Fleischer für ihren Abend am 12. September aus. Unter dem Titel: »Grün ist der Jasminstrauch« lesen am 13. September Astrid Höschel-Bellmann und Horst Damm aus dem Briefwechsel des Künstlerehepaares. Umrahmt wird die Veranstaltung von Stephan König am Klavier.

Im Leipziger Schumann-Haus verbrachten Clara und Robert Schumann die glücklichen ersten vier Ehejahre. Am 13. September 1840 bezogen die frisch Vermählten ihr erstes gemeinsames Domizil in einem aufstrebenden neuen Stadtteil, das sich zum Zentrum des Buchgewerbes entwickelte. Zahlreiche Verlage und Buchdruckereien siedelten sich hier an, darunter Breitkopf & Härtel und C. F. Peters sowie F. A. Brockhaus und Reclam. In der Inselstraße 18 begrüßte das Künstlerpaar regelmäßig berühmte Persönlichkeiten wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt und Hector Berlioz. Hier komponierte Robert Schumann einige seiner bedeutenden Werke, beispielsweise den Liebesfrühling op. 37 zusammen mit Clara, die Frühlingssinfonie op. 38, die Dichterliebe op. 48 sowie sein Klavierquintett op. 44, das seine Frau im Gewandhaus uraufführte. Ab September 2019 wird sich das Schumann-Haus mit einem neuen Museumskonzept präsentieren, das in Zusammenarbeit mit Kuratorin und Clara Schumann-Expertin Dr. Beatrix Borchard entstand.

Allgemeines 06.09.2018 »no human is an island«

Vom 11. bis 14. Oktober 2018 veranstaltet der Verein HABeaTUS e.V. das SeaNaps Festival in Leipzig

 

Unter dem Motto »no human is an island« werden experimentelle Inhalte aus Musik, Kunst und Technik miteinander verbunden. Zu erwarten ist ein vielfältiges Programm für neugierige Ohren, offene Augen und interessierte Köpfe. Intensive Konzertreihen bilden den Kern des musikalischen Programms des SeaNaps Festival und werden durch wache Clubnächte ergänzt. So entstehen über 30 Musikperformances an mehr als sechs Orten. Eine Besonderheit des Festivals ist seine ökonomische Infrastruktur, in die mittels einer App in Echtzeit Einblick gewährt wird. Verwendung findet dabei die Blockchain-Technologie. Diese und die Frage nach Auswirkungen kultureller Veranstaltungen auf die Ökonomie einer Stadt wird in Informations und Diskussionsveranstaltungen thematisiert werden. Das komplette Programm und die genauen Veranstaltungsorte werden wenige Wochen vor Beginn des Festivals über Soziale Medien bekannt gegeben. Der Eintritt zu einem Großteil der Veranstaltungen ist frei.

DAS PROGRAMM
Tiefe Flächen und klangvolle Punkte werden im Westflügel Lindenfels geboten. Neben der Eröffnung am Donnerstag mit der einmaligen Formation um den elektronischen Künstler und Produzenten Rabih Beaini und der Gesangskünstlerin Sofia Jernberg können hier die Hauptkonzerte am Freitag- und Samstagabend erlebt werden. Zu erwarten sind genreübergreifende Performances, die die Form suchen aber Improvisation nicht scheuen. Von den elektronisch verstärkten Wasserschalen der Künstlerin Tomoko Sauvage, über die elektroakustischen Arbeiten von Nikolaienko und Marimba, bis hin zu den musikalischen Experimenten der Soundpoetin Lucrecia Dalt. In der Freitagnacht elektrisieren KünstlerInnen wie Deena Abdelwahed und Nene Hatun die nächtliche Bühne in Leipzigs Institut für Zukunft. Die beiden DJanes umrahmen dort die akustische Performance des Daf- und Tombak Virtuosen Mohammad Reza Mortazavi und lassen dabei rhythmische Wellen über die Körper der Zuhörenden rollen. Die Umsetzung des Abends ist in Zusammenarbeit mit SHAPE, einer europäischen Plattform für innovative Musik und audiovisuelle Kunst, und dem SeaNaps Festival entstanden. Die Samstagnacht wird eröffnet mit der Premiere des Ensembles um die Saxofonistin und Komponistin Luise Volkmann zusammen mit den Balafonistinnen Mélissa und Ophélia Hié. Dieser Auftritt entlässt dann in eine losgelöste Nacht mit Eli Pavel und DJ Fett. Weitere kulturelle Institutionen in Leipzig, wie das Noch Besser Leben werden dem künstlerischen Programm des Festivals Wirkungsraum geben.

BLOCKCHAIN MY ART
Das SeaNaps Festival 2018 ist nicht nur ein Musikfestival, sondern zugleich Spielwiese für das von HABeaTUS e.V initiierte europäische Projekt BlockchainMyArt. Dieses stellt die Frage nach einer fairen und transparenten Umverteilung des Erlöses bei Kulturveranstaltungen und bietet eine Alternative zur herkömmlichen finanziellen Infrastruktur kultureller Events an. Ein Blockchain basiertes Zahlungssystem wird bei ausgewählten Programmpunkten einen Einblick in die finanzielle Struktur des Festivals geben. Direkte Einnahmen des Festivals, die auf die AkteurInnen der Veranstaltung aufgeteilt werden, können von den BesucherInnen in Echtzeit eingesehen werden. Dies führt zur Wahrnehmung der eigenen Rolle im wirtschaftlichen Kreislauf einer Kulturveranstaltung und ermöglicht die Teilhabe an einem Diskurs über Transparenz und Fairness.

www.facebook.com/seanapsfestival

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