Der Sächsische Musikrat e.V.

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 

Der SMR ist Mitglied im Deutschen Musikrat und der Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände in Sachsen.

Er wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

 
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Kulturpolitik 24.09.2019 Chorarbeit muss einen festen Platz an Schulen erhalten

120 Chorleiter aus Schulen, Musiklehrer, Wissenschaftler und Vertreter von Verbänden erarbeiteten Handlungskatalog auf »1. Symposium Sächsische Schulchöre«

 

Chorarbeit muss endlich einen festen Platz an unseren Schulen finden. Dafür müssen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft die Rahmenbedingungen schaffen. 120 Chorleiter aus Schulen, Musiklehrer, Wissenschaftler, Vertreter von sächsischen Staatsministerien und Institutionen diskutierten am zurückliegenden Wochenende an der Hochschule für Musik Dresden über die Situation von Schulchören in Sachsen. In einem Handlungs- und Forderungskatalog werden die Ergebnisse des »1. Symposiums Sächsische Schulchöre« nun zusammengefasst. »Wir werden diesen Katalog an die sächsische Politik, die Fachpolitiker im neuen Sächsischen Landtag, an die zuständigen Ministerien und das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung weiterreichen«, erklärte Olaf Katzer, Professor für Chormusik an der Hochschule für Musik Dresden, nach Abschluss des dreitägigen Symposiums. Ein Exemplar wird auch direkt an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gehen. »Wir freuen uns, dass er sich zum Auftakt unseres Symposiums auch in Zeiten einer Digitalisierungsoffensive an Sachsens Schulen an einer hohen Qualität der Schulchorarbeit interessiert zeigte.« Sachsens Ministerpräsident sagte den Akteuren des Symposiums zudem zu, eine längst überfällige qualitative und quantitative Evaluierung der Chorarbeit an Sachsens Schulen mit zu befördern.

»Schulchorarbeit ist ein künstlerischer Prozess mit einer hohen ästhetischen Qualität«, fasst Professor Olaf Katzer die Essenzen des »1. Symposiums Sächsische Schulchöre« zusammen. »Dieser Wert muss in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft erkannt, deutlich gemacht und verankert werden. Dafür muss die Chorarbeit quantitativ und qualitativ nachhaltiger im Bildungskanon und mit der gleichen Wertigkeit wie die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) im Schulalltag platziert werden.« Die Teilnehmer des Symposiums artikulierten sich klar dagegen, dass Chorarbeit einzig als Ganztagsangebote (GTA) an den Schulen stattfinden dürfe. Chorarbeit müsse parallel zum Musikunterricht fest in die Stundentafeln integriert werden. In Ganztagsangeboten könnten ergänzen, so mit Stimmbildung und Korrepetition. »Vielen Musiklehrern fehlt inzwischen angesichts der Überreizung ihres Stundendeputats die Kraft und Zeit, zusätzlich einen Chor an der Schule zu leiten. Diese Lehrer, die ihre Liebe zur Musik zum Beruf gemacht haben und den Wert der Musik gern an junge Generationen weitergeben wollten, sind zunehmend frustriert«, so Olaf Katzer. »Schulchorarbeit braucht die Verbindlichkeit von Raum und Zeit für diese Lehrer, um eine Beständigkeit und Kontinuität für die Schulchöre zu sichern. Ansonsten geht das Schulchorsterben in Sachsen weiter.« Insbesondere in den Schulen auf dem Land, aber auch in den Städten müsse gewährleistet werden, dass Schülerinnen und Schülern das Singen im Schulchor möglich gemacht wird.

Die TeilnehmerInnen des Symposiums forderten weiterhin eine fachspezifische Fort- und Weiterbildung für Quereinsteiger, eine Etablierung eines Referenten für schulische Chorarbeit in den zuständigen Ministerien und eine Grundevaluierung des Schulchorwesens im Freistaat Sachsen. Den sächsischen Musikhochschulen müsste seitens der zuständigen Ministerien stärker als bisher ermöglicht werden, das Thema Schulchor wissenschaftlich und die Aus- und Fortbildung der Chorleiter und Musiklehrer fachlich zu begleiten. Gefordert wird ebenso eine Studienzeitverlängerung im Lehramt Grundschule von vier auf fünf Jahre sowie die Einbeziehung der Schulleiterkonferenz in das Thema. Aus dem Symposium heraus wurden ein »Sächsisches Schulchornetzwerk« und diverse Foren initiiert, um die Initialzündung des Symposiums weiterzutragen.

Über 300 Schülerinnen und Schüler aus sieben Schulchören zeigten mit ihren Auftritten zur festlichen Eröffnung des Symposiums und in zwei Gesprächskonzerten, welche engagierte Arbeit Chorleiter und Musiklehrer in Sachsen erbringen und in welch hoher Qualität, mit wie viel Freude sächsische Schulchöre ihre Liebe zur Chormusik leben.

Das Symposium war eine groß angelegte Zusammenarbeit zwischen verschiedensten Institutionen - der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, dem Sächsischen Musikrat, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Sächsischen Chorverband e.V., dem Bundesverband Musikunterricht, Landesverband Sachsen, dem Netzwerk Musikalische Nachwuchsförderung, dem Verband Deutscher Konzertchöre und dem Landesamt für Schule und Bildung. Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, und der Sächsische Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, übernahmen die Schirmherrschaft für das »1. Symposium Sächsische Schulchöre«.

Kulturpolitik 22.08.2019 Ermutigung

Die Arbeit des Sächsischen Musikrates steht für Toleranz und Menschlichkeit.

 

Wir wollen allen Mitgliedern, allen Teilnehmenden von Jugendprojekten und vielfältigen Weiterbildungen die Möglichkeit geben, sich frei und den Neigungen entsprechend vertieft mit Musik zu beschäftigen.
Die Grundwerte des friedlichen Miteinanders einer demokratischen Gesellschaft sind zugleich unverzichtbare Grundlage für jede musische Bildung und auch für alle Art künstlerischer Spitzenleistungen, insbesondere der uns anvertrauten jungen Generation.
In den Ensembles des Sächsischen Musikrates, in der Landesmusikakademie ebenso wie im Wettbewerb »Jugend musiziert« heißen wir Menschen aus aller Welt willkommen und bieten die unterschiedlichen künstlerischen Angebote allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unseres Landes an, unabhängig davon, woher sie kommen, welcher Religion sie angehören oder welche Form des Zusammenlebens sie wählen. Die Freiheit von Musikpädagogik und musischer Betätigung, die freie Entwicklung musikalischer und tänzerischer Talente kommt einer Investition in die Zukunft gleich und bietet die Chance, stabilisierend für eine friedliche Gesellschaft zu wirken. Ein gedeihliches Kulturschaffen kann unmöglich, wie jedes andere auch, sich den Zwängen einer Uniformierung beugen, will es nicht verarmen. Universell soll es sein, auf das Gemeinsame zielend, welches Geborgenheit gibt.
Wir ermutigen deshalb alle Mitglieder unseres Verbandes, alle Erstwähler/-innen und Schüler/-innen wie auch alle Eltern im Land, sich hörbar für eine offene und diskriminierungsfreie Gesellschaft zu engagieren und für die Grundwerte einer demokratischen und offenen Gesellschaft einzutreten.
Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen appellieren wir an alle Wählerinnen und Wähler, die Wahlprogramme der einzelnen Parteien zum Thema Bildung und Kultur zu lesen. Es geht um unsere Zukunft, vor allem aber die der Kinder unseres Landes. Entscheiden Sie wissend.
Lassen Sie uns hörbar deutlich machen, dass eine Mehrheit im Land die bisher errungene und weiterzuentwickelnde Freiheit der Meinung, der Wissenschaft, der Kunst und der Medien als hohes Gut wertschätzt und verteidigen möchte.
Sichern wir mit unserer Wahlbeteiligung, dass Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht in Frage gestellt werden.

Für den Sächsischen Musikrat

Prof. Milko Kersten
Präsident

Kulturpolitik 13.08.2019 In schulische Ganztagsangebote kommt Musik

Kultusministerium und Musikrat unterzeichnen Rahmenvereinbarung zu Ganztagsangeboten

 

Die kulturelle Bildung an Schulen zu stärken, ist das Ziel einer Vereinbarung zwischen dem Sächsischen Musikrat und dem Kultusministerium. Kultusminister Christian Piwarz und der Präsident des Sächsischen Musikrates e. V., Prof. Milko Kersten, unterzeichneten heute eine Rahmenvereinbarung, auf deren Grundlage Ganztagsagebote im Bereich der Musik in qualitativer und quantitativer Hinsicht ausgebaut werden sollen. „Bildung und Kultur spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft. Umso erfreulicher ist es, dass wir in dem Sächsischen Musikrat einen kompetenten Partner für unsere Schulen gewinnen konnten. Schulen und Mitglieder des Musikrates können so ihre Zusammenarbeit langfristig planen und für Kinder und Jugendliche ein qualifiziertes musikpädagogisches Bildungsangebot bereitstellen.“

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.
Für den SMR ist klar „Der Ort mit der größten Reichweite in der musikalischen Bildung ist der Musikunterricht an den allgemein bildenden Schulen. Nur hier können und müssen alle Schülerinnen und Schüler erreicht werden, unabhängig von den sozialen Kontexten oder dem Bildungsstand und den finanziellen Ressourcen der Eltern.“

Die gemeinsam von SMR und Kultusministerium erarbeitete Rahmenvereinbarung bildet die Grundlage für den Ausbau von konkreten Kooperationsprojekten und musikpädagogischen Ganztagsangeboten mit den im SMR organisierten Mitgliedern. So soll durch qualifizierte Musikpädagogen, ausgebildete Künstler sowie Musiker die kulturelle Bildung im Rahmen von Ganztagsangeboten gestärkt werden. Die Kooperationsprojekte finden auf Basis der pädagogischen Ganztagskonzeption der jeweiligen Schule statt und stehen in Verantwortung der Schulleitung. Zur Qualitätskontrolle der Angebote sollen gemeinsam Methoden der Evaluation erprobt werden.

Im Schuljahr 2019/2020 unterbreiten fast 90 Prozent der allgemeinbildenden Schulen in Sachsen Ganztagsangebote. Sie sind als unterrichtsergänzende Angebote wichtige Bestandteile der Bildungs- und Fördermaßnahmen vor Ort. An neun von zehn Schulen mit Ganztagsangeboten gehört der musisch-künstlerische Bereich zur Angebotspalette. Ein professioneller schulischer Musikunterricht mit vielfältigen Handlungsformen wie Singen, Instrumentalspiel, Bewegen, Tanzen, Hören, Improvisieren, Diskutieren und Reflektieren ist essentieller Teil der Allgemeinbildung und damit unverzichtbar. Er kann Kinder und Jugendliche auf einen vielfältigen und lebenslangen Umgang mit Musik vorbereiten und wichtige Grundlagen für die Partizipation an musikalischen Praxen legen. Der Auf- und Ausbau von Ganztagsangeboten basiert auf diesen Tatsachen, kann als zusätzliches Angebot begriffen werden und soll Leistungsorientierung und Chancengerechtigkeit befördern. Ganztagsangebote können den bestehenden Anteil des Musikunterrichts in der Schule mit ihrer Rhythmisierung, für die der Wechsel von Kernfächern und Zusatzangeboten, von Grundlagenunterricht und Spezialisierungen typisch ist, verstärken. Sie sind aber nur sinnvoll, wenn eine Rückkopplung zum regulären Unterricht geschieht, wenn dessen Inhalte aufgegriffen und vertieft werden, umgekehrt Impulse aus den GTA auch Eingang in den Schulunterricht finden. Gemeinsame Weiterbildungen, überhaupt die Schaffung von Plattformen der Begegnung der pädagogisch Handelnden, müssen gefunden werden.

In diesem Sinne sieht der Sächsische Musikrat mit großer Dankbarkeit, dass mit der vorliegenden Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich Ganztagsangebote an allgemeinbildenden Schulen im Freistaat Sachsen nach langem Ringen ein wichtiger Schritt getan wurde.

Beide Partner tragen von nun an Verantwortung, das Qualitätsmanagement der Angebote anzugehen und die im GTA-Bereich Tätigen ausreichend zu qualifizieren und leistungsgerecht zu entlohnen. Letzteres auch, um die in der Rahmenvereinbarung geforderte Qualität und Kontinuität der Angebote zu erreichen.

Foto:Prof. Milko Kersten (li.) und Staatsminister Christian Piwarz (re.), c by Sächsisches Staatsministerium für Kultus

 

 

Kulturpolitik 03.07.2019 Was steht zur Wahl? – Perspektiven sächsischer Kulturpolitik

Öffentliches Gespräch mit Parteien am 26. August in der Motorenhalle Dresden zur Landtagswahl 2019

 

Der Sächsische Musikrat als Mitglied in der Interessengemeinschaft (IG) Landeskulturverbände Sachsen lädt im Vorfeld der sächsischen Landtagswahl 2019 die Parteien CDU, Die Linke, SPD, FDP, AfD und Bündnis 90/Die Grünen zu einem öffentlichen Gespräch in die Motorenhalle/Projektzentrum für Zeitgenössische Kunst, Dresden ein. Gemeinsam mit dem Publikum und den Parteivertretern werden Perspektiven sächsischer Kulturpolitik sowie die Positionen der anwesenden Parteien zur zukünftigen Kultur- und Kunstpolitik in Sachsen beleuchtet. Das Gespräch findet im Fishbowl-Format statt und wird moderiert von Katja Großer (KREATIVES SACHSEN). Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.

Die IG Landeskulturverbände ist ein parteiunabhängiger Zusammenschluss von elf sächsischen Landeskulturverbänden, die sich gemeinsam kulturpolitisch in und für Sachsen engagieren.

Montag, 26. August 2019, 19.00–21.00 Uhr
Veranstaltungsort: Motorenhalle | Projektzentrum für Zeitgenössische Kunst
Wachsbleichstraße 4a 01067 Dresden

Kulturpolitik 01.03.2019 Sachsen Spitzenplatz bei der Kulturförderung

Neunter Kulturfinanzbericht Kunst und Kultur der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder

 

Im Freistaat Sachsen wird innerhalb Deutschlands pro Einwohner das meiste Geld zur Förderung von Kunst und Kultur ausgegeben. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngst veröffentlichte neunte Kulturfinanzbericht der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder: Im Jahr 2015 wurden pro Einwohner in Sachsen 211,62 Euro für Kunst und Kultur investiert. Für dieses und nächstes Jahr sind je rund 245 Millionen Euro für die Förderung der Kultur vorgesehen (im Jahr 2018 waren es ca. 217 Millionen Euro).

Kern der erneut steigenden Mittel für die Förderung von Kunst und Kultur ist der Aufwuchs des Sächsischen Kulturraumgesetzes um 10 Millionen Euro pro Jahr bis 2022 (insgesamt 104,7 Millionen Euro pro Jahr). Die meisten Mittel pro Einwohner – 73,90 Euro – setzt Sachsen für die Förderung von Theater und Musik ein. 39,04 Euro je Einwohner gehen an Museen, Sammlungen und Ausstellungen. Nicht nur gemessen an den Ausgaben pro Einwohner, sondern auch bei der Betrachtung der Kulturausgaben am Gesamthaushalt (4,06 Prozent) oder gemessen am Bruttoinlandsprodukt (0,76 Prozent) behauptet der Freistaat Sachsen seine Spitzenposition bei den Kulturausgaben.

Quelle: Medienservice Sachsen

Kulturpolitik 18.12.2018 Kultur für alle und überall

Staatsregierung verabschiedet landesweites Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung

 

Kulturelle Bildung ist Teil eines umfassenden Bildungsverständnisses. Alle Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit ihres Erwerbs bekommen. Das Kabinett hat daher in seiner Sitzung am 23.10.2018 das »Landesweite Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung für den Freistaat Sachsen« zur Kenntnis genommen und seine Umsetzung beauftragt.

Mit dem Konzept hat die Sächsische Staatsregierung einen gemeinsamen Rahmen zur Förderung und Entwicklung der Kulturellen Bildung in Sachsen erarbeitet. Die Verabschiedung des landesweiten Konzepts entspricht einem im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD formulierten Vorhaben der Regierungskoalition. Das Konzept wurde unter Führung des Kunstministeriums innerhalb einer interministeriellen Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Staatsministerien für Kultus, Soziales und Gleichstellung erarbeitet. Die Kulturräume, Kultureinrichtungen, zuständigen Dachverbände und weitere Partner der Kulturellen Bildung wurden in diesem Prozess umfangreich beteiligt. Alle treffen sich demnächst an einem Runden Tisch Kulturelle Bildung, um die konkrete Umsetzung des Konzeptes zu besprechen.

Ziel des landesweiten Konzepts ist es, kulturelle Bildungsangebote auch außerhalb der urbanen Zentren zu stärken, die schulische Kulturelle Bildung deutlicher zu akzen¬tuieren und die kulturelle und interkulturelle Kompetenz zu fördern. Für die Förderung von Maßnahmen der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung stehen aktuell jährlich über sieben Millionen Euro bereit. Die setzen sich zusammen aus der Musikschulförderung (6 Mill. €) und der Förderung von Projekten der Kulturellen Bildung (über eine Million Euro). Darin enthalten sollen im kommenden Doppelhaushalt erneut 300.000 € zur Förderung von Mobilitätsprojekten sein. Die Arbeit der Netzwerkstellen in den Kulturräumen – Mittler zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen soll mit 210.000 € gefördert werden. Dies bedarf noch der Zustimmung des Sächsischen Landtags.

Das Konzept folgt fünf Leitzielen, welche den Rahmen für die weitere Stärkung der Kulturellen Bildung in Sachsen setzen:

  • Herstellung von Teilhabegerechtigkeit,
  • Entwicklung bedarfsgerechter Angebote,
  • Existenz stabiler Kooperationen und Partnerschaften zwischen Kultur-, Jugend- und Schuleinrichtungen,
  • Qualitätssicherung der Angebote
  • qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Fachkräften.

Diese als Zielperspektiven formulierten Arbeitsschwerpunkte werden mit 40 Einzelmaßnahmen untersetzt.

Kulturpolitik 16.11.2018 Mehr Geld für Kultur

Sachsen plant ab dem Jahr 2019 eine Aufstockung des Kulturetats des Landes

 

Die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD haben heute die Pläne für den Kulturetat des Freistaates für den Doppelhaushalt 2019/2020 vorgestellt. Nach Aussagen der beiden kulturpolitischen Sprecherinnen von CDU und SPD, Aline Fiedler und Hanka Kliese wird dieser um 28,5 Mio. Euro, d.h. um 13 Prozent, auf dann 244 Mio. Euro ab dem Jahr 2019 steigen.

»Kern des neuen Kulturhaushalts ist die Kulturraumförderung. Nachdem die Mittel mit den vergangenen beiden Doppelhaushalten bereits auf 94,7 Mio. Euro angehoben wurden, werden sie nun auf 104,7 Mio. Euro erhöht. Mit zusätzlichen sieben Mio. Euro pro Jahr können wir so die Theater und Orchester beim Einstieg in eine tarifgerechte Entlohnung der Künstlerinnen und Künstler in den nächsten vier Jahren unterstützen. Zudem werden die Kulturraummittel um drei Mio. Euro pro Jahr aufgestockt und die Kulturräume erhalten weiter jährlich drei Mio. Euro für kleinere Investitionen, zum Beispiel für neue Licht- und Tontechnik oder auch neues Inventar,« so Aline Fiedler. Mit gezielten Maßnahmen werden bestehende Kulturangebote vor Ort unterstützt, aber auch Neues ermöglicht. Ein Schwerpunkt ist die Kulturelle Bildung und hier zentral die Erreichbarkeit von Kultureinrichtungen im ländlichen Raum. Mit zusätzlich 265.000 Euro pro Jahr stehen dann insgesamt 1,5 Mio. Euro jährlich zur Verfügung. Damit werden Mobilitätsangebote für Kinder und Jugendliche beim Besuch von Kultureinrichtung unterstützt, als auch die Mobilität der Künstler und Kultureinrichtungen in die Regionen hinein. Weiterhin erhalten die Musikschulen in Sachsen in den kommenden beiden Jahren jeweils 6,7 Mio. Euro, ein Plus von 700.000 Euro pro Jahr. Mit dem neuen Trägerverein für das Schostakowitsch Festival und des Festival Sandstein und Musik, der Sächsischen Mozartgesellschaft, den Dresdner Sinfonikern und der Leipziger Schaubühne Lindenfels werden vier Einrichtungen neu in die institutionelle Förderung aufgenommen. Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Hanka Kliese, sagt dazu: »Mit jedem Euro, den wir in Kultur investieren, stärken wir das Fundament für den sozialen Zusammenhalt. Für uns heißt Kulturförderung nicht nur, bestehende Strukturen zu sichern, sondern auch Raum für Neues zu eröffnen. So haben wir uns in der Koalition u.a. darauf verständigt, die Mittel für die Freie Kunst und Kulturförderung um ca. 2,4 Mio. Euro jährlich aufzustocken.« Dies kommt auch dem Instrumentenfonds des Sächsischen Musikrates zugute, der auf 600.000 Euro anwächst und nunmehr auch damit die Musikschulen in Sachsen in diese Förderung einbeziehen kann.

Kulturpolitik 24.08.2018 Im Osten nichts Neues …?

Gesellschaftspolitische Dimensionen Kultureller Bildung in Ost- und Westdeutschland – Fachbegegnung am 24. September 2018 in Leipzig

Kultur öffnet Welten ist das bundesweit größte Netzwerk für Diversität und Kulturelle Teilhabe, initiiert von Bund, Ländern, Kommunen, künstlerischen Dachverbänden, der Zivilgesellschaft inklusive Migrant/innenselbstorganisationen. Wir wollen gemeinsam sichtbar machen, wie sich Kulturschaffende und -institutionen für Kulturelle Teilhabe und Vielfalt engagieren. Kultur öffnet Welten wird als Teil des Kompetenzverbundes Kulturelle Integration und Wissenstransfer KIWit von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

 

Ziel der Fachbegegnung ist ein Augenmerk auf die jeweiligen politischen und kulturellen Entwicklungslinien in den ost- und westdeutschen Bundesländern zu legen und ihre Bedeutung für die Praxis Kultureller Bildung zu diskutieren. Gibt es Unterschiede in Konzepten, Ansätzen, Methoden oder Formaten Kultureller Bildung? Und wenn ja, welche? Expert/innen und Teilnehmer/innen aus Ost und West suchen im Dialog miteinander nach einem reflektierten Zugriff auf die gesellschaftspolitische Dimension Kultureller Bildung. Die Fachbegegnungen richten sich an Expert/innen und Akteure aus Kunst und Kultur, Soziokultur, Bildung, Zivilgesellschaft inklusive Migrant/innenselbstorganisationen, Kulturadministration und Kulturpolitik.

Montag, 24. September 2018, 10-17 Uhr, Oper Leipzig, Konzertfoyer

Veranstalter: Kultur öffnet Welten, c/o netzwerk junge ohren e.V.

Anmeldung per Anmeldeformular oder per E-Mail.  Die Teilnahme an der Fachbegegnung ist für Sie kostenfrei.

Programm (pdf)

 

 

 

Kulturelle Bildung 23.03.2018 Kulturelle Bildung ist kein Abstraktum ...

Der Sächsische Musikrat zum Handlungsprogramm »Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität in Sachsen«

 

Kulturelle Bildung ist kein Abstraktum, sondern bedarf der eigenen elementaren Betätigung und Erfahrung

Der Präsident des Sächsischen Musikrates, Prof. Dr. Christoph Krummacher, hat sich am 21. März mit einem Schreiben an Staatsminister Christian Piwarz gewandt.

Die mit dem Handlungsprogramm »Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität in Sachsen« in Aussicht gestellten Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Schulbildung in Sachsen werden dahin grundsätzlich begrüßt. Der Sächsische Musikrat verweist in dem Scheiben auch auf Meldungen, nach denen im Fach Musik Reduktionen geplant sind. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen aus den letzten Jahrzehnten belegen eindeutig die hohe Bedeutung der musisch-ästhetischen Schulfächer und insbesondere des Musikunterrichtes für die soziale Bildung und den Zusammenhalt von Kindern und Jugendlichen – im Klassenverbund und lebenslang. »Der Stellenwert der entsprechenden Bildungsinhalte ist in besonderer Weise hinsichtlich sozial schwächerer Milieus und deren Integration und Teilhabe wichtig«, so Krummacher. Insofern sieht der Musikrat die Stärkung der politischen und sozialen Bildung im unmittelbaren Zusammenhang mit der musisch-ästhetische Bildung. »Kulturelle Bildung ist kein Abstraktum, sondern bedarf der eigenen elementaren Betätigung und Erfahrung, wie sie nur im obligatorischen Fachunterricht vermittelbar sind«, heißt es im Schreiben. Die weitere Stärkung der Ganztagsangebote wird dies nicht leisten können, jedenfalls nicht in der bisher gegebenen Qualität und Verbindlichkeit.

Der Sächsische Musikrat hofft auf eine breite Bildungsdiskussion in Sachsen, die für Deutschland vorbildhaft sein könnte. Die Expertise des Musikrates und seiner Mitglieder, u.a. der beiden Musikhochschulen in Sachsen, des Bundesverbandes Musikuntericht und außerschulisch agierender Akteure wie den Musikschulen und Chorverbänden sollten dabei hilfreich sein.

Kulturpolitik 01.03.2018 Neue Zahlen zur Sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft

Die sächsische Kultur- und Kreativwirtschaft in Sachsen wächst, wie aus dem am 27. Februar vorgestellten »Zwischenbericht zum 2. Kulturwirtschaftsbericht« zu entnehmen ist.

 

Die sächsische Kultur- und Kreativwirtschaft wächst und ist sowohl bedeutender Arbeitgeber als auch starke Wirtschaftsbranche im Freistaat. Am 27. Februar 2018 wurde in Dresden der »Zwischenbericht zum 2. Kulturwirtschaftsbericht« vorgestellt.

Die Kultur – und Kreativwirtschaft besteht aus zwölf Teilmärkten, inklusive dem für Sachsen spezifischen Kunsthandwerk und erwirtschaftete im Jahr 2015 einen Umsatz von 3,35 Mrd. Euro. Die erzielte Bruttowertschöpfung lag bei 1,7 Mrd. Euro. Jedes 16. Unternehmen in Sachsen gehört zur Kultur- und Kreativwirtschaft. Knapp 71.000 Menschen sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt, immerhin 3,4 % aller Erwerbstätigen Sachsens. Mit über 39.000 sozialversichungspflichtigen Beschäftigten (2016) liegt die Branche vor der Automobilindustrie und auf Augenhöhe mit dem Maschinenbau. Designwirtschaft, Pressemarkt, Software-/Games-Industrie und der Werbemarkt sind die wirtschaftlichen Triebfedern der sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft. Im Vergleich der ostdeutschen Flächenländer liegen die sächsischen AkteurInnen an der Spitze und erwirtschaften einen Umsatz von 3,1 Mrd. Euro.

Vor allem der Anteil von Frauen in der Kultur- und Kreativwirtschaft war auch 2016 überdurchschnittlich hoch und lag mit 46,6% bei sozialversicherungspflichtgen Beschäftigten über dem Bundesdurchschnitt. Der Großteil der Frauen ist innerhalb der sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft mit 74,8 Prozent im Buchmarkt beschäftigt, wohingegen der Anteil von Frauen in der Software-/Games-Industrie mit 30,8 Prozent am niedrigsten ausfällt.

Die Zahlen machen deutlich, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft eine zentrale Rolle im Wirtschafts- und Innovationssystem in Sachsen spielt und auch für die Regionalentwicklung immer wichtiger wird.

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