Der Sächsische Musikrat e.V.

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 

Der SMR ist Mitglied im Deutschen Musikrat und der Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände in Sachsen.

Er wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

 
Anzeige
Anzeige
 
Kulturpolitik 29.08.2016 Interkultur statt Sachsentümelei

Die Interessengemeinschaft (IG) Landeskulturverbände Sachsen zum Antrag der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag für den 31.08.2016 »Von Sachsen – für Sachsen – in Sachsen – Konzept für ein sachsenweites Konzertprojekt im ländlichen Raum«

 

Die Landtagsfraktion der AfD hat für die 39. Plenarsitzung des Sächsischen Landtages den Antrag »Von-Sachsen – für Sachsen –in Sachsen - Konzept für ein sachsenweites Konzertprojekt im ländlichen Raum« eingebracht, indem sie sich für eine Konzertreihe sächsischer Musiker ausspricht.

Die IG Landeskulturverbände begrüßt es, dass sich die Landtagsfraktion der AfD mit der Kulturpolitik in den ländlichen Räumen Sachsens auseinandersetzt. Einigkeit besteht in der Annahme, dass der Ausbau einer kulturellen Infrastruktur zur Steigerung der Attraktivität des ländlichen Raums beiträgt. Aus Sicht der IG Landeskulturverbände ist dieses Ziel allerdings nicht mit einer staatlichen Konzertreihe einzulösen. Vielmehr plädieren die Vertreter der Sparten dafür, sich tatsächlich für eine Stärkung der Infrastruktur in den ländlichen Räumen auszusprechen, um so eine nachhaltige und in den Regionen verankerte Kulturförderung zu ermöglichen. Dazu gehören eine gesicherte Ausstattung bereits existierender, leistungsfähiger Institutionen genauso wie die Erprobung neuer Ansätze in der Kulturvermittlung oder von Kulturformaten sowie ein Eintreten für eine verbesserte Erreichbarkeit der Kultureinrichtungen durch einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Die IG Landeskulturverbände sieht den ländlichen Raum im Vergleich zu den großen Städten Sachsens zudem eher benachteiligt im Ansatz interkultureller sowie internationaler Formate als im konzertanten Musikbereich.

Fraglich in besagtem Antrag der AFD-Fraktion bleibt weiterhin die Forderung, Konzerte vorwiegend mit »sächsischen Musikern« und »Mitgliedern der sächsischen Orchester« durchzuführen. Welchen qualitativen Zugewinn die sächsische Herkunft der betreffenden Musiker verspricht, bleibt dabei genauso fraglich, wie die Definition desselben. Soll ein »sächsischer Musiker« hier geboren sein oder genügt eine Anstellung bei einem sächsischen Orchester? Gerade im Kulturbereich findet seit Jahrhunderten durch weltweiten Austausch eine ständige Befruchtung und Weiterentwicklung der Künste statt. Auch sächsische Künstler haben in Vergangenheit und Gegenwart intensiv von Ihren kulturellen Botschaftern im Ausland profitiert. Die IG Landeskulturverbände wird den Antrag der AFD - Fraktion fachlich nicht unterstützen. »Statt subtil geäußerter Sachsentümelei sollten wir für ein weltoffenes und tolerantes Sachsen eintreten und auch in der Kulturförderung die richtigen Signale setzen.« so der Sprecher der IG Landeskulturverbände Torsten Tannenberg.

IG Landeskulturverbände
• Filmverband Sachsen e. V.
Landesverband Amateurtheater Sachsen e. V.
Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V.
• Landesverband der Freien Theater in Sachsen e.V.
Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V.
• Landesverband Sachsen im Deutschen Bibliotheksverband e. V.
Landesverband Soziokultur Sachsen e. V.,
• Sächsischer Kinder- und Jugendfilmdienst e. V.
Sächsischer Literaturrat e. V.
• Sächsischer Museumsbund e.V.
Sächsischer Musikrat e. V.

Kulturpolitik 29.08.2016 CETA & TTIP – ein kulturpolitischer Sündenfall!

Kulturrat fordert die Bundesregierung auf, keinen Kuhhandel auf unsere Kosten zu veranstalten

 

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte am Wochenende, TTIP, das Freihandelsabkommen mit den USA, sei »de facto gescheitert«. Das lässt Hoffnung schöpfen, dass TTIP vielleicht doch nicht gegen den Willen großer Teile der Bevölkerung durchgeboxt wird. Gabriel beklagte aber, dass CETA, das Freihandelsabkommen mit Kanada, oft mit dem TTIP-Abkommen verwechselt werde und deshalb auch abgelehnt würde. Diese Aussage ist falsch, CETA wird nicht deshalb abgelehnt, weil es mit TTIP verwechselt wird, sondern weil es ein schlechtes Abkommen ist, das nicht nur dem Kulturbereich, sollte es ratifiziert werden, massiven Schaden zufügen würde.

In einem wesentlichen Punkt unterscheiden sich TTIP und CETA von bisherigen internationalen Handelsabkommen. Wurde bislang festgelegt, in welchen Bereichen eine Liberalisierung vorgesehen ist, also eine Positivliste erstellt, wird nun nach dem Negativlistenprinzip gearbeitet. Das heißt, dass zunächst alle Bereiche von der Liberalisierung erfasst werden, es sei denn, sie sind auf einer Negativliste verzeichnet, also ausgenommen. Die EU-Kommission betont stets, dass der Wechsel von Positiv- zu Negativlisten rein technischer Natur ist und keinen Einfluss auf das Schutzniveau hat. Der Kulturbereich ist ein Beispiel dafür, dass dies nicht stimmt. Bei Positivlistenverhandlungen müssen die Kulturbereiche, die mitverhandelt werden, dezidiert genannt werden. Bei Negativlistenverhandlungen, also CETA und auch TTIP, sind alle Kulturbereiche automatisch Verhandlungsgegenstand, außer sie werden rechtssicher ausgenommen, was schon deshalb sehr schwer ist, weil der dynamische Kulturbereich sich einfachen Definitionen regelmäßig entzieht. Aber ohne eine klare Abgrenzung der Ausnahmebereiche ist eine rechtssichere Herausnahme aus den Verträgen nicht möglich. CETA ist deshalb ein kulturpolitischer Sündenfall - mit letztlich unkalkulierbaren Auswirkungen für den Kulturbereich in der Zukunft. So unterwirft die EU die Kultur grundsätzlich dem CETA-Abkommen und nimmt nur die audiovisuellen Dienstleistungen mit Blick auf den Marktzugang und die Inländerbehandlung aus. Vom Investitionskapitel sind audiovisuelle Dienstleistungen nicht ausgenommen. Demgegenüber nimmt Kanada die gesamte Kulturwirtschaft von den Regelungen zum Marktzugang und zur Inländerbehandlung aus. Weiter besteht nach wie vor eine Klarstellungslücke, ob die Bundesländer weiterhin eine umfassende Regulierungshoheit für den Rundfunk, öffentlich-rechtlich und privat, haben. Ebenso wird die Filmwirtschaft von der EU nicht umfänglich geschützt. Darüber hinaus wird im Investitionskapitel nicht ausreichend ausgeführt, dass kulturpolitische Regeln von Ländern und Gemeinden keine Beschränkung des Marktzugangsrechts darstellen. Selbst der marktliberale ehemalige kanadische Premier Stephen Harper hat in den CETA-Vertrag mehr Schutzräume für die kanadische Kulturwirtschaft hinein verhandelt, als die EU-Kommission für die europäische Kulturwirtschaft. Die EU-Kommission hat die europäische Kulturwirtschaft bei den Verhandlungen einfach im Stich gelassen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: »Wir fordern die Bundesregierung auf, keinen Kuhhandel auf unsere Kosten zu veranstalten und TTIP erst einmal für eine Zeit in der Versenkung verschwinden zu lassen, um schnell CETA ratifizieren zu können. CETA ist wie TTIP ein kulturpolitischer Sündenfall. Beide Abkommen gefährden Demokratie und Rechtsstaat, schleifen nationale wie internationale Standards zum Schutz von Mensch, Umwelt, Arbeit und Kultur. Sie bringen uns noch weiter weg von einer gerechten Weltwirtschaftsordnung, als wir sowieso schon sind. Wir werden deshalb am 17. September in Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart mit den Freunden aus den Umwelt-, Entwicklungs- und Sozialverbänden, den Gewerkschaften, kirchlichen Organisationen und den vielen anderen Unterstützern gemeinsam auf die Straße gehen, um dieses schlechte CETA und TTIP zu verhindern.«

Kulturpolitik 14.06.2016 Europäische Musikbörse

Ob italienischer Gesangswettbewerb, estnisches Jazzfestival, spanischer Dirigentenworkshop oder Schweizer Akkordeonkurs – die Europäische Musikbörse gibt Einblicke in die bunte Vielfalt europäischer Musikkultur.

 

Musik ist eine bedeutende soziale Kraft. Sie muss als unverzichtbarer und integrativer Bestandteil unserer Gesellschaft und unserer Kultur nicht nur gefördert, sondern auch für jeden Einzelnen erreichbar gemacht werden. Zur Förderung des Dialogs zwischen den verschiedenen Regionen Europas hat der Deutsche Musikrats im Jahr 2009 die »Europäische Musikbörse« initiiert – eine interaktive Informations- und Austauschplattform für Musikschaffende in den Regionen Europas. Unter www.music-connects.eu informiert die Website ihre Besucher und Nutzer über aktuelle musikalische Aktivitäten und bietet Möglichkeiten des Austauschs über nationale Grenzen hinweg. Musikschaffende in allen Ländern Europas können auf den Seiten der Europäischen Musikbörse ihr eigenes Profil hinterlegen, Veranstaltungen veröffentlichen und Kooperationsangebote und -gesuche einstellen. Dabei spielt es weder eine Rolle, ob sie Rock-, Pop- oder Jazzmusiker sind, im Orchester oder im Ensemble spielen, im Chor singen oder sich als Solokünstler vorstellen möchten. Jeder ist herzlich willkommen! Wir möchten Sie herzlich dazu einladen, als Multiplikator dabei mitzuwirken, die Europäische Musikbörse mit digitalen Inhalten zu füllen und sich dadurch interaktiv und kreativ am Ausbau des Netzwerkes zu beteiligen. Wir freuen uns, wenn Sie auf die Existenz dieser Plattform aufmerksam machen und zum Gebrauch der Europäischen Musikbörse animieren. Sollten Sie weitere Informationen zur Europäischen Musikbörse wünschen, können Sie uns gerne kontaktieren.

Kulturpolitik 27.05.2016 Händel, Grönemeyer oder Reinhard Mey?

Am 9. Mai, dem Europatag, beginnt die einmonatige Abstimmung, die feststellen soll, welche sechs Lieder Deutschland im ersten Liederbuch der Europäischen Union repräsentieren sollen.

 

Am Europatag beginnt die einmonatige Abstimmung, die feststellen soll, welche sechs Lieder Deutschland im ersten Liederbuch der Europäischen Union repräsentieren sollen. 2015 wurden etwa 600 Deutsche Lieder, unterteilt in sechs Kategorien, von vielen Musikstudierenden und Musiklehrern sowie von mehreren Chören nominiert.

Die Menschen in Deutschland sind die siebten, die dazu eingeladen sind abzustimmen. Es haben EU-weit bereits ganze 12.000 Menschen die ersten 36 Lieder ausgewählt, u.a. in Dänemark, Österreich und Griechenland. Das EU-Liederbuch ist kein Propagandaprojekt aus Brüssel. Das Pionierprojekt wurde in Gang gesetzt wurde von einer gemeinnützigen Organisation ohne Unterstützung durch die EU und wurde von Experten und überraschend von Politiker und Politikerinnen aus dem ganzen politischen Spektrum applaudiert.

Die Abstimmung

Bei der Abstimmung am 9. Mai wird es möglich sein, die Lieder zu wählen, die Deutschland im ersten Liederbuch der Europäischen Union in sechs Kategorien repräsentieren werden. Der Stimmzettel für Deutschland fasst 60 der meistgennannten Lieder, und wurde von Professor Ekkehard Klemm redigiert, dem Präsidenten des Verbandes Deutscher Konzertchöre – VDKC. Die sechs Liedkategorien wurden in einer Zusammenarbeit mit 17 Musikkonservatorien und -fakultäten in 14 Mitgliedstaaten der EU ausgewählt. Sie sind: 1) Liebeslieder, 2) Lieder über die Natur und die Jahreszeiten, 3) Lieder über die Freiheit und den Frieden, 4) Volkslieder, 5) Lieder über den Glauben und 6) Kinderlieder. Einen Monat lang - bis 9. Juni - Können alle Deutschen unter www.eu-songbook.org für ihre Favoriten abstimmen.

Die ersten 36 der insgesamt 168 Lieder wurden so bereits in andern EU Staaten gewählt: Es folgen noch Abstimmungen in den übrigen 21 Ländern – Ebenfalls im Mai, Polen, im Juni dann Italien – wo wie in Deutschland Musikstudenten, Lehrer und Chorsänger Lieder aus ihrem nationalen Musikerbe nominiert haben.

 

Ein Projekt für die EU ohne die EU

Das EU-Liederbuch ist ein einmaliges demokratisches Pionierprojekt von einer gemeinnützigen Organisation ohne politische oder finanzielle Verbindungen zum EU-System. Dies applaudierte die ehemalige dänische EU-Kommissarin Ritt Bjerregaard im nationalen dänischen Rundfunk: »Finanzielle Hilfe von der EU-Kommission zu bekommen wäre ein Todeskuss gewesen!«. Der Aussage, dass das EU-Liederbuch nationale Gefühle mit europäischen Gedanken kombinieren würde, wurde in Dänemark von Politikern und Politikerinnen aus dem ganzen politischen Spektrum mit überraschender Einheit zugestimmt.

 

Erfolg in Österreich

Über die Abstimmung in Österreich im vergangenen Jahr berichteten über 40 Medien. Dieser Trend bewirkte, dass mehr als 3000 Menschen an der Abstimmung teilnahmen. Unter den sechs ausgewählten Liedern bekam Franz Grubers »Stille Nacht« mit 70% der Stimmen den innerhalb einer Kategorie. Der österreichische Redakteur, Dr. Helmut Brenner von der Kunstuniversität Graz, sagte im Zusammengang mit der Abstimmung: »Wer miteinander singt, schießt nicht aufeinander – was mehr wäre zu gewinnen? Unter dem Titel ›Stimmen der Völker in Liedern‹ wurde 1807 Johann Gottfried Herders Sammlung von Volksliedern veröffentlicht – der Titel würde auch für das EU-Liederbuch gut passen.«

Unterstützung in Deutschland aus Politik und Wissenschaft

Professor Eckehardt Klemm, EU-Liederbuch Redakteur für Deutschland, sowie die Schleswig-Holsteinische Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, Anke Spoorendonk, unterstützen aktiv das Projekt. »Europäische Verständigung heißt vor allem auch, das zu kennen, was andere Kulturen prägt. Das EU-Liederbuch ist eine wundervolle Initiative, diesem Ziel näher zu kommen und knüpft damit an die besten Ideen der Aufklärung an«, so Professor Klemm. Ähnlich auch Ministerin Spoorendonk: »Was für einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Austausch die Musik und das gemeinsame Singen haben können, kann ich als Kulturministerin gar nicht genug betonen. Ich freue mich daher sehr über dieses schöne Projekt, das auf musikalische Weise den Zusammenhalt und den Austausch innerhalb Europas fördern möchte.«
Darüber hinaus kommt auch Zuspruch aus dem Bundespräsidialamt: Das Referat für Europapolitik lobt das EU-Liederbuch als »einen wichtigen Beitrag, um die europäische Idee mit Leben zu erfüllen und zur Förderung von Verständigung und zum Zusammenwachsen der europäischen Zivilgesellschaft«.

 

Mehr als Kohle, Stahl und Fisch

Gründer und Vorsitzender des Vereins, Jeppe Marsling (Geboren 1974), sieht sich hier bestätigt: »Wenn wir, die Bürger der EU, den ernsten Wunsch haben, den Schritt vom volkswirtschaftlichen Austausch – Kohle, Stahl und Fisch – zum kulturellen und sozialen Austausch zu wagen, wenn wir in der Tat dieses Verhältnis auf eine neue Ebene bringen wollen, dann müssen wir alle die EU dementsprechend in Besitz nehmen, da sie in erster Linie uns Bürgern und nicht den Politikern und Bürokraten gehört.«

In der ersten Ausgabe werden alle Lieder sowohl in der Originalsprache wie auch in der englischen Übersetzung erscheinen. Mögliche Gewinne hieraus sind dann für eine zweite Ausgabe eingeplant, in der alle Lieder in allen 23 Übersetzungen gedruckt werden. So wird jeder und jede, unabhängig von seinen oder ihren Englischkenntnissen, alle Lieder verstehen und mitsingen können.

 

Fact Sheet und Kontaktinformationen

DIE SECHS KATEGORIEN
Die sechs Liedkategorien wurden in einer Zusammenarbeit mit 17 Musikkonservatorien und -fakultäten in 14 Mitgliedstaaten der EU ausgewählt. Sie sind:

1) Liebeslieder,
2) Lieder über die Natur & die Jahreszeiten,
3) Lieder über die Freiheit & den Frieden,
4) Volkslieder,
5) Lieder über den Glauben und
6) Kinderlieder.

DIE TEILNEHMER
Im Februar 2015 wurden 124 Konservatorien und 200 Chöre dazu aufgefordert Lieder für das Liederbuch zu nominieren. Seitdem haben ca. 1.200 Musiklehrer, Studenten und Chorsänger unseren elektronischen Stimmzettel geöffnet und mehr als 3000 Lieder auf 24 Sprachen nominiert. In Deutschland war die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden sehr aktiv im Nominierungsprozess.

ÜBERSETZUNG UND HERAUSGEBUNG
Wenn die 28 Abstimmungen abgeschlossen und alle 168 Lieder gefunden sind, wird unser Musikredakteur, der Italiener Francesco Cali, Noten, Akkorden und Texte einsammeln. Danach werden die 168 Lieder von Fachleuten auf Englisch übersetzt. Wir hoffen, dass wir die erste Ausgabe am Europatag, am 9. Mai 2017, herausgeben können. Mögliche Gewinne werden eine zweite Ausgabe finanzieren, in der alle Lieder in alle 24 Sprachen der EU übersetzt werden.

KONTAKTINFORMATIONEN

Für weitere Informationen: www.eu-songbook.org
Facebook: »The European Union Songbook«


Für Kommentare über die deutsche Liederauswahl, EU Liederbuch Redakteur für Deutschland:

Ekkehard Klemm,
Präsident des Verbandes Deutscher KonzertChöre VDKC
Professor für Dirigieren, Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Künstlerischer Leiter der Singakademie Dresden
klemm58dirigiert@outlook.de
0049 177 8404395

Für Kommentare über das EU- Liederbuch:

Florian Wagenknecht,
Projektleiter für Deutschland
editor@eu-songbook.org
0045 50 14 91 17
 

Fünf Unterstützer/innen:

Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa in Schleswig-Holstein:
Was für einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Austausch die Musik und das gemeinsame Singen haben können, kann ich als Kulturministerin gar nicht genug betonen. Ich freue mich daher sehr über dieses schöne Projekt, das auf musikalische Weise den Zusammenhalt und den Austausch innerhalb Europas fördern möchte. Und auch ganz persönlich bin ich geprägt vom dänischen Folkehøjskolesangbogen und der Erfahrung, welch positive Wirkung das gemeinsame Singen auf das tägliche Zusammenleben hat. Ganz nebenbei wird in den ganz unterschiedlichen Liedern ein Stück des europäischen kulturellen Erbes bewahrt und weitergegeben.

Ekkehard Klemm, Präsident des Verbandes Deutscher KonzertChöre VDKC:
Europäische Verständigung heißt vor allem auch, das zu kennen, was andere Kulturen prägt. Das EU-Songbook ist eine wundervolle Initiative, diesem Ziel näher zu kommen und knüpft damit an die besten Ideen der Aufklärung an, die mit den »Stimmen der Völkern in Liedern« bereits ähnliche Wege der Verständigung suchte. Durch die Abstimmung vieler Sängerinnen und Sänger werden die Meinungen Tausender von Menschen einbezogen – wir können dem Projekt nur bestes Gelingen wünschen und blicken neugierig auf die Veröffentlichungen!

Peter Duelund, Leiter des Nordisk Kulturinstitut - Nordic Institute of Culture:
Das EU-Gesangsbuch ist ein geniales Modell, da es ein Bürgerprojekt ist, das die EU nicht stört - und das ist sehr wichtig. (…) Die größte Bedrohung ist nicht der Euro. Im Gegenteil: Die größte Bedrohung ist es, keine kulturelle Gemeinschaft bilden.

Ritt Bjerregaard, Ehemalige EU-Kommissarin für Umwelt:
Sie haben Recht damit, finanzielle Unterstützung der EU-Kommission zu umgehen: Dies wäre ein Todeskuss gewesen. Ein solches Projekt so aus dem Boden zu stampfen ist freudebringend und baut auf. Ich hoffe, dem Gesangbuch folgt eine CD, denn ich und wahrscheinlich viele andere sind gespannt darauf, die Lieder auch in ihren Originalfassungen zu hören.

Uffe Østergaard, Jean Monnet Professor, European Politics & Integration, Copenhagen Business School:
Mit Sicherheit eine großartige Initiative der Gesellschaft. Singen ist ein fantastischer Weg sich zu begegnen (…) Es ist eine gute Idee die Kategorie ‚Nationallieder‘ zu vermeiden, da diese oft davon handeln, wie wir gegen andere kämpften und sie töteten. Es ist das perfekte Timing, mit einem Austausch von höherer Kultur beizutragen - Ich bereue, die Idee nicht selbst gehabt zu haben, sie ist einfach offensichtlich großartig.

Helmut Brenner, Ethnomusikologe an der Kunstuniversität Graz, EU-Songbook Editor, Österreich:
Unter dem Titel »Stimmen der Völker in Liedern« wurde 1807 Johann Gottfried Herders Sammlung von Volksliedern veröffentlicht – der Titel würde auch für das EU-Liederbuch gut passen. Die EU wird immer mehr zu einer Einheit, doch die Stärke dieser Einheit liegt in ihrer Vielfalt. Wenn das EU-Liederbuch dazu beitrüge, diese Vielfalt ein wenig besser zu verstehen, wäre schon viel gewonnen. Und wenn es dazu beitrüge, dass irgendwann die ‚Stimmen der Völker’ nicht mehr nebeneinander erklängen, sondern miteinander, noch viel mehr. Wer miteinander singt, schießt nicht aufeinander – was mehr wäre zu gewinnen?

Kulturpolitik 29.04.2016 AGHET im Festspielhaus trotz Empörung aus der Türkei

Intendant Dieter Jaenicke zur Diskussion um das Konzertprojekt »aghet – ağıt« der Dresdner Sinfoniker

 

»HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden« hat in den vergangenen Jahren die Trilogie über die Kulturen Anatoliens und der Kaukasus-Region von Marc Sinan, Markus Rindt und den Dresdner Sinfonikern koproduziert und im Festspielhaus vorgestellt.

Das Konzertprojekt aghet – ağıt, das am kommenden Samstag in HELLERAU aufgeführt wird, ist nach Hasretim und Dede Korkut der letzte und folgerichtige Teil dieser Trilogie. Das Stück setzt sich mit dem Genozid am armenischen Volk am Beginn des vergangenen Jahrhunderts auseinander. Wir erleben derzeit, was passiert, wenn man jemandem wie Erdoğan, der provozierend offensichtlich jeglichen Respekt vor fundamentalen Freiheiten der Menschenrechte ablehnt, den kleinen Finger reicht. Dabei ist das, was die Bundesregierung Erdogan angeboten hat, mit dem Bild des kleinen Fingers sehr untertrieben beschrieben. Mich persönlich überrascht die Reaktion der türkischen Regierung zu aghet – ağıt überhaupt nicht. Sie ist konsequent: erst die Presse, dann die Satire, jetzt Kunst und Musik. Die Anmaßung ist komplett und bedarf klarer Worte der Bundesregierung und der EU. Wir werden uns davon keineswegs einschüchtern lassen, Genozid weiter Genozid nennen und historisch belegte Verbrechen gegen die Menschlichkeit als solche bezeichnen, seien sie von Deutschen, von Türken oder von wem auch immer zu verantworten. Wir stehen selbstverständlich an der Seite von Marc Sinan, Markus Rindt und den Dresdner Sinfonikern, mit denen wir weiterhin kooperieren und koproduzieren werden. Es ist Aufgabe der Bundesregierung sicher zu stellen, dass für die involvierten Künstler in dem Projekt keine persönliche Bedrohung entstehen kann.

Dieter Jaenicke

Kulturpolitik 17.03.2016 Leidenschaftlich kreativ - schlecht bezahlt!

Neue jazzstudie2016 zeigt: Der Mut zur Improvisation wird mit nur 1.000 Euro monatlich belohnt.

 

Jazz leistet einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag in der Kunst sowie im Bereich der kulturellen Bildung und doch bleiben die Künstlerinnen und Künstler schmerzlich unterbezahlt. Ihr durch musikalische Arbeit erzieltes Jahreseinkommen liegt bei durchschnittlich 12.500 Euro. Erkenntnisse wie diese liefert jetzt eine großangelegte Studie, die erstmals empirische Daten zu der aktuellen Lebens- und Arbeitssituation professioneller Jazzmusikerinnen und -musiker verfügbar und für die breite Öffentlichkeit nachvollziehbar macht. Als Grundlage diente eine Online-Befragung mit über 2.000 Teilnehmern. Auftraggeber der von dem Kulturwissenschaftler Thomas Renz vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim verfassten Studie waren das Darmstädter Jazzinstitut, die Union Deutscher Jazzmusiker und die Interessengemeinschaft Jazz Berlin. Bei der Vorstellung der Studie am 16. März 2016 sah auch Siegmund Ehrmann, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag, Handlungsbedarf: »Mit der jazzstudie2016 liegen endlich belastbare Zahlen vor, auf die Kulturpolitik jetzt reagieren muss. Dabei sind die Erkenntnisse weit über die Jazzszene hinaus für viele frei arbeitende Kulturschaffende relevant.« Die Studie zeigt unter anderem, dass Jazz überwiegend im urbanen Raum geschaffen wird. Die Jazzmetropolen Köln und Berlin sind auch die Regionen, wo die meisten der Befragten leben und von denen nach Selbsteinschätzung der Jazzmusikerinnen und -musiker die wichtigsten künstlerischen Impulse ausgehen. Umso problematischer ist der Befund der Studie, dass insbesondere dort professionelle Musiker selten mit mehr als 50 Euro pro Auftritt nach Hause gehen.

Studie & Infografik zum Download

Kulturpolitik 01.03.2016 Trägerverein des »Festival Mitte Europa« meldet Insolvenz an

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr droht dem »Festival Mitte Europa« das Aus!

 

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr droht dem »Festival Mitte Europa« eventuell das Aus. Grund ist der Insolvenzantrag des Trägervereins »Mißlareuth 1990. Mitte Europa e.V.« beim Amtsgericht Dresden.

In einer wenige Zeilen umfassenden Mitteilung an die Presse und einer nicht umfangreicheren Nachricht an die Mitglieder weist der Vorstand um Vorsitzenden Tomás Kábrt darauf hin, dass dem Verein zum Beginn der Festspielsaison 2016 die Zahlungsfähigkeit gedroht habe. Dies habe sich schon seit Jahren abgezeichnet. Nach „schwierigen Jahrgängen 2012 bis 2014“, seien 2015 erneut hohe Verluste entstanden, die der Verein letztlich nicht mehr auffangen konnte. Auf Grund der fehlenden finanziellen Sicherheit sehe man die Zukunft des Vereins als gefährdet an.

Wie der Sprecher des Vereins MDR SACHSEN auf Nachfrage mitteilte, bestellt das Gericht derzeit einen Insolvenzverwalter. Er wird entscheiden, wie es mit dem Verein und dem Festival weitergeht. Die Planungen für diese Saison haben zumindest schon begonnen und ein Programm liege in der Schublade.

Am 14. Juli 1992 begann mit dem Eröffnungskonzert der erste gemeinsame sächsisch-tschechisch-bayerische Festivaljahrgang. Seit dem Jahre 2004 verbindet das deutsch-tschechische Kulturereignis »Festival Mitte Europa – Neue Nachbarschaften • Dialog der Kulturen« 65 sächsische, tschechische und bayerische Kommunen bzw. ländliche Gemeinden, ca. 400 km entlang der deutsch-tschechischen Grenze, von der Oberpfalz, Oberfranken, Westböhmen, über das Vogtland, das Erzgebirge bis in den Dresdner Raum und nach Nordböhmen. Es verbindet geographisch beispielhaft erstmalig drei Euro-Regionen, die Euregio Egrensis, Eurego Erzgebirge/Krušnohoří sowie Elbe/Labe.

Kulturpolitik 04.01.2016 Evaluation zum Kulturraumgesetz

Öffentliche Anhörung im Sächsischen Landtag

 

Am 18. Januar 2016, 10 Uhr führt der Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien des Sächsischen Landtages eine öffentliche Anhörung im Sächsischen Landtag zum »Bericht über die Evaluation des Sächsischen Kulturraumgesetzes« durch. Der Evaluationsbericht des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst hatte noch im Dezember 2015 die Billigung des Sächsischen Kabinetts erfahren und wurde dann dem Landtag zugeleitet.

Auf der Basis eines Auftrages des Sächsischen Landtages fand im Zeitraum von September 2014 bis März 2015 eine Evaluation des Sächsischen Kulturraumgesetzes durch eine Arbeitsgruppe beim Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) durchgeführt. Die im Freistaat Sachsen aktiven Landeskulturverbände waren in dieser Arbeitsgruppe vertreten. Begleitend dazu hatte der Sächsische Musikrat im Februar und März 2015 in drei Gesprächsrunden zu den Themen Musikschulen, Theater/Orchester und Kirchenmusik mit Mitgliedern des Sächsischen Musikrates und Vertretern von Institutionen und Fachverbänden Gespräche zur Situation in den ländlichen Kulturräumen in Sachsen geführt. Am 21. April 2015 wurden in einem abschließenden Gespräch die Ergebnisse dieser Beratungen Vertretern von ländlichen Kulturräumen und den Vorsitzenden der Kulturbeiräte in den ländlichen Kulturräumen vorgestellt.

Bericht des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst zur Evaluation des Sächsischen Kulturraumgesetzes

Anlage zum Bericht des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst zur Evaluation des Sächsischen Kulturraumgesetzes vom 3. November 2015

Kulturpolitik 17.12.2015 Gegen die Leere nach dem Lehrauftrag

Memorandum zur Situation der Lehrbeauftragten an den künstlerischen Hochschulen in Deutschland

 

Der Deutsche Musikrat hat ein Memorandum zur Situation der Lehrbeauftragten an künstlerischen Hochschulen in Deutschland veröffentlicht. Das Papier bündelt wesentliche Forderungen, mit dem Ziel die Situation der Lehrbeauftragten für künstlerische und künstlerisch-pädagogische Lehrfächer in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

Die Lehre an den Musikhochschulen einschließlich der künstlerischen Fächer an den anderen Hochschulen in Deutschland wird seit Jahren in zunehmendem Maße von Lehrbeauftragten abgedeckt. Die Lehrbeauftragten tragen mit ihrer Arbeit wesentlich zur Profilbildung einer Musikhochschule bei, ohne in die dafür vorgesehenen Strukturen mit eingebunden zu sein. Eine Einbindung in die konzeptionelle Weiterentwicklung und in die organisatorische Hochschularbeit verbieten zahlreiche Hochschulgesetze. Die Finanzierung dieser Tätigkeit ist ebenfalls nicht vorgesehen. Zudem hat sich die soziale Lage der Lehrbeauftragten wesentlich verschlechtert, da sie keine soziale Absicherung erfahren, die Honorarsätze sich bundesweit hinsichtlich der Qualifikation in einer unangemessenen niedrigen Bandbreite bewegen und die Beauftragung Semesterweise erfolgt. Mit dieser desaströsen Situation sind die Qualität und die Kontinuität der Lehre an den Hochschulen gefährdet. Deshalb fordern wir:

1) Die Pflichtangebote der künstlerischen und künstlerisch-pädagogischen Lehrfächer müssen grundsätzlich durch hauptamtliche Lehrende abgedeckt werden. Nur die Zusatzangebote oder die zeitlich befristete Versorgung von fehlenden Kapazitäten sollen durch Lehrbeauftragte übernommen werden.

2) Die Honorierung muss vergleichbar der der hauptamtlichen Lehrkräfte erfolgen. Dazu gehört vor allem auch die Dynamisierung in Anlehnung an die Einkommensentwicklung im Hochschulbereich.

3) Die soziale Grundsicherung muss auch auf der Basis einer nebenberuflichen Tätigkeit gewährleistet werden.

4) Die politisch Verantwortlichen in den Ländern sind gefordert, den Hochschulen die dafür notwendigen Rechte und Mittel zur Verfügung zu stellen.

Wir fordern die Kultusministerkonferenz, die für die Hochschulen zuständigen Ministerien in den Ländern, die kirchlichen und privaten Träger der Hochschulen, die Bundestagsausschüsse „»Kultur und Medien« und »Arbeit und Soziales« sowie die Bundesregierung auf, sich auf der Grundlage der Empfehlungen der Enquete »Kultur in Deutschland« mit der Lösung dieses Problems zu befassen.

Deutscher Musikrat

Kulturpolitik 20.11.2015 Konferenz Runder Tisch zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Sachsen

Der Staatsminister im SMWK, Uwe Gaul, hatte am 5. November Vertreterinnen und Vertreter aus den Kulturräumen, den Sächsischen Bildungsagenturen und von landesweiten Trägern zum Runden Tisch zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung eingeladen.

 

Die Koalitionsregierung hatte im vergangenen Jahr beschlossen, in Abstimmung mit den handelnden Akteuren ein landesweites Konzept zur kulturellen Bildung in Sachsen zu entwickeln und umzusetzen. Die Veranstaltung bot Raum für einen länderübergreifenden Erfahrungsaustausch zu diesem Thema. In Anwesenheit der Ministerin Dr. Eva-Maria Stange berichteten Experten von der Kulturbehörde Hamburg, der Senatsverwaltung Berlin sowie der Arbeitsstelle »Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW« über ihre Erfahrungen. Dr. Christoph Dittrich, Generalintendant der Theater Chemnitz und Senator des Sächsischen Kultursenates, formulierte seine Erwartungen an die kulturelle Kinder- und Jugendbildung im Freistaat. Begrüßt wurde die Mitteilung der Ministerin, dass derzeit ein kreisübergreifendes Bildungsticket entwickelt wird, um für Kinder und Jugendliche kostengünstig eine freie Beweglichkeit und Erreichbarkeit der Kultureinrichtungen zu ermöglichen. In der anschließenden Diskussion ging es u.a. um die Rolle der künstlerischen Hochschulen in diesem Prozess, um Kompetenzentwicklung in der Schule, die Wichtigkeit des Dritten Ortes sowie Strukturvoraussetzungen für eine bessere Verzahnung von schulischer und außerschulischer Bildung. Christine Range mahnte als Vertreterin der LKJ Sachsen e.V. einen weiten und offenen Kulturbegriff an, der einen Lebensweltbezug aufweist und die Interessen der Jugendlichen  berücksichtigt, denn kulturelle Bildung ist nicht nur Bestandteil der formalen Bildung, sondern sie ist auch Ort des Ausprobierens, der Selbstfindung und der Erfahrung von Selbstwirksamkeit.  Kinder und Jugendliche sind Zielgruppe und Akteure gleichermaßen. Staatssekretär Gaul unterstrich das Anliegen, möglichst allen Kindern und Jugendlichen Zugang zu Kultur zu ermöglichen und dafür gemeinsam mit vielen Partnern ein Konzept zu entwickeln.

Dr. Christine Range

Werbung