Der Sächsische Musikrat e.V.

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 

Der SMR ist Mitglied im Deutschen Musikrat und der Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände in Sachsen.

Er wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

 
Anzeige
Anzeige
 
Personalia 03.06.2019 »Ich möchte der musikalischen Farbigkeit unserer Chorlandschaft neue Impulse geben«

Nico Nebe ist neuer Landeschorleiter des Sächsischen Chorverbandes

 

Der Zwickauer Musikerzieher, Dirigent, Komponist und Musikverleger Nico Nebe wurde vom Präsidium des Sächsischen Chorverbandes e.V. zum neuen Landeschorleiter des Verbandes gewählt. Der Präsident des Westsächsischen Chorverbandes e.V. und Chorleiter des Kammerchores »Belcanto« Zwickau sowie des Männerchores »Liederkranz« Zwickau 1843 wird sich in dieser Funktion künftig um die musikalischen Interessen und Angelegenheiten der über 270 Chöre des Sächsischen Chorverbandes kümmern. 

»Unsere Chöre zeigen sich in einer großen musikalischen Farbigkeit. Die Genrevielfalt unserer Männerchöre, gemischten Chöre, Kinder- und Jugendchöre, Schulchöre, Frauenchöre, Kammerchöre und Chöre in den Musikrichtungen Jazz, Pop und Groove für die Laienchorlandschaft Sachsens zu erhalten und ihr neue Impulse zu geben, ist eine meiner vordringlichsten Aufgaben«, umreißt Nico Nebe eine der Intentionen für sein Ehrenamt. Bereits als langjähriger Vizepräsident des Sächsischen Chorverbandes war er in den zurückliegenden Jahrzehnten wesentlich an der Entwicklung der Chorszene im Freistaat beteiligt. Für seine künstlerischen Leistungen in der Chorleitung wurde ihm vom Bundesverband Deutscher Chorverbände der Titel Chordirektor (BDC) verliehen.

Als Landeschorleiter wird Nico Nebe Ansprechpartner für die Mitgliedschöre und die vier Regionalverbände in künstlerischen Fragen sein. Darüber hinaus möchte er in seiner Funktion »das Miteinander unserer Chöre koordinieren und den Austausch zwischen unseren Chören auf musikalischen wie persönlichen Ebenen fördern.

Die Chöre des Sächsischen Chorverbandes können viele Synergien und Leistungsangebote nutzen, mit denen der Verband die Chorarbeit unterstützt und fördert. Noch wichtiger als in den Jahren zuvor sei es, den Erfahrungsaustausch unter den Chören zu intensivieren, die Chöre zu Kooperationen zu ermuntern, ihnen aber ebenso künstlerisch neue Impulse für die Gestaltung von Programmen, Proben und Chorauftritten zu geben. Zusammen mit dem Präsidium des Sächsischen Chorverbandes möchte Nico Nebe hierfür neue Ideen und Konzepte entwickeln und umsetzen. Besonders wichtig sei es ihm, die Chöre bei der Gewinnung von sängerischem Nachwuchs zu unterstützen, so Landeschorleiter Nebe. Unter anderem möchte er dafür die Zusammenarbeit von Chören des Sächsischen Chorverbandes mit Kindergärten, Schulen und nicht zuletzt mit nicht verbandsgebundenen Ensembles stimulieren. Dafür ist der Austausch untereinander ebenso erforderlich wie Impulse, die wir als Verband und ich als Landeschorleiter für die Gestaltung von Programmen, Proben oder auch Chorauftritte geben kann. »Wir sollten in unseren Teilverbänden noch stärker darauf schauen, in welchen Chören beispielsweise die Chorarbeit besonders gut läuft. Diese Chöre könnten ihre Erfahrungen zu unseren Infotagen für Vorstände oder in Seminaren an andere Chöre weitergeben. »Wir müssen die Freude, die unsere Chöre am Singen in einer Gemeinschaft haben, noch stärker nach außen tragen. Dafür sind wir als Verband als Ideengeber gefragt«, so Nico Nebe.

»Ich glaube, es wird immer dringlicher, die Zusammenarbeit unserer Chöre zu intensivieren, und zudem das über Jahre hinweg gesungene Repertoire aufzufrischen.« Mit einer regelmäßigen Literaturveränderung halte man SängerInnen geistig fit und gesanglich frisch – überrascht dazu noch das Publikum und gewinnt sängerischen Nachwuchs. Chorvorstände sollten ihre Chorleiter zu Repertoirewechseln ermutigen, so Landeschorleiter Nico Nebe. »Volksliedbearbeitungen beispielsweise, die modern und mit einem hohen musikalischen Anspruch gesungen werden können, sprechen das Publikum an und machen zudem viel Spaß beim Singen.«

Wenn im Frühjahr 2020 Tausende Sängerinnen und Sänger zum Deutschen Chorfest nach Leipzig kommen, wird sich auch der Sächsische Chorverband in seiner ganzen chormusikalischen Farbigkeit zeigen. »Ich ermuntere unsere Chöre, diese einzigartige Chance eines bundesweiten Chorfestes vor der eigenen Haustür zu nutzen, um sich musikalisch zu vergleichen, sich zu präsentieren und sich Anregungen für die eigene Chorarbeit zu holen.« Das Deutsche Chorfest 2020 in Leipzig werde auch eine Werbung für den Chorgesang in Sachsen sein. »Eine klangvollere Werbung für neue Sängerinnen und Sänger in unseren Chören können wir in Sachsen nicht bekommen!«




Personalia 14.05.2019 Ton Koopman – neuer Präsident der Stiftung Bach-Archiv Leipzig

Der niederländerische Cembalist, Organist und Dirigent Ton Koopman gehört zu den weltweit führenden Bach-Interpreten

 

Ton Koopman ist neuer Präsident der Stiftung Bach-Archiv Leipzig. Der niederländische Cembalist, Organist, Dirigent und Musikwissenschaftler übernimmt damit die Rolle eines international beachteten Botschafters für die Leipziger Bach-Forschung. Koopman folgt auf John Eliot Gardiner, der die Funktion des Stiftungspräsidenten von 2014 bis 2018 ausübte.

Im Rahmen einer Sitzung des Stiftungsrates unter Leitung des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung wurde am 13. Mai 2019 Ton Koopman zum neuen Präsidenten der Stiftung Bach-Archiv Leipzig gewählt. In dieser Funktion ergänzt der niederländische Bach-Spezialist ab sofort den dreiköpfigen Vorstand der Stiftung, dem zudem der Direktor des Hauses, Bach-Forscher Prof. Dr. Peter Wollny, und die Geschäftsführerin Franziska Grimm angehören.

Ton Koopmans profunde und wissenschaftlich gestützte Kenntnis von Leben und Wirken Bachs prädestinieren ihn für die Funktion des Stiftungspräsidenten ebenso wie seine herausragende Karriere als Musiker: Koopman ist Gründer des renommierten Amsterdam Baroque Orchestra sowie des Amsterdam Baroque Choir und gastierte als Solist und Ensembleleiter an allen bedeutenden Konzerthäusern und Festivals der Welt. Als Gastdirigent arbeitete Koopman mit bedeutenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder dem New York Philharmonic Orchestra. Koopman ist Professor emeritus der Universität Leiden, Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London, künstlerischer Leiter des Festivals »Itinéraire Baroque« und Präsident der International Dieterich Buxtehude Society. Für seine Verdienste wurde Ton Koopman mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt, darunter die Bach-Medaille der Stadt Leipzig.

Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln.

Allgemeines 16.04.2019 Der Sächsische Musikrat hat ein neues Präsidium

Die diesjährige Mitgliederversammlung des SMR wählte ein neues Präsidium und mit Prof. Milko Kersten auch einen neuen Präsidenten. Der scheidende Präsident Prof. Dr. Christoph Krummacher zog Bilanz seiner zwölfjährigen Amtszeit.

Rede von Prof. Milko Kersten anlässlich seiner Wahl zum neuen Präsidenten des Sächsischen Musikrates

In einem Pressegesprächs am 16. April in der Landespressekonferenz haben Prof. Dr. Christoph Krummacher, Prof. Milko Kersten und der Geschäftsführer des Sächsischen Musikrates Torsten Tannenberg Rückschau auf das vergangene Jahr gehalten und die nächsten Aufgaben des Musikrates beschrieben.

 

Am 13. April 2019 fand in der Landesmusikakademie Sachsen die Jahresmitgliederversammlung des Sächsischen Musikrates statt. Der Musikrat vereint als zahlenmäßig größter sächsischer Kulturverband 28 Landesfachverbände und 13 Institutionen. Er vertritt damit ca. 150.000 Musikausübende in Sachsen.

Als Präsident wurde Prof. Milko Kersten mit hoher Zustimmung der Anwesenden neu gewählt. Kersten dankte in einer ersten Stellungnahme seinem Vorgänger Prof. Dr. Christoph Krummacher. Krummacher war nach 12 Jahren Amtszeit nicht wieder angetreten. Er hatte in seinem Bericht den Mitgliedern des Präsidiums und allen Mitgliedern des Musikrates für ihre Unterstützung im vergangenen Jahr sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern, die in ganz Sachsen auch die Projekte vor allem im Bereich der musikalischen Nachwuchsförderung mit ermöglicht haben, gedankt.

Als weitere Mitglieder des Präsidiums wurden im Amt bestätigt: Carsten Dufner (Leiter MDR Klassik digital), Ulf Firke (Schulmusiker), Markus Leidenberger (Landeskirchenmusikdirektor) und Helge Lorenz (Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester). Neu in das Präsidium wurden Iris Firmenich, MdL und Ekaterina Sapega-Klein, Künstlerische Direktorin des Sächsischen Landesgymnasium für Musik in Dresden gewählt.

In der Präsentation des Tätigkeitsbereichts für 2018 zog der scheidende Präsident Prof. Dr. Christoph Krummacher Bilanz seiner zwölfjährigen Amtszeit:

Mein Bericht wird wie gewohnt nur einige Punkte des Ihnen vorliegenden schriftlichen Berichtes herausgreifen und darüber hinaus die ersten Monate des laufenden Jahres zusammenfassen.

Dankbar können wir feststellen, dass die verschiedenen Partner unserer Arbeit uns im Berichtszeitraum wiederum treu geblieben sind. Ich denke dabei an die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die sächsischen Sparkassen, die Kulturstiftung des Freistaates und an den BDLO und die uns mit ihm verbindende Bürogemeinschaft. Und nicht zuletzt hatte auch der Landeswettbewerb Jugend musiziert mit etlichen und erstmals vergebenen Sonderpreisen neue Sponsoren. Insbesondere möchte ich aber dem Sächsischen Landtag und dem SMWK danken. Der neue Doppelhaushalt 2019/20 hat nicht nur eine 13%ige Steigerung der Kulturausgaben gebracht, sondern damit verbunden eine solide Grundausstattung des Musikrates und vor allem eine erhebliche Erhöhung der Mittel des Instrumentenfonds, der jetzt auch den Musikschulen und ihrer Ensemblearbeit offensteht. Darüber hinaus können wir in diesem Jahr erstmals Laienensemble unterstützen, die zu Wettbewerben, Probelagern, Begegnungen o.ä. reisen wollen. Deren Unterstützung war uns seit langem ein wichtiges Anliegen, wenngleich nicht möglich. Wir sind froh, dass dafür nunmehr eine gewisse Finanzierungshilfe zur Verfügung steht. Hinsichtlich des Instrumentenfonds möchte ich einen Hinweis anschließen. Welch dringender Bedarf bei vielen Laienensembles zur Verbesserung und Aufstockung ihres Instrumentariums besteht, wird dem Präsidium, das regelmäßig dazu berät, aus der Fülle nachvollziehbarer Anträge immer wieder deutlich. Zugleich sollten die Antragsteller sich dessen bewusst sein, dass ein solcher Fond keine Selbstverständlichkeit ist. Und sie müssen sich zugleich dessen bewusst bleiben, dass sie mit der Bewilligung ihrer Anträge auch eine Verpflichtung zur Wartung der Instrumente übernehmen. Übrigens ist es für das Präsidium durchaus nicht immer einfach, zwischen berechtigten Anliegen und einer gewissen Verteilungsgerechtigkeit auszutarieren. Und wir sehen bei der Bewilligung von Anträgen auch darauf, dass bei der Beschaffung von Instrumenten wenn irgend möglich sächsische Instrumentenbauer und -händler berücksichtigt werden. Insofern stellt der Instrumentenfond auch eine nicht zu unterschätzende Unterstützung dieser Fachbranchen dar.

Über unsere verschiedenen Projekte gibt der schriftliche Bericht ausführliche Informationen. Herausragende Höhepunkte waren für das JJO die sommerliche Reise nach London und für das LJO das gemeinsame Konzertprogramm mit der Singakademie Dresden bei Konzerten hier Dresden und Leipzig und anschließend in Südafrika. Der Landeswettbewerb Jugend musiziert hatte an den beiden vergangenen Wochenenden mit über 500 Teilnehmern eine rekordverdächtige Beteiligung, die freilich für sich genommen noch nicht sehr viel sagt. Entscheidender war für meine Ohren das Abschlusskonzert am 7. April, das nach meinem Eindruck ein in dieser Form selten gehörtes Niveau besaß.

Über die rein statistische und weiterhin erfreuliche Entwicklung unserer Landesmusikakademie sind Sie ebenfalls durch den schriftlichen Bericht informiert. In personeller Hinsicht war das vergangene Jahr allerdings nicht einfach. Angesichts des krankheitsbedingten Ausfalls von Frau Müller war nicht nur Frau Friedrich besonders gefordert. Für ihren großen Einsatz danken wir ihr sehr. Ebenso mussten die Mitarbeiter der Geschäftsstelle und insbesondere Herr Tannenberg viele Vertretungsdienste übernehmen. Wir sind froh, dass wir mit Frau Lena Thalheim seit dem 1. Januar dieses Jahres die Leitung der Akademie wieder in festen Händen wissen und Frau Thalheim sich außerordentlich schnell und entschlossen in die Arbeit hineingefunden hat. Zugleich möchte ich auch an dieser Stelle nochmals Frau Müller einen besonderen Dank sagen für all das, was sie in den Start- und Aufbaujahren hier in Colditz mit Umsicht und Phantasie geleistet hat. Wir alle wissen um die Verdienste von Frau Müller und ebenso, dass der Stand, den die LMA inzwischen hat, kein Selbstläufer war. Das eigene Kursangebot hat an Vielfalt zugenommen. Gewiss ist es noch ausbaufähig, aber dazu bedarf es neben den laufenden Verwaltungs- und Organisationsaufgaben auch entsprechender Zeit- und Planungsressourcen. Und diese sind angesichts des begrenzten Personalhaushaltes schwer zu erbringen. Vielleicht haben Sie bemerkt, dass es neuerdings vor den Schlosstoren endlich ein gastronomisches Angebot gibt, für dessen Installierung sich nicht zuletzt Frau Müller immer wieder eingesetzt hatte. Demgegenüber sind wir in der Causa Terrassenhaus kaum vorangekommen. Ich hatte schon in vergangenen Jahren von unseren Bemühungen berichtet, dieses inzwischen baulich gesicherte Gebäude für eine Nutzung durch Musikrat und Jugendherberge auszubauen, was beiden Partnern eine gewisse zusätzliche Kapazität für die Gästeunterbringung und uns auch zusätzliche Probenräume bringen könnte. Durch mehrfache personelle Wechsel in der Geschäftsführung des Jugendherbergswerks war eine Fortsetzung der entsprechenden Gespräche während des vergangenen Jahres leider nicht möglich, obwohl wir unsererseits solche nahezu penetrant angestrebt haben. Unmittelbar vor unserer heutigen Mitgliederversammlung hat ein solches Gespräch nun doch endlich stattgefunden. Und wir können hoffen, dass nun zielstrebig an einer gemeinsamen Konzeption gearbeitet wird. Immerhin haben wir unbeschadet des neuen Doppelhaushaltes deutliche Signale aus den beiden Ministerien SMF und SMWK, dass man dort unvermindert positiv zu den Ausbauplänen steht.

Anknüpfend an meinen vorjährigen Bericht möchte ich zwei bildungspolitische Initiativen unseres Musikrates erwähnen. Zum einen haben wir zusammen mit den beiden Hochschulen, dem Landesverband der Konzertchöre, dem Sächsischen Chorverband und dem Landesverband Musikunterricht am 7. Mai 2018 ein Plädoyer für das Ensemblemusizieren in den Schulen unseres Freistaates an die Fraktionen des Landtages übergeben. Darin wird der unersetzliche Wert musikalischer Bildung knapp umschrieben, indem es heißt: »Musikalische Bildung knüpft in zweierlei Weise an die leibliche Ausstattung des Menschen an: Im Besitz der Stimme, unserem ureigenen Instrument, und in der nach außen gewandten Gestaltung unserer körperlich-rhythmischen Lebensgrundlagen. Daher vermag musikalische Bildung in besonders verdichteter Weise unsere Innen- und Außenwahrnehmung zu koordinieren und zu fördern. Wer sich künstlerisch ausdrückt, übt gleichermaßen den Eigensinn einer autonomen Persönlichkeit und partnerschaftliche Verantwortung in der Gemeinschaft.« Das Zustandekommen eines solchen gemeinsamen Plädoyers scheint – gestatten Sie mir diese Anmerkung – am Ende wenig spektakulär. Es zu formulieren, setzt gleichwohl eine ziemliche Investition an Zeit, Terminkoordinierung und Interessenausgleich voraus, was zwar zu den ureigenen Aufgaben unseres Dachverbandes gehört, allerdings auch eine gewisse Hartnäckigkeit erfordert. Die Reaktionen der Landtagsfraktionen dazu blieben bislang recht verhalten. Bleibt zu hoffen, dass den Abgeordneten des zukünftigen Landestages dieses Papier irgendwann noch einmal in die Hände fällt und sie sich der dort formulierten Anliegen und Forderungen annehmen.

Im Frühjahr 2018 wurden Pläne der Staatsregierung bekannt, die Stundentafeln der sächsischen Schulen zu kürzen. Dies ließ befürchten, dass auch das Fach Musik betroffen sein könnte. Sie werden sich an vielfältige Proteste dagegen und meinen Brief an Staatsminister Piwarz erinnern. Das Gespräch, das Herr Dr. Anders, Herr Tannenberg und ich dazu Ende Juni mit dem Kultusminister führen konnten, ergab zum einen, dass das Schulfach Musik weiterhin durchgehend vorgesehen ist, und eröffnete zum anderen die Möglichkeit, über Rahmenbedingungen und Ausgestaltung musikalischer GTA-Angebote konstruktiv verhandeln zu können. Damit öffnete sich ein Handlungsfenster, für das wir uns vor vielen Jahren erfolglos bemüht hatten. Frau Sapega-Klein, Herr Dr. Anders und Herr Tannenberg haben in zahlreichen Gesprächen und in ständiger Rückbindung zum Präsidium mit dem Kultusministerium eine Vereinbarung formuliert, die Mindeststandards für Qualität der Angebote, Qualifizierungsvoraussetzungen der Akteure und deren Fortbildung regelt, während eine konkrete Aussage zu deren Bezahlung leider nicht erreichbar war. Dennoch ist das Präsidium der einmütigen Überzeugung, dass das Erreichte einen Fortschritt darstellt, der nicht deswegen aufs Spiel gesetzt werden darf, weil nicht alle Wünsche erfüllt sind. Aus Termingründen war es nicht mehr möglich, diese Vereinbarung zwischen dem SMK und dem SMR vor der heutigen Neuwahl von Präsidium und Präsident zu unterzeichnen – ich gebe ehrlich zu, dass ich selbst gerne noch meine Unterschrift darunter gesetzt hätte. Wichtiger aber ist die Tatsache als solche, dass wir hier endlich einen Basiskonsens gefunden haben. Und so überlasse ich es gerne der neuen Leitung des Musikrates, diese Ernte langjähriger Bemühungen einzufahren.

Lassen Sie mich zwei Hinweise anschließen. Vom 20.–22. September wird zum Thema »Sächsische Schulchöre« unser nächster Fachtag stattfinden, in Kooperation mit der Musikhochschule Dresden und der Kulturstiftung. Mein zweiter Hinweis gilt einem vermeintlich in ferner Zukunft liegenden Ereignis. Die Mitteldeutsche Barockmusik hat im vergangenen Sommer eine erste Initiative zur Planung des Gedenkjahrs zum 350. Todestages von Heinrich Schütz 2022 ergriffen. Darüber hinaus hat es dazu vor einigen Wochen ein Gespräch der drei mitteldeutschen Landesmusikräte mit der MBM gegeben, um gemeinsame Planungen vorzubereiten. Ich erwähne dies hier, weil auch einzelne Mitgliedsverbände unseres Sächsischen Musikrates unmittelbar von einem Schütz-Gedenkjahr tangiert sein werden und ich daher Ihre langfristige Aufmerksamkeit schon jetzt darauf lenken möchte.

Dieser Tätigkeitsbericht ist der letzte, den ich Ihnen nach zwölf Jahren als Präsident erstatte. Sie werden mir erlauben, dass ich daher mit eher persönlichen Anmerkungen schließe. Bereits vor vier Jahren, als Sie mich zum dritten Mal in das Amt des Präsidenten gewählt haben, hatte ich angekündigt, dies solle meine letzte Amtsperiode sein. Ich beende diese Tätigkeit nicht, weil ich ihrer überdrüssig geworden wäre, sondern weil ich der Überzeugung bin, dass es Zeit ist für einen Generationswechsel und für die Ideen neuer Verantwortungsträger. Bilanz zu ziehen, steht letztlich der Mitgliederversammlung zu. In meinem eigenen Resümee stelle ich eine über die Jahre hinweg gewachsene stabile Finanzausstattung des Musikrates fest. Landtag und Staatsregierung haben mit dem neuen Doppelhaushalt realisiert, worauf wir und andere immer wieder hingewiesen hatten, dass zu Erhalt und Entwicklung der Kultur nicht nur in Gebäude investiert werden muss – und da ist Großartiges gelungen –, sondern auch in die Arbeits- und Lebenssituationen der Akteure. Die bessere Bezahlung in Schulen, Theatern oder Orchestern ist eine gewichtige Verbesserung. Ich will aber auch zwei andere Gesichtspunkte nicht verschweigen. Im System »Kultur« steckt sehr viel Geld. Ich frage mich allerdings immer öfter, ob es durchweg vernünftig verteilt ist. Wenn in unserer Gesellschaft der Unwille über exorbitante, ja dreiste Einkünfte von Bankern, Managern oder Profifußballern zunimmt, ist das durchaus verständlich. Freilich ist auch der Kultursektor von solchen Ungleichgewichten berührt. Die zunehmende Ökonomisierung der Kultur ist ein Problem, über das man nicht gerne spricht, will man sich nicht dem Vorwurf der naiven Weltfremdheit aussetzen. Mir macht sie dennoch Sorge. Denn Vielfalt und künstlerisches Niveau sind nicht erst bei Events und an »Kultstätten« der Kultur zu finden, wo hohe Gagen bezahlt werden, sondern ebenso bei weniger spektakulären Anlässen, bei denen oft recht bescheiden entlohnt wird. Und ich denke, es ist nicht zuletzt Aufgabe unseres und aller Landesmusikräte, darauf immer wieder aufmerksam zu machen und größere Verteilungsgerechtigkeit anzumahnen. Und zweifellos ist die Kultur ebenso durch Banalisierung bedroht, wo Ernsthaftigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung von vordergründiger Inszenierung oder gar aufmerksamkeitsheischenden Skandalen überlagert wird. Man denke nur daran, wer, gemessen an Medienpräsenz, uns als prominent und als Idol präsentiert wird.

Wir haben als SMR in den letzten Jahren vielerlei auf den Weg gebracht: Ich denke beispielsweise an die Landesmusikakademie, an die Fachtage, an die Themen KiTa, Schulchöre und die verschiedenen Facetten musikalische Bildung. Ich behaupte nicht, dass wir bei allen Themen erfolgreich gewesen wären. Aber immerhin haben wir für einige Themen Aufmerksamkeit wecken können. Und da steht das Bildungsthema ganz obenan. Vielleicht erleben wir es eines Tages, dass Umfang und Qualität der musisch-ästhetischen Schulbildung zu den unverzichtbaren Beurteilungskriterien sächsischer Schulen gezählt und PISA-würdig wird. Wir stoßen allerdings in unserer Arbeit auch an die eigenen Grenzen des Machbaren, worauf ich schon in früheren Berichten wiederholt hingewiesen habe. Angesichts der personellen Ressourcen und der Ehrenamtlichkeit vieler Mitarbeitender haben wir Probleme, alle Bälle, mit denen wir jonglieren, in der Luft zu halten, weil das Tagesgeschäft ständig neue Fragestellungen bringt. Es ist nicht leicht, den wechselnden Vordringlichkeiten gerecht zu werden und zugleich die notwendige Langatmigkeit für die »dicken Bretter« zu bewahren. An dieser Stelle bin ich durchaus auch mit mir selbst unzufrieden und kann nur hoffen, dass das neu zu wählende Präsidium hierin die notwendige Balance finden möchte. Gewiss wäre es wünschenswert, das in unserer Satzung vorgesehene Instrumentarium von Arbeitsgruppen zu intensivieren. Aber ich weiß natürlich, dass die potentiell für solche Arbeitsgruppen Ansprechbaren ihrerseits ebenso unter Zeitmangel leiden und an Grenzen des ehrenamtlich Leistbaren stoßen.

Ich verabschiede mich aus dem Präsidium mit einem vielfachen Dank. Ich habe in den zwölf Jahren viel gelernt und bin durch Begegnungen und Einblicke bereichert worden. Ich danke für ein Teamwork, denn alles Gelungene war nie nur das Verdienst Einzelner und schon gar nicht des Präsidenten. Ich danke insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle für ihr Engagement, für ihre Stetigkeit, Einsatzfreude und für ihre Ratschläge, die sie in die Arbeit des Präsidiums eingebracht haben. Dankbar bin ich für die kollegiale Zusammenarbeit im Präsidium, in die unterschiedliche Erfahrungen eingeflossen sind, über die ich selbst nicht verfügte. Das heute zu wählende Präsidium wird um einiges anders aussehen als das bisherige. Daher geht mein besonderer Dank an die beiden Präsidiumsmitglieder, die auf jeden Fall mit mir ausscheiden werden, Frau Fiedler und Herr Dr. Anders. Und schließlich danke ich Ihnen, den Mitgliedern des Sächsischen Musikrates, für Ihr Vertrauen über eine so lange Zeit, auch wenn ich bestimmt nicht alle Erwartungen erfüllt habe. Danke, dass Sie mir die Ehre und die Möglichkeit gegeben haben, für den Musikrat tätig sein zu können.

Personalia 03.12.2018 Axel Köhler ist neuer Rektor der HfM Dresden

Erweiterter Senat stimmt mehrheitlich für 58jährigen Sänger und Regisseur

 

Axel Köhler ist neuer Rektor der Dresdner Hochschule für Musik. Der 58jährige setzte sich am 3. Dezember in der Wahl durch den Erweiterten Senat im ersten Wahlgang gegen Prof. Stephan Froleyks (Prodekan Universität Münster) durch. Köhler hat bereits erklärt, die Wahl annehmen zu wollen.

Zu Beginn seiner Amtszeit wolle er, so Köhler, als Einstieg in eine gut funktionierende Kommunikation, jeden Mitarbeiter des Hauses kennenlernen und Kontakt zu den Studierenden aufnehmen. »Eine Bestandsaufnahme zum internen mentalen Zustand der Hochschule halte ich für einen gelingenden Start für besonders wichtig.« In der Folge werde er zügig die gemeinsame Diskussion um Leitlinien zur weiteren Ausrichtung und Profilierung der Hochschule eröffnen.

Axel Köhler wurde 1960 in Schwarzenberg im Erzgebirge geboren. Er studierte an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Violinpädagogik und Gesang. Seine musikalische Karriere führte ihn zunächst ins Ensemble der Oper Halle, im Verlauf seiner künstlerischen Karriere als Gast u.a. an die Semperoper Dresden, die Bayrische Staatsoper, die Staatsoper Hamburg, das Royal Opera House London, die Staatsoper Wien sowie zu den Salzburger Festspielen. 1994 wurde er mit dem Händel-Preis geehrt und 1998 zum Kammersänger ernannt. Von 2009 bis 2016 war Axel Köhler künstlerischer Direktor und später Intendant der Oper Halle. Seit 2000 ist Köhler auch als Regisseur tätig, inszenierte u.a. in München, Bayreuth, Innsbruck, Dresden, Palermo und Graz. Seit der Spielzeit 2016|2017 ist er Mitglied des Ensembles der Staatsoperette Dresden.

Wann der neu gewählte Rektor sein Amt tatsächlich antreten kann, wird derzeit noch verhandelt. Die Hochschule für Musik wird nach dem Rücktritt von Amtsvorgängerin Judith Schinker im März dieses Jahres derzeit interimistisch von Rebekka Frömling, Prorektorin für Studium und Lehre, geleitet.

Personalia 29.10.2018 Prof. Dr. Christoph Krummacher ist Ehrenmitglied des Deutschen Musikrates

Im Rahmen ihrer Generalversammlung haben die Mitglieder des Deutschen Musikrates dem Präsidenten des Sächsischen Musikrates die Ehrenmitgliedschaft verliehen

 

Im Rahmen ihrer Generalversammlung haben die Mitglieder des Deutschen Musikrates Prof. Dr. Christoph Krummacher am 20. Oktober 2018 in Berlin die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes verliehen.

Nachfolgend finden Sie den Wortlaut der Laudatio von Prof. Eckard Lange (Weimar) auf den Preisträger:

»Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist mir eine besondere Ehre und Freude, hier eine kurze Laudatio für Herrn Prof. Dr. Christoph Krummacher vortragen zu dürfen. Wir kennen uns seit vielen Jahren und arbeiten seit zwölf Jahren als Landesmusikratspräsidenten in Mitteldeutschland eng zusammen. Es gab und gibt regelmäßige Treffen, bei denen wir vergleichbare Strategien beraten und wo ich Ihren vorsichtigen Rat, lieber Herr Krummacher, besonders schätzen gelernt habe. Und wir arbeiten seit Jahren auch unmittelbar bei den Musikratsprojekten zusammen, beispielsweise bei Jugend musiziert oder in gemeinsamen Projekten unserer Landesjugendensembles. Ich kenne ihn schon viel länger, aber ich weiß nicht, ob ich ihm das mal verraten habe. Er ist Jahrgang 1949, wurde ist Berlin geboren und ist in Greifswald aufgewachsen, wo er ersten Orgelunterricht bei Hans Pflugbeil erhielt. Nach dem Abitur studierte er Kirchenmusik (und der Theologie im Nebenfach) in Dresden (Orgelschüler von Hans Otto), Greifswald und Leipzig (u. a. bei Wolfgang Schetelich und Hannes Kästner). Nach seinem Staatsexamen 1975 war er zunächst Domkantor in Brandenburg an der Havel und von 1980 bis 1992 Universitätsorganist und Dozent an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock. Und aus dieser Zeit kennen wir uns, d.h. ich kenne ihn. Ich habe nämlich in dieser Zeit die älteste und schönste Dorforgel in Mecklenburg-Vorpommern, in Basedow, betreuen dürfen und dort hat er u.a. auch einmal konzertiert und ich habe bei ihm registriert. Er beschäftigte sich schon früh mit der Aufführungspraxis Alter Musik, besuchte internationale Meisterkurse von namhaften Organisten, so dass es kein Wunder war, dass ihn sein Weg auch zu dieser Orgel führte, die mitteltönig gestimmt ist und im Chorton steht. Christoph Krummacher promovierte 1991 auf dem Gebiet der Theologie und erhielt im gleichen Jahr den Kulturpreis der Hansestadt Rostock, gehörte er doch bereits in dieser Zeit zu den namhaftesten Organisten im Osten und konnte auf eine internationale Konzerttätigkeit verweisen - so gut das eben möglich war. 1992 erhielt er die Professor für Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und wurde Direktor des dortigen Kirchenmusikalischen Instituts. Er war dann nach Siegfried Thiele der zweite freigewählte Rektor der Hochschule in den Jahren 1997 bis 2003.

Zusätzlich zu seiner umfangreichen Konzerttätigkeit verfasste er zahlreiche Publikationen zu Interpretationsfragen, zu grundsätzlichen Problemen der Kirchenmusik und zum Verhältnis von Musik und Theologie. Sein neustes Buch wird gerade fertig.

Seit 2002 ist Christoph Krummacher ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und seit 2004 außerdem Universitätsorganist der Universität Leipzig. Er ist qua Amt Mitglied im Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks.

In seine 12 Amtsjahre als Präsident des Sächsischen Musikrates fällt die Eröffnung der Landesmusikakademie als Projekt des Musikrates und die Evaluierung der Arbeit des Dachverbandes durch den Freistaat Sachsen im Jahr 2010, wo es im Evaluationsbericht heißt: »Im Grunde steht der SMR konkurrenzlos in der sächsischen Musik- und Kulturlandschaft. Seine Aufgaben und Arbeitsinstrumente sind klar definiert und seine Vernetzungen und Kooperationsstrukturen sind komplex und effektiv aufgestellt..« Der inhaltliche Schwerpunkt von Präsident Christoph Krummacher war und ist die musikalische Bildung von Kindern im Vorschulalter und in der Grundschule und da werden wir ihn, auch wenn er 2019 nicht wieder als Musikratspräsident kandidieren wird, mehr als je zuvor brauchen. Ich gratuliere herzlich zur Ernennung!«

Personalia 26.09.2018 Neue Orchestermanagerin der Sächsischen Bläserphilharmonie

Barbara Venetikidou tritt Mitte September die Nachfolge von Gabriele Hegner an.

 

Barbara Venetikidou tritt die Nachfolge von Gabriele Hegner an, die im April die Geschäftsführung der Trägergesellschaft »Deutsche Bläserakademie« übernommen hatte. Die Berlinerin mit griechischen Wurzeln studierte Klarinette an der Universität der Künste Berlin und an der Hochschule für Musik Würzburg. Sie spielte vier Jahre Klarinette an der Nationaloper Griechenlands in Athen und dozierte am Staatskonservatorium ihrer Heimatstadt Thessaloniki. Danach war sie sechs Jahre Solo-Klarinettistin beim Landespolizeiorchester Brandenburg, bevor Sie sich für ein Masterstudium in Kultur- und Medienmanagement an der Freien Universität Berlin entschied. Barbara Venetikidou leitete zuletzt das Künstlerische Betriebsbüro des »Gustav Mahler Jugendorchesters« in Wien und ist nun glücklich wieder in ihrer Wahlheimat Deutschland arbeiten zu können: »Aus der wunderbaren Welt der Blasinstrumente kommend, ist es mir eine enorme Freude, diesmal in einer anderen Funktion zu einem Bläserensemble zurückzukehren. Der hervorragende Ruf der Sächsischen Bläserphilharmonie ist mir schon seit über 15 Jahren bekannt und es ist mir eine große Ehre, diesen wichtigen Namen nun selber zu tragen und zu repräsentieren!« Die Sächsische Bläserphilharmonie ist das einzige Kulturorchester Deutschlands, das in ausschließlich sinfonischer Bläserbesetzung auftritt und ist damit einzigartig in der deutschen Orchesterlandschaft. Im Herbst des vergangenen Jahres wurde das Orchester in das Förderprogramm »Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland« aufgenommen, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert wird.

www.saechsische-blaeserphilharmonie.de

Personalia 13.06.2018 Rastlos für die Kunst

Ludwig Güttler feiert heute seinen 75. Geburtstag

 

»Ein ruhiger Zeitgenosse war ich nie«, gab Ludwig Güttler vor ein paar Jahren in einem Interview zu. »Ich stamme sicher von Nomaden ab, die sich an vielen Orten heimisch fühlen und immer schon den nächsten Ort anstreben – zu DDR-Zeiten war ich eher im Ausland zuhause …« Immerhin ist Dresden dem geborenen Erzgebirger nun schon seit Jahrzehnten ein Zuhause, eine Heimat. Dresden - und seine Frauenkirche.

Güttler kommt aus einer musikalischen Familie, studierte in Leipzig, avancierte schnell zu einem der wichtigsten und besten Trompeter der DDR. Seine Scharmützel mit der Staatsmacht schilderte Alexandra Gerlach in ihrem Porträtbuch »Mit Musik Berge versetzen« (2011) eindrücklich. Wer das Buch liest, versteht besser, wie Güttler zu dem Menschen wurde, werden musste, der er heute ist: von Altersmilde nicht die Spur. Humorvoll kann er sein, und, ja, produktiv aufbrausen kann Güttler noch immer. Davon wissen Berufskollegen, Mitstreiter, Politiker ein Lied zu singen. Immer geht es ihm dabei um die Sache: etwas geht nicht schnell genug, jemand hat irgendetwas nicht zu Ende gedacht, nachlässig geplant. Nix da - wenn Güttler an Bord ist, hat die Sache zu funktionieren; man hat Schritt zu halten! Anders ist es ja auch nicht zu erklären, wie er Erlebnisse, Erfahrungen, Anekdoten sammeln konnte, die für fünf Leben reichen würden. 1500 Benefizkonzerte hat Güttler für die Frauenkirche gegeben. Und sein Kalender ist dieser Tage kaum weniger gefüllt: Man muss sich nur mal den Monat Dezember ansehen. In Güttlers musikalischem Hauptkampfmonat sind dieses Jahr neunzehn Konzerte aufgelistet. Am Nikolaustag konzertiert Güttler in seiner geliebten Frauenkirche, sein Blechbläserensemble spielt tags drauf in St. Marien in Pirna, hernach in St. Michaelis in Hamburg, in Bad Segeberg; die Virtuosi Saxoniae treten eine Woche später wiederum in der Frauenkirche auf, danach in Köln und München. Einen Tag vor Weihnachten steht die inzwischen legendäre Vesper vor der Frauenkirche an, zu Weihnachten spielt Güttler in Berlin, nach den Feiertagen wiederum in der Frauenkirche, danach bis Silvester in kleineren sächsischen Kirchen … Noch Fragen? Nein? Na, dann los!

Güttler, das versteht, wer seine Aufnahmen hört, seine Texte liest, ist ein rastloser Musiker, Forscher, Manager, Dirigent, Festival-Leiter und Kulturstreiter. Seine jüngste CD-Veröffentlichung »EDITION EUROPA« versucht sich an einer inhaltlichen Klammer des Kontinents, beschwört die einigende Kraft der Musik. Die kleine Box versammelt Musik von Hasse, Zelenka, Bach, Händel, Zelenka, Vivaldi (»Ein Fixstern neben Bach«), Haydn, Mozart, Dvorak. Und wir hören ein »Concerto Es-Dur für Corno da caccia« von Jan Krtitel Neruda, Abkömmling einer Musikerfamilie, die mehrere Generationen lang Mitglieder der Dresdner Hofkapelle stellte. Güttler studierte die Partitur im Kloster Osek (Ossegg) und erkannte: eine Solopartie in dieser Höhe, das konnte nicht für Trompete geschrieben sein. Neruda hatte für ein Diskantinstrument komponiert, eben das »Corno da caccia«, das Güttler in den achtziger Jahren in Zusammenarbeit mit dem Instrumentenbauer Friedbert Syhre (1938-2008) nachempfinden half.

In der Landesmusikakademie Sachsen hat der Trompeter, der noch zu DDR-Zeiten, so schätzt ein damaliger SPIEGEL-Artikel, über neuntausend junge Trompeter direkt ausbildete oder indirekt über sein schriftliches Lehrwerk prägte, letztes Jahr vier Tage lang einen Meisterkurs geleitet. Neben seinen Konzerten findet Güttler immer noch Zeit für Interviews, Gesprächsrunden, Veröffentlichungen, Stiftungsarbeit, lokale Nachwuchsförderung. Und rastlos musiziert er nach wie vor. »Für das, was ich geschafft habe, bin ich dankbar. Was ich gerne geschafft hätte, bleibt wünschens- und erstrebenswert.« In diesem Sinne gratulieren wir zum fünfundsiebzigsten Geburtstag – und freuen uns auf die Dinge und Themen, die dem Altmeister (das darf man doch ab jetzt sagen?) nun die nächsten Jahre erstrebenswert sein werden: Stiftungsarbeit, Förderpolitik, Musikforschung, und immer wieder die Musik, die Königin aller Künste. Ihr hat Ludwig Güttler sein Leben verschrieben. Kompromisslos.

Personalia 16.04.2018 Gabriele Hegner

Sächsische Bläserphilharmonie und Deutsche Bläserakademie haben eine neue Geschäftsführerin

 

Gabriele Hegner hat nach knapp zwei Jahren als Orchesterdirektorin und Orchestermanagerin die Geschäftsführung der Sächsischen Bläserphilharmonie und der Deutschen Bläserakademie übernommen.

Sie löst damit ab April Heiko Schulze ab, der die Geschicke seit 1996 in Bad Lausick führte. »Mein Ziel ist es, die Wahrnehmung unserer Institution, sowohl der Sächsischen Bläserphilharmonie als auch der Deutschen Bläserakademie deutlich zu verstärken. Die Bereiche Marketing und Sponsoring müssen sich massiv verändern. Wir wollen nicht nur überregional, sondern auch in unserer Heimat die Menschen erreichen und überzeugen. Es wird Zeit für die Marke ›Sächsische Bläserphilharmonie‹!«, so Gabriele Hegner über ihre Zukunftsplänen. Gabriele Hegner bringt durch ihre 10-jährige Erfahrung als Leiterin des Künstlerischen Betriebsbüros der Hofer Symphoniker sowie ihre bereits 14-jährige Praxis als selbständige Künstleragentin und Eventmanagerin in Frankfurt am Main die nötige Erfahrung für diese Position mit. Dass sie selbst Orchestermusik studiert hat und als Fagottistin tätig war, kommt der Bläserphilharmonie ebenso entgegen.

Die Sächsische Bläserphilharmonie ist das einzige Kulturorchester Deutschlands, das in ausschließlich sinfonischer Bläserbesetzung auftritt. Mit seinem knapp 70-jährigen Bestehen kann das Ensemble, ehemals Rundfunk-Blasorchester Leipzig, auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Seit 2011 ist Thomas Clamor als Chefdirigent für die Sächsische Bläserphilharmonie tätig. Neben Konzerttätigkeiten im Inland fungiert das Orchester auch als Kulturbotschafter, die die Musiker unter anderem nach China, Venezuela und Australien führte. Im Herbst des vergangenen Jahres wurde das Orchester in das Förderprogramm »Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland« aufgenommen, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert wird.

Personalia 28.12.2017 Friedbert Streller

Der Sächsische Musikrat trauert um sein Mitglied Dr. Friedbert Streller

 

Der Sächsische Musikrat trauert um Dr. Friedbert Streller. Nach Angaben seiner Frau starb er am 24. Dezember 2017 in Dresden.

Friedbert Streller wurde am 21.12.1931 in Hohburg geboren. Er wohnte und arbeitete seit 1968 als Musikkritiker, u.a. für die Sächsische Zeitung, in Dresden. Er war Buchautor und Komponist. Dr. Friedbert Streller war dem Sächsischen Musikrat über viele Jahre als Einzelmitglied und kritischer Begleiter verbunden.

Die Trauerfeier findet am 11. Januar 2018 um 10 Uhr im Johannisfriedhof Dresden statt.

Prof. Dr. Christoph Krummacher
Präsident

Personalia 11.12.2017 Christfried Brödel

Der langjähriger Rektor der Hochschule für Kirchenmusik feiert seinen 70. Geburtstag

 

Am 17. Dezember 2017 jährt sich zum 70. Mal der Geburtstag von Prof. Dr. Dr. h.c. Christfried Brödel, langjähriger Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens.

Erst 1984, nach erfolgreicher Promotion in Mathematik und Jahren der Berufstätigkeit als Mathematiker, legte Christfried Brödel sein Examen als Kirchenmusiker ohne vorheriges Studium ab und wurde noch im gleichen Jahr zum Landessingwart der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens berufen. Nach dem Tod Wolfram Zöllners übernahm er 1988 die Leitung der damaligen Kirchenmusikschule Dresden, die er zusammen mit der Chorleitungsprofessur an der 1992 zur Hochschule in kirchlicher Trägerschaft umgewandelten Ausbildungsstätte bis zu seinem Ruhestand 2013 innehatte.Bekannt ist Christfried Brödel vor allem durch sein Engagement für zeitgenössische Kirchenmusik geworden. Mit dem Chor der Hochschule für Kirchenmusik, der Meißner Kantorei 1961 und dem Solistenensemble vocal modern hat er zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer geistlicher Musik gestaltet, z. B. von Volker Bräutigam, Matthias Drude, Jörg Herchet, Günter Neubert und Manfred Weiss. Ebenso setzt sich der 1994 mit der Ehrendoktorwürde und 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz Ausgezeichnete aber für einen differenzierten und lebendigen Vortrag Alter Musik auch mit Laienchören ein. Dieses Anliegen verfolgte der Vorsitzende der Neuen Bach-Gesellschaft u. a. als Kursleiter von zahlreichen Bach-Akademien in Rumänien und der Ukraine sowie Schütz-Wochen in Südafrika.Christfried Brödel war Kultursenator des Freistaats Sachsen, Vizepräsident der „Konferenz der Leiter der kirchlichen und staatlichen Ausbildungsstätten für Kirchenmusik und der Landeskirchenmusikdirektoren in der EKD“ und ist seit 2013 Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. In Anerkennung seiner Verdienste um das sächsische Musikleben als Dirigent und als Pädagoge erhielt er 2006 die „Johann-Walter-Plakette“ des Sächsischen Musikrates.

Auch im Ruhestand ist Christfried Brödel noch als Dirigent, Lehrer und Autor tätig. Er ist Einzelmitglied des Sächsischen Musikrates. Sein Abschlusskonzert als Leiter der Meißner Kantorei mit Werken von Siegfried Reda, Wilfried Krätzschmar sowie Advents- und Weihnachtsliedbearbeitungen des Barock und der Romantik gibt er am Samstag, 16. Dezember 2017, 17:00 Uhr in der Dreikönigskirche Dresden.

Werbung