Der Sächsische Musikrat e.V.

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 

Der SMR ist Mitglied im Deutschen Musikrat und der Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände in Sachsen.

Er wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

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Personalia 03.12.2018 Axel Köhler ist neuer Rektor der HfM Dresden

Erweiterter Senat stimmt mehrheitlich für 58jährigen Sänger und Regisseur

 

Axel Köhler ist neuer Rektor der Dresdner Hochschule für Musik. Der 58jährige setzte sich am 3. Dezember in der Wahl durch den Erweiterten Senat im ersten Wahlgang gegen Prof. Stephan Froleyks (Prodekan Universität Münster) durch. Köhler hat bereits erklärt, die Wahl annehmen zu wollen.

Zu Beginn seiner Amtszeit wolle er, so Köhler, als Einstieg in eine gut funktionierende Kommunikation, jeden Mitarbeiter des Hauses kennenlernen und Kontakt zu den Studierenden aufnehmen. »Eine Bestandsaufnahme zum internen mentalen Zustand der Hochschule halte ich für einen gelingenden Start für besonders wichtig.« In der Folge werde er zügig die gemeinsame Diskussion um Leitlinien zur weiteren Ausrichtung und Profilierung der Hochschule eröffnen.

Axel Köhler wurde 1960 in Schwarzenberg im Erzgebirge geboren. Er studierte an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Violinpädagogik und Gesang. Seine musikalische Karriere führte ihn zunächst ins Ensemble der Oper Halle, im Verlauf seiner künstlerischen Karriere als Gast u.a. an die Semperoper Dresden, die Bayrische Staatsoper, die Staatsoper Hamburg, das Royal Opera House London, die Staatsoper Wien sowie zu den Salzburger Festspielen. 1994 wurde er mit dem Händel-Preis geehrt und 1998 zum Kammersänger ernannt. Von 2009 bis 2016 war Axel Köhler künstlerischer Direktor und später Intendant der Oper Halle. Seit 2000 ist Köhler auch als Regisseur tätig, inszenierte u.a. in München, Bayreuth, Innsbruck, Dresden, Palermo und Graz. Seit der Spielzeit 2016|2017 ist er Mitglied des Ensembles der Staatsoperette Dresden.

Wann der neu gewählte Rektor sein Amt tatsächlich antreten kann, wird derzeit noch verhandelt. Die Hochschule für Musik wird nach dem Rücktritt von Amtsvorgängerin Judith Schinker im März dieses Jahres derzeit interimistisch von Rebekka Frömling, Prorektorin für Studium und Lehre, geleitet.

Personalia 29.10.2018 Prof. Dr. Christoph Krummacher ist Ehrenmitglied des Deutschen Musikrates

Im Rahmen ihrer Generalversammlung haben die Mitglieder des Deutschen Musikrates dem Präsidenten des Sächsischen Musikrates die Ehrenmitgliedschaft verliehen

 

Im Rahmen ihrer Generalversammlung haben die Mitglieder des Deutschen Musikrates Prof. Dr. Christoph Krummacher am 20. Oktober 2018 in Berlin die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes verliehen.

Nachfolgend finden Sie den Wortlaut der Laudatio von Prof. Eckard Lange (Weimar) auf den Preisträger:

»Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist mir eine besondere Ehre und Freude, hier eine kurze Laudatio für Herrn Prof. Dr. Christoph Krummacher vortragen zu dürfen. Wir kennen uns seit vielen Jahren und arbeiten seit zwölf Jahren als Landesmusikratspräsidenten in Mitteldeutschland eng zusammen. Es gab und gibt regelmäßige Treffen, bei denen wir vergleichbare Strategien beraten und wo ich Ihren vorsichtigen Rat, lieber Herr Krummacher, besonders schätzen gelernt habe. Und wir arbeiten seit Jahren auch unmittelbar bei den Musikratsprojekten zusammen, beispielsweise bei Jugend musiziert oder in gemeinsamen Projekten unserer Landesjugendensembles. Ich kenne ihn schon viel länger, aber ich weiß nicht, ob ich ihm das mal verraten habe. Er ist Jahrgang 1949, wurde ist Berlin geboren und ist in Greifswald aufgewachsen, wo er ersten Orgelunterricht bei Hans Pflugbeil erhielt. Nach dem Abitur studierte er Kirchenmusik (und der Theologie im Nebenfach) in Dresden (Orgelschüler von Hans Otto), Greifswald und Leipzig (u. a. bei Wolfgang Schetelich und Hannes Kästner). Nach seinem Staatsexamen 1975 war er zunächst Domkantor in Brandenburg an der Havel und von 1980 bis 1992 Universitätsorganist und Dozent an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock. Und aus dieser Zeit kennen wir uns, d.h. ich kenne ihn. Ich habe nämlich in dieser Zeit die älteste und schönste Dorforgel in Mecklenburg-Vorpommern, in Basedow, betreuen dürfen und dort hat er u.a. auch einmal konzertiert und ich habe bei ihm registriert. Er beschäftigte sich schon früh mit der Aufführungspraxis Alter Musik, besuchte internationale Meisterkurse von namhaften Organisten, so dass es kein Wunder war, dass ihn sein Weg auch zu dieser Orgel führte, die mitteltönig gestimmt ist und im Chorton steht. Christoph Krummacher promovierte 1991 auf dem Gebiet der Theologie und erhielt im gleichen Jahr den Kulturpreis der Hansestadt Rostock, gehörte er doch bereits in dieser Zeit zu den namhaftesten Organisten im Osten und konnte auf eine internationale Konzerttätigkeit verweisen - so gut das eben möglich war. 1992 erhielt er die Professor für Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und wurde Direktor des dortigen Kirchenmusikalischen Instituts. Er war dann nach Siegfried Thiele der zweite freigewählte Rektor der Hochschule in den Jahren 1997 bis 2003.

Zusätzlich zu seiner umfangreichen Konzerttätigkeit verfasste er zahlreiche Publikationen zu Interpretationsfragen, zu grundsätzlichen Problemen der Kirchenmusik und zum Verhältnis von Musik und Theologie. Sein neustes Buch wird gerade fertig.

Seit 2002 ist Christoph Krummacher ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und seit 2004 außerdem Universitätsorganist der Universität Leipzig. Er ist qua Amt Mitglied im Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks.

In seine 12 Amtsjahre als Präsident des Sächsischen Musikrates fällt die Eröffnung der Landesmusikakademie als Projekt des Musikrates und die Evaluierung der Arbeit des Dachverbandes durch den Freistaat Sachsen im Jahr 2010, wo es im Evaluationsbericht heißt: »Im Grunde steht der SMR konkurrenzlos in der sächsischen Musik- und Kulturlandschaft. Seine Aufgaben und Arbeitsinstrumente sind klar definiert und seine Vernetzungen und Kooperationsstrukturen sind komplex und effektiv aufgestellt..« Der inhaltliche Schwerpunkt von Präsident Christoph Krummacher war und ist die musikalische Bildung von Kindern im Vorschulalter und in der Grundschule und da werden wir ihn, auch wenn er 2019 nicht wieder als Musikratspräsident kandidieren wird, mehr als je zuvor brauchen. Ich gratuliere herzlich zur Ernennung!«

Personalia 28.12.2017 Friedbert Streller

Der Sächsische Musikrat trauert um sein Mitglied Dr. Friedbert Streller

 

Der Sächsische Musikrat trauert um Dr. Friedbert Streller. Nach Angaben seiner Frau starb er am 24. Dezember 2017 in Dresden.

Friedbert Streller wurde am 21.12.1931 in Hohburg geboren. Er wohnte und arbeitete seit 1968 als Musikkritiker, u.a. für die Sächsische Zeitung, in Dresden. Er war Buchautor und Komponist. Dr. Friedbert Streller war dem Sächsischen Musikrat über viele Jahre als Einzelmitglied und kritischer Begleiter verbunden.

Die Trauerfeier findet am 11. Januar 2018 um 10 Uhr im Johannisfriedhof Dresden statt.

Prof. Dr. Christoph Krummacher
Präsident

Personalia 11.12.2017 Christfried Brödel

Der langjähriger Rektor der Hochschule für Kirchenmusik feiert seinen 70. Geburtstag

 

Am 17. Dezember 2017 jährt sich zum 70. Mal der Geburtstag von Prof. Dr. Dr. h.c. Christfried Brödel, langjähriger Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens.

Erst 1984, nach erfolgreicher Promotion in Mathematik und Jahren der Berufstätigkeit als Mathematiker, legte Christfried Brödel sein Examen als Kirchenmusiker ohne vorheriges Studium ab und wurde noch im gleichen Jahr zum Landessingwart der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens berufen. Nach dem Tod Wolfram Zöllners übernahm er 1988 die Leitung der damaligen Kirchenmusikschule Dresden, die er zusammen mit der Chorleitungsprofessur an der 1992 zur Hochschule in kirchlicher Trägerschaft umgewandelten Ausbildungsstätte bis zu seinem Ruhestand 2013 innehatte.Bekannt ist Christfried Brödel vor allem durch sein Engagement für zeitgenössische Kirchenmusik geworden. Mit dem Chor der Hochschule für Kirchenmusik, der Meißner Kantorei 1961 und dem Solistenensemble vocal modern hat er zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer geistlicher Musik gestaltet, z. B. von Volker Bräutigam, Matthias Drude, Jörg Herchet, Günter Neubert und Manfred Weiss. Ebenso setzt sich der 1994 mit der Ehrendoktorwürde und 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz Ausgezeichnete aber für einen differenzierten und lebendigen Vortrag Alter Musik auch mit Laienchören ein. Dieses Anliegen verfolgte der Vorsitzende der Neuen Bach-Gesellschaft u. a. als Kursleiter von zahlreichen Bach-Akademien in Rumänien und der Ukraine sowie Schütz-Wochen in Südafrika.Christfried Brödel war Kultursenator des Freistaats Sachsen, Vizepräsident der „Konferenz der Leiter der kirchlichen und staatlichen Ausbildungsstätten für Kirchenmusik und der Landeskirchenmusikdirektoren in der EKD“ und ist seit 2013 Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. In Anerkennung seiner Verdienste um das sächsische Musikleben als Dirigent und als Pädagoge erhielt er 2006 die „Johann-Walter-Plakette“ des Sächsischen Musikrates.

Auch im Ruhestand ist Christfried Brödel noch als Dirigent, Lehrer und Autor tätig. Er ist Einzelmitglied des Sächsischen Musikrates. Sein Abschlusskonzert als Leiter der Meißner Kantorei mit Werken von Siegfried Reda, Wilfried Krätzschmar sowie Advents- und Weihnachtsliedbearbeitungen des Barock und der Romantik gibt er am Samstag, 16. Dezember 2017, 17:00 Uhr in der Dreikönigskirche Dresden.

Personalia 30.11.2017 Peter Ringel

Trauer um den ehemaligen Vizepräsidenten des Sächsischen Musikrates

 

Der Sächsische Musikrat e.V. trauert um Peter Ringel. Nach Angaben seiner Familie starb er am 26. November 2017 im Alter von 77 Jahren in Dresden.

Liebe zur Musik, Beharrlichkeit und die Gabe, konsequent Prioritäten setzen zu können – das waren wesentliche Eigenschaften, die Peter Ringel zeitlebens eingebracht hat, um seine große Leidenschaft,
die Aufführung von Bläser-Kammermusik, zu leben und mit anderen zu teilen. Als Vizepräsident des Sächsischen Musikrates von 1992 bis 2003 hat sich Peter Ringel für ein breites Musikleben in Sachsen engagiert. Wir sind ihm dafür dankbar.

Die Trauerfeier findet am 6. Dezember 2017 um 11 Uhr auf dem Friedhof Bannewitz statt.

Prof. Dr. Christoph Krummacher
Präsident des Sächsischen Musikrates


Personalia 12.08.2016 Ernst Rudolf Nötzel

3. April 1954 – 7. August 2016

 

Sehr geehrte Mitglieder und Freunde der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V.,

unser langjähriger Kollege und Mitstreiter Ernst Rudolf Nötzel ist tot. War, nach Bekanntwerden der Krankheit, anfänglich Hoffen, später immer noch Wünschen, sind die letzten Wochen ein Warten gewesen ob der Unabänderbarkeit.

Rudolf Nötzel hat viele Jahre die Geschäftsstelle unseres Vereines geleitet. Rudolf Nötzel hat die Sächsische Mozart-Gesellschaft e. V. inspiriert und geprägt und war bis zuletzt diesem Projekt verbunden. Er war die Sächsische Mozart-Gesellschaft. Er fehlt uns schon geraume Zeit. 

Jetzt ist es endgültig.
Wir nehmen Abschied und danken für die Ideen, den großen Einsatz und den Witz.

In Trauer

Die MitarbeiterInnen
Der Vorstand

Personalia 06.05.2016 Herbert Blomstedt wird Ehrendirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden

Damit würdigt sie die singulären Verdienste Blomstedts um das Orchester. Herbert Blomstedt ist nach Sir Colin Davis erst der zweite Dirigent, dem dieser Ehrentitel zu Teil wird.

 

Die erste Zusammenarbeit zwischen Herbert Blomstedt und der Sächsischen Staatskapelle Dresden fiel in das Jahr 1969. Blomstedt hatte sich nach eigenem Bekunden schon als Jugendlicher in den Klang der Staatskapelle verliebt, als er erste Aufnahmen des Orchesters mit Hilfe eines kleinen Rundfunkempfängers in seiner schwedischen Heimat zu Gehör bekam. Die Zusammenarbeit gestaltete sich von Anfang an überaus glücklich, schon sechs Jahre nach seinem Debüt erkor die Staatskapelle Herbert Blomstedt – gegen den Willen der Parteioberen – zu ihrem Chefdirigenten. Diese Position hielt er bis zum Jahr 1985, kehrte aber auch danach immer wieder ans Kapellpult zurück. Bis heute hat er mehr als 300 Konzerte der Staatskapelle dirigiert, gut 150 Schallplatten und CDs hat das Orchester gemeinsam mit ihm eingespielt. Auch die erste Amerika-Tournee der Staatskapelle fand unter seiner Leitung statt.  In seiner Laudatio charakterisiert Bernward Gruner, Orchestervorstand und seit 1979 als Cellist Mitglied der Staatskapelle, Herbert Blomstedt wie folgt: »In großer Gründlichkeit, mit überschäumender Liebe zur Musik und stets sehr achtungsvoll im Umgang mit den Musikern und dem Publikum gingen Sie zu Werke. Sie setzten künstlerisch und menschlich Maßstäbe, die unter keinen Umständen unterschritten werden konnten.« In einer ersten Reaktion äußerte sich Herbert Blomstedt über die Ernennung: »Die Begegnung mit der Staatskapelle Dresden war vielleicht der größte Glücksfall in meinem Leben. Ich habe damals lange gezögert, bis ich die Chefposition in Dresden – in der ehemaligen DDR – angenommen habe. Aber in der Zusammenarbeit mit den Kapellmusikern bin ich zu einem anderen Musiker geworden. Man kann sogar sagen, dass ich die Grundlagen meines heutigen Musizierens in Dresden gelernt habe. In Gesprächen komme ich deshalb heute immer wieder auf diese wichtige und schöne Zeit mit der Kapelle zurück. Die jetzige Ernennung zum Ehrendirigenten berührt mich sehr. Ich empfinde sie auch als eine Bestätigung dafür, dass meine damalige Entscheidung die richtige gewesen ist.«

Die offizielle Ernennung zum Ehrendirigenten im Rahmen des 10. Symphoniekonzerts der Staatskapelle Dresden am 5. Mai 2016 in der Semperoper statt. In diesem Konzert wird Herbert Blomstedt die siebte Symphonie von Ludwig van Beethoven sowie das Klavierkonzert von Max Reger dirigieren, mit dessen Aufführung die Staatskapelle zugleich an den 100. Todestag von Max Reger erinnert. Solist ist Peter Serkin, der Sohn des legendären Pianisten Rudolf Serkin, der sich unter anderem gemeinsam mit dem ehemaligen Dresdner GMD Fritz Busch nachhaltig für Regers Oeuvre eingesetzt hat.

Personalia 14.04.2016 Günter Neubert zum 80. Geburtstag

Es ist ein schöner kalendarischer Zufall, dass der 80. Geburtstag des Leipziger Komponisten Günter Neubert und das 25-jährige Jubiläum des von ihm gegründeten DKV-Landesverbands Sachsen in dasselbe Jahr fallen. Denn es gilt nicht nur einen bedeutenden Komponisten von Bühnenwerken, Orchesterwerken, Oratorien, Chorkompositionen und Kammermusik zu würdigen, sondern auch eine Persönlichkeit, die Entscheidendes zum Zusammenwachsen der ost- und westdeutschen Komponistenverbände in den Jahren nach der Wende beigetragen hat. Am 11. März 1936 in Crimmitschau/Sachsen geboren studierte Günter Neubert an der Hochschule für Musik Leipzig und an der Hochschule »Hanns Eisler« in Berlin, wo er 1960 sein Staatsexamen als Tonmeister ablegte. Sein parallel absolviertes Kompositionsstudium vervollkommte er bei Rudolf Wagner-Régeny, später auch als Meisterschüler bei Paul Dessau. Von 1960 bis 1991 arbeitete er als Toningenieur beim Rundfunksender Leipzig, 1992–2000 als Tonmeister beim MDR. Außerdem war er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und Gründungsmitglied der „Sächsischen Akademie der Künste«. Auf den Komponisten Günter Neubert wurde ich bereits 1983 aufmerksam, als ich die Uraufführung seines Oratoriums »Laudate Ninive« in meiner damaligen Heimatstadt Hannover miterleben durfte. Ein Kompositionsauftrag aus der früheren Bundesrepublik an einen DDR-Komponisten war damals ein außergewöhnlicher Vorgang, wenn auch Hannover und Leipzig bereits durch eine Städtepartnerschaft auf kommunaler und kirchlicher Ebene verbunden waren. Mich fesselte die geistliche Dimension in Kombination mit dem politisch-gesellschaftskritischen Engagement des Werkes, dessen Aufführung in der damaligen DDR fast verboten worden wäre. Persönlich lernte ich indes Günter Neubert erst Anfang der 90er Jahre kennen. Als damaliger 2. Vorsitzender des Landesverbands Norddeutschland im Deutschen Komponistenverband habe ich auf den Sitzungen des Erweiterten Vorstands die Gespräche mit Komponistenkollegen der ehemaligen DDR miterlebt. Zu den führenden Persönlichkeiten, die die Verbindung zum DKV suchten, zählte sehr bald Günter Neubert. So gründete er zusammen mit Prof. Wilfried Krätzschmar bereits 1991 die Sektion Sachsen im Deutschen Komponistenverband als dessen ersten ostdeutschen Landesverband und gehörte zusammen mit Prof. Lothar Voigtländer als Vertreter der neuen Länder dem DKV-Bundesvorstand an. Als Vorsitzender des LV Sachsen schuf er Strukturen, die auch heute noch die Arbeit des Landesverbands Sachsen bestimmen. Den Förderpreis für junge Komponisten und Musikwissenschaftler, der aufgrund einer Nachlassregelung bereits zu DDR-Zeiten existierte, konnte er wiederbeleben. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde auch im letzten Jahr wieder verliehen. Mit der Gründung des Sächsischen Musikbunds gab er der von ihm initiierten Konzertreihe »Das außergewöhnliche Konzert«, in der stets auch lebende sächsische Komponisten vertreten waren, den notwendigen organisatorischen Rahmen. Durch die Schaffung eines Arbeitskreises »Junge Komponisten« erhielten Kollegen unter 35 die Möglichkeit, in einen Gedankenaustausch auch zwischen den Hochschulstandorten Dresden und Leipzig zu treten und selbständig Konzerte zu organisieren. Die sächsischen Komponisten haben Günter Neubert viel zu verdanken. Im Namen des LV Sachsen im Deutschen Komponistenverband  gratuliere ich ihm sehr gern und herzlich zu seinem 80. Geburtstag und wünsche ihm für die vor ihm liegenden Jahre Gesundheit, Schaffenskraft und Gottes Segen. Prof. Matthias Drude Günter Neubert im KonzertFestkonzert für Günter Neubert am 17. April in der Lutherkirche CrimmitschauAufführung eines Werkes von Günter Neubert im Rahmen des Preisträgerkonzertes des Landeswettbewerbes Jugend musiziert am 29. April in Hoyerswerda

 

Es ist ein schöner kalendarischer Zufall, dass der 80. Geburtstag des Leipziger Komponisten Günter Neubert und das 25-jährige Jubiläum des von ihm gegründeten DKV-Landesverbands Sachsen in dasselbe Jahr fallen. Denn es gilt nicht nur einen bedeutenden Komponisten von Bühnenwerken, Orchesterwerken, Oratorien, Chorkompositionen und Kammermusik zu würdigen, sondern auch eine Persönlichkeit, die Entscheidendes zum Zusammenwachsen der ost- und westdeutschen Komponistenverbände in den Jahren nach der Wende beigetragen hat.

Am 11. März 1936 in Crimmitschau/Sachsen geboren studierte Günter Neubert an der Hochschule für Musik Leipzig und an der Hochschule »Hanns Eisler« in Berlin, wo er 1960 sein Staatsexamen als Tonmeister ablegte. Sein parallel absolviertes Kompositionsstudium vervollkommte er bei Rudolf Wagner-Régeny, später auch als Meisterschüler bei Paul Dessau. Von 1960 bis 1991 arbeitete er als Toningenieur beim Rundfunksender Leipzig, 1992–2000 als Tonmeister beim MDR. Außerdem war er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und Gründungsmitglied der „Sächsischen Akademie der Künste«.

Auf den Komponisten Günter Neubert wurde ich bereits 1983 aufmerksam, als ich die Uraufführung seines Oratoriums »Laudate Ninive« in meiner damaligen Heimatstadt Hannover miterleben durfte. Ein Kompositionsauftrag aus der früheren Bundesrepublik an einen DDR-Komponisten war damals ein außergewöhnlicher Vorgang, wenn auch Hannover und Leipzig bereits durch eine Städtepartnerschaft auf kommunaler und kirchlicher Ebene verbunden waren. Mich fesselte die geistliche Dimension in Kombination mit dem politisch-gesellschaftskritischen Engagement des Werkes, dessen Aufführung in der damaligen DDR fast verboten worden wäre. Persönlich lernte ich indes Günter Neubert erst Anfang der 90er Jahre kennen.

Als damaliger 2. Vorsitzender des Landesverbands Norddeutschland im Deutschen Komponistenverband habe ich auf den Sitzungen des Erweiterten Vorstands die Gespräche mit Komponistenkollegen der ehemaligen DDR miterlebt. Zu den führenden Persönlichkeiten, die die Verbindung zum DKV suchten, zählte sehr bald Günter Neubert. So gründete er zusammen mit Prof. Wilfried Krätzschmar bereits 1991 die Sektion Sachsen im Deutschen Komponistenverband als dessen ersten ostdeutschen Landesverband und gehörte zusammen mit Prof. Lothar Voigtländer als Vertreter der neuen Länder dem DKV-Bundesvorstand an. Als Vorsitzender des LV Sachsen schuf er Strukturen, die auch heute noch die Arbeit des Landesverbands Sachsen bestimmen. Den Förderpreis für junge Komponisten und Musikwissenschaftler, der aufgrund einer Nachlassregelung bereits zu DDR-Zeiten existierte, konnte er wiederbeleben. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde auch im letzten Jahr wieder verliehen. Mit der Gründung des Sächsischen Musikbunds gab er der von ihm initiierten Konzertreihe »Das außergewöhnliche Konzert«, in der stets auch lebende sächsische Komponisten vertreten waren, den notwendigen organisatorischen Rahmen. Durch die Schaffung eines Arbeitskreises »Junge Komponisten« erhielten Kollegen unter 35 die Möglichkeit, in einen Gedankenaustausch auch zwischen den Hochschulstandorten Dresden und Leipzig zu treten und selbständig Konzerte zu organisieren.

Die sächsischen Komponisten haben Günter Neubert viel zu verdanken. Im Namen des LV Sachsen im Deutschen Komponistenverband  gratuliere ich ihm sehr gern und herzlich zu seinem 80. Geburtstag und wünsche ihm für die vor ihm liegenden Jahre Gesundheit, Schaffenskraft und Gottes Segen.

Prof. Matthias Drude

Günter Neubert im Konzert
Festkonzert für Günter Neubert am 17. April in der Lutherkirche Crimmitschau
Aufführung
eines Werkes von Günter Neubert im Rahmen des Preisträgerkonzertes des Landeswettbewerbes Jugend musiziert am 29. April in Hoyerswerda

Personalia 12.01.2016 Dr. Jürgen Ohlau ist verstorben

Die Kulturwelt des Freistaates Sachsen trauert um einen ihrer bedeutendsten Kulturbotschafter

 

Dr. Jürgen Ohlau hat von seinem langjährigen Dienstsitz in Dresden-Hellerau Unschätzbares geleistet: als Gründungsdirektor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und später als Präsident des Sächsischen Kultursenats. Hier und durch sein weiteres Engagement hat er in vielfältiger Weise nachhaltig zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der sächsischen Kulturlandschaft beigetragen. Nach Angaben der Familie starb Dr. Jürgen Ohlau bereits am 21. Dezember 2015. Dr. Ohlau war Gründungsdirektor der Kulturstiftung von 1993 bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden im Jahr 2003. In dieser Funktion hat Dr. Ohlau die Fundamente geschaffen, auf denen die Stiftungsarbeit bis heute ruht. Zudem war er von April 2009 bis zum Juni 2013 Präsident des Sächsischen Kultursenats und zugleich Mitglied des Vorstands der Kulturstiftung. Der Präsident des Kultursenates, Christian Schramm, erinnert sich voller Dankbarkeit: »Im Sächsischen Kultursenat wie auch in der Kulturstiftung hat sich Dr. Jürgen Ohlau große Anerkennung und Verdienste um die sächsische Kultur erworben. Dr. Ohlaus Wissen und seine kontinuierliche Arbeit hat in kongenialer Weise die Wurzeln und das Wachstum der Kultur im Blick gehabt. Wir haben für vieles zu danken, für einen hohen zeitlichen Einsatz, für eine Präsenz die immer kulturelle Anliegen transportieren wollte und für seine Arbeit an und in einem großen Netzwerk. Dr. Jürgen Ohlau hat die Kultur geliebt und gelebt. Wir bleiben seinem Andenken und Anliegen verpflichtet.«
Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und seiner Familie.

Personalia 19.12.2015 Trauer um Kurt Masur

Der deutsche Dirigent Kurt Masur ist in den frühen Morgenstunden in Greenwich, USA verstorben.

 

Der 1927 in Brieg geborene Masur bekam im Alter von zehn Jahren Klavierunterricht. 1960 wurde Kurt Masur zum Ersten Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin berufen. An dem traditionsreichen Haus avancierte er zu einem der wichtigsten Dirigenten – zunächst in der DDR, später weltweit. Masur war langjähriger Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Im Revolutionsherbst 1989 gehörte er zu den sechs Leipziger Persönlichkeiten, die mit einem eindringlichen Appell öffentlich zur Gewaltlosigkeit aufriefen.

 

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