Der Sächsische Musikrat e.V.

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 



Der Sächsische Musikrat wird gefördert durch:

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Preise & Stipendien 13.11.2017 Auszeichnung für die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft

Die Stadt Freiberg ehrt die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e.V. mit dem Bürgerpreis 2017.

 

Damit würdigt sie ihr vielfältiges Engagement als Kulturbotschafterin in der Region und weltweit. In der Begründung heißt es: »Das kulturelle Leben der Stadt Freiberg wird seit 1991 auf vielfältige Art und Weise durch die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e.V. geprägt. […] Denn mit ihren Veranstaltungen und Angeboten vermittelt die Silbermann-Gesellschaft (Musik-)Geschichtswissen sowohl der Stadt wie auch der Region – wobei sie sich an Erwachsene ebenso richtet wie an Kinder.« Die Stadt würdigt insbesondere die gelungene Verbindung von Tradition und Moderne bei den überregional renommierten Silbermann-Tagen. Mit der in diesem Jahr eröffneten Ausstellung im Silbermann-Haus habe die Gesellschaft einen Anziehungspunkt am Schloßplatz geschaffen.

Die Silbermann-Gesellschaft freut sich sehr über diese ehrenvolle Auszeichnung. »Sie unterstreicht in starker Weise den Stellenwert unserer Arbeit in der Stadt und in der Region. Dies ist das Ergebnis langjähriger Arbeit vieler engagierter Menschen, ganz gleich ob als Angestellte oder Ehrenamtler«, sagt der Präsident der Silbermann-Gesellschaft, Albrecht Koch. »Mit der Eröffnung der Dauerausstellung im Silbermann-Haus ist uns in diesem Jahr ein bedeutender Schritt gelungen. Aber letztlich würdigt der Bürgerpreis auch die gesamte Arbeit der vergangenen Jahrzehnte, die einst in kleinstem Rahmen unter dem Gründungspräsidenten Hans Otto begann und unter Dietrich Wagler sukzessive erweitert wurde. Wir als Silbermann-Gesellschaft fühlen uns geehrt und sind gleichzeitig umso motivierter, unsere Arbeit in der Zukunft weiter so fortzuführen und weiterzuentwickeln.«

Die Auszeichnung findet im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt Freiberg am 12. Januar 2018 um 18 Uhr in der Konzert- und Tagungshalle Nikolaikirche statt.

Preise & Stipendien 04.10.2017 Sächsischer Initiativpreis für Kunst und Kultur

Die Dresdner Sinfoniker e.V. erhielten in diesem Jahr den Preis der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

 

Seit 2005 verleiht die Kulturstiftung diesen Preis alle zwei Jahre, um Eigeninitiative und Innovationskraft zu fördern. Ausgezeichnet werden sächsische Kultureinrichtungen, die mit Ausdauer und Mut neue Ideen umsetzen und damit Vorbild für andere sind. »Die Dresdner Sinfoniker bieten nicht nur ein Vorbild für avanciertes Musizieren, sondern auch für ein unabhängiges und themengerechtes künstlerisches Agieren im internationalen Rahmen», sagt Laudator Dieter Jaenicke, Intendant HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste. Mit dem Initiativpreis für Kunst und Kultur möchte die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, neben der Innovation und Kreativität der Konzeptideen und der Kulturvermittlung, insbesondere auch die flexible Organisationsform der Sinfoniker ehren, welche nur durch das große Engagement der einzelnen Mitglieder möglich ist. Der Sächsische Initiativpreis für Kunst und Kultur ist mit einem Preisgeld von 10.000,00 EUR verbunden.

Der mit 2.500 Euro dotierte Förderpreis geht in diesem Jahr an den Görlitzer Verein Second Attempt. Mit seinen grenz- und spartenübergreifenden Jugendprojekten ist der Verein seit nunmehr fast fünfzehn Jahren als Motor eines aktiven und kreativen soziokulturellen Wandels in Görlitz und der Region bekannt. »Second Attempt, zu Deutsch ›Zweiter Versuch‹, steht für eine zukunftsorientierte Kunst- und Kulturarbeit mit Jugendlichen. Falls die Umsetzung ihrer Ideen nicht beim ersten Versuch gelingt, dann eben beim zweiten oder auch dritten Anlauf«, so Ulf Großmann, Präsident der Kulturstiftung, in seiner Laudatio. Die feierliche Übergabe des Sächsischen Initiativpreises für Kunst und Kultur durch Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange erfolgte am 30. September 2017 beim 14. Sächsischen Stiftungstag im Tagungszentrum der Sächsischen Wirtschaft in Radebeul.

Preise & Stipendien 18.09.2017 Drei Kammermusikensembles aus Mitteldeutschland in Weimar ausgezeichnet

Der Jugendmusikpreis der Holger Koppe-Stiftung wurde zum zweiten Mal vom Stifter persönlich übergeben,

 

Drei Kammermusikensembles aus den Ländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt erhielten am gestrigen Sonntag, den 17. September 2017 in der Notenbank Weimar den diesjährigen Jugendmusikpreis der Holger Koppe-Stiftung. Dieser mit 5.000€ dotierte Preis wurde zum zweiten Mal vom Stifter persönlich übergeben und ging, auf Vorschlag der Landesmusikräte, an folgende Kammermusikensembles:

Streichtrio des Landesgymnasiums für Musik Carl Maria von Weber in Dresden
Friederike Herold (12 Jahre) –Violoncello, Charlotte Herold (16 Jahre) – Violine, Pauline Herold (18 Jahre) – Violine

Klarinettenquartett der Kreismusikschule »Louis Spohr« Gotha
Conrad Hähnlein (14 Jahre), Johanna Kalms (15 Jahre), Helene Grubmüller (15 Jahre), Lilly Bindel (14 Jahre)

Akkordeon-Duo des Konservatoriums »Georg Friedrich Händel« Halle (Saale)
Frauke Maxi Seifert (12 Jahre), Katharina Hildmann (13 Jahre)

Der Sächsische Musiktrat begründete seinen Vorschlag zur Auszeichung an die Geschwister Charlotte, Friederike und Pauline Herold aus Pirna wie folgt: »Die hohe Musikalität aller drei Mädchen, die sich in einerseits in der Meisterschaft des solistischen Spiels, aber auch im kammermusikalischen Spiel ›in Familie‹ und als Mitglieder von verschiedenen Landesförderensembles des Sächsischen Musikrates widerspiegeln sind in ihrer Kontinuität und in der Aussicht auf die Entwicklung aller drei jungen Musikerinnen einmalig. Charlotte und Pauline sind bereits mehrfache Bundespreisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert in den Jahren 2013 bis 2017. Friederike, die jüngste und wahrscheinlich die Begabteste von allen, hat in diesem Jahr gemeinsam mit Charlotte in der Altersgruppe III des Bundeswettbewerbs die Höchstpunktzahl von 25 erreichen können. Man muss Charlotte, Friederike und Pauline nur beim Musizieren zuschauen, um sehen, welche Freude und Konzentration bei der Reproduktion von Musik entstehen kann. Der Sächsische Musikrat möchte mit der Verleihung des Preises natürlich auch das familiäre Engagement ehren, was hinter diesen Leistungen und der Art und Weise des Musizierens und dem persönlichen Auftritt aller drei Mädchen steht. Es ist ein großer Dank und ein Kompliment an die Eltern.«

»Gemeinsames Musizieren trägt nach meiner Überzeugung zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft bei, zu Toleranz und Vielfältigkeit.« Mit diesen Worten begründete Dr. Holger Koppe in seiner Rede anlässlich der Verleihung in Weimar das Engagement seiner Stiftung für die musikalische Jugend. Auch Weimars Stadtkulturdirektorin, Frau Julia Miehe, bekräftigte in Ihrem Grußwort »Warum wir junge Musizierende fördern müssen« die Unterstützung von jungen Musikern und Musikerinnen. Der Präsident des Landesmusikrates Thüringen bedankte sich für das Engagement der Holger Koppe-Stiftung und für die Gelegenheit, das diesjährige Preisträgerkonzert in Thüringen veranstalten zu können.

Preise & Stipendien 21.07.2017 Kulturstiftung vergibt Meisterinstrumente

Zur Förderung begabter Nachwuchsmusiker vergibt die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in diesem Jahr aus ihrem Musikinstrumentenfonds vier wertvolle Meisterinstrumente

 


Zur Förderung begabter Nachwuchsmusiker vergibt die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in diesem Jahr aus ihrem Musikinstrumentenfonds vier wertvolle Meisterinstrumente: ein Violoncello des Markneukirchner Geigenbaumeisters Ekkard Seidl (venezianisches Modell,  Baujahr 1999), einen Kontrabass aus der Meisterwerkstatt Alfred Meyer Markneukirchen (4/4 Größe, 4-saitig, Baujahr 2007) und zwei Bassposaunen (Lätzsch Bassposaune, Modell SL 580, Goldmessing, 2012 und S.E. Shires B II 2 R 10 Bassposaune, Jazz, 2012). Die Instrumente werden leihweise für einen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung gestellt, eine Verlängerung um weitere zwei Jahre ist möglich.
Als Stipendiaten können sich insbesondere Mitglieder der sächsischen Landesjugendensembles, begabte Musikschüler, Preisträger von Wettbewerben wie „ Jugend musiziert“, sowie junge Absolventen oder Studierende an den sächsischen Musikhochschulen bewerben. Weitere Informationen und die Unterlagen zur Ausschreibung sind im Internet unter www.kdfs.de zu finden.
Die Bewerbungen sind bis zum 31. August 2017 an die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Karl-Liebknecht-Str. 56, 01109 Dresden zu richten. Der Bewerbung sind eine Kurzbiographie, Zeugnisse, Empfehlungen und Beurteilungen sowie Informationen über Preise und die Teilnahme an Wettbewerben beizufügen.Weitere Informationen: Johannes Schiel, Tel. 0351-8848024, kontakt@kdfs.de

Preise & Stipendien 09.03.2017 Ehrung für Václav Luks

Der Mozartpreis 2017 geht an den tschechischen Cembalisten, Hornisten, Dirigenten, Musikwissenschaftler und Pädagogen Václav Luks

 

Der tschechische Cembalist, Hornist, Dirigent, Musikwissenschaftler und Pädagoge Václav Luks erhält den Mozartpreis 2017 der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V.

Mit Václav Luks wird ein herausragender Musiker gewürdigt, der in den letzten Jahren das klassische und vorklassische Repertoire samt vieler Entdeckungen und Erstaufführungen vor allem böhmischer Musik (u. a. von Zelenka, Reichenauer, Benda und Mysliveček) in historischer Aufführungspraxis kompetent und frisch erarbeitet und ausgeführt hat – zunächst als Hornist in verschiedenen Kammermusikformationen, seit 2005 als Dirigent, Gründer und Leiter seiner beiden Ensembles »Collegium 1704« und »Collegium Vocale 1704«. Mit beiden Ensembles hat sich Luks einen weltweiten Ruf erarbeitet, er steht aber ebenso für die kulturellen Verbindungen in der Region ein, so auch in Böhmen und Sachsen seit 2008 mit der erfolgreichen Konzertreihe »Musikbrücke Prag – Dresden«. Franz Streuber, Vorstand der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V.: »Václav Luks leistet mit seinen Aufführungen einen enormen Beitrag zum Verstehen und zur Verständigung der Kultur und Kulturen in Mitteleuropa. Er befindet sich stets auf der Suche nach einem sinnlichen und zugleich historisch informierten, kompetent und doch lebendig von allen Mitwirkenden seiner Ensembles ausgeführten Klang der Musik, der nicht im Gestern verweilt, sondern im Heute das Publikum erreicht und allerorten begeistert.« In diesem Jahr wird der Mozartpreis von Diagnosticum Labormedizin gestiftet.

Der Mozartpreis wird im Rahmen des Eröffnungskonzertes des Sächsischen Mozartfests »Mozart und Böhmen« am 12. Mai 2017, 19 Uhr in der Kreuzkirche Chemnitz verliehen.

Preise & Stipendien 03.01.2017 Robert-Schumann-Preis 2017

Ehrung für den Schweizer Oboisten, Komponisten und Dirigenten Heinz Holliger

 

Am 20. Januar 2017 findet im Robert-Schumann-Haus Zwickau die Verleihung des Robert-Schumann-Preises der Stadt Zwickau 2017 an den Schweizer Oboisten, Komponisten und Dirigenten Heinz Holliger statt.

Die Laudatio wird der Basler Musikwissenschaftler Dr. Michael Kunkel halten. Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung übernehmen die Züricher Cellistin Anita Leuzinger und der österreichische Pianist Anton Kernjak. Und auch der Preisträger Heinz Holliger wird sich auf seinem Instrument, der Oboe, hören lassen. Es erklingt Musik von Robert Schumann, die Oboen-Romanzen op. 94 und die Kanonischen Studien op. 56 in der Trio-Bearbeitung von Theodor Kirchner, sowie von Heinz Holliger die Romancendres für Cello und Klavier aus dem Jahr 2003, die durch Robert Schumanns verschollene Cello-Romanzen von 1853 inspiriert wurden. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Heinz Holliger erhält – als erster Bläser – den Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau 2017 in Würdigung seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit dem Schumannschen Werk, die das Schaffen des 77-jährigen Schweizers sowohl als Oboisten und Dirigenten als auch als Komponisten auszeichnen. Prägend für die Schumann-Begeisterung des am 21. Mai 1939 im Kanton Bern geborenen Künstlers war ein Konzert, in dem er im Alter von 15 Jahren Hansheinz Schneeberger mit Schumanns 2. Violinsonate hörte. Bereits 1979 entstand Heinz Holligers erste Schumann-Einspielung, in der er mit Alfred Brendel die Oboen-Romanzen op. 94 und weitere Schumannsche Duowerke einspielte. Er nahm wiederholt auf Werke Schumanns Bezug oder ließ sich durch sie beeinflussen, so z. B. 2003 mit seinen »Romancendres«, die auf Schumanns verlorene Cello-Romanzen des Jahres 1853 Bezug nehmen. Clara Schumann hatte deren Manuskript auf Anraten von Johannes Brahms nach Schumanns Tod verbrannt. Von 2013 bis 2016 brachte Holliger als Dirigent eine Gesamteinspielung der Orchesterwerke Robert Schumanns auf fünf CDs heraus. Für sein Schaffen wurde er mehrfach ausgezeichnet. So erhielt er 1991 beispielsweise den Ernst von Siemens Musikpreis, 2004 den Preis der deutschen Schallplattenkritik oder 2015 den Schweizer Grand Prix Musik.

Holliger betonte selbst, dass in jedem seiner Werke Schumann präsent wäre. Auf die Frage der ZEIT im Schumann-Jahr 2010, was der 200. Geburtstag des Komponisten für ihn bedeute, antwortete er: »Ich habe zu meinem Freund, dem Pianisten András Schiff, gesagt: Es ist nicht an uns, jetzt besonders viel Schumann zu spielen. Wir haben ständig Schumann-Jubiläum.«

Der Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau wird seit 1964 von der Stadt verliehen. Ausgezeichnet werden damit hochrangige Dirigenten, Wissenschaftler, Instrumentalisten, Sänger, Klangkörper oder Institutionen des deutschen und internationalen Musiklebens, denen ein besonderer Verdienst um die Verbreitung der musikalischen Werke Schumanns und der Erforschung seines Lebens und Schaffens zukommt. Bis 2002 wurde die Auszeichnung jährlich vergeben, seit 2003 erfolgt die Vergabe alle zwei Jahre. Die Auszeichnungsvorschläge unterbreitet die Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e. V. Der Preis ist mit einer Gesamtsumme von 10.000 Euro dotiert, die bei mehreren Preisträgern geteilt werden kann. Weiterhin gehören eine Bronzemedaille und eine Urkunde zur Auszeichnung. War der Preis in vergangenen Jahren an Dirigenten wie Daniel Barenboim oder John Elliot Gardiner, Pianisten wie Jörg Demus oder András Schiff, Sänger wie Mitsuko Shirai oder Olaf Bär, Geiger wie Ulf Wallin oder Cellisten wie Steven Isserlis gegangen, so gab es noch nie einen Oboisten oder anderen Bläser, dem der Preis zugefallen wäre. Nicht verwunderlich, denn Schumann hat nur ein originales Kammermusikwerk für Oboe komponiert, die drei Romanzen op. 94.

Mathias Merz

Preise & Stipendien 01.12.2016 Sonderpreis für Jana Baumeister beim Bundeswettbewerb Gesang

Die Johann-Sebastian-Bach-Stiftung in Leipzig hat diesen Preis für Konzertengagements gestiftet.

 

Mit dem Finalkonzert am 28. November 2016 in der Berliner Staatsoper im Schillertheater ist der Bundeswettbewerb Gesang Berlin zu Ende gegangen. Der von der Johann-Sebastian-Bach-Stiftung (Leipzig) gestiftete Sonderpreis für Konzertengagements in der Höhe 5.000 € wurde an die Sopranistin Jana Baumeister vergeben, die zugleich den 1. Preis des Hauptwettbewerbs gewann. Mit diesem Sonderpreis ehrt die seit 2011 bestehende Johann-Sebastian-Bach-Stiftung eine Teilnehmerin des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin 2016, die sich im Konzertfach bei der Interpretation Bachscher Werke als besonders förderungswürdig herausgestellt hat.

Eine Besonderheit des Preises ist, dass er nicht an die Solistin ausgezahlt wird, sondern als unterstützende Finanzierung direkt an den Veranstalter geht, der sie zu einem Konzert mit Bachscher Vokalmusik (vorzugsweise Kantaten – nicht Passionen/Oratorien) verpflichtet. Konzertveranstalter können ab sofort mit der Johann-Sebastian-Bach-Stiftung in Kontakt treten, Aufführungsmöglichkeiten und Finanzierungswünsche kundtun. Vorstand und Kuratorium der Stiftung entscheiden dann über Höhe und Empfänger. Die Preisgelder von jeweils € 5.000 können in kleinere Beträge gestückelt werden, um möglichst viele Aufführungsverpflichtungen zu ermöglichen. Die Stiftung hofft, mit dem Preis und der sehr besonderen Preisgeldvergabe dazu beitragen zu können, jungen, hoffnungsvollen Sängerinnen und Sängern, die sich bei der Interpretation des Bachschen Kantatenwerk besonders ausgezeichnet haben, mehrere Konzertverpflichtungen zu ermöglichen und so einerseits das Kantatenschaffen Bachs weiter bekannt zu machen und andererseits junge Künstlerinnen und Künstler zu fördern.

Jana Baumeister, 1988 in Herrenberg geboren und in Würzburg aufgewachsen, begann ihre musikalische Ausbildung während der Schulzeit. Sie studierte dann von 2007 bis 2012 an der Hochschule für Musik in Nürnberg und anschließend an der Frankfurter Musikhochschule. Die junge Sopranistin sang bei den Bregenzer Festspielen und dem Rheingau Musik Festival und gastierte unter anderem an den Opernhäusern in Wiesbaden, Frankfurt und Trier. Seit 2014 ist sie festes Ensemblemitglied des Staatstheaters Darmstadt. Sie war Preisträgerin beim Nürnberger Mozart-Wettbewerb und wurde mit mehreren Stipendien gefördert.

Preise & Stipendien 25.11.2016 Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik für Schütz’ »Johannespassion«

Der Dresdner Kammerchor und Hans-Christoph Rademann werden wird mit dem begehrten Preis ausgezeichnet.

 

Der Dresdner Kammerchor und Hans-Christoph Rademann erhalten den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2016. Der Chor und sein künstlerischer Leiter bekommen die Auszeichnung für die Einspielung der »Johannespassion« von Heinrich Schütz, die 2016 bei Carus als Koproduktion mit dem MDR erschienen ist.

Susanne Benda für die Jury: »Auf dem Weg zu einer Gesamteinspielung des Vokalwerks von Heinrich Schütz mit dem Dresdner Kammerchor, die er 2017 abschließen will, ist Hans-Christoph Rademann inzwischen bei CD Nummer 14 angekommen. Auch seine Einspielung der schlichten A-Cappella-Johannespassion, die hier von zwei Erstaufnahmen ergänzt wird, lebt von einem feinen musikalischen Geben und Nehmen zwischen den exzellenten Solisten und einem Chor, dessen gut homogenisiertes, vom Sprachgestus getragenes Singen als stilbildend gelten kann. Aus fein ausgestalteten Details heraus entsteht eine Klangwelt, die auch ohne aufgesetzten pathetisch-nachromantischen Zierrat eine starke Wirkung hat. Die Auszeichnung der Johannespassion mit dem Jahrespreis 2016 der Deutschen Schallplattenkritik würdigt zugleich Rademanns Schütz-Gesamteinspielung mit seinem Dresdner Kammerchor: eine Edition, die Maßstäbe setzt.«

Der Dresdner Kammerchor und sein Chefdirigent Hans-Christoph Rademann verwirklichen seit 2011 gemeinsam mit dem Carus-Verlag Stuttgart, gefördert von der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, die erste Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung. Die Ehrung mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2016 zeigt den großen Erfolg dieses Projektes, das die Weltgeltung dieses Dresdner Kulturgutes herausarbeitet und Heinrich Schütz, dem Dresdner Hofkapellmeister und ersten deutschen Komponisten von europäischem Rang, zu internationaler Wahrnehmung verhilft. Insgesamt 11 Jahrespreise wurden vom »Preis der deutschen Schallplattenkritik« für 2016 vergeben. Aus verschiedenen Musikrichtungen wurden die besten Produktionen des zurückliegenden Jahres geehrt, die aus der Longlist der Gesamtjury von einem Jahresausschuss-Gremium aus 11 Juroren ausgewählt wurden.

CD Heinrich Schütz »Johannespassion«
Carus (2016)
Jan Kobow, Tenor (Evangelist)
Harry van der Kamp, Bass (Jesus)
Ulrike Hofbauer, Marie Luise Werneburg, Sopran
Friedemann Condé, Tenor
Lee Santana, Theorbe
Frauke Hess, Violone
Ludger Rémy, Orgel
Dresdner Kammerchor
Leitung: Hans-Christoph Rademann

Preise & Stipendien 05.09.2016 »The Saxonz« erhalten den Arras-Preis 2016

Elisabeth und Stefan Arras haben den mit 5.000 Euro dotierten Arras-Preis am 2. September im Festspielhaus Hellerau übergeben.

 

2013 fanden sich 40 Breakdancer oder B-Boys, wie sich selber nennen, erstmals zusammen. Schon nach kurzer Zeit gehörten sie zur Spitze der deutschen Breakdance Szene: Durch den Sieg beim Battle of the Year 2014, der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft. Auch Internationale Erfolge schlossen sich an – Dank Aufsehen erregender Choreographien. Ein Ende des letzten Jahres gedrehter Videoclip sorgte zudem weltweit vor allem unter Hiphoppern und Filmleuten für Furore. Seine Botschaft: Das Leben nicht auf später verschieben. »Das Leben ist ein Tanz, vom Herzschlag im Mutterleib an«, sagt eine Stimme aus dem Off. »Das ist definitiv unsere Devise«. Ihre Kraft und Präsenz ist beeindruckend »Wir leben im Moment, jeden Tag.« sagt Lehmi, der Tänzer. Die Gruppe beeindruckt mit kraftvollen Bewegungsabläufen, Trick – & Freeze-Kombinationen, durch perfekte Gruppendynamik und viele humorvolle Elemente: Schnelle Beats und die Körper zweier Tänzer setzen den Rhythmus in akrobatische Bewegungen um. Drehsprünge kommen aus dem Handstand, Wirbel um die Körperachse und dann friert die Bewegung für wenige Sekunden ein. Die Breakdancer nennen es »Air Freeze«. Wie sie die beiden Tänzer auf dem Parkett im Dresdner Stadtteilzentrum »Emmers« Felix Roßberg und Philip Lehmann vorführen. Sie sind Gründungsmitglieder der Breakdance-Crew. Am Anfang »durften alle mitmachen, keiner wurde ausgeschlossen, das war uns wichtig«, sagt der Tänzer Killian. Aber nur die ambitioniertesten Tänzer wollten sich professionalisieren ihre Lebensplanung ganz auf das Tanzen ausrichten.

The Saxonz kooperieren inzwischen in drei Projekten mit dem Festspielhaus Hellerau,arbeiten dabei in diesem Jahr unter anderem mit der Elbland Philharmonie zusammen und sollen am 3. Oktober diesen Jahres in der Semperoper beim offiziellen Festakt des Bundespräsidenten in einer gemeinsamen Choreographie mit dem Semperoper-Ballett auftreten. So sind sie einem ihrer Ziele bereits näher gekommen: Breakdance soll endlich in der deutschen Hochkultur ankommen, auch wenn der Kulturbegriff hierzulande sehr eng ist. »Als Tänzer muss man sich das erkämpfen. Damit hatten wir vor Jahren auch zu tun. Man wird als Breakdancer halt so ein bisschen belächelt, als der von der Straße«, sagt Lehmi. »Aber du gehst auch nicht in die Semperoper und sagst ›Hach gucke mal, der springt da so ein bisschen rum. Das sieht ja lustig aus.‹ … Wir möchten zeigen, was bei uns dahinter steckt und wie viel Training das ist.«

Der Kunstpreis der Hanna Johannes Arras Stiftung wird auf den Gebieten der Musik, Literatur, der Bildenden, Gestaltenden oder Angewandten Künste verliehen und dient der Förderung von Künstlern und Projekten der Kunst im Raum Dresden. Er versteht sich als Stipendium und möchte Künstler in Ihrer kreativen Arbeit unterstützen. Ausgezeichnet wurden mit dem Preis in den vergangenen Jahren u. a. die Schriftsteller Marcel Beyer und Peter Richter, der Verlag Voland & Quist, der Dirigent Lennart Dohms die Fotografin Karen Weinert und die Tänzerin und Choreographin Cindy Hammer. Gewidmet ist die Stiftung Hanna und Johannes Arras. Mit der Verleihung des Preises möchte die Familie ihre bis heute wirkende Verbundenheit mit der Stadt Dresden zum Ausdruck bringen.

Hanna Johannes Arras Stiftung

Preise & Stipendien 31.08.2016 Walter Plakette an Dr. Irmgard Krauthoff und Gerhard Schöne

Der Sächsische Musikrat e.V. vergibt am 10. September 2016 zum achten Mal die Johann Walter Plakette.

 

Der lebendige Reichtum sächsischer Musikkultur, die für viele Menschen zum inneren Besitz gehört, ist wesentlich der Hingabe musikbegeisterter Menschen an die Kunstausübung zu danken. In der Überzeugung, dass allein die aktive Musikpflege die Zukunft unserer Musikkultur gewährleistet, hat der Sächsische Musikrat die Johann Walter Plakette gestiftet, um mit ihrer Verleihung aller zwei Jahre auf beispielhafte Leistungen im Musikleben unseres Landes aufmerksam zu machen. Die Vergabe erfolgt an zwei Persönlichkeiten, die sich um die Pflege der Musiktradition und des Musiklebens in Sachsen, die Förderung des musikalischen Nachwuchses oder die Entwicklung des zeitgenössischen Musikschaffens in Sachsen besondere Verdienste erworben haben. Benannt ist die Plakette nach Johann Walter (*1496 in Kahla, †1570 in Torgau). Der enge Freund Martin Luthers und dessen musikalischer Berater wirkte 1525 maßgeblich bei der Gestaltung der »Deutschen Messe« mit. Von 1526 bis 1548 leitete Johann Walter die Torgauer Stadtkantorei. Diese wurde zum Ur- und Vorbild des lutherischen Kantoreiwesens. 1548 in das Amt des Hofkapellmeisters nach Dresden berufen, gründete und leitete Johann Walter die Kurfürstliche Hofkantorei. Als lutherischer »Ur-Kantor« schuf er die Grundlage für die evangelische Kirchenmusik. Der Lehrer, Kantor, Dichter und Komponist Johann Walter hat einen historischen Beitrag für die Wende zur Neuzeit in Deutschland und Europa geleistet.

Mit Dr. Irmgard Krauthoff und Gerhard Schöne werden im Jahr 2016 zwei Persönlichkeiten die Ehrung erhalten, die auf sehr unterschiedliche Weise das Singen vorbildlich mit befördert haben.

Gerhard Schöne wird für sein künstlerisches Lebenswerk als Liedermacher, seine Popularisierung von Kinderliedern sowie sein in christlicher Überzeugung gegründetes gesellschaftliches Engagement die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Mit Gerhard Schöne verfügt das deutsche Musikleben über eine hoch angesehene Persönlichkeit, die sich um die Pflege des Singens im Kindesalter verdient gemacht hat und stets aktiv die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen gesucht hat.

Dr. Irmgard Krauthoff wird für ihre nachhaltigen Verdienste um die Ausbildung von Musikpädagogen und als Mitherausgeberin einer Vielzahl von Schulbüchern, Lehrplänen und Fachzeitschriften für den Musikunterricht in der Grundschule die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Dr. Irmgard Krauthoff hat sich lebenslang als Impulsgeberin für die Pflege des vokalen Musizierens im Kindergarten und in der Grundschule einen Namen gemacht.

Die Vizepräsidentin des Sächsischen Musikrates e.V., Aline Fiedler, MdL wird die Auszeichnungen in einer öffentlichen Veranstaltung am Samstag, 10. September 2016 um 11 Uhr in der Torgauer Schlosskapelle verleihen. Der mdr Kinderchor wird diese Veranstaltung musikalisch begleiten – einige Titel auch gemeinsamen mit dem Liedermacher Gerhard Schöne.

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