Der Sächsische Musikrat e.V.

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 



Der Sächsische Musikrat wird gefördert durch:

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Wettbewerbe 13.03.2017 Nichts zu verlieren – Viel zu gewinnen

26. Landeswettbewerb »Jugend musiziert« Sachsen 2017 in Bautzen

 

An zwei Wochenenden vom 17.–19. und 24.–26. März 2017 werden 512 Teilnehmer an verschiedenen Austragungsorten in Bautzen beim größten Jugendwettbewerb in Sachsen ihr Können beweisen. An Gastgeber und Organisatoren werden damit hohe Anforderungen gestellt. Nicht zuletzt die zahlreichen freiwilligen Helfer an allen Veranstaltungsorten tragen zum reibungslosen Ablauf bei und sichern das hohe Niveau des Wettbewerbs. Spannende Sololeistungen gibt es diesem Jahr u.a. bei den Pianisten und Sängern sowie bei der Wertung Drum-Set (Pop). In der Ensemblewertung stehen in diesem Jahr die Bläser, Streicher und Jazzer im Mittelpunkt. Der Eintritt zu den Wertungsspielen ist frei. Gäste sind willkommen! »Jugend musiziert« ist ein Nachwuchswettbewerb für Amateure. Beteiligen können sich Solisten und Kammermusik-Ensembles. 1.076 junge Leute haben bei den fünf Regionalwettbewerben in Sachsen im  Januar 2017 bereits teilgenommen. Aber nur auftreten und die Punkte einsammeln? Und vielleicht gar enttäuscht und ärgerlich wieder nach Hause fahren? Das ist nicht Ziel von »Jugend musiziert«. Der Wettbewerb will Anderes als seine Teilnehmer über den Konkurrenz- und Öffentlichkeitsdruck zu Höchstleistung zu provozieren. Darum gehört das Angebot eines Beratungsgespräches der Juroren für alle Teilnehmer seit vielen Jahren zum Programm.

Bei »Jugend musiziert« steht der Team-Gedanke im Vordergrund. Neben Motivation und Anregung für den eigenen musikalischen Lebensweg vermittelt »Jugend musiziert« nach der Wettbewerbsphase weitere Förderungen und Stipendien. Das können Projekte des Sächsischen Musikrates sein, beispielsweise das  Landesjugendorchester oder auch das Jugendjazzorchester Sachsen. Veranstalter von »Jugend musiziert« ist der Sächsische Musikrat in diesem Jahr gemeinsam mit der Stadt Bautzen. Der Wettbewerb wird gefördert aus Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien. Als Hauptsponsoren stehen auch in diesem Jahr die Sparkassen in Sachsen gemeinsam mit ihrem Ostdeutschen Sparkassenverband sowie die Klavierbaufirma August Förster Löbau zur Seite.

Öffentliche Wertungsvorspiele (Eintritt frei)
17.–19. und 24.–26. März 2017
Melanchthon-Gymnasium Bautzen, Schiller-Gymnasium Bautzen,
BSZ Wirtschaft/Kreismusikschule Bautzen, Steinhaus Bautzen

Konzerte
Samstag, 18. März 2017, 20:00 Uhr, Steinhaus Bautzen
Konzert der Jazz-Preisträger des Landeswettbewerbes Jugend jazzt Sachsen
Veranstalter: Steinhaus Bautzen

Freitag, 7. April 2017, 19:30 Uhr , Burgtheater Bautzen
Abschlusskonzert des Landeswettbewerbs
Kassenöffnung sowie Kartenbestellungen Di–Fr 11:00–18:00, Tel. (03591) 584225
Online-Bestellungen

Weitere Konzerte mit 1. Preisträgern des Landeswettbewerbes 2017
30.04.2017, 17:00 Uhr, Schloss Weesenstein (Festival Sandstein & Musik)
06.05.2017, 17:00 Uhr, Schiller-Gymnasium Bautzen (Aula-Konzerte)
14.05.2017, Barockschloss Neschwitz

Infos zum Wettbewerb, Ablauf und die Ergebnisse tagesaktuell

Jugendjazzorchester 08.02.2017 Jazzwelten – Big-Band-History meets European Footprints

Dem Sächsischen Musikrat gelang es erneut, den Jazzpianisten Milan Svoboda für ein Projekt im Februar 2017 zu gewinnen.

 

Zusammen mit dem tschechischen Nachwuchsmusikern und Mitgliedern des Jugend-Jazzorchester Sachsen wird der Professor für Komposition und Jazzharmonie am Konservatorium in Prag ein besonderes Programm erarbeiten: Modernen Kompositionen amerikanischer Jazzmusiker wie Thad Jones, Buddy Rich, Bob Mintzer, Gordon Goodwin, Maria Schneider stellt er eigene Werke gegenüber. Hier Jazz der neuen Welt - in den USA entstanden, dort Jazz aus der alten Welt – von Milan Svoboda, dem Europäer aus Tschechien, der es geschafft hat, seinen eigenen, unverwechselbaren Stil zu entwickeln. Zwei Pole, die gegenübergestellt werden? Die sich mischen und doch harmonieren? Man darf sehr gespannt sein! Milan Svoboda studierte an der Orgelklasse des Prager Konservatoriums, Musikwissenschaften an der Karls-Universität in Prag und Komposition an der Prager Akademie für Musik sowie dem Berklee College für Musik in Boston, USA. 1974 gründete er sein erstes Jazzorchester, die Prager Big Band, die sich einen Namen in der Geschichte des tschechischen und europäischen Jazz machte. Als Dirigent und Arrangeur leitete Svoboda später die gemischte Tschechisch/Polnische Big Band, die mit den besten Solisten aus beiden Ländern besetzt war. Zur Zeit dirigiert er wieder ein kreatives Jazzorchester, die Prager Big Band und sein eigenes Milan Svoboda Quartett.

Konzerte
16.02.2017, 20.00 Uhr Windmühle Seifhennersdorf
17.02.2017, 20.30 Uhr Jazzclub Telegraph, Leipzig
18.02.2017, 20.00 Uhr Jazzclub Tonne Dresden
19.02.2017, 21.30 Uhr Jazzclub Reduta Prag

Der Jazzworkshop im Februar 2017 ist Bestandteil des Netzwerkes Kulturelle Bildung und Sprache. Das Netzwerk wird gefördert aus Mitteln des Kooperationsprogramms zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik 2014-2020.

Landesmusikakademie 09.12.2016 Landesmusikakademie Sachsen – Rückschau und Ausblick

Die Landesmusikakademie Sachsen beendet dieses Jahr mit einer Rekordgästezahl

 

Die Landesmusikakademie Sachsen schließt in den kommenden Tagen für dieses Jahr ihre Tore und kann eine Rekordgästezahl verzeichnen: 11.500 musikalische Übernachtungen zählte das Haus, das sind 15 % mehr Gäste als im Vorjahr; für das kommende Jahr werden bereits 13.000 musikalische Übernachtungen erwartet - ein Drittel mehr als 2015.

38 Chöre, 23 Orchester, sieben Big Bands, vier Rockbands, mehrere Bläserensembles, Musicaldarsteller und verschiedene Kammermusikgruppen brachten das umgebaute Marstallgebäude des Colditzer Schlosses in diesem Jahr zum Klingen. Froh stimmt uns, dass wir wieder zahlreiche Stammgäste begrüßen durften, darunter das Jugendjazzorchester Sachsen mit der beliebten Colditzer Jazz-Night, den Thomanerchor Leipzig und mehrere Schulensembles aus der Region wie die Chöre des Gymnasiums St. Augustin Grimma, des Johann-Walter-Gymnasiums Torgau, des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Taucha und der Evangelischen Schulgemeinschaft Annaberg. Aber auch mehrere Schulensembles aus Berlin und Brandenburg finden seit fast fünf Jahren den Weg ins sächsische Colditz. Besonders ausgezeichnet hat uns der zweite Besuch des Bundesjugendorchesters, Deutschlands jüngster musikalischer Elite und wir bedanken uns bei Stadt und Schule Colditz für die Nutzung der Sporthalle am Sophienplatz. Die große Orchesterbesetzung des Ensembles »sprengte« die Akademiemauern. Mit Unterstützung des Netzwerks Kulturelle Bildung und Sprache konnten wir in diesem Jahr die Sommerakademie wieder anbieten: 127 tschechische und sächsische Kinder und Jugendliche lebten und musizierten neun Tage lang gemeinsam auf Schloss Colditz. Dabei lernten sie im doppelten Wortsinn spielend die Sprache des Nachbarlandes Tschechien kennen oder vertieften diese, organisierten mehrere Konzerte in Akademie und Kirche und gestalteten das beliebte Lichterlabyrinth im ersten Hof des Colditzer Schlosses.

Welche musikalische Gruppe war die größte, die die Akademie in diesem Jahr besuchte: im Schulensemblebereich ist der Spitzenreiter das Paul-Natorp-Gymnasiums aus Berlin, die Schülerinnen und Schüler reisten mit zwei Chören, zwei Big-Bands, einer Musical-AG, einem Orchester, zwei Gitarrengruppen und einer Tontechnikgruppe an, nach der Teilnehmerzahl lagen allerdings die 164 Sängerinnen und Sänger von »Saxonia Cantat« vorn, sie formten für ein Wochenende einen nahezu »grenzenlosen« Rock- und Popchor.

Welche Formation war die lauteste? Hier steht es unentschieden zwischen dem Schalmeienorchester Plauen und den Trommeln der Samba Schule »Samba Universo« aus Dresden. Doch die über einen Meter dicken Schlosswände machen sogar Üben in den Abendstunden möglich. Wer waren die weit gereistesten Gäste? Es waren die Studenten des Instituts für Klangkunst aus Wien, die in der Akademie einen Fotofilm mit einer Tonspur versahen. Und unsere jüngsten Gäste kamen aus Leipzig: die Querstreicher Engelsdorf wandelten mit Bachperücken musikalisch auf den Spuren des großen Leipzigers.

Neben den Gastbelegungen des Hauses standen zwei Ausstellungseröffnungen, acht Konzerte und drei eigenveranstaltete Kurse auf dem Akademieplan, die alle sehr gut besucht waren.

Das Jahr 2017 wird uns neben vielen bekannten auch einige neue Ensembles bringen: erstmals dürfen wir den Landesjugendchor Sachsen, den Kinderchor der Oper Leipzig und die Ensembles der Annenschule Chemnitz begrüßen. Besonders freuen wir uns auf die internationalen Gäste der Sommerphilharmonie Litomerice (CZ), des Jugendorchesters und Gesangsmeisterkurses Haarlem (NL), des englischen College-Kammerchores Farnborough und des Schweizer Jugendchores. Zudem ist das Kursprogramm der Akademie von drei auf fünf eigenveranstaltete Kurse angewachsen: neben dem Musicalcamp für Jugendliche, dem beliebten Jazzworkshop und dem Meisterkurs Trompete bei Prof. Ludwig Güttler wird im kommenden Jahr erstmals ein Jazz-Studienvorbereitungskurs sowie ein Meisterkurs Klavier bei Prof. Ragna Schirmer angeboten. Acht Konzerte und Ausstellungseröffnungen warten auf das Publikum aus nah und fern, darunter erstmals ein klassischer Liederabend, eine Opernaufführung sowie die erste Colditzer Pop-Night.

Wir sind dankbar für die gute Kooperation mit der Europa-Jugendherberge und der Gesellschaft Schloss Colditz sowie der Musikschule und Volkshochschule Muldental, die in diesem Jahr erfolgreich fortgesetzt werden konnten.

Christine Müller (Akademieleiterin)

Kulturpolitik 15.11.2016 CDU und SPD stärken Kulturförderung in Sachsen

Koalitionsfraktionen stocken Kulturetat um 9 Millionen Euro auf

 

Nachdem sich die Koalitionsfraktionen auf Ergänzungen am Haushaltsentwurf der Staatsregierung verständigt hatten, stellten am 14. November 2016 die kulturpolitischen Sprecherinnen von CDU und SPD, Aline Fiedler und Hanka Kliese, die Ergebnisse für ihren Bereich vor. Dazu sagt die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Aline Fiedler: »Sachsen ist geprägt von einem großen Reichtum an Kultur und die ist uns wichtig! Wir haben nicht nur Einrichtungen von weltweiter Ausstrahlung, wie die Semperoper in Dresden und den Leipziger Thomanerchor. Im Freistaat gibt es auch ein umfassendes kulturelles Angebot im ländlichen Raum. Wir haben mit den Koalitionsfraktionen im vorliegenden Entwurf des Doppelhaushaltes den Spagat zwischen beiden gefunden. Die Kulturausgaben Sachsens werden mit dem vorliegenden Entwurf deutlich steigen: von 200,7 Mio. Euro in diesem Jahr auf 213,3 Mio. Euro im nächsten und 216,1 Mio. Euro im Jahr 2018. Insgesamt haben die Koalitionsfraktionen 9 Mio. Euro mehr für die kommenden beiden Jahre geplant, als im Regierungsentwurf des Doppelhaushaltes vorgesehen waren. Mit gezielten neuen Maßnahmen ergänzen wir bestehende Kulturangebote und Institutionen, wie zum Beispiel durch die Anschaffung von Musikinstrumenten. Wichtig war uns eine stabile Finanzierung der Kulturräume. Hier wird es 6 Mio. Euro für Investitionen geben, die vor Ort gebraucht werden.«

Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Hanka Kliese, sagt: »Eine stabile Kulturförderung ist unerlässlich für den sozialen Zusammenhalt. Auch deshalb haben wir mit dem Koalitionsvertrag die Grundlage für eine stabile und verlässliche Kulturpolitik in Sachsen geschaffen. Schon der Regierungsentwurf des Kulturhaushaltes für die kommenden beiden Jahre schlägt sich dies nicht nur in Zahlen, sondern auch in den dahinter stehenden Projekten nieder. Diesen guten Entwurf haben wir als Koalitionsfraktionen weiter verbessert. Mit der Erhöhung des Etats für die Landeskulturverbände und die Zentralbücherei für Blinde geben wir gezielt mehr Geld an Institutionen, deren Personal seit vielen Jahren eine sehr engagierte Arbeit für Kultur und Teilhabe im Freistaat leistet. Diese Wertschätzung ist uns wichtig. Nicht nur die großen Flaggschiffe der sächsischen Kultur zu unterstützen, sondern auch die Arbeit der kleineren Kulturbetriebe wollen wir in den Fokus rücken und angemessen fördern.«

Landesjugendorchester 20.10.2016 Zu Gast in Peru

Ein ganz besonderes Projekt des Landesjugendorchesters Sachsen

 

Das 50. Projekt des Landesjugendorchesters im Oktober 2016 war in jeder Hinsicht ein besonderes Projekt. Im Gegensatz zu den üblichen Arbeitsphasen, die zweimal im Jahr hauptsächlich in der Landesmusikakademie Sachsen stattfinden, waren die 55 jungen Musikerinnen und Musiker in diesem Herbst nur 4 Tage im Leipziger Land. Dort wurde ein buntes, abwechslungsreiches Programm in intensiver Probenarbeit vorbereitet, um dann auf eine weite Reise mitgenommen zu werden. Diese führte das LJO Sachsen nach Trujillo, die zweitgrößte Stadt im südamerikanischen Peru. Nach der langen Hinreise im Flugzeug von Frankfurt über Madrid nach Lima und von dort aus mit dem Bus in das nördlich gelegene Trujillo wurde die Probenarbeit in Kooperation mit den peruanischen Jugendlichen Musikern des »Orquesta de Barro« des sozialen Musikprojektes »Arpegio« aufgegriffen. Die folgenden vier Tage voller intensiver Proben gestalteten sich als äußerst interessant und lehrreich für alle Beteiligten und voll von positiven Eindrücken. Das Zusammenspiel mit den peruanischen Musikern, welche den deutschen Jugendlichen in musikalischer Hinsicht absolut auf Augenhöhe begegneten, obwohl sich die materielle Grundausstattung der Peruaner mit Instrumenten in teilweise katastrophalen Zustand befand, funktionierte auf Anhieb. Trotz mancher organisatorischer Probleme, welche alle mit peruanischer Gelassenheit gelöst wurden, herrschte eine sehr freundliche, offene Atmosphäre und ein reger Austausch zwischen den Musikern.

Die Unterbringung der sächsischen LJO Mitglieder in peruanischen Gastfamilien stellte viele vor eine sprachliche Herausforderung, aber spätestens nach den ersten gemeinsamen Abendessen, bei denen alle kulinarischen Spezialitäten Perus vorgestellt und probiert wurden, entwickelten sich die ersten Gespräche auf englisch, spanisch und deutsch. Neben den vielen Proben blieb dennoch genug Zeit für die deutschen Musiker gemeinsam mit den peruanischen Orchestermitgliedern die Stadt und die Gegend zu erkunden. So gab es zum Beispiel eine gemeinsame Besichtigungstour in eine antike Siedlung der Chan Chan, einen Ausflug an den Pazifikstrand von Huanchaco und einen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt in Trujillo, von dem aus sowohl die Anden als auch das Meer zu sehen sind.

Der musikkulturelle Austausch wurde nach verschiedensten Workshops und kleineren Schulkonzerten, bei denen die Deutschen Teilnehmer die großen gesellschaftlichen Unterschiede in den einzelnen Stadtteilen Trujillos erfahren durften, mit erfolgreichen Konzerten in Trujillo, Chimbote und Lima abgerundet.

Johannes Kürschner, Jakob Then Berg, Matthias Denecke

Das Landesjugendorchester Sachsen ist ein Projekt des Sächsischen Musikrates.

Kulturpolitik 20.10.2016 Soziales Spannungsfeld Musikhochschule – Billigbildung und die Folgen

Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an deutschen Musikhochschulen in Dresden

 

Die Lehrbeauftragten aller bundesdeutschen Musikhochschulen kommen am 22.und 23. Oktober 2016 in der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden zu ihrer 7. Bundeskonferenz zusammen.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Situation der Lehrbeauftragten zunehmend unsicher geworden. Sie übernehmen einen wachsenden Teil der regulären Lehre an den Hochschulen. Sie leisten in der Lehre die gleiche Arbeit wie ihre fest angestellten Kolleginnen und Kollegen, erzielen jedoch nur einen Bruchteil von deren Einkommen. Allgemeingültige Zahlen liegen dazu nicht vor. Doch lässt sich am Beispiel der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass ihr Honorar heute im Vergleich zum Jahr 1970 fast doppelt so hoch wäre, wenn es – wie beim Entgelt für fest angestellte Lehrkräfte üblich – an die Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst gekoppelt wäre. Sozial sind Lehrbeauftragte kaum abgesichert. Die kollektive Wahrnehmung der Interessen von Lehrbeauftragten ist bislang schwierig, da sie im Gegensatz zu anderen Hochschulangehörigen kaum über Wahl- und Mitbestimmungsrechte verfügen.

Seit Verabschiedung der Frankfurter Resolution 2011 und der Berliner Resolution 2013 ist man bereits kleine Schritte vorangekommen. Grundlegendes hat sich jedoch an der prekären Situation der Lehrbeauftragten nicht geändert. In einer Podiumsdiskussion sollen die drängendsten Fragen mit Landespolitikern sowie je einem Mitglied der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen und der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) diskutiert werden.

Trotzdem in einigen Bundesländern in den vergangenen Jahren Honorarerhöhungen für die Lehrbeauftragten der Musikhochschulen erwirkt werden konnten, ist man von einer geforderten Angleichung an die Tarifentwicklungen im TV-L nach wie vor weit entfernt. Die Lehrbeauftragten fordern die Schaffung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse vor allem für den Kernbereich der Lehre. Das durchschnittliche Missverhältnis von ca. 45% der Gesamtlehre, die von Lehrbeauftragten erbracht wird zu 55 % erbrachte Lehre durch Professoren und Mittelbaustellen hat sich bisher kaum verändert. Des Weiteren müssen die Wahl- und Mitbestimmungsrechte in allen Bundesländern gleichermaßen gestärkt werden. Insbesondere für die rund 50 % Freiberufler unter den Lehrbeauftragten besteht unter diesen Voraussetzungen nach wie vor großer Handlungsbedarf durch Politik und Hochschulleitungen.

Die Bundeskonferenzen der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm), tritt seit ihrer ersten Konferenz im Januar 2011 auf Bundes- und Landesebenen für die Interessen der jeweiligen Lehrbeauftragten ein. Die Deutsche Orchestervereinigung e.V. (DOV) ist der Berufsverband und die Gewerkschaft für Mitglieder in professionellen Orchestern, Rundfunkchören und -Bigbands sowie für Lehrbeauftragte und freie Musiker in Deutschland.

Öffentliche Podiumsdiskussion »Soziales Spannungsfeld Musikhochschule – Billigbildung und die Folgen«
22. Oktober 2016, 17 Uhr, Senatssaal der Hochschule für Musik Dresden, Wettiner Platz 13
Podiumsteilnehmer: Aline Fiedler MdL CDU, Dr. Claudia Maicher MdL GRÜNE, Martin Ullrich Vorsitzender RKM, Martin Majewski DOV

V.i.S.d.P.: Bettina Preusker

Kulturpolitik 19.10.2016 TiSA: Öffentliche Dienstleistung Kultur ist in Gefahr!

Wikileaks hat neue Unterlagen zu TiSA ins Netz gestellt

 

Die EU-Kommission und auch die deutsche Bundesregierung haben bislang immer behauptet, öffentliche Dienstleistungen seien von den TiSA-Verhandlungen ausgenommen. Das stimmt nicht, das zeigen jetzt von Wikileaks ins Netz gestellte Unterlagen. Im allgemein gehaltenen Haupttext des geplanten Abkommens werden öffentliche Dienstleistungen so verstanden, dass sie hoheitlich ausgeübt, nicht auf kommerzieller Grundlage bereit gestellt und nicht im Wettbewerb zu anderen Dienstleistungsanbieter stehen dürfen (siehe hierzu TiSA-Core-Text). Doch solche Dienstleistungen gibt es im Kulturbereich so gut wie gar nicht mehr. In vielen Bereichen wurden ehemals öffentliche Kultureinrichtungen in eine privatrechtliche Form überführt, sie sind nicht kostenfrei und bei vielen gibt es auch privatwirtschaftliche Mitbewerber. Im Kulturbereich muss in der Regel eine Eintrittskarte beim Besuch eines öffentlichen Theaters oder eines Museums gelöst werden. Auch ist der Besuch im Kommunalen Kino oder Konzert nur selten kostenfrei. Auch die Leseausweise in Bibliotheken gibt es nur in Ausnahmefällen kostenlos.

Das Trade in Services Agreement (TiSA), das Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen, ist eine sich gerade in Verhandlung befindliche Sammlung von Vereinbarungen in Form eines völkerrechtlichen Vertrags zwischen 23 Parteien einschließlich der USA und der Europäischen Union. Das TiSA-Abkommen soll weltweit Dienstleistungen liberalisieren und stärkerem Wettbewerb aussetzen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: »Können die Marktregulierer eigentlich nie genug bekommen, offensichtlich nicht. CETA steht vor der vorläufigen Anwendung, TTIP wird trotz anders lautender Ansagen weiter verhandelt und jetzt zeigt auch TiSA sein gefährliches Gesicht. Es ist ein schmutziger Trick, wenn nur öffentliche Dienstleistungen vor TiSA geschützt werden sollen, wenn sie für den Verbraucher völlig kostenfrei sind. Das heißt nichts anderes, dass so gut wie keine öffentliche Kulturdienstleistung, da in der Regel immer ein Entgelt zu zahlen ist, von der Anwendung durch TiSA geschützt ist. Der Privatisierung und der Deregulierung sollen im Kulturbereich Tür und Tor geöffnet werden.«

Kulturpolitik 28.09.2016 Kulturraumgesetz

Position des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Bühnenverein zur Evaluierung des Kulturraumgesetzes und zur künftigen finanziellen Ausstattung

 

Um in der der laufenden Haushaltdebatte des Freistaates Sachsen den Interessen der Mitglieder im Deutscher Bühnenverein, Landesverband Sachsen erneut Nachdruck zu verleihen, wurde folgendes Positionspapier erstellt.

Der Landesverband Sachsen begrüßt die vorgenommenen Steigerungen in der Ausstattung des Kulturraumgesetzes ebenso wie die für den Doppelhaushalt 2017/2018 avisierte weitere Anhebung. Für diesen Schritt, der die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Kulturräume und somit auch der sächsischen Theater und Orchester anerkennt, gilt dem Landtag und den handelnden Ministerien ausdrücklicher Dank.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass viele Theater und Orchester gerade im ländlichen Raum ihre Mitarbeiter weit unter flächentarifvertraglichem Niveau entlohnen müssen. Diese seit Jahren andauernde und sich verschärfende Situation der Haustarifverträge ist weder gesellschaftlich noch sozial gewollt und bedarf dringend der Korrektur. Für die Ausstattung der Kulturraumbudgets sind die Kommunen und der Freistaat Sachsen gleichermaßen verantwortlich. Beide Seiten sind daher aufgerufen, dringend weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Finanzausstattung der Kulturräume und damit der Theater und Orchester zu leisten. Diese Forderung ist legitim, da eine prosperierende wirtschaftliche Situation zu verzeichnen ist. Eine Abkopplung des Kultursektors von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kann nicht gewollt sein. Wir betonen ausdrücklich, dass der gleiche Anspruch für alle Sparten der Kulturräume gilt. Eine Neiddebatte oder Verlagerung der Finanzprobleme zu Ungunsten einzelner Sparten unterstützt der Landesverband Sachsen ausdrücklich nicht. Besonders hingewiesen werden muss auf die schwierige Situation der fusionierten sächsischen Theater, die trotz enormer Anstrengung und politisch gewollter Strukturveränderungen nicht etwa wirtschaftlich stabilisiert wurden, sondern vor besonderen Herausforderungen bis hin zu Spartenschließungen stehen. Die Haustarifverträge und die unter Flächentarif liegenden Bezahlungen der Mitarbeiter, die in der Regel in Freizeit abgegolten werden, führen zu Schließzeiten in den Theatern, die eine Akzeptanzschwelle für das Publikum aufbauen.

Der Landesverband Sachsen hält es für dringend notwendig, im Doppelhaushalt 2017 und 2018 das Kulturraumgesetz mit mindestens weiteren fünf Millionen Euro aufzustocken und im Folgenden eine stufenweise Erhöhung, zum Beispiel aller zwei Jahre ins Auge zu fassen. Auch die kommunale Seite ist aufgerufen, sich für die entsprechende Kofinanzierung zu engagieren. Die Programme für Investitionen in die kulturelle Infrastruktur der vergangenen Jahre haben sich sehr vorteilhaft ausgewirkt. Eine Weiterführung zusätzlich zu den Kulturraumbudgets wird vom Landesverband dringend empfohlen.

Deutscher Bühnenverein, Landesverband Sachsen
Vorsitzender: Dr. Christoph Dittrich

Allgemeines 26.09.2016 Das LJO in Peru

50. Projekt des Landesjugendorchesters Sachsen in Kooperation mit dem Orquesta de Barro von »Arpegio«

 

Schon mehrfach war das Landesjugendorchester Sachsen Kulturbotschafter des Freistaates Sachsen und warb auf seinen Reisen für ein weltoffenes Sachsen. Im Oktober 2016 wird das LJO zu einem Austausch mit dem »Orquesta de Barro«, dem Herzstück des sozialen Musikprojektes ARPEGIO, nach Peru reisen. Das gemeinsam zu erarbeitende deutsch-südamerikanische Programm wird - neben Werken von Haydn und Brahms – auch ein eigens für ein deutsch-peruanische Ensemble komponiertes Stück beinhalten. Die deutschen und peruanischen Jugendlichen werden dieses besondere Programm in Konzerten in Trujillo, Chimbote und Lima zur Aufführung bringen.

Das Musikprojekt ARPEGIO Perú setzt sich seit 2004 für die soziale Integration und kulturelle Bildung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Trujillo ein. Zwei ehemalige LJO-Mitspielerinnen arbeiten derzeit bei ARPEGIO als Freiwillige des vom Deutschen Bildungsministerium unterstützten Programms »weltwärts« mit. Eine von ihnen, Deborah Oehler (25), ist Instrumentalpädagogin und Cellistin. Sie versteht das Orchesterspiel als soziale Tätigkeit in einer musisch inspirierten Gemeinschaft, um »gemeinsam mit Musik etwas zu bewegen«. In Anlehnung an das Projekt »El Sistema« in Venezuela unterstützt sie bei ARPEGIO Perú in Trujillo Kinder aus allen Gesellschaftsschichten beim Erlernen eines Instruments und beim Zusammenspiel im Orchester.

Mit dem Besuch des LJO Sachsen ergibt sich neben dem professionellen Konzertieren auch die Möglichkeit gemeinsam zu musizieren. Für die sächsischen Schülerinnen und Schüler wird es eine enorme Bereicherung sein zu sehen, unter welchen Umständen und Widrigkeiten auf der anderen Seite der Welt musiziert und gelernt wird. Neben gemeinsamen Konzerten sollen auch pädagogische Erfahrungen gesammelt werden, z.B. in Form von Registerprobenleitung vor Ort, Workshops und Instrumentenvorstelllungen in den ärmsten Außenstellen der Musikschule, wo der Nachwuchs »Arpegios« in Gruppenunterricht und Ensembles musikalisch heranwächst. Alle Beteiligten – sowohl die Mitwirkenden als auch das Publikum – können durch so eine internationale Begegnung ihren Horizont in einem kulturell gemischten 21. Jahrhundert erweitern.

Reise vom 4. bis 14. Oktober 2016 mit Konzerten in Trujillo, Chimbote und Lima

15. Oktober 2016 | 19.30
Konzert in Dresden
Konzertsaal der Hochschule für Musik Dresden

Programm: »Das LJO zu Gast in Peru »Dios nunca muere«
Macedonio Alcalá: Dios nunca muere - Gott stirbt nie - Mexikanischer Walzer (Arr. Alfredo Carrasco Sánchez)
Joseph Haydn: Sinfonia concertante für Violine, Violoncello, Oboe, Fagott und Orchester B-Dur Hob.I:105
Enrico Olivanti: Suite Peruana – Pachamama-Matrem Virginem (UA)
Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Haydn op. 56a
Aldemaro Romero: Fuga con Pajarillo

Allgemeines 12.09.2016 Grenzenlos – Deutsche Rock- und Popmusik

200 junge Musiker aus Chemnitz, Dresden, Nossen und Wilkau-Haßlau sowie Gäste aus Berlin, Leipzig und Weimar stehen am kommenden Sonntag ab 17 Uhr auf der Bühne im Alten Schlachthof Dresden

 

Der erst 12jährige Schlagzeuger Jakob Kuhn, im März 1. Preisträger des Landeswettbewerbes Jugend jazzt Sachsen, wird mit dem Profi Dirk Zöllner Deutsche Rock- und Popmusik zelebrieren, unterstützt von einem Chor mit 167 Sängerinnen und Sänger aus drei Schulchören und Orchester. Der Sächsische Musikrat möchte mit seinem Projekt »Saxonia Cantat« jährlich an einem Wochenende die Arbeit von landesweit hervorragenden Chören an Mittelschulen und Gymnasien unterstützend befördern und attraktiv halten, um der zunehmenden Ausdünnung dieser Chorlandschaft einige Leuchttürme entgegenzustellen. Dieses Projekt dient der Motivierung und Vernetzung dieser Chorszene. Das Ergebnis von drei Tagen Probe ion der Landesmusikakademie Sachsen im Schloss Colditz wird ein faszinierendes Musikereignis werden.

Wir laden Sie dazu herzlich ein!

18. September 2016 | 17 Uhr | Alter Schlachthof Dresden
Saxonia Cantat II feat. Dirk Zöllner & André Gensicke / Suse Jank & Clemens Süssenbach
Karten im Vorverkauf: Konzertkasse Dresden

Chor des Vitzthum-Gymnasiums Dresden
Leitung_Dörte Rossow-Tannenberg

Gemischter Chor des Gymnasiums Am Sandberg Wilkau-Haßlau
Leitung_Ulf Firke

Jugendchor des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Nossen
Leitung_Evelyn Chill

Mitglieder des Dresdner Jugendsinfonieorchester am Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden
Einstudierung_Milko Kersten

Florian Schultz_g | Stefan Theßenvitz_b | Jakob Kuhn_dr

Projektkonzeption und musikalische Leitung
André Schmidt

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