Der Sächsische Musikrat e.V.

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der SMR hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größter kultureller Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.

Seit 2002 verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates im Abstand von zwei Jahren die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Seit dem Jahr 2010 betreiben wir die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 



Der Sächsische Musikrat wird gefördert durch:

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Kulturpolitik 28.09.2016 Kulturraumgesetz

Position des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Bühnenverein zur Evaluierung des Kulturraumgesetzes und zur künftigen finanziellen Ausstattung

 

Um in der der laufenden Haushaltdebatte des Freistaates Sachsen den Interessen der Mitglieder im Deutscher Bühnenverein, Landesverband Sachsen erneut Nachdruck zu verleihen, wurde folgendes Positionspapier erstellt.

Der Landesverband Sachsen begrüßt die vorgenommenen Steigerungen in der Ausstattung des Kulturraumgesetzes ebenso wie die für den Doppelhaushalt 2017/2018 avisierte weitere Anhebung. Für diesen Schritt, der die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Kulturräume und somit auch der sächsischen Theater und Orchester anerkennt, gilt dem Landtag und den handelnden Ministerien ausdrücklicher Dank.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass viele Theater und Orchester gerade im ländlichen Raum ihre Mitarbeiter weit unter flächentarifvertraglichem Niveau entlohnen müssen. Diese seit Jahren andauernde und sich verschärfende Situation der Haustarifverträge ist weder gesellschaftlich noch sozial gewollt und bedarf dringend der Korrektur. Für die Ausstattung der Kulturraumbudgets sind die Kommunen und der Freistaat Sachsen gleichermaßen verantwortlich. Beide Seiten sind daher aufgerufen, dringend weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Finanzausstattung der Kulturräume und damit der Theater und Orchester zu leisten. Diese Forderung ist legitim, da eine prosperierende wirtschaftliche Situation zu verzeichnen ist. Eine Abkopplung des Kultursektors von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kann nicht gewollt sein. Wir betonen ausdrücklich, dass der gleiche Anspruch für alle Sparten der Kulturräume gilt. Eine Neiddebatte oder Verlagerung der Finanzprobleme zu Ungunsten einzelner Sparten unterstützt der Landesverband Sachsen ausdrücklich nicht. Besonders hingewiesen werden muss auf die schwierige Situation der fusionierten sächsischen Theater, die trotz enormer Anstrengung und politisch gewollter Strukturveränderungen nicht etwa wirtschaftlich stabilisiert wurden, sondern vor besonderen Herausforderungen bis hin zu Spartenschließungen stehen. Die Haustarifverträge und die unter Flächentarif liegenden Bezahlungen der Mitarbeiter, die in der Regel in Freizeit abgegolten werden, führen zu Schließzeiten in den Theatern, die eine Akzeptanzschwelle für das Publikum aufbauen.

Der Landesverband Sachsen hält es für dringend notwendig, im Doppelhaushalt 2017 und 2018 das Kulturraumgesetz mit mindestens weiteren fünf Millionen Euro aufzustocken und im Folgenden eine stufenweise Erhöhung, zum Beispiel aller zwei Jahre ins Auge zu fassen. Auch die kommunale Seite ist aufgerufen, sich für die entsprechende Kofinanzierung zu engagieren. Die Programme für Investitionen in die kulturelle Infrastruktur der vergangenen Jahre haben sich sehr vorteilhaft ausgewirkt. Eine Weiterführung zusätzlich zu den Kulturraumbudgets wird vom Landesverband dringend empfohlen.

Deutscher Bühnenverein, Landesverband Sachsen
Vorsitzender: Dr. Christoph Dittrich

Allgemeines 26.09.2016 Das LJO in Peru

50. Projekt des Landesjugendorchesters Sachsen in Kooperation mit dem Orquesta de Barro von »Arpegio«

 

Schon mehrfach war das Landesjugendorchester Sachsen Kulturbotschafter des Freistaates Sachsen und warb auf seinen Reisen für ein weltoffenes Sachsen. Im Oktober 2016 wird das LJO zu einem Austausch mit dem »Orquesta de Barro«, dem Herzstück des sozialen Musikprojektes ARPEGIO, nach Peru reisen. Das gemeinsam zu erarbeitende deutsch-südamerikanische Programm wird - neben Werken von Haydn und Brahms – auch ein eigens für ein deutsch-peruanische Ensemble komponiertes Stück beinhalten. Die deutschen und peruanischen Jugendlichen werden dieses besondere Programm in Konzerten in Trujillo, Chimbote und Lima zur Aufführung bringen.

Das Musikprojekt ARPEGIO Perú setzt sich seit 2004 für die soziale Integration und kulturelle Bildung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Trujillo ein. Zwei ehemalige LJO-Mitspielerinnen arbeiten derzeit bei ARPEGIO als Freiwillige des vom Deutschen Bildungsministerium unterstützten Programms »weltwärts« mit. Eine von ihnen, Deborah Oehler (25), ist Instrumentalpädagogin und Cellistin. Sie versteht das Orchesterspiel als soziale Tätigkeit in einer musisch inspirierten Gemeinschaft, um »gemeinsam mit Musik etwas zu bewegen«. In Anlehnung an das Projekt »El Sistema« in Venezuela unterstützt sie bei ARPEGIO Perú in Trujillo Kinder aus allen Gesellschaftsschichten beim Erlernen eines Instruments und beim Zusammenspiel im Orchester.

Mit dem Besuch des LJO Sachsen ergibt sich neben dem professionellen Konzertieren auch die Möglichkeit gemeinsam zu musizieren. Für die sächsischen Schülerinnen und Schüler wird es eine enorme Bereicherung sein zu sehen, unter welchen Umständen und Widrigkeiten auf der anderen Seite der Welt musiziert und gelernt wird. Neben gemeinsamen Konzerten sollen auch pädagogische Erfahrungen gesammelt werden, z.B. in Form von Registerprobenleitung vor Ort, Workshops und Instrumentenvorstelllungen in den ärmsten Außenstellen der Musikschule, wo der Nachwuchs »Arpegios« in Gruppenunterricht und Ensembles musikalisch heranwächst. Alle Beteiligten – sowohl die Mitwirkenden als auch das Publikum – können durch so eine internationale Begegnung ihren Horizont in einem kulturell gemischten 21. Jahrhundert erweitern.

Reise vom 4. bis 14. Oktober 2016 mit Konzerten in Trujillo, Chimbote und Lima

15. Oktober 2016 | 19.30
Konzert in Dresden
Konzertsaal der Hochschule für Musik Dresden

Programm: »Das LJO zu Gast in Peru »Dios nunca muere«
Macedonio Alcalá: Dios nunca muere - Gott stirbt nie - Mexikanischer Walzer (Arr. Alfredo Carrasco Sánchez)
Joseph Haydn: Sinfonia concertante für Violine, Violoncello, Oboe, Fagott und Orchester B-Dur Hob.I:105
Enrico Olivanti: Suite Peruana – Pachamama-Matrem Virginem (UA)
Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Haydn op. 56a
Aldemaro Romero: Fuga con Pajarillo

Allgemeines 12.09.2016 Grenzenlos – Deutsche Rock- und Popmusik

200 junge Musiker aus Chemnitz, Dresden, Nossen und Wilkau-Haßlau sowie Gäste aus Berlin, Leipzig und Weimar stehen am kommenden Sonntag ab 17 Uhr auf der Bühne im Alten Schlachthof Dresden

 

Der erst 12jährige Schlagzeuger Jakob Kuhn, im März 1. Preisträger des Landeswettbewerbes Jugend jazzt Sachsen, wird mit dem Profi Dirk Zöllner Deutsche Rock- und Popmusik zelebrieren, unterstützt von einem Chor mit 167 Sängerinnen und Sänger aus drei Schulchören und Orchester. Der Sächsische Musikrat möchte mit seinem Projekt »Saxonia Cantat« jährlich an einem Wochenende die Arbeit von landesweit hervorragenden Chören an Mittelschulen und Gymnasien unterstützend befördern und attraktiv halten, um der zunehmenden Ausdünnung dieser Chorlandschaft einige Leuchttürme entgegenzustellen. Dieses Projekt dient der Motivierung und Vernetzung dieser Chorszene. Das Ergebnis von drei Tagen Probe ion der Landesmusikakademie Sachsen im Schloss Colditz wird ein faszinierendes Musikereignis werden.

Wir laden Sie dazu herzlich ein!

18. September 2016 | 17 Uhr | Alter Schlachthof Dresden
Saxonia Cantat II feat. Dirk Zöllner & André Gensicke / Suse Jank & Clemens Süssenbach
Karten im Vorverkauf: Konzertkasse Dresden

Chor des Vitzthum-Gymnasiums Dresden
Leitung_Dörte Rossow-Tannenberg

Gemischter Chor des Gymnasiums Am Sandberg Wilkau-Haßlau
Leitung_Ulf Firke

Jugendchor des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Nossen
Leitung_Evelyn Chill

Mitglieder des Dresdner Jugendsinfonieorchester am Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden
Einstudierung_Milko Kersten

Florian Schultz_g | Stefan Theßenvitz_b | Jakob Kuhn_dr

Projektkonzeption und musikalische Leitung
André Schmidt

Preise & Stipendien 05.09.2016 »The Saxonz« erhalten den Arras-Preis 2016

Elisabeth und Stefan Arras haben den mit 5.000 Euro dotierten Arras-Preis am 2. September im Festspielhaus Hellerau übergeben.

 

2013 fanden sich 40 Breakdancer oder B-Boys, wie sich selber nennen, erstmals zusammen. Schon nach kurzer Zeit gehörten sie zur Spitze der deutschen Breakdance Szene: Durch den Sieg beim Battle of the Year 2014, der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft. Auch Internationale Erfolge schlossen sich an – Dank Aufsehen erregender Choreographien. Ein Ende des letzten Jahres gedrehter Videoclip sorgte zudem weltweit vor allem unter Hiphoppern und Filmleuten für Furore. Seine Botschaft: Das Leben nicht auf später verschieben. »Das Leben ist ein Tanz, vom Herzschlag im Mutterleib an«, sagt eine Stimme aus dem Off. »Das ist definitiv unsere Devise«. Ihre Kraft und Präsenz ist beeindruckend »Wir leben im Moment, jeden Tag.« sagt Lehmi, der Tänzer. Die Gruppe beeindruckt mit kraftvollen Bewegungsabläufen, Trick – & Freeze-Kombinationen, durch perfekte Gruppendynamik und viele humorvolle Elemente: Schnelle Beats und die Körper zweier Tänzer setzen den Rhythmus in akrobatische Bewegungen um. Drehsprünge kommen aus dem Handstand, Wirbel um die Körperachse und dann friert die Bewegung für wenige Sekunden ein. Die Breakdancer nennen es »Air Freeze«. Wie sie die beiden Tänzer auf dem Parkett im Dresdner Stadtteilzentrum »Emmers« Felix Roßberg und Philip Lehmann vorführen. Sie sind Gründungsmitglieder der Breakdance-Crew. Am Anfang »durften alle mitmachen, keiner wurde ausgeschlossen, das war uns wichtig«, sagt der Tänzer Killian. Aber nur die ambitioniertesten Tänzer wollten sich professionalisieren ihre Lebensplanung ganz auf das Tanzen ausrichten.

The Saxonz kooperieren inzwischen in drei Projekten mit dem Festspielhaus Hellerau,arbeiten dabei in diesem Jahr unter anderem mit der Elbland Philharmonie zusammen und sollen am 3. Oktober diesen Jahres in der Semperoper beim offiziellen Festakt des Bundespräsidenten in einer gemeinsamen Choreographie mit dem Semperoper-Ballett auftreten. So sind sie einem ihrer Ziele bereits näher gekommen: Breakdance soll endlich in der deutschen Hochkultur ankommen, auch wenn der Kulturbegriff hierzulande sehr eng ist. »Als Tänzer muss man sich das erkämpfen. Damit hatten wir vor Jahren auch zu tun. Man wird als Breakdancer halt so ein bisschen belächelt, als der von der Straße«, sagt Lehmi. »Aber du gehst auch nicht in die Semperoper und sagst ›Hach gucke mal, der springt da so ein bisschen rum. Das sieht ja lustig aus.‹ … Wir möchten zeigen, was bei uns dahinter steckt und wie viel Training das ist.«

Der Kunstpreis der Hanna Johannes Arras Stiftung wird auf den Gebieten der Musik, Literatur, der Bildenden, Gestaltenden oder Angewandten Künste verliehen und dient der Förderung von Künstlern und Projekten der Kunst im Raum Dresden. Er versteht sich als Stipendium und möchte Künstler in Ihrer kreativen Arbeit unterstützen. Ausgezeichnet wurden mit dem Preis in den vergangenen Jahren u. a. die Schriftsteller Marcel Beyer und Peter Richter, der Verlag Voland & Quist, der Dirigent Lennart Dohms die Fotografin Karen Weinert und die Tänzerin und Choreographin Cindy Hammer. Gewidmet ist die Stiftung Hanna und Johannes Arras. Mit der Verleihung des Preises möchte die Familie ihre bis heute wirkende Verbundenheit mit der Stadt Dresden zum Ausdruck bringen.

Hanna Johannes Arras Stiftung

Kulturpolitik 05.09.2016 Beim Lügen ertappt!

AFD-Vorsitzende Frauke Petry phantasiert über die Unterstützung der Landeskulturverbände für ihre »sächsische Konzertreihe«

 

Die in der Landtagsdebatte vom 31.08.2016 zum Antrag der AfD-Fraktion »Von Sachsen – für Sachsen – in Sachsen – Konzept für ein sachsenweites Konzertprojekt im ländlichen Raum« der von der AfD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Frauke Petry gemachten Aussage, dass der Sprecher der Landeskulturverbände Torsten Tannenberg von der zuvor geäußerten ablehnenden Position zum Antrag »zurückrudern würde« und sie zudem sicher sei, dass die Landeskulturverbände ihren Antrag unterstützen würden, entbehrt jeder Grundlage.

Die Interessengemeinschaft Landeskulturverbände Sachsen (IG) artikuliert gemeinsame Positionen aller Spartenvertreter. Da es im Zusammenhang mit der formulierten Pressemitteilung zum Antrag der AfD kein Gespräch eines Vertreters der IG mit Dr. Frauke Petry gab, ist das von ihr behauptete »Zurückrudern« schlicht als Lüge zu entlarven. Die IG nimmt den Vorfall somit zum Anlass, um erneut deutlich zu machen, dass besagter Antrag die falschen Signale in der Kulturförderung setzen würde und bleibt geschlossen bei der Haltung, dass der Antrag seitens der Landeskulturverbände eine klare Zurückweisung erfährt. Die Wunschhaltung der AfD-Fraktion entbehren somit einer faktischen Grundlage.

Befremdlich bleibt für die IG das Vorgehen der AfD, das nicht auf eine inhaltliche kulturpolitische Debatte zielt. Die Bemühung der Landeskulturverbände um kulturelle Belebung ist dabei stets als Lobbyarbeit für die Beförderung künstlerischer Qualität in einem der Fachlichkeit verpflichteten aufgeschlossenen Sinne und nicht eingeschränkt auf sächsische Kulturarbeiter zu verstehen. Festzuhalten bleibt, dass die IG den Antrag aus inhaltlichen Gründen abgelehnt hat und die Integrität besitzt, fachlich überzeugende Anträge unabhängig jeder einbringenden Partei unterstützen zu können. Es wird damit auch eine kulturpolitische Aufgabe sein, der AfD eine Kultur der Fach- und Sachlichkeit näher zu bringen.

IG Landeskulturverbände
• Filmverband Sachsen e. V.
Landesverband Amateurtheater Sachsen e. V.
Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V.
• Landesverband der Freien Theater in Sachsen e.V.
Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V.
• Landesverband Sachsen im Deutschen Bibliotheksverband e. V.
Landesverband Soziokultur Sachsen e. V.,
• Sächsischer Kinder- und Jugendfilmdienst e. V.
Sächsischer Literaturrat e. V.
• Sächsischer Museumsbund e.V.
Sächsischer Musikrat e. V.

Preise & Stipendien 31.08.2016 Walter Plakette an Dr. Irmgard Krauthoff und Gerhard Schöne

Der Sächsische Musikrat e.V. vergibt am 10. September 2016 zum achten Mal die Johann Walter Plakette.

 

Der lebendige Reichtum sächsischer Musikkultur, die für viele Menschen zum inneren Besitz gehört, ist wesentlich der Hingabe musikbegeisterter Menschen an die Kunstausübung zu danken. In der Überzeugung, dass allein die aktive Musikpflege die Zukunft unserer Musikkultur gewährleistet, hat der Sächsische Musikrat die Johann Walter Plakette gestiftet, um mit ihrer Verleihung aller zwei Jahre auf beispielhafte Leistungen im Musikleben unseres Landes aufmerksam zu machen. Die Vergabe erfolgt an zwei Persönlichkeiten, die sich um die Pflege der Musiktradition und des Musiklebens in Sachsen, die Förderung des musikalischen Nachwuchses oder die Entwicklung des zeitgenössischen Musikschaffens in Sachsen besondere Verdienste erworben haben. Benannt ist die Plakette nach Johann Walter (*1496 in Kahla, †1570 in Torgau). Der enge Freund Martin Luthers und dessen musikalischer Berater wirkte 1525 maßgeblich bei der Gestaltung der »Deutschen Messe« mit. Von 1526 bis 1548 leitete Johann Walter die Torgauer Stadtkantorei. Diese wurde zum Ur- und Vorbild des lutherischen Kantoreiwesens. 1548 in das Amt des Hofkapellmeisters nach Dresden berufen, gründete und leitete Johann Walter die Kurfürstliche Hofkantorei. Als lutherischer »Ur-Kantor« schuf er die Grundlage für die evangelische Kirchenmusik. Der Lehrer, Kantor, Dichter und Komponist Johann Walter hat einen historischen Beitrag für die Wende zur Neuzeit in Deutschland und Europa geleistet.

Mit Dr. Irmgard Krauthoff und Gerhard Schöne werden im Jahr 2016 zwei Persönlichkeiten die Ehrung erhalten, die auf sehr unterschiedliche Weise das Singen vorbildlich mit befördert haben.

Gerhard Schöne wird für sein künstlerisches Lebenswerk als Liedermacher, seine Popularisierung von Kinderliedern sowie sein in christlicher Überzeugung gegründetes gesellschaftliches Engagement die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Mit Gerhard Schöne verfügt das deutsche Musikleben über eine hoch angesehene Persönlichkeit, die sich um die Pflege des Singens im Kindesalter verdient gemacht hat und stets aktiv die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen gesucht hat.

Dr. Irmgard Krauthoff wird für ihre nachhaltigen Verdienste um die Ausbildung von Musikpädagogen und als Mitherausgeberin einer Vielzahl von Schulbüchern, Lehrplänen und Fachzeitschriften für den Musikunterricht in der Grundschule die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Dr. Irmgard Krauthoff hat sich lebenslang als Impulsgeberin für die Pflege des vokalen Musizierens im Kindergarten und in der Grundschule einen Namen gemacht.

Die Vizepräsidentin des Sächsischen Musikrates e.V., Aline Fiedler, MdL wird die Auszeichnungen in einer öffentlichen Veranstaltung am Samstag, 10. September 2016 um 11 Uhr in der Torgauer Schlosskapelle verleihen. Der mdr Kinderchor wird diese Veranstaltung musikalisch begleiten – einige Titel auch gemeinsamen mit dem Liedermacher Gerhard Schöne.

Landesmusikakademie 30.08.2016 Yume 夢 Träume

Eröffnung der 11. Ausstellung »Malende Musiker – Musizierende Maler« in der Landesmusikakademie Sachsen auf Schloss Colditz

 

Am kommenden Sonntag, dem 4. September wird der in Japan geborene und in Dresden lebende Maler, Grafiker und Musiker Yasushi Iwai mit seiner Ausstellung »Yume 夢 Träume« ein neues Genre in die Landesmusikakademie bringen: den Tanz. Seine dem gegenständlichen Stil zuzuordnenden Arbeiten sind Portraits und Körperstudien von Tänzerinnen und Tänzern. Im Rahmen der Vernissage (17 Uhr) wird der Künstler auch selbst am Cembalo musizierend zu erleben sein. Als studierter Kirchenmusiker ist er gleichermaßen malender Musiker, wie er als freischaffender Maler auch malender Musiker ist.

Kunst-, Tanz- und Musikinteressierte sind herzlich eingeladen – der Eintritt ist frei.

Es ist die nunmehr 11. Folge der Reihe »Malende Musiker – Musizierende Maler«. Die klare, sachliche Architektur des umgebauten Marstallgebäudes des Colditzer Schlosses – der Sitz der Landesmusikakademie Sachsen – lädt nicht nur zum Musizieren, sondern auch zur Präsentation von Bildender Kunst ein. Mit der Ausstellungsreihe »Malende Musiker – Musizierende Maler« wird eine Brücke zwischen Musik und Malerei geschlagen – beide Künste können einander wunderbar bereichern und gegenseitig fortführen. Die im Jahr 2011 in der Landesmusikakademie Sachsen Schloss Colditz ins Leben gerufene Ausstellungsreihe »Malende Musiker – Musizierende Maler« nimmt diese Doppelbegabungen in den Blick.

Kulturpolitik 29.08.2016 Interkultur statt Sachsentümelei

Die Interessengemeinschaft (IG) Landeskulturverbände Sachsen zum Antrag der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag für den 31.08.2016 »Von Sachsen – für Sachsen – in Sachsen – Konzept für ein sachsenweites Konzertprojekt im ländlichen Raum«

 

Die Landtagsfraktion der AfD hat für die 39. Plenarsitzung des Sächsischen Landtages den Antrag »Von-Sachsen – für Sachsen –in Sachsen - Konzept für ein sachsenweites Konzertprojekt im ländlichen Raum« eingebracht, indem sie sich für eine Konzertreihe sächsischer Musiker ausspricht.

Die IG Landeskulturverbände begrüßt es, dass sich die Landtagsfraktion der AfD mit der Kulturpolitik in den ländlichen Räumen Sachsens auseinandersetzt. Einigkeit besteht in der Annahme, dass der Ausbau einer kulturellen Infrastruktur zur Steigerung der Attraktivität des ländlichen Raums beiträgt. Aus Sicht der IG Landeskulturverbände ist dieses Ziel allerdings nicht mit einer staatlichen Konzertreihe einzulösen. Vielmehr plädieren die Vertreter der Sparten dafür, sich tatsächlich für eine Stärkung der Infrastruktur in den ländlichen Räumen auszusprechen, um so eine nachhaltige und in den Regionen verankerte Kulturförderung zu ermöglichen. Dazu gehören eine gesicherte Ausstattung bereits existierender, leistungsfähiger Institutionen genauso wie die Erprobung neuer Ansätze in der Kulturvermittlung oder von Kulturformaten sowie ein Eintreten für eine verbesserte Erreichbarkeit der Kultureinrichtungen durch einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Die IG Landeskulturverbände sieht den ländlichen Raum im Vergleich zu den großen Städten Sachsens zudem eher benachteiligt im Ansatz interkultureller sowie internationaler Formate als im konzertanten Musikbereich.

Fraglich in besagtem Antrag der AFD-Fraktion bleibt weiterhin die Forderung, Konzerte vorwiegend mit »sächsischen Musikern« und »Mitgliedern der sächsischen Orchester« durchzuführen. Welchen qualitativen Zugewinn die sächsische Herkunft der betreffenden Musiker verspricht, bleibt dabei genauso fraglich, wie die Definition desselben. Soll ein »sächsischer Musiker« hier geboren sein oder genügt eine Anstellung bei einem sächsischen Orchester? Gerade im Kulturbereich findet seit Jahrhunderten durch weltweiten Austausch eine ständige Befruchtung und Weiterentwicklung der Künste statt. Auch sächsische Künstler haben in Vergangenheit und Gegenwart intensiv von Ihren kulturellen Botschaftern im Ausland profitiert. Die IG Landeskulturverbände wird den Antrag der AFD - Fraktion fachlich nicht unterstützen. »Statt subtil geäußerter Sachsentümelei sollten wir für ein weltoffenes und tolerantes Sachsen eintreten und auch in der Kulturförderung die richtigen Signale setzen.« so der Sprecher der IG Landeskulturverbände Torsten Tannenberg.

IG Landeskulturverbände
• Filmverband Sachsen e. V.
Landesverband Amateurtheater Sachsen e. V.
Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V.
• Landesverband der Freien Theater in Sachsen e.V.
Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V.
• Landesverband Sachsen im Deutschen Bibliotheksverband e. V.
Landesverband Soziokultur Sachsen e. V.,
• Sächsischer Kinder- und Jugendfilmdienst e. V.
Sächsischer Literaturrat e. V.
• Sächsischer Museumsbund e.V.
Sächsischer Musikrat e. V.

Kulturpolitik 29.08.2016 CETA & TTIP – ein kulturpolitischer Sündenfall!

Kulturrat fordert die Bundesregierung auf, keinen Kuhhandel auf unsere Kosten zu veranstalten

 

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte am Wochenende, TTIP, das Freihandelsabkommen mit den USA, sei »de facto gescheitert«. Das lässt Hoffnung schöpfen, dass TTIP vielleicht doch nicht gegen den Willen großer Teile der Bevölkerung durchgeboxt wird. Gabriel beklagte aber, dass CETA, das Freihandelsabkommen mit Kanada, oft mit dem TTIP-Abkommen verwechselt werde und deshalb auch abgelehnt würde. Diese Aussage ist falsch, CETA wird nicht deshalb abgelehnt, weil es mit TTIP verwechselt wird, sondern weil es ein schlechtes Abkommen ist, das nicht nur dem Kulturbereich, sollte es ratifiziert werden, massiven Schaden zufügen würde.

In einem wesentlichen Punkt unterscheiden sich TTIP und CETA von bisherigen internationalen Handelsabkommen. Wurde bislang festgelegt, in welchen Bereichen eine Liberalisierung vorgesehen ist, also eine Positivliste erstellt, wird nun nach dem Negativlistenprinzip gearbeitet. Das heißt, dass zunächst alle Bereiche von der Liberalisierung erfasst werden, es sei denn, sie sind auf einer Negativliste verzeichnet, also ausgenommen. Die EU-Kommission betont stets, dass der Wechsel von Positiv- zu Negativlisten rein technischer Natur ist und keinen Einfluss auf das Schutzniveau hat. Der Kulturbereich ist ein Beispiel dafür, dass dies nicht stimmt. Bei Positivlistenverhandlungen müssen die Kulturbereiche, die mitverhandelt werden, dezidiert genannt werden. Bei Negativlistenverhandlungen, also CETA und auch TTIP, sind alle Kulturbereiche automatisch Verhandlungsgegenstand, außer sie werden rechtssicher ausgenommen, was schon deshalb sehr schwer ist, weil der dynamische Kulturbereich sich einfachen Definitionen regelmäßig entzieht. Aber ohne eine klare Abgrenzung der Ausnahmebereiche ist eine rechtssichere Herausnahme aus den Verträgen nicht möglich. CETA ist deshalb ein kulturpolitischer Sündenfall - mit letztlich unkalkulierbaren Auswirkungen für den Kulturbereich in der Zukunft. So unterwirft die EU die Kultur grundsätzlich dem CETA-Abkommen und nimmt nur die audiovisuellen Dienstleistungen mit Blick auf den Marktzugang und die Inländerbehandlung aus. Vom Investitionskapitel sind audiovisuelle Dienstleistungen nicht ausgenommen. Demgegenüber nimmt Kanada die gesamte Kulturwirtschaft von den Regelungen zum Marktzugang und zur Inländerbehandlung aus. Weiter besteht nach wie vor eine Klarstellungslücke, ob die Bundesländer weiterhin eine umfassende Regulierungshoheit für den Rundfunk, öffentlich-rechtlich und privat, haben. Ebenso wird die Filmwirtschaft von der EU nicht umfänglich geschützt. Darüber hinaus wird im Investitionskapitel nicht ausreichend ausgeführt, dass kulturpolitische Regeln von Ländern und Gemeinden keine Beschränkung des Marktzugangsrechts darstellen. Selbst der marktliberale ehemalige kanadische Premier Stephen Harper hat in den CETA-Vertrag mehr Schutzräume für die kanadische Kulturwirtschaft hinein verhandelt, als die EU-Kommission für die europäische Kulturwirtschaft. Die EU-Kommission hat die europäische Kulturwirtschaft bei den Verhandlungen einfach im Stich gelassen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: »Wir fordern die Bundesregierung auf, keinen Kuhhandel auf unsere Kosten zu veranstalten und TTIP erst einmal für eine Zeit in der Versenkung verschwinden zu lassen, um schnell CETA ratifizieren zu können. CETA ist wie TTIP ein kulturpolitischer Sündenfall. Beide Abkommen gefährden Demokratie und Rechtsstaat, schleifen nationale wie internationale Standards zum Schutz von Mensch, Umwelt, Arbeit und Kultur. Sie bringen uns noch weiter weg von einer gerechten Weltwirtschaftsordnung, als wir sowieso schon sind. Wir werden deshalb am 17. September in Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart mit den Freunden aus den Umwelt-, Entwicklungs- und Sozialverbänden, den Gewerkschaften, kirchlichen Organisationen und den vielen anderen Unterstützern gemeinsam auf die Straße gehen, um dieses schlechte CETA und TTIP zu verhindern.«

Allgemeines 19.08.2016 Weltliches und Geistliches

Das Bachfest Dresden erschafft ab dem 23. September einen bunten Kosmos

 

Dresden – blühende Kulturmetropole an der Elbe – wird nicht automatisch mit dem Schaffen von Johann Sebastian Bach assoziiert. Die Stadt Leipzig, als langjähriger Wirkungsort des Thomaskantors und Ausrichter des alljährlichen Bachfestes, steht viel stärker im Fokus der internationalen Bachliebhaber. Doch auch Dresden kann auf historisch belegte Aktivitäten und Konzerte des Meisters verweisen, bemühte er sich doch hier lange um den formalen Titel eines Königlichen Hofkompositeurs und übereignete dem sächsischen Hof verschiedene Kompositionen.

Gleich das Auftakt-Konzert am Vorabend des Bachfestes in der Semperoper nimmt darauf Bezug. Die Staatskapelle Dresden vereint im Sonderkonzert anlässlich ihres Gründungstages eine Orchestersuite von Bach mit Werken späterer Hofkapellmeister wie Johann Gottlieb Naumann und Sofia Gubaidulina. Mit Dresden wird auch die h-Moll-Messe verbunden, die der Kreuzchor anlässlich seines 800jährigen Jubiläums zum Bachfest in der Kreuzkirche aufführt. Bach spielte auch an der Silbermannorgel der einstigen Frauenkirche. Das Haus widmet dem Komponisten inzwischen jährliche Bachtage und bringt diese 2016 in das Programm des Bachfestes ein. Neben einem Orgelkonzert, Orgelandachten und Geistlichen Sonntagsmusiken sind in der Frauenkirche fünf hochkarätige Konzerte zu erleben! Das offizielle Eröffnungskonzert gestalten am 24.9. die Dresdner Barocksolisten unter Leitung von Helmut Branny und zum Ausklang interpretieren die Ensembles der Frauenkirche unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert Bachs »Festmusiken für das kurfürstliche sächsische Haus«. Lebendig aber erhielt sein Oeuvre vor allem die alltägliche Musikpraxis in den Gemeinden. Einblicke darin kann man - über das Stadtgebiet verteilt – zum Bachfest in verschiedenen Kirchen gewinnen. So finden in der Diakonissenkirche und der Versöhnungskirche klassische Kantatengottesdienste statt, in der Auferstehungskirche gibt es ein ganztägiges Gemeindefest mit Bachmusik, in der Kreuzkirche wird zu Vesper und Orgelkonzerten mit Kreuzorganist Holger Gehring geladen und in der Dreikönigskirche können sich Sangesfreudige begleitet von Mitgliedern der Sinfonietta Dresden für Proben und Aufführung einer »Bachkantate zum Mitsingen« treffen. Namhafte Interpreten der Stadt aber nehmen sich auch eher selten erklingender Bachkompositionen an. So bringt Cappella Sagittariana Dresden in der akustisch reizvollen Annenkirche »Drei Lutherische Messen« zu Gehör und die Dresdner Philharmonie steuert unter Leitung des Spezialisten für Alte Musik Konrad Junghänel »Bachs Lutherische Messe F-Dur und ihre Ursprungskantaten« bei.

Bach gilt nachfolgenden Generationen und bis heute auch immer als Maßstab für neue kompositorische Bezüge und Ideen. Und so finden sich auch viele romantische und zeitgenössische Kompositionen sowie Uraufführungen im umfangreichen Programm. Die traditionsreiche Singakademie Dresden bringt zum Beispiel in der Kreuzkirche in großer Besetzung mit Soli, Chor und Orchester unter dem Titel »Lobgesänge« Kompositionen von Bartholdy und Strawinsky sowie eine Uraufführung ihres Leiters Ekkehard Klemm zu Gehör. Auch die Hochschule für Kirchenmusik kontrastiert bei ihrem Konzert in der Versöhnungskirche Bach und Reger mit zwei Uraufführungen. Die Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« konzipierte für das Bachfest in ihrem neuen Konzertsaal gleich eine kleine Veranstaltungsreihe: »Bäume, Misteln und Töne« stellt mit dem Sinfonieorchester der Hochschule Bach, Webern und die Dresdner Komponisten und Hochschulprofessoren Manos Tsangaris und Jörg
Herchet in einen Zusammenhang und bei »Bach Plus I / II« musizieren die Studenten neben Bach zeitgenössische deutsche und internationale Kompositionen. Die Dresdner Musikhochschule widmet der Wirkungsgeschichte und Ausstrahlung Bachs auf Komponisten bis zur Gegenwart übrigens mit »Klang und Glaube« auch ein zweitägiges Internationales Symposium.

Und was wäre ein hiesiges Bachfest ohne Dresdens kreative Chöre und überregional geschätzte Vokalensembles? Das junge Ensemble AuditivVokal bewegt sich in seiner Inszenierung »BachdurchKREUZt« der Choreographin Katja Erfurth im prächtigen Foyer des Stadtmuseums mit musikalischen Motiven von Bach und Uraufführungen von Kompositionsstudenten auf das Schaffen von Bach zu wie weg, Vocal Concert gestaltet im Albertinum in Korrespondenz mit den hier ausgestellten Kunstwerken das Wandelkonzert »Perspektive: Bach« und Ensemble vocal modern lässt im Rahmen der Konzertreihe »SprachSpiele« von KlangNetz Dresden »Tönende Sprache und sprechende Töne« wirken. Zum Ende des Festivals lädt das Sächsische Vocal ensemble unter der Leitung von Matthias Jung zu einer Sonntagsmatinee und kombiniert in »Vater und Erben« Bach mit Motetten der Söhne-Generation und Kompositionen aus der Sammlung des Thomaskantors Hiller aus dem ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert.

Bach abseits bekannter Pfade

Das Bachfest Dresden möchte aber auch dazu einladen, Bach abseits bekannter Pfade zu erleben. So wildert die Serkowitzer Volksoper im Kabarett Breschke & Schuch mit ihrem musikalischen Possenspiel »Präludium und Unfug« nach »Kaffeekantate und Bauernkantate« erstmals auf dem Feld der Alten Musik. Im Societaetstheater sind die in Dresden entstandenen Choreographien »Fünf Präludien aus dem Wohltemperierten Klavier« der Ausdruckstänzerin Marianne Vogelsang zu erleben und die Tonne, der traditionsreiche Jazzclub der Stadt, steuert zum Thema Bach drei unterschiedliche Programme im Grenzbereich zwischen Klassik und Jazz bei. Im Programm finden sich auch Veranstaltungen für Kinder, genreübergreifende Experimente der Freien Szene und mit der BACH-Börse kann man sich Musiker sogar nach Hause oder in die Firma einladen!

Zum Abschluss der unvollständigen Programmübersicht noch ein besonderer Tipp. Wer sich intensiv mit Bachs berühmten Goldberg-Variationen beschäftigen möchte, hat zum Bachfest bei drei sehr unterschiedlichen Konzerten dafür Gelegenheit: Im Jazzclub stellt der preisgekrönte US-Pianist Dan Tepfer »Goldberg-Variations« vor, auf dem Akkordeon interpretiert das russische Duo Kratschkowsky in der Bethlehemkirche die Variationen als romantische Bearbeitung für zwei Klaviere von Josef Rheinberger und Jan Katzschke spielt im Kulturrathaus die Goldberg-Variationen ganz puristisch auf dem Cembalo.

Durch das engagierte Zusammenwirken vieler eigenständiger Veranstalter bleibt als Fazit zu vermerken: Das Bachfest Dresden 2016 ist über Monate programmatisch gewachsen und bietet nun mit seinen Ensembles, Orten und Interpreten Einzigartiges wie Verbindendes. Ein musikalisches Fest für den Kenner, wie für das breite Publikum, offen für alle Dresdner und für Gäste aus nah und fern! Tickets gibt es über die Veranstalter, an den Vorverkaufsstellen, über saxticket.de, reservix.de und an den Abendkassen. Viele Veranstaltungen sind ohne Eintritt oder gegen Spende zu erleben.

Isolde Matkey
Bachfest Dresden

Heidi Maria Taubert (Foto) singt im Rahmen der Vesper zum Michaelisfest in der Kreuzkirche Dresden am 24. September 2016 um 17 Uhr.

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