Corona-Pandemie: Service des Sächsischen Musikrates

Aufgrund der momentanen Situation während der Corona-Pandemie haben wir für Sie eine vorläufige Sammlung von aktuellen Informationen, Hilfestellungen und Wissenswertes für Kulturschaffende zusammengetragen, die wir tagesaktuell auf einer eigens dafür eingerichteten Corona-Seite ergänzen.

Fehlt Ihnen eine bestimmte Information? Ihre diesbezüglichen Hinweise und Nachfragen nehmen wir gerne per E-Mail entgegen. Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit!

Bitten achten Sie auf sich und andere und halten Sie sich an die leider notwendigen Beschränkungen. Bleiben Sie gesund und besonnen. Gemeinsam werden wir sicher recht bald zu einem normalen Musikleben in Sachsen zurückkehren können.

Der Sächsische Musikrat

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 41 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 

Der SMR ist Mitglied im Deutschen Musikrat und der Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände in Sachsen.

Er wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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Kulturelle Bildung 11.03.2020 An deutschen Grundschulen fehlen 23.000 ausgebildete Musiklehrer – Tendenz steigend

Ergebnisse einer vom Deutschen Musikrat, der Konferenz der Landesmusikräte sowie der Bertelsmann Stiftung gemeinsam beauftragten bundesweiten Erhebung

 

Viele Schulkinder haben keine hinreichende Chance auf musikalische Bildung in der Grundschule, weil Musik zu selten unterrichtet wird und zu oft von nicht dafür ausgebildeten Lehrkräften. Das zeigt die erste bundesweite Auswertung von Daten zum Musikunterricht in Deutschland. Der in den nächsten Jahren weiter zunehmende Musik Lehrermangel erfordert Gegenmaßnahmen.

Den Grundschulen in Deutschland gehen die Musiklehrer aus. Dies ist das Ergebnis einer vom Deutschen Musikrat, der Konferenz der Landesmusikräte sowie der Bertelsmann Stiftung gemeinsam beauftragten bundesweiten Erhebung, die erstmals belastbare Zahlen zur Situation des Musikunterrichts auf Länderebene liefert. Demnach gibt es in den 14 Bundesländern, deren Daten für die Auswertung herangezogen werden konnten, einen Bestand von rund 17.000 Musiklehrerinnen und -lehrern. Um den in den Lehrplänen der Länder vorgegebenen Umfang an Musikunterricht fachgerecht abzudecken, würden rechnerisch jedoch ca. 40.000 Musiklehrkräfte benötigt. Die Berechnung berücksichtigt, dass der Umfang des vorgesehenen Musikunterrichts teilweise sehr voneinander ab- weicht: In den ersten vier Schuljahren haben Kinder, je nach Bundesland, einen Anspruch auf eine oder auf zwei Musikstunden pro Woche. Im Ergebnis fehlen in den 14 untersuchten Ländern rund 23.000 grundständig ausgebildete Musikpädagogen. Dies führt dazu, dass lediglich 43 Prozent des von den Ländern vorgeschriebenen Unterrichts von grundständig ausgebildeten Musiklehrkräften erteilt wird. Detaillierte Aussagen zum Unterrichtsausfall sind nicht für alle 14 Länder möglich. Auf Basis der vorliegenden Daten ist jedoch davon auszugehen, dass 50 Prozent des vorgesehenen Musikunterrichts fachfremd erteilt wird und der Rest, also rund 7 Prozent, ausfällt. Dabei variiert der Anteil des fachfremd erteilten Unterrichts stark zwischen den Ländern und liegt zwischen 11 Prozent und 73 Prozent. Im Westen Deutschlands wird tendenziell öfter fachfremd unterrichtet als in Ostdeutschland.

Werden keine Gegenmaßnahmen ergriffen, stiege der Mangel an grundständig ausgebildeten Musiklehrkräften für die Grundschule weiter an, da in den kommenden acht Jahren sich die Lücke auf voraussichtlich rund 25.000 Lehrerinnen und Lehrer vergrößert. Der Anteil des fachgerecht erteilten Musikunterrichts fiele entsprechend weiter, von 43 Prozent auf 39 Prozent im Durchschnitt. Das zeigt die Modellrechnung der Studienautoren, Prof. Dr. Andreas Lehmann-Wermser, Ute Konrad und Prof. Dr. Horst Weishaupt. Die wachsende Kluft entsteht einerseits dadurch, dass altersbedingt mehr Musiklehrkräfte den Schuldienst verlassen als Nachwuchskräfte nachrücken. Zum anderen nimmt der Bedarf an Lehrkräften infolge der steigenden Zahl von Grundschulkindern weiter zu.

Grundschule ermöglicht allen Kindern Zugang zur Musik

Ohne ein ausreichendes Angebot an Musikunterricht in der Grundschule bekommen vor allem sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler kaum Chancen, mit Musik in Kontakt zu kommen. Dazu sagt Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung: »Musik ist unverzichtbarer Bestandteil unserer Bildung. Sie fördert Kreativität, Lebensfreude, Gemeinschaft sowie die gegenseitige Verständigung. Musikalische Bildung besitzt damit einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Persönlichkeitsentwicklung. Die Grundschule erreicht als einzige Schulform alle Kinder und ist für viele von ihnen der einzige Ort, an dem sie einen uneingeschränkten Zugang zur Musik erhalten.«

»Das Ergebnis dieser Studie ist ein Weckruf«, so Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates. »Wenn Politik und Gesellschaft jetzt nicht handeln, ist die musikali- sche Bildung an Grundschulen bald Vergangenheit – und damit ein zentraler Baustein für die Persönlichkeitsbildung Heranwachsender. Musikalische Bildung gehört zu den elementaren Kulturtechniken einer humanen Gesellschaft. Deshalb sind jetzt die Parlamente und Regierungen der Länder aufgefordert, die finanziellen Voraussetzungen für eine qualifizierte und kontinuierliche musikalische Bildung zu schaffen.«

Mögliche Maßnahmen gegen den Musiklehrermangel

Angesichts des bereits hohen Ausmaßes an fachfremd erteiltem Unterricht und Unterrichts- ausfall ist es dringend erforderlich, dass Landesregierungen, Schulbehörden und Hochschu- len gleichermaßen aktiv werden und entschlossen handeln. Ausgehend von den Ergebnis- sen der Untersuchung empfehlen sich folgende Ansatzpunkte für Maßnahmen: bedarfsgerechter Ausbau der Studienkapazitäten, Erhöhung des Stundenanteils, mit dem ausgebildete Musiklehrkräfte das Fach Musik unterrichten sowie, für eine Übergangsphase, die Gewinnung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern nach verbindlichen Standards. Damit eine Versorgung mit qualifizierten Musiklehrkräften künftig sichergestellt werden kann, braucht es außerdem ein deutschlandweit konsistentes Monitoring unter dem Dach der Kultusministerkonferenz.

Die komplette Studie finden Sie hier: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2020/maerz/an-deutschen-grundschulen-fehlen-23000-ausgebildete-musiklehrer-tendenz-steigend

Personalia 04.03.2020 Begeistern, Bewährtes bewahren, Motivieren und Kreatives in Spitze und Breite fördern

Dr. Christoph Dittrich ist neuer Präsident der Kulturstiftung Sachsen

 

Am 3. März hat der Vorstand der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen Dr. Christoph Dittrich zum neuen Präsidenten gewählt. Christoph Dittrich ist Generalintendant der Städtischen Theater Chemnitz und Vorstandsmitglied des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Bühnenvereins. Sein Vorgänger Ulf Großmann, der das Amt des Präsidenten seit 2011 innehatte, war am 7. Januar 2020 nach schwerer Krankheit verstorben.

Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch, zugleich geschäftsführende Kuratorin der Kulturstiftung, gratuliert Herrn Dr. Dittrich zu seinem neuen Amt: »Christoph Dittrich engagiert sich seit mehr als dreißig Jahren für die Kunst und Kultur im Freistaat. Ich schätze ihn als äußerst vielseitigen Theaterfachmann, der in Sachsen exzellent vernetzt ist und sich mit Einfallsreichtum und Empathie für den Austausch zwischen Kunst und Gesellschaft einsetzt.« Auch Christoph Dittrich freut sich über seine neue Aufgabe: »Die Kultur in Sachsen ist ein Resonanzraum, in dem gesellschaftliche und soziale Entwicklungen wiederklingen. Aufgabe der Kulturstiftung Sachsen ist es, dies zu unterstützen und die erfolgreichen Programme in allen Sparten zeitgemäß weiterzuentwickeln. Begeistern und Bewährtes bewahren, Motivieren und Kreatives in Spitze und Breite zu fördern sind die Aufgaben, denen ich mich mit großer Energie widmen möchte.«

Christoph Dittrich wurde 1966 in Dresden geboren. Bereits früh begeisterte er sich für Musik und wurde durch vielfältigen Instrumental-, Gesangs- und Chorleitungsunterricht gefördert. Von 1986 bis 1991 studierte er in Dresden Tuba und Gesang, Pädagogik und Musikwissenschaften. Besonders beeinflusst wurde Christoph Dittrich durch den Kammermusikunterricht in der Meisterklasse von Prof. Ludwig Güttler, aus dem auch 1987 die Gründung des Blechbläserensembles Dresden Brass Quintett mit zahlreichen Konzerten, Festivalauftritten und CD-Einspielungen folgte.

Von 1991 bis 2002 war er als Musiker und dramaturgischer Mitarbeiter bei der Elbland Philharmonie Sachsen tätig und arbeitete zugleich an zukunftsweisenden Projekten zur kulturellen Bildung. Im Jahr 2002 wurde er dort zum Intendanten berufen und prägte das Ensemble sehr erfolgreich bis 2013 durch ein ungewöhnlich breites Repertoire und die intensive Arbeit im Bereich der Musikvermittlung und Jugendmusik. 2008 erfolgte die musikwissenschaftliche Promotion zu Komponisten der 1960er bis 1980er Jahre. Im gleichen Jahr übernahm er die Leitung der Meissner Burgfestspiele.

Dr. Christoph Dittrich ist Vorstandsmitglied des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Bühnenvereins, den er von 2010 bis 2019 als Vorsitzender führte. Von 2017 bis 2020 war er Präsident des Sächsischen Kultursenats und in dieser Funktion ebenfalls Mitglied des Vorstandes der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Seit der Spielzeit 2013/2014 ist er Generalintendant der Städtischen Theater Chemnitz. Herausragend wahrgenommen wurde die Inszenierung von Wagners »Ring des Nibelungen« durch vier Regisseurinnen im Jahr 2018, auch ausgezeichnet durch den renommierten »Faust Preis« an Elisabeth Stöppler für die Regie der »Götterdämmerung«. Ebenso stehen die kulturelle Bildung und die Verbindung in die Stadtgesellschaft im Fokus von Dittrichs Theaterarbeit.

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen wurde 1993 vom Freistaat Sachsen als rechtsfähige Stiftung öffentlichen Rechts gegründet und fördert jährlich rund 650 Projekte mit einem Fördervolumen von 5 Millionen Euro. Zentrales Ziel der Stiftungsarbeit ist die freie Entfaltung von Kunst und Kultur im Freistaat Sachsen. Der Vorstand der Kulturstiftung arbeitet ehrenamtlich und entscheidet auf Empfehlung der Fachbeiräte über den Einsatz der Stiftungsmittel.

Jugendjazzorchester 22.01.2020 »Kopfkino« – Jugend-Jazzorchester Sachsen trifft Ed Partyka

Bigbands sind in der Jazzmusik immer ein besonderes Ereignis – und das Jugend-Jazzorchester Sachsen unter der Leitung von Ed Partyka kommt, um dieses Ereignis zu feiern!

Konzerte Februar 2020

Donnerstag, 13.02.2020, Colditz
19.30 Uhr | Landesmusikakademie Sachsen: 10. Colditzer Jazz-Night
Um telefonische Voranmeldung wird unter (034381) 469575 gebeten! Eintritt frei, Spenden sind herzlich willkommen!

Freitag, 14.02.2020, Leipzig
20 Uhr | WERK 2 - Kulturfabrik Leipzig e.V.
Eintritt Vvk. Erm. 9/7 €, Ak. 12/10 € zzgl. Gebühren, Ermäßigung für Schüler, Studenten und Leipzig-Pass-Inhaber, Tickets gibt es im Ticketshop Werk 2, (0341) 3080140 und in vielen VVK-Stellen in Leipzig

Sonnabend, 15.02.2020, Zwickau
19.30 Uhr | Robert-Schumann-Saal des RSK Zwickau
Eintritt 10/8 € (Ermäßigung für Schüler, Studenten und Auszubildende), Vorverkauf: Robert Schumann Konservatorium der Stadt Zwickau, Stiftstraße 10, (0375) 88371970 und an der Abendkasse (ab 18.30 Uhr)

Sonntag, 16.02.2020, Dresden
20 Uhr | Jazzclub Tonne e.V. (Tzschirnerplatz 3-5)
Eintritt Vvk. Erm. 15/11 €, Ak. 18/14 € zzgl. Gebühren, Tickets gibt es im Jazzclub Tonne, bei reservix.de und in vielen VVK-Stellen in Dresden und Umgebung

 

Ed Partykas Phantasie und Können reichen weit über die branchenüblichen Bigband-Arrangements hinaus. Wo andere flächig schreiben würden, setzt er mit feinem Gespür auf kraftvolle Rhythmen, voluminöse Bläser, präzise Breaks, zarte Zwischenspiele, dynamische Finessen auf komplexe Stimmführungen. Zudem unterlegt er den Instrumentalsoli und der Gesangsstimmen fein abgestufte Orchesterfarben – auch dies ein Zeichen hoher musikalischer Qualität. Viel Platz für kreativen Solisten krönen diese vielschichtigen Arrangements – »Kopfkino« in höchster Form!

Das JJO Sachsen wird im Februar 2020 Musik von Ed Partyka gemeinsam mit dem Posaunisten erarbeiten und dann das Publikum in vier Konzerten in Sachsen mit der Imaginationskraft seiner Musik bezaubern sowie seinen individuellen Schreibstil präsentieren.

Ed Partyka ist Bassposaunist/Tubist, Komponist/Arrangeur und Dirigent. Ursprünglich aus Chicago Illinois stammend, lebt er seit 1990 in Deutschland und der Schweiz. Er tourte und spielte mit dem Bob Brookmeyer New Art Orchestra, Vienna Art Orchestra, Carla Bley, WDR Big Band, NDR Big Band, Mnozil Brass, Gansch & Roses und dem Roman Schwaller Nonet. Er leitet das Ed Partyka Jazz Orchestra EPJO, ist musikalischer Leiter des Jazz Orchestra Regensburg und Co-Leiter des Flip Philipp/Ed Partyka Dectet. Ed Partyka ist ebenfalls im Bereich der Jazzausbildung tätig und hatte Lehraufträge an der Johannes Gutenberg Universität in Deutschland und an der Musikhochschule Wien. Derzeit ist er Professor für Jazztheorie & Komposition und Abteilungsleiter des Jazz-Instituts an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz, Österreich, und unterrichtet Komposition an der Hochschule für Technik und Kunst in Luzern, Schweiz.

Das JUGEND-JAZZORCHESTER SACHSEN ist eine Big Band vom Feinsten. Das Ensemble, dessen Bühnenbesetzung nicht mehr als 20 Musiker umfasst, besteht in immer wechselnden Besetzungen seit 1993 und begeisterte seit seiner Gründung sowohl regionales Publikum als auch Jazzliebhaber in Kanada, Griechenland, Indien, Ungarn, Israel und wo die zahlreichen Konzertreisen noch hinführten. Dabei befindet sich auch die künstlerische Leitung im ständigen Wechsel, um den jungen Musikern im Alter zwischen 16 und 26 Jahren möglichst vielfältige Impulse zu geben. So dirigierten schon Jazzgrößen wie Malte Schiller, Jan Schreiner, Janis Steprans (Kanada), Milan Svoboda (Tschechien), Jürgen Friedrich, Carla Bley (USA), Joe Sullivan (Kanada), Rolf von Nordenskjöld, Marko Lackner, Al Porcino, Thomas Zoller und Ansgar Striepens die Band. Das übergeordnete Motto ist dabei immer »Think Jazz! Feel Jazz! Be Jazz!«

Kulturpolitik 24.09.2019 Chorarbeit muss einen festen Platz an Schulen erhalten

120 Chorleiter aus Schulen, Musiklehrer, Wissenschaftler und Vertreter von Verbänden erarbeiteten Handlungskatalog auf »1. Symposium Sächsische Schulchöre«

 

Chorarbeit muss endlich einen festen Platz an unseren Schulen finden. Dafür müssen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft die Rahmenbedingungen schaffen. 120 Chorleiter aus Schulen, Musiklehrer, Wissenschaftler, Vertreter von sächsischen Staatsministerien und Institutionen diskutierten am zurückliegenden Wochenende an der Hochschule für Musik Dresden über die Situation von Schulchören in Sachsen. In einem Handlungs- und Forderungskatalog werden die Ergebnisse des »1. Symposiums Sächsische Schulchöre« nun zusammengefasst. »Wir werden diesen Katalog an die sächsische Politik, die Fachpolitiker im neuen Sächsischen Landtag, an die zuständigen Ministerien und das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung weiterreichen«, erklärte Olaf Katzer, Professor für Chormusik an der Hochschule für Musik Dresden, nach Abschluss des dreitägigen Symposiums. Ein Exemplar wird auch direkt an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gehen. »Wir freuen uns, dass er sich zum Auftakt unseres Symposiums auch in Zeiten einer Digitalisierungsoffensive an Sachsens Schulen an einer hohen Qualität der Schulchorarbeit interessiert zeigte.« Sachsens Ministerpräsident sagte den Akteuren des Symposiums zudem zu, eine längst überfällige qualitative und quantitative Evaluierung der Chorarbeit an Sachsens Schulen mit zu befördern.

»Schulchorarbeit ist ein künstlerischer Prozess mit einer hohen ästhetischen Qualität«, fasst Professor Olaf Katzer die Essenzen des »1. Symposiums Sächsische Schulchöre« zusammen. »Dieser Wert muss in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft erkannt, deutlich gemacht und verankert werden. Dafür muss die Chorarbeit quantitativ und qualitativ nachhaltiger im Bildungskanon und mit der gleichen Wertigkeit wie die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) im Schulalltag platziert werden.« Die Teilnehmer des Symposiums artikulierten sich klar dagegen, dass Chorarbeit einzig als Ganztagsangebote (GTA) an den Schulen stattfinden dürfe. Chorarbeit müsse parallel zum Musikunterricht fest in die Stundentafeln integriert werden. In Ganztagsangeboten könnten ergänzen, so mit Stimmbildung und Korrepetition. »Vielen Musiklehrern fehlt inzwischen angesichts der Überreizung ihres Stundendeputats die Kraft und Zeit, zusätzlich einen Chor an der Schule zu leiten. Diese Lehrer, die ihre Liebe zur Musik zum Beruf gemacht haben und den Wert der Musik gern an junge Generationen weitergeben wollten, sind zunehmend frustriert«, so Olaf Katzer. »Schulchorarbeit braucht die Verbindlichkeit von Raum und Zeit für diese Lehrer, um eine Beständigkeit und Kontinuität für die Schulchöre zu sichern. Ansonsten geht das Schulchorsterben in Sachsen weiter.« Insbesondere in den Schulen auf dem Land, aber auch in den Städten müsse gewährleistet werden, dass Schülerinnen und Schülern das Singen im Schulchor möglich gemacht wird.

Die TeilnehmerInnen des Symposiums forderten weiterhin eine fachspezifische Fort- und Weiterbildung für Quereinsteiger, eine Etablierung eines Referenten für schulische Chorarbeit in den zuständigen Ministerien und eine Grundevaluierung des Schulchorwesens im Freistaat Sachsen. Den sächsischen Musikhochschulen müsste seitens der zuständigen Ministerien stärker als bisher ermöglicht werden, das Thema Schulchor wissenschaftlich und die Aus- und Fortbildung der Chorleiter und Musiklehrer fachlich zu begleiten. Gefordert wird ebenso eine Studienzeitverlängerung im Lehramt Grundschule von vier auf fünf Jahre sowie die Einbeziehung der Schulleiterkonferenz in das Thema. Aus dem Symposium heraus wurden ein »Sächsisches Schulchornetzwerk« und diverse Foren initiiert, um die Initialzündung des Symposiums weiterzutragen.

Über 300 Schülerinnen und Schüler aus sieben Schulchören zeigten mit ihren Auftritten zur festlichen Eröffnung des Symposiums und in zwei Gesprächskonzerten, welche engagierte Arbeit Chorleiter und Musiklehrer in Sachsen erbringen und in welch hoher Qualität, mit wie viel Freude sächsische Schulchöre ihre Liebe zur Chormusik leben.

Das Symposium war eine groß angelegte Zusammenarbeit zwischen verschiedensten Institutionen - der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, dem Sächsischen Musikrat, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Sächsischen Chorverband e.V., dem Bundesverband Musikunterricht, Landesverband Sachsen, dem Netzwerk Musikalische Nachwuchsförderung, dem Verband Deutscher Konzertchöre und dem Landesamt für Schule und Bildung. Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, und der Sächsische Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, übernahmen die Schirmherrschaft für das »1. Symposium Sächsische Schulchöre«.

Kulturpolitik 22.08.2019 Ermutigung

Die Arbeit des Sächsischen Musikrates steht für Toleranz und Menschlichkeit.

 

Wir wollen allen Mitgliedern, allen Teilnehmenden von Jugendprojekten und vielfältigen Weiterbildungen die Möglichkeit geben, sich frei und den Neigungen entsprechend vertieft mit Musik zu beschäftigen.
Die Grundwerte des friedlichen Miteinanders einer demokratischen Gesellschaft sind zugleich unverzichtbare Grundlage für jede musische Bildung und auch für alle Art künstlerischer Spitzenleistungen, insbesondere der uns anvertrauten jungen Generation.
In den Ensembles des Sächsischen Musikrates, in der Landesmusikakademie ebenso wie im Wettbewerb »Jugend musiziert« heißen wir Menschen aus aller Welt willkommen und bieten die unterschiedlichen künstlerischen Angebote allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unseres Landes an, unabhängig davon, woher sie kommen, welcher Religion sie angehören oder welche Form des Zusammenlebens sie wählen. Die Freiheit von Musikpädagogik und musischer Betätigung, die freie Entwicklung musikalischer und tänzerischer Talente kommt einer Investition in die Zukunft gleich und bietet die Chance, stabilisierend für eine friedliche Gesellschaft zu wirken. Ein gedeihliches Kulturschaffen kann unmöglich, wie jedes andere auch, sich den Zwängen einer Uniformierung beugen, will es nicht verarmen. Universell soll es sein, auf das Gemeinsame zielend, welches Geborgenheit gibt.
Wir ermutigen deshalb alle Mitglieder unseres Verbandes, alle Erstwähler/-innen und Schüler/-innen wie auch alle Eltern im Land, sich hörbar für eine offene und diskriminierungsfreie Gesellschaft zu engagieren und für die Grundwerte einer demokratischen und offenen Gesellschaft einzutreten.
Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen appellieren wir an alle Wählerinnen und Wähler, die Wahlprogramme der einzelnen Parteien zum Thema Bildung und Kultur zu lesen. Es geht um unsere Zukunft, vor allem aber die der Kinder unseres Landes. Entscheiden Sie wissend.
Lassen Sie uns hörbar deutlich machen, dass eine Mehrheit im Land die bisher errungene und weiterzuentwickelnde Freiheit der Meinung, der Wissenschaft, der Kunst und der Medien als hohes Gut wertschätzt und verteidigen möchte.
Sichern wir mit unserer Wahlbeteiligung, dass Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht in Frage gestellt werden.

Für den Sächsischen Musikrat

Prof. Milko Kersten
Präsident

Kulturpolitik 13.08.2019 In schulische Ganztagsangebote kommt Musik

Kultusministerium und Musikrat unterzeichnen Rahmenvereinbarung zu Ganztagsangeboten

 

Die kulturelle Bildung an Schulen zu stärken, ist das Ziel einer Vereinbarung zwischen dem Sächsischen Musikrat und dem Kultusministerium. Kultusminister Christian Piwarz und der Präsident des Sächsischen Musikrates e. V., Prof. Milko Kersten, unterzeichneten heute eine Rahmenvereinbarung, auf deren Grundlage Ganztagsagebote im Bereich der Musik in qualitativer und quantitativer Hinsicht ausgebaut werden sollen. „Bildung und Kultur spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft. Umso erfreulicher ist es, dass wir in dem Sächsischen Musikrat einen kompetenten Partner für unsere Schulen gewinnen konnten. Schulen und Mitglieder des Musikrates können so ihre Zusammenarbeit langfristig planen und für Kinder und Jugendliche ein qualifiziertes musikpädagogisches Bildungsangebot bereitstellen.“

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.
Für den SMR ist klar „Der Ort mit der größten Reichweite in der musikalischen Bildung ist der Musikunterricht an den allgemein bildenden Schulen. Nur hier können und müssen alle Schülerinnen und Schüler erreicht werden, unabhängig von den sozialen Kontexten oder dem Bildungsstand und den finanziellen Ressourcen der Eltern.“

Die gemeinsam von SMR und Kultusministerium erarbeitete Rahmenvereinbarung bildet die Grundlage für den Ausbau von konkreten Kooperationsprojekten und musikpädagogischen Ganztagsangeboten mit den im SMR organisierten Mitgliedern. So soll durch qualifizierte Musikpädagogen, ausgebildete Künstler sowie Musiker die kulturelle Bildung im Rahmen von Ganztagsangeboten gestärkt werden. Die Kooperationsprojekte finden auf Basis der pädagogischen Ganztagskonzeption der jeweiligen Schule statt und stehen in Verantwortung der Schulleitung. Zur Qualitätskontrolle der Angebote sollen gemeinsam Methoden der Evaluation erprobt werden.

Im Schuljahr 2019/2020 unterbreiten fast 90 Prozent der allgemeinbildenden Schulen in Sachsen Ganztagsangebote. Sie sind als unterrichtsergänzende Angebote wichtige Bestandteile der Bildungs- und Fördermaßnahmen vor Ort. An neun von zehn Schulen mit Ganztagsangeboten gehört der musisch-künstlerische Bereich zur Angebotspalette. Ein professioneller schulischer Musikunterricht mit vielfältigen Handlungsformen wie Singen, Instrumentalspiel, Bewegen, Tanzen, Hören, Improvisieren, Diskutieren und Reflektieren ist essentieller Teil der Allgemeinbildung und damit unverzichtbar. Er kann Kinder und Jugendliche auf einen vielfältigen und lebenslangen Umgang mit Musik vorbereiten und wichtige Grundlagen für die Partizipation an musikalischen Praxen legen. Der Auf- und Ausbau von Ganztagsangeboten basiert auf diesen Tatsachen, kann als zusätzliches Angebot begriffen werden und soll Leistungsorientierung und Chancengerechtigkeit befördern. Ganztagsangebote können den bestehenden Anteil des Musikunterrichts in der Schule mit ihrer Rhythmisierung, für die der Wechsel von Kernfächern und Zusatzangeboten, von Grundlagenunterricht und Spezialisierungen typisch ist, verstärken. Sie sind aber nur sinnvoll, wenn eine Rückkopplung zum regulären Unterricht geschieht, wenn dessen Inhalte aufgegriffen und vertieft werden, umgekehrt Impulse aus den GTA auch Eingang in den Schulunterricht finden. Gemeinsame Weiterbildungen, überhaupt die Schaffung von Plattformen der Begegnung der pädagogisch Handelnden, müssen gefunden werden.

In diesem Sinne sieht der Sächsische Musikrat mit großer Dankbarkeit, dass mit der vorliegenden Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich Ganztagsangebote an allgemeinbildenden Schulen im Freistaat Sachsen nach langem Ringen ein wichtiger Schritt getan wurde.

Beide Partner tragen von nun an Verantwortung, das Qualitätsmanagement der Angebote anzugehen und die im GTA-Bereich Tätigen ausreichend zu qualifizieren und leistungsgerecht zu entlohnen. Letzteres auch, um die in der Rahmenvereinbarung geforderte Qualität und Kontinuität der Angebote zu erreichen.

Foto:Prof. Milko Kersten (li.) und Staatsminister Christian Piwarz (re.), c by Sächsisches Staatsministerium für Kultus

 

 

Kinder & Jugend 08.07.2019 Die »LandStreicher« sind wieder unterwegs

Das landesweite Kinderorchester beginnt sein 18. Projekt mit abschließenden Konzerten in Jüterbog und Großenhain

 

Montagmorgen, erster Sommerferientag in Sachsen: endlich Ausruhen, an den Strand gehen, in die Berge fahren ... Nicht für die 43 Kinder die an diesem Morgen pünktlich mit gepackten Koffern und Geige, Bratsche, Cello oder Kontrabass nebst Pult und Noten am Bus stehen. Sie alle bilden nun für die nächsten zwölf Tage das Orchester »LandStreicher«. Hinter diesem etwas launigen Namen verbirgt sich ein sehr ernsthaft arbeitendes Orchester, das in Sachsen landesweit Jahr für Jahr während der Sommerferien für knapp zwei Wochen junge Streicher im Alter von 10 bis 14 Jahren zusammenbringt.

Die künstlerische Leitung hat der Dresdner Dirigent Wolfgang Behrend inne, mit der er maßgeblich und nachhaltig Impulse in der Arbeit mit dem musikalischen Nachwuchs setzt. Unterstützt wird er von einem fünfköpfigen Dozententeam, das die Kinder während der Proben in den einzelnen Stimmgruppen an die Bewältigung technischer Schwierigkeiten der Orchesterstimmen heranführt. Ein großes Augenmerk wird neben dem Erlernen orchestertypischer Kompetenzen dabei auch auf stilistisch genaues Musizieren gelegt. Darum sind die zu erarbeitenden Konzertprogramme weniger einem dramaturgischen Gedanken, als vielmehr dem pädagogischen Anliegen einer stilistischer Vielfalt verpflichtet. Musik des 20. und 21. Jahrhunderts findet sich da ebenso wie Wiener Klassik, Barock- oder auch Renaissancemusik. Und ob Haydn, Purcell, Rolla, Elgar oder McCartney – »Renner des Jahres« kann bei den Kindern Musik aus jeder Epoche werden.

Wie in jedem Jahr wird ein ehemaliges Mitglied der LandStreicher solistisch tätig werden. In diesem Jahr ist es die inzwischen 16jährige Tabea Orckert, die zunächst als Geigerin und in ihrem letzten Jahr bereits als Bratscherin im Orchester musizierte.

Den Abschluss der intensiven gemeinsamen Tage bilden zwei Konzerte, in denen folgendes Programm erklingen wird:

Michael Haydn Sinfonia G-Dur
Henry Purcell The Gordian Knot Untied (Suite)
Alessandro Rolla
Divertimento BI 330 für Viola und Streichorchester (Solistin: Tabea Ockert, Viola)
Edward Elgar
Serenade für Streichorchester e-Moll op. 20
Paul McCartney
Liverpool-Suite

18.07.2019 | 19 Uhr
Konzert
in Jüterbog, St. Nikolai
Benefizkonzert zu Gunsten des Hospizes »Hand in Hand« Luckenwalde 
Eintritt frei – Spenden erbeten!

19.07.2019 | 19:30
Konzert
in Großenhain, Kulturschloss Großenhain
Eintritt 12 €
Kartenvorverkauf

 

 

Kulturpolitik 03.07.2019 Was steht zur Wahl? – Perspektiven sächsischer Kulturpolitik

Öffentliches Gespräch mit Parteien am 26. August in der Motorenhalle Dresden zur Landtagswahl 2019

 

Der Sächsische Musikrat als Mitglied in der Interessengemeinschaft (IG) Landeskulturverbände Sachsen lädt im Vorfeld der sächsischen Landtagswahl 2019 die Parteien CDU, Die Linke, SPD, FDP, AfD und Bündnis 90/Die Grünen zu einem öffentlichen Gespräch in die Motorenhalle/Projektzentrum für Zeitgenössische Kunst, Dresden ein. Gemeinsam mit dem Publikum und den Parteivertretern werden Perspektiven sächsischer Kulturpolitik sowie die Positionen der anwesenden Parteien zur zukünftigen Kultur- und Kunstpolitik in Sachsen beleuchtet. Das Gespräch findet im Fishbowl-Format statt und wird moderiert von Katja Großer (KREATIVES SACHSEN). Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.

Die IG Landeskulturverbände ist ein parteiunabhängiger Zusammenschluss von elf sächsischen Landeskulturverbänden, die sich gemeinsam kulturpolitisch in und für Sachsen engagieren.

Montag, 26. August 2019, 19.00–21.00 Uhr
Veranstaltungsort: Motorenhalle | Projektzentrum für Zeitgenössische Kunst
Wachsbleichstraße 4a 01067 Dresden

Personalia 03.06.2019 »Ich möchte der musikalischen Farbigkeit unserer Chorlandschaft neue Impulse geben«

Nico Nebe ist neuer Landeschorleiter des Sächsischen Chorverbandes

 

Der Zwickauer Musikerzieher, Dirigent, Komponist und Musikverleger Nico Nebe wurde vom Präsidium des Sächsischen Chorverbandes e.V. zum neuen Landeschorleiter des Verbandes gewählt. Der Präsident des Westsächsischen Chorverbandes e.V. und Chorleiter des Kammerchores »Belcanto« Zwickau sowie des Männerchores »Liederkranz« Zwickau 1843 wird sich in dieser Funktion künftig um die musikalischen Interessen und Angelegenheiten der über 270 Chöre des Sächsischen Chorverbandes kümmern. 

»Unsere Chöre zeigen sich in einer großen musikalischen Farbigkeit. Die Genrevielfalt unserer Männerchöre, gemischten Chöre, Kinder- und Jugendchöre, Schulchöre, Frauenchöre, Kammerchöre und Chöre in den Musikrichtungen Jazz, Pop und Groove für die Laienchorlandschaft Sachsens zu erhalten und ihr neue Impulse zu geben, ist eine meiner vordringlichsten Aufgaben«, umreißt Nico Nebe eine der Intentionen für sein Ehrenamt. Bereits als langjähriger Vizepräsident des Sächsischen Chorverbandes war er in den zurückliegenden Jahrzehnten wesentlich an der Entwicklung der Chorszene im Freistaat beteiligt. Für seine künstlerischen Leistungen in der Chorleitung wurde ihm vom Bundesverband Deutscher Chorverbände der Titel Chordirektor (BDC) verliehen.

Als Landeschorleiter wird Nico Nebe Ansprechpartner für die Mitgliedschöre und die vier Regionalverbände in künstlerischen Fragen sein. Darüber hinaus möchte er in seiner Funktion »das Miteinander unserer Chöre koordinieren und den Austausch zwischen unseren Chören auf musikalischen wie persönlichen Ebenen fördern.

Die Chöre des Sächsischen Chorverbandes können viele Synergien und Leistungsangebote nutzen, mit denen der Verband die Chorarbeit unterstützt und fördert. Noch wichtiger als in den Jahren zuvor sei es, den Erfahrungsaustausch unter den Chören zu intensivieren, die Chöre zu Kooperationen zu ermuntern, ihnen aber ebenso künstlerisch neue Impulse für die Gestaltung von Programmen, Proben und Chorauftritten zu geben. Zusammen mit dem Präsidium des Sächsischen Chorverbandes möchte Nico Nebe hierfür neue Ideen und Konzepte entwickeln und umsetzen. Besonders wichtig sei es ihm, die Chöre bei der Gewinnung von sängerischem Nachwuchs zu unterstützen, so Landeschorleiter Nebe. Unter anderem möchte er dafür die Zusammenarbeit von Chören des Sächsischen Chorverbandes mit Kindergärten, Schulen und nicht zuletzt mit nicht verbandsgebundenen Ensembles stimulieren. Dafür ist der Austausch untereinander ebenso erforderlich wie Impulse, die wir als Verband und ich als Landeschorleiter für die Gestaltung von Programmen, Proben oder auch Chorauftritte geben kann. »Wir sollten in unseren Teilverbänden noch stärker darauf schauen, in welchen Chören beispielsweise die Chorarbeit besonders gut läuft. Diese Chöre könnten ihre Erfahrungen zu unseren Infotagen für Vorstände oder in Seminaren an andere Chöre weitergeben. »Wir müssen die Freude, die unsere Chöre am Singen in einer Gemeinschaft haben, noch stärker nach außen tragen. Dafür sind wir als Verband als Ideengeber gefragt«, so Nico Nebe.

»Ich glaube, es wird immer dringlicher, die Zusammenarbeit unserer Chöre zu intensivieren, und zudem das über Jahre hinweg gesungene Repertoire aufzufrischen.« Mit einer regelmäßigen Literaturveränderung halte man SängerInnen geistig fit und gesanglich frisch – überrascht dazu noch das Publikum und gewinnt sängerischen Nachwuchs. Chorvorstände sollten ihre Chorleiter zu Repertoirewechseln ermutigen, so Landeschorleiter Nico Nebe. »Volksliedbearbeitungen beispielsweise, die modern und mit einem hohen musikalischen Anspruch gesungen werden können, sprechen das Publikum an und machen zudem viel Spaß beim Singen.«

Wenn im Frühjahr 2020 Tausende Sängerinnen und Sänger zum Deutschen Chorfest nach Leipzig kommen, wird sich auch der Sächsische Chorverband in seiner ganzen chormusikalischen Farbigkeit zeigen. »Ich ermuntere unsere Chöre, diese einzigartige Chance eines bundesweiten Chorfestes vor der eigenen Haustür zu nutzen, um sich musikalisch zu vergleichen, sich zu präsentieren und sich Anregungen für die eigene Chorarbeit zu holen.« Das Deutsche Chorfest 2020 in Leipzig werde auch eine Werbung für den Chorgesang in Sachsen sein. »Eine klangvollere Werbung für neue Sängerinnen und Sänger in unseren Chören können wir in Sachsen nicht bekommen!«




Personalia 14.05.2019 Ton Koopman – neuer Präsident der Stiftung Bach-Archiv Leipzig

Der niederländerische Cembalist, Organist und Dirigent Ton Koopman gehört zu den weltweit führenden Bach-Interpreten

 

Ton Koopman ist neuer Präsident der Stiftung Bach-Archiv Leipzig. Der niederländische Cembalist, Organist, Dirigent und Musikwissenschaftler übernimmt damit die Rolle eines international beachteten Botschafters für die Leipziger Bach-Forschung. Koopman folgt auf John Eliot Gardiner, der die Funktion des Stiftungspräsidenten von 2014 bis 2018 ausübte.

Im Rahmen einer Sitzung des Stiftungsrates unter Leitung des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung wurde am 13. Mai 2019 Ton Koopman zum neuen Präsidenten der Stiftung Bach-Archiv Leipzig gewählt. In dieser Funktion ergänzt der niederländische Bach-Spezialist ab sofort den dreiköpfigen Vorstand der Stiftung, dem zudem der Direktor des Hauses, Bach-Forscher Prof. Dr. Peter Wollny, und die Geschäftsführerin Franziska Grimm angehören.

Ton Koopmans profunde und wissenschaftlich gestützte Kenntnis von Leben und Wirken Bachs prädestinieren ihn für die Funktion des Stiftungspräsidenten ebenso wie seine herausragende Karriere als Musiker: Koopman ist Gründer des renommierten Amsterdam Baroque Orchestra sowie des Amsterdam Baroque Choir und gastierte als Solist und Ensembleleiter an allen bedeutenden Konzerthäusern und Festivals der Welt. Als Gastdirigent arbeitete Koopman mit bedeutenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder dem New York Philharmonic Orchestra. Koopman ist Professor emeritus der Universität Leiden, Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London, künstlerischer Leiter des Festivals »Itinéraire Baroque« und Präsident der International Dieterich Buxtehude Society. Für seine Verdienste wurde Ton Koopman mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt, darunter die Bach-Medaille der Stadt Leipzig.

Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln.

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