Corona-Pandemie: Service des Sächsischen Musikrates

Aufgrund der momentanen Situation während der Corona-Pandemie haben wir für Sie eine vorläufige Sammlung von aktuellen Informationen, Hilfestellungen und Wissenswertes für Kulturschaffende zusammengetragen, die wir tagesaktuell auf einer eigens dafür eingerichteten Corona-Seite ergänzen.

Fehlt Ihnen eine bestimmte Information? Ihre diesbezüglichen Hinweise und Nachfragen nehmen wir gerne per E-Mail entgegen. Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit!

Bitten achten Sie auf sich und andere und halten Sie sich an die leider notwendigen Beschränkungen. Bleiben Sie gesund und besonnen. Gemeinsam werden wir sicher recht bald zu einem normalen Musikleben in Sachsen zurückkehren können.

Der Sächsische Musikrat

In der Überzeugung, dass Bildung und Kultur eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft spielen, engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für ein lebendiges Musikland Sachsen.

Wir verstehen uns als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. Wir stärken mit unserer Arbeit das Bewusstsein für den Wert der Kreativität und fördern im Besonderen das Laienmusizieren als unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens.

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 41 Landesverbände und Institutionen an.

Im Abstand von zwei Jahren verleiht das Präsidium des Sächsischen Musikrates die Johann Walter Plakette an Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Musikleben des Freistaates besondere Verdienste erworben haben.

Wir betreiben als Weiterbildungsstätte die Sächsische Landesmusikakademie im Schloss Colditz. 

Der SMR ist Mitglied im Deutschen Musikrat und der Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände in Sachsen.

Er wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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Corona-Krise 08.04.2020 #zusammenSINGENwirSTÄRKER

Deutsche Chorjugend plant »größten virtuellen Chor Deutschlands«

 

Während der Corona-Krise müssen Millionen Menschen auf das gemeinsame Singen im Chor verzichten. Konzerte und Festivals wurden abgesagt, auch das Deutsche Chorfest: Mehr als 500 Chöre aus ganz Deutschland hätten am ersten Maiwochenende über 700 Konzerte in Leipzig gesungen. Eingeladen dazu hatte der Deutsche Chorverband (DCV), der aus der Deutschen Chorjugend und 20 Mitgliedsverbänden mit über einer Million chorsingender Menschen besteht.

Doch Krisen machen erfinderisch und so plant die Deutsche Chorjugend nun gemeinsam mit dem Deutschen und dem Sächsischen Chorverband den größten virtuellen Chor Deutschlands und lädt alle Singbegeisterten dazu ein, von zu Hause aus mitzusingen!

Christian Wulff, Präsident des Deutschen Chorverbandes und Bundespräsident a.D., unterstützt die Aktion und betont ihre gesellschaftliche Dimension: »Singen stärkt den Zusammenhalt, insbesondere in Zeiten von social distancing!«

Auch Horst Wehner, Präsident des Sächsischen Chorverbandes lädt zum Mitmachen ein: »Wenn wir schon leider, leider nicht die rund 15.000 angemeldeten Sängerinnen und Sänger bei uns in Leipzig willkommen heißen können, so freuen wir uns doch darüber, dass wir durch diese Aktion online zusammen feiern können und hoffen, dass viele Menschen mitsingen werden!«

Szene-Star Oliver Gies aus der Vocal-Band »Maybebop« hat dafür einen Song komponiert, dessen Chorstimmen zu Hause mit Video-Tutorials und Playbacks geübt werden können. Diese werden ab dem 4. April über www.zusammen-singen-wir-staerker.de und die YouTube-, Facebook-, Instagram- und Twitter-Kanäle der Deutschen Chorjugend verbreitet. Im Anschluss können sich Singbegeisterte zu Hause aufnehmen und ihre Videos bis zum 20. April der Deutschen Chorjugend über WhatsApp, Mail oder die Webseite schicken. Alle Einsendungen werden dann professionell als Multiscreen-Video zusammengeschnitten und am ersten Maiwochenende veröffentlicht. Das Ziel: Auch wenn das Chorfest ausfallen muss, singt an diesem Wochenende der größte virtuelle Chor Deutschlands zusammen!

Der virtuelle Chor soll zeigen: Singen tut gut und macht Mut! Chöre stehen für Zusammenhalt und Gemeinschaft in Vielfalt ‒ auch und insbesondere in schwierigen Zeiten! Chöre als Orte der Begegnung und der Harmonie können mehr Liebe in die Welt bringen ‒ gerade auch in die digitale Welt! Getreu dem Chorjugend-Motto: #zusammenSINGENwirSTÄRKER!

Corona-Krise 07.04.2020 Sachsen bringt zusätzlich rund zehn Millionen Euro für die Kultur auf den Weg

Barbara Klepsch: In der Corona-Krise Kulturschaffenden schnell helfen und Eigeninitiative fördern

 

Die Sächsische Staatsregierung hat in ihrer heutigen Kabinettssitzung kurzfristige Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Überwindung der Folgen der Corona-Krise auf den Weg gebracht. Für den Kulturbereich sollen zusätzlich rund zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, um die Akteure vor Ort zu unterstützen.

»Viele Künstler und Kulturschaffende trifft die Corona-Krise hart. Die intensiven Gespräche mit Akteuren aus dem Kulturbereich in den vergangen Wochen zeigten deutlich, wo schnelle Hilfe nötig ist. Deshalb wollen wir rund zehn Millionen Euro einsetzen. Letztendlich ist jeder Euro dafür da, um die Kulturschaffenden zu unterstützen«, sagte Kulturministerin Barbara Klepsch heute in Dresden.

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen wird ein neues, unbürokratisches Stipendienprogramm auflegen. Es heißt »Denkzeit« und richtet sich an Künstler und Kulturschaffende, damit sie die Zwangspause kreativ nutzen und Ideen für die Zeit danach entwickeln können. »Mit diesem Angebot greifen wir eine Idee der Kulturschaffenden auf, um in der Not zu unterstützen und gleichzeitig die Eigeninitiative für die Zeit nach der Krise zu nutzen.«

Zudem wollen wir über die Kampagne »So geht sächsisch.« weiteren Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform bieten und so die kulturelle Vielfalt im Internet ermöglichen. »Auch online erbrachte Leistungen haben einen Wert. Neben Künstlerhonoraren sollen hier auch Ausgaben für Technik unterstützt werden«, so die Ministerin.

Um die wichtigen Strukturen der musisch-kulturellen Bildung in der Fläche des Freistaates zu erhalten, bedarf es in einem ersten Schritt insbesondere für die freien Träger eine finanzielle Unterstützung. »Ich sehe die schwierige Situation, in der sich freie Honorarkräfte befinden. Hier wollen wir helfen«, so Klepsch. Parallel dazu arbeitet die Staatsregierung an einem Schutzschirm für Kommunen.

»Auch den Kulturräumen wollen wir die Zahlung von Ausfallhonoraren ermöglichen. Fördermittel des Freistaates an die Kulturräume müssen nicht zurückgezahlt werden, wenn auf Grund der Corona-Krise Einrichtungen schließen und Veranstaltungen abgesagt werden mussten«, so die Ministerin abschließend.

Die für die Maßnahmen erforderlichen Mittel bedürfen noch der Entscheidung des Sächsischen Landtages.

Corona-Krise 06.04.2020 »Aus tiefer Not schrei ich zu dir«

Offener Brief an die Kulturstaatsministerin Monika Grütters

Der Autor
Seit fast 20 Jahren spielt Markus Müller als freischaffender Barockoboist mit den renommiertesten Ensembles für Alte Musik in allen großen Konzertsälen weltweit (Sydney Opera House, Wiener Musikverein, Berliner Philharmonie, Concertgebouw Amsterdam, Gewandhaus u.v.a.m.)

 

Sehr geehrte Frau Grütters,

mit großer Bestürzung las ich heute Ihre Äußerungen auf den Seiten des Deutschlandfunks:

»Es werde zwar Verluste geben, sagte die CDU-Politikerin der Neuen Osnabrücker Zeitung. Einen Kahlschlag sehe sie aber nicht. Kultur gehöre zum Wesenskern der Gesellschaft und werde sehr schnell wieder eine starke Nachfrage erleben. Zugleich verwies Grütters darauf, dass Künstler von den Hilfsprogrammen der Bundesregierung profitieren und etwa Zuschüsse beantragen könnten.«

Ihre Aussage zeugt von völliger Unkenntnis der Arbeitswirklichkeit eines großen Teils der Kulturszene – der dieser Tage auch von Seiten der Politik immer wieder vielbeschworenen sog. Soloselbständigen.

Wir sind eine wichtige Säule der Kreativ- und Kulturbranche, wir sind klein, aber fein! Ohne uns höchstqualifizierte Spezialisten würde ein großer Teil sowohl der Kunst- als auch der Musikszene in sich zusammenfallen. Da wir aber eben diese Soloselbständigen sind, fliegen wir meistens unter dem Radar der großen Verbände und sind es gewohnt, dass unsere Bedürfnisse von der Politik ignoriert werden und wir uns um unsere Angelegenheiten selbst kümmern.

Die derzeit aufgestellten Hilfspakete gehen völlig an unserer Lebens- und Arbeitswirklichkeit vorbei. Sie nutzen uns nichts, da wir keine Betriebsstätten oder etwa Leasingwagen und somit keine hohen Betriebskosten haben. Was glaubt man in Ministerien, wovon Soloselbständige leben sollen, wenn die sog. Rettungs-Pakete lediglich durchzureichende Betriebskosten beinhalten? Diese kommen wieder nur den großen Playern zugute – Vermietern und etwa der Autoindustrie im Beispiel der Leasingwagen.

Stattdessen werden uns Kredite aufgenötigt, die unsere durch das faktische Berufsverbot auf null Euro Umsatz herunter gefahrenen Probleme in die Zukunft verlagern und dort verschärfen.

Als letzte Rettung wird versucht, uns das euphemistisch mit »Corona-Grundsicherung« betitelte Gängelinstrument – landläufig besser unter dem Titel »Hartz IV« bekannt – als den großen Wurf zu verkaufen. Die damit im öffentlichen Bewusstsein verankerte kalte Bürokratie assoziiert bei uns zuallererst die Sanktionsinstrumente, die zuletzt vom Bundesverfassungsgericht am 5. November 2019 als verfassungswidrig erklärt wurden. Die Politik hat hier jedes Vertrauen verwirkt, die Vielzahl der Freien werden aus wohl verständlichen Gründen andere Arbeitsmöglichkeiten suchen, denn sich schutzlos als Bittsteller dieser Bürokratie auszuliefern.

Die Kulturpolitik verschließt seit Jahren die Augen vor den strukturellen Problemen, denen wir als Freischaffende in der Kulturbranche ausgesetzt sind. Obwohl unvorstellbar hohe Summen auch unserer Steuern in die Kultur fließen, kommen schon in normalen Zeiten nur schmalste Gagen davon bei uns an. Rücklagen, selbst für kleinere Auftragsflauten als die jetzige existenJelle Krise, kann somit kaum ein Soloselbständiger bilden.

Es wird dennoch von uns erwartet, Meisterliches zum Hungerlohn zu erbringen. Ein Blick in die Statistiken der KSK macht das Problem seit Jahren für alle die Politiker sichtbar, die guten Willens wären, sich dieser Missstände anzunehmen. Außer Sonntagsreden und Absichtserklärungen tut sich jedoch nichts zur Verringerung dieses Prekariates. Mit dessen – unserer – Leistung sich Politik und die gut abgesicherten Verantwortlichen der Kulturbranche so gerne schmücken!

Ihre Aussagen zu unserer Situation klingen uns wie Hohn in den Ohren (Pressemitteilung 89, Mittwoch, 11. März 2020, Presse- und InformaJonsamt der Bundesregierung):

»Künstler und Kultureinrichtungen können sich darauf verlassen, gerade mit Blick auf die Lebenssituationen und Produktionsbedingungen der Kultur-, Kreativ- und Medienbranche: Ich lasse sie nicht im Stich! Wir haben ihre Sorgen im Blick und werden uns dafür einsetzen, dass die speziellen Belange des Kulturbetriebs und der Kreativen miteinbezogen werden, wenn es um Unterstützungsmaßnahmen und Liquiditätshilfen geht.«

»Wir müssen auf unverschuldete Härten und Notlagen reagieren und sie ausgleichen. Das muss uns nicht nur die Wirtschaft, sondern auch unsere durch die Absagen schwer gebeutelte Kulturlandschaft wert sein«

Die gegenwärtige Krise hält außergewöhnliche Härten für uns alle bereit. Wir erwarten aber, Sie bei Ihrem Wort nehmen zu dürfen! Setzen Sie sich für uns, die Soloselbständigen in der Kulturbranche ein!

Hören Sie auf uns, die eigentlichen Experten für unsere Arbeitswirklichkeit! Wir können Ihnen die Antworten auf offene Fragen geben – aber sprechen Sie mit uns.

Die Szene ist dabei, unaufhaltsam zu ertrinken! Es wird ein leiser und von der Öffentlichkeit zuerst unbemerkter Tod sein, aber seien Sie gewiss: wenn es keine substantiellen Verbesserungen der Rettungsschirme in Zusammenarbeit mit uns gibt, wird die Szene sterben!

Wir sind es gewohnt, uns selbst um unsere Probleme zu kümmern. Wir sind gut ausgebildet, kreativ und erfindungsreich. Sollte die Politik nichts für uns tun, jetzt wo wir Solidarität erbringen und ihrer so dringend bedürfen, werden wir uns andere Berufe suchen müssen.

Dann wird nach der Krise niemand mehr da sein, der Konzerte spielt, Filme schneidet, Kunstwerke erschafft, Veranstaltungen beleuchtet, im Theater und in Filmen spielt. Kämpfen Sie für unsere Interessen, machen Sie Ihren Job, damit wir den unseren nach der Krise tun können!

Andernfalls sprechen Sie bitte nie wieder in unserem Namen!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Müller
Oboist, Vorstand Alte Musik Sachsen e.V., Sprecher der Musiksparte Leipzig+Kultur

Corona-Krise 02.04.2020 MUSIKRAT hilft sofort!

Ein Spendenaufruf des Sächsischen Musikrates

Spendenkonto
Kontoinhaber: Sächsischer Musikrat e.V.
IBAN: DE56850503003120134561
Verwendungsweck: »Spende musikrathilftsofort«

oder direkt über PayPal spenden

Hinweis zur steuerlichen Abzugsfähigkeit
Spenden können bis zu 20% des Gesamtbetrags der Einkünfte einkommensteuerlich abgezogen werden. Soweit die Spenden in einem Jahr diesen Höchstbetrag übersteigen oder sich steuerlich nicht auswirken, kann ein Abzug in den folgenden Jahren erfolgen. Bei Spenden bis 200 EUR reicht der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung. Bei Beträgen darüber senden wir Ihnen eine Spendenquittung zu, wenn Sie Ihre Adresse bei der Überweisung mit angegeben oder per E-Mail mitgeteilt haben.

 

Die Corona-Pandemie hat vielen freiberufliche Musiker/-innen und Musikpädagog/-innen die Lebensgrundlage entzogen. Einnahmen durch Unterricht und Konzerte fallen auf nicht absehbare Zeit aus. Staatliche Unterstützungen, oft in Form von Darlehen, müssen zurückgezahlt werden.

Der Sächsische Musikrat als Dachverband von über 150.000 Musikausübenden in Sachsen stellt sich seiner kulturpolitischen Verantwortung und startet dazu einen Spendenaufruf. Unter dem Titel: »MUSIKRAT hilft sofort!« rufen wir durch unser Netzwerk zu Spenden auf, die schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden. Wir wollen private Spenderinnen und Spender oder Firmen ansprechen, die bereit sind, freiberufliche Musiker/-innen und Musikpädagog/-innen
zu unterstützen. Auch wenn gerade alle von der Krise erschüttert werden, sind Kulturschaffende besonders betroffen. Viele trennt nur unsere gesellschaftliche Solidarität vor dem sozialen Aus.

Wir wollen möglichst vielen Betroffenen einmalig und unbürokratisch 300 Euro zukommen lassen. Der Sächsische Musikrat e.V. verwaltet den Fonds selbst. Die Bewerber erhalten wir über unsere Website MUSIKRAT hilft sofort und teilen die Gelder mittels einer Verlosung zu, die wir einmal in der Woche in der Geschäftsstelle durchführen. Alle Spenderinnen und Spender werden namentlich auf unserer Homepage genannt oder können auf Wunsch anonym bleiben.

Corona-Krise 02.04.2020 20.000 Euro für freischaffende Musiker

Die Sächsische Staatskapelle Dresden stellt aus der »Orchesterkasse« und privaten Spenden von Kapellmitgliedern mindestens 20.000 Euro für hilfsbedürftige freischaffende Musiker zur Verfügung

 

Die Sächsische Staatskapelle Dresden und ihr Chefdirigent Christian Thielemann werden zunächst mindestens 20.000 Euro für hilfsbedürftige freischaffende Musiker zur Verfügung stellen, die aufgrund des Vorstellungsausfalls in der Semperoper bis 20. April 2020 finanzielle Einbußen erfahren haben. Mit dem Betrag, der sich aus der »Orchesterkasse« sowie privaten Spenden von Kapellmitgliedern generiert, sollen freischaffende Orchesteraushilfen der Staatskapelle Dresden und Mitglieder der Giuseppe-Sinopoli-Akademie direkt unterstützt werden. Darüber hinaus rufen die Musikerinnen und Musiker zu Spenden für die Musiker-Nothilfe, eine bundesweite Spendenkampagne der Deutschen Orchester-Stiftung, auf.

Der Orchestervorstand: »Die Existenz vieler unserer freischaffenden Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich neben und mit uns auftreten, ist durch die derzeitige Krise und die zahlreichen abgesagten Konzerte- und Opernvorstellungen akut bedroht. Auch unsere eigenen Akademisten erhalten zurzeit lediglich einen Sockelbetrag, den sie jedoch nicht wie gewöhnlich durch Dienste in der Semperoper aufstocken können. Diesen Musikerinnen und Musikern, die bis 20. April bei uns mitgewirkt hätten, möchten wir mit unserer Spende unkompliziert unter die Arme greifen und den finanziellen Ausfall verringern. Darüber hinaus danken wir allen, die für die Musiker-Nothilfe der Deutschen Orchester-Stiftung spenden.«

Adrian Jones, Orchesterdirektor: »Ich freue mich sehr über diese Eigeninitiative der Musikerinnen und Musiker der Staatskapelle Dresden. Besonders in diesen schwierigen Zeiten werden unsere Gesellschaft und das kulturelle Leben durch Solidarität und Engagement zusammengehalten. Neben den Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung hilft die Spende der Staatskapelle den mit dem Orchester verbundenen Freischaffenden und Orchesterakademisten unmittelbar und steht symbolhaft für die Verbundenheit der Kapellmitglieder mit ihren Aushilfsmusikerinnen und -musikern.«

Spendenaufruf der Deutschen Orchester-Stiftung

Corona-Krise 24.03.2020 Corona-Pandemie: Service des Sächsischen Musikrates

Ein neues Informationsportal rund um die aktuelle Corona-Krise ist jetzt auf der Website des Sächsischen Musikrat zu finden

 

Die momentane Situation während der Corona-Pandemie stelle viele Kunst- und Kulturschaffende vor zahlreiche Probleme und Fragen. Um diese zu beantworten haben wir für Sie eine vorläufige Sammlung von aktuellen Informationen, Hilfestellungen und Wissenswertes für Kulturschaffende zusammengetragen, die wir tagesaktuell auf einer eigens dafür eingerichteten Corona-Seite ergänzen.

Auch wir sehen und wissen nicht alles. Fehlt Ihnen vielleicht eine bestimmte Information? Zögern Sie nicht, Ihre diesbezüglichen Hinweise und Nachfragen an uns heranzutragen. Wir nehmen diese gerne per E-Mail entgegen. Wir und alle mit uns verbundenen Musikbegeisterten in Sachsen danken Ihnen dafür!

Bitten achten Sie auf sich und andere und halten Sie sich an die leider notwendigen Beschränkungen. Bleiben Sie gesund und besonnen. Gemeinsam werden wir sicher recht bald zu einem normalen Musikleben in Sachsen zurückkehren können.

Corona-Krise 24.03.2020 Freiberufliche Musiker und Musikpädagogen in Corona-Zeiten

Offener Brief des TKV Sachsen an den Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, die Staatsministerin Barbara Klepsch und weiter Verantwortungsträger des öffentlichen Kulturlebens in Sachsen

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Michael Kretschmer,
Sehr geehrte Frau Staatsministerin Barbara Klepsch,
Sehr geehrte Damen und Herrn Landtagsabgeordnete, Oberbürgermeister, Bürgermeister und Verantwortungsträger in Staat, Kommunen und Institutionen des öffentlichen Kulturlebens in Sachsen,

wir wenden uns mit konkreten Vorschlägen für ein ergänzendes, wirksames Hilfsszenario für die mehreren tausend in Sachsen vom aktuellen Zusammenbruch des kulturellen Lebens für noch unbestimmte Zeit betroffenen Freiberufler und Solo-Selbstständige in den Musikberufen an Sie. Deren Situation trifft auch auf viele andere Freiberufler und Solo-Selbstständige zu. Wir wissen, dass Sie angestrengt an Hilfsprogrammen erarbeiten, dazu wollen wir Vorschläge einbringen.

Das umfangreiche Kreditprogramm der SAB wird für viele Betroffene eine Brücke zur befristeten Stabilisierung in ihrer Berufssituation sein. Die Unterzeichner möchten sich nachdrücklich bei Ihnen, den beteiligten Fraktionen des Landtages und den Gremien der SAB für die zugesagte unbürokratische und schnelle Bereitstellung von Krediten und die Zusage einer möglichen Wandlung in Zuschüsse bedanken. Sachsen zeigt in der Krise Solidarität mit den Betroffenen, ein unendlich wichtiges Signal!  

Für einen großen Teil kann dies jedoch nicht DIE bzw. nicht die alleinige Lösung sein. Die daneben vorgesehene Ausweitung des Zugangs zur Grundsicherung für Solo-Selbstständige bzw. Freiberufler federt gewiss soziale Notlagen ab, versetzt die hochqualifizierten, leistungsbereiten freiberuflichen Angehörigen der Musikberufe allerdings in die Situation sozialer Bittsteller, obwohl noch andere Lösungen möglich sind, zu denen wir hier beitragen möchten.

Diese Freiberufler tragen als Musiker, Musikpädagogen, Komponisten und in vielfältigen weiteren Berufsformen seit 30 Jahren große Teile des Musiklebens in Sachsen. Neben und in den im Außenbild sichtbaren öffentlichen Kulturbetrieben sind die freien Musiker als Solo-Selbstständige mit ihren stets befristeten Verträgen, den Lehraufträgen, der Vielfalt ihrer Angebote im Musikleben, den Honorarleistungen in den öffentlichen und privaten Musikschulen und ihren freien Angeboten musikalischer Bildung rein zahlenmäßig das personelle Fundament im Musikland Sachsen. Ohne sie ist die außerschulische Bildungslandschaft und das reiche Kulturleben in Sachsen nicht denkbar.

Wir möchten die folgenden Vorschlägen zur Überbrückung der beruflichen Notsituation dieser Berufsgruppe einbringen, für deren Interessen wir als Unterzeichner hier eintreten. Wir würden uns freuen, wenn diese positiv aufgenommen, auf Realisierbarkeit geprüft und den zuständigen Gremien und Stellen übermittelt würden und hoffen auf eine kurzfristige Kontaktaufnahme durch diese. Weil die Zahl der gleichartig Betroffenen in der Musiksparte besonders hoch ist, haben wir unsere Anregungen für deren Situation dargestellt, wohl wissend, dass sie evtl. auf andere vergleichbare Verhältnisse übertragen werden können.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit und Kraft für ihre verantwortungsvolle Arbeit in dieser Krisensituation, zu deren Bewältigung wir mit den folgenden Zuarbeiten etwas beitragen möchten,

und mit musikalischen Grüßen,

Stephanie Dathe (1. Vorsitzende)
Christian Scheibler (Geschäftsführer)
Berufsverband für Musik - DTKV Sachsen e.V.

Anlage 1: Erläuterungen zu den Vorschlägen im Detail
Anlage 2: Daten und Dimensionierung der befürchteten Ausfälle

Corona-Krise 22.03.2020 Corona-Pandemie

Aktuelles, Hilfestellungen und Wissenswertes für Kulturschaffende

 

Aufgrund der momentanen Situation in Sachen Corona haben wir für Sie auf der Website des Sächsischen Musikrates einige Informationen zusammengetragen, die wir ggf. tagesaktuell zu folgenden Themen ergänzen:

  • Quarantäne und vorübergehenden Betriebsschließungen
  • Entschädigungen bei Quarantäne für Selbstständige und Freiberufler
  • Kurzarbeitergeld – Information für Arbeitgeber
  • Abgesagte Projekte des Sächsischen Musikrats und seiner Partner
  • Kosten für Reisen zu abgesagten Veranstaltungen
  • Unterstützungsbestrebungen bei Verdienstausfall
  • Datenerhebung zum Honorarausfall – Aufruf des Tonkünstlerverbands Sachsen
  • Absage von Veranstaltungen wegen des Corona Virus mit der Begründung der höheren Gewalt
  • Weiterführende Informationen & Links

AKTUELL
Soforthilfe in Dresden geplant: Die Landeshauptstadt plant aktuell die Auszahlung einer Soforthilfe zur Unterstützung von Kleinstunternehmen, Selbstständigen und FreiberuflerInnen und stellt 1.000 Euro Zuschuss in Aussicht.

Informationen des Freistaates Sachsen zu den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus sowie Informationen für Unternehmen, Freiberufler und Arbeitnehmer

NEUE Allgemeinverfügung: Vollzug des Infektionsschutzgesetzes – Maßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie Verbot von Veranstaltungen (Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vom 20. März 2020, Az.: 15-5422/5)

Weiterhin sind wir mit den Kolleg/-innen im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus im Gespräch. So wird es Sonderregelungen im Rahmen des Zuwendungsrechts u.a. bei Anerkennung von Stornokosten geben.

Corona-Krise 13.03.2020 Solidarität mit Kulturschaffenden jetzt!

Für viele Kulturschaffende steht jetzt durch abgesagte Veranstaltungen die Existenz auf dem Spiel – Umfrage des Deutschen Musikrates

 

Die aktuellen Maßnahmen, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, sind notwendig und richtig. Der Deutsche Musikrat hat bereits am 04. März 2020, nach der Absage der Frankfurter Musikmesse, von der Bundesregierung ein Auffangprogramm gefordert, um Arbeitsplätze im Musikleben zu sichern und soziale Härten zu vermeiden. Mit zunehmender Verschärfung der Lage ruft der Deutsche Musikrat nun Bund und Länder nochmals dazu auf, ihre Solidarität mit den Kulturschaffenden zu zeigen und zeitnah einen Notfallfonds für Härtefälle zu etablieren.

Hierzu Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: »Für viele Kulturschaffende steht jetzt durch abgesagte Veranstaltungen die Existenz auf dem Spiel. Das betrifft auch die freien Musikerinnen und Musiker. Wer laut Künstlersozialkasse mit einem Jahresbruttoeinkommen von 13.000 Euro über die Runden kommen muss, kann keine Rücklagen schaffen. Die klare Botschaft von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, hier helfen zu wollen, ist ein wichtiges Signal an die gesamte Kulturszene. Ich hoffe, dass die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder sich ebenfalls in dieser Verantwortung sehen, denn Kultur ist mindestens ebenso systemrelevant, wie es die Banken sind. Die Vielfalt unseres Kulturlebens ist die Lebensader für unser Zusammenleben.«

Der Deutsche Musikrat hat am 06. März 2020 eine Umfrage unter Kulturschaffenden über die Auswirkungen der Corona-Krise auf ihre Arbeit initiiert, um sich ein möglichst umfassendes Bild über die Probleme und finanziellen Schäden zu machen, die sich für die Musikszene Deutschlands aus der aktuellen Situation ergeben. Die Erkenntnisse aus dieser Umfrage sollen einen Beitrag dazu liefern, geeignete Hilfe-Maßnahmen anzustoßen. Die Umfrage läuft noch bis 31. März 2020 und ist unter folgendem Link zu erreichen: www.surveymonkey.de/r/XZJSKBZ.

Berlin, 13. März 2020

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