»Neben Bach und Wladislaw Solotarjow verspürte ich in der Musik von Astor Piazzolla eine neue musikalische Heimat, die meine tiefen emotionalen Sehnsüchte offenbarte und versöhnte«
Meine Wiege stand in der Ukraine, aufgewachsen bin ich im russischen Altai und siedelte mit 15 Jahren mit meiner Familie in die DDR nach Leipzig um. Das Bajan (russ. Knopfakkordeon) erlernte ich mit acht Jahren in der Musikschule meines Heimatortes in der es nur die beiden Instrumentenangebote Klavier und Akkordeon gab. »Standesgemäß« lernten alle Mädchen Klavier und alle Jungs Bajan. Zusätzlich waren alle anderen Wochentage ausgefüllt mit Musiklehre, Gehörbildung, Musikgeschichte, Chor und Ensemblespiel«. Nach dem Abitur studierte ich von 1978-1982 an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar in den Fächern Akkordeon und Plektrum-Gitarre. Neben meiner Unterrichtstätigkeit trat ich am Anfang meiner Laufbahn mit russischer Folklore mit meinem Bruder Eduard und dem Balalaika-Quartett auf vielen Festivals in der DDR und Osteuropa auf. »Mit der Zeit kannten wir alle Klubhäuser der ehemaligen sowjetischen Garnisonen in ganz Ostdeutschland. Auch bei den meisten großen DDR-Staatsjubiläen (im Deutschen Theater Berlin, Maxim Gorki Theater, Friedrich Stadtpalast usw., durften wir dabei sein und »genossen« hautnah den Beifall der »Genossen« der Partei und Staatsführung». Später folgte eine umfangreiche Konzerttätigkeit in verschiedenen Ensembles in den Genres Klassik, Chanson, Theatermusik, Folklore. Als Akkordeonist spielte ich in einigen Kammer- und Sinfonieorchestern mit, u.a. mit dem MDR Sinfonieorchester, der Oper Leipzig und der Musikalische Komödie Leipzig. Parallel dazu befasste ich mich mit der Musik von Astor Piazzolla, was schließlich 1998 zur Gründung des Quintetts Tango nuevo und der Realisierung des Projektes »Hommage á Piazzolla« (CD-Produktion) führte. »Neben Bach und Wladislaw Solotarjow verspürte ich in der Musik von Astor Piazzolla eine neue musikalische Heimat, die meine tiefen emotionalen Sehnsüchte offenbarte und versöhnte«
In den folgenden Jahren kamen noch weitere Tango-Projekte dazu: 2002 gründete ich gemeinsam mit der Tangopianistin Anja Bartsch das Tango-Orchester Leipzig »Abriendo y Cerrando«. Daneben spielte ich im Ensemble Leipziger Salon.
Ich bin als Arrangeur und Studiomusiker an vielen Projekten beteiligt und kann zahlreiche CD-, Studio-, Fernseh- und Rundfunkproduktionen vorweisen. Ich trat in mehreren Filmen als Musiker auf, u.a. im Tatort oder Tierärztin Dr. Mertens
Ich komponierte und arrangierte einige Filmmusiken u.a. den Tango zu dem Film »Das Monstrum« (Regie: Miriam Pfeiffer & René Reinhardt) oder »Das fliegende Klassenzimmer« (Regie: Tomy Wigand). Jahrelang war ich eng mit der ostdeutschen Folkszene mit Jens-Paul Wollenberg und »Pojechaly« (5 CD-Produktionen) verbunden. Ich arbeitete zusammen mit Barbara Thalheim und Jean Pacalet, Stephan Krawczyk und Gerhard Schöne (CD-Produktion mit dem Gewandhaus Kinderchor).
Ich spiele auf dem Bajan (Knopfakkordeon). Die Bezeichnung meines Instrumentes stammt aus dem Russischen und wird in der Akkordeon-Fachwelt als Begriff für ein konzertantes Akkordeon benutzt. Es ist inzwischen auch unter vielen Akkordeonliebhabern, die eine anspruchsvolle, konzertante Musik mögen, bekannt. Dieses Instrument ist in vielen Genres zu Hause, sowohl in der Klassik, in der neuen Musik als auch im Jazz und im Tango. Ich unterrichtete viele Jahre im Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig und bin Fachberater für Akkordeon in der Region Leipzig und Dresden. Außerdem bin ich und Vorsitzender des Deutschen Harmonikaverbandes, Landesverband Sachsen.