Die Produktion von Akkordeons im Raum Klingenthal ist leider Geschichte. Das Harmonikamuseum Zwota bewahrt die Erinnerung an die 174jährige Tradition des Akkordeonbaus. Der Förderverein präsentiert eine große Auswahl der im klingenden Tal hergestellten Zungeninstrumente.
1829 brachte der Instrumentenhändler Johann Wilhelm Glier (übrigens ein Verwandter des Komponisten Reinhold Glière 1875–1956) von einer Geschäftsreise eine Mundharmonika nach Klingenthal, die er in der väterlichen Werkstatt nachbauen ließ. In den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts kam dann die Fertigung von Handzuginstrumenten hinzu. Unzählige Harmonikas und Akkordeons verließen die Werkstätten in Klingenthal und Zwota und wurden in verschiedene Länder auf der ganzen Welt exportiert. Die verschiedenen Ausführungen der Instrumente zeugen vom Ideenreichtum und handwerklichen Können der Hersteller.
Die eindrucksvolle Sammlung von historischen und neuzeitlichen Handzuginstrumenten zeigt die Vielfalt dieser Instrumentengruppe, deren Klangerzeugung durch sogenannte selbsterregende durchschlagende Zungen aus Stahl oder Messing erfolgt. Unter den Exponaten befinden sich zahlreiche Mundharmonikas, diatonische Handharmonikas, Konzertinas aus dem 19. Jahrhundert, Instrumente der legendären Bandonionfabrik »Arnold« aus Carlsfeld im Erzgebirge sowie Akkordeons in verschiedenen Ausführungen, unter anderen die Spitzenmodelle der ehemaligen Klingenthaler Harmonikawerke.
Mit über 1000 Instrumenten verfügt das Zwotaer Museum über einen Fundus, der für Laien, Fachleute der Musikbranche und Wissenschaftler gleichermaßen von Interesse ist. Sie sind Zeitzeugen der wirtschaftlichen Entwicklung des Klingenthaler Gebietes. Ein Besuch lohnt sich!