Mit Isabel Schicketanz, Kantorin Elke Groß und Jan Vogler haben in diesem Jahr drei Persönlichkeiten die Ehrung erhalten, die auf sehr unterschiedliche Weise Sachsens Kultur in ihrer Einmaligkeit vorbildlich mit geprägt haben. Als Laudatoren konnten wir Staatsministerin Barbara Klepsch, Landeskirchenmusikdirektor Burkhard Rüger und den Musikwissenschaftler Bernhard Schrammek gewinnen. Der Präsident des Sächsischen Musikrates, Prof. Milko Kersten, hat die Auszeichnung in einer öffentlichen Veranstaltung am 21. Juni 2026 in der Schlosskapelle Torgau vorgenommen.
Elke Groß wurde für ihre Verdienste um die Förderung des musikalischen Nachwuchses, die sie sich als engagierte Kantorin in Hochkirch erworben hat, die Johann Walter Medaille des Sächsischen Musikrates verliehen. Mit Elke Groß besitzt das Musikleben in der Lausitz eine hervorragende Kantorin und kulturelle Netzwerkerin. Mit ihrem vielfältigen Wirken als Kirchenmusikerin in der Gemeinde Hochkirch und Umgebung, ihrem unermüdlichen Engagement vor allem für den Kinder- und Jugendchor setzt sie wichtige Impulse in der Region. Ihr gelingt es, privates, schulisches und kirchenmusikalisches Engagement zusammenzuführen und sinnstiftend die ganze Region kulturell zu beleben.
Isabel Schicketanz wurde für ihr herausragendes künstlerisches Schaffen als Sängerin, Ensembleleiterin und für ihre Verdienste um die Pflege der Alten Musik in Mitteldeutschland die Johann Walter Medaille des Sächsischen Musikrates verliehen. Mit Isabel Schicketanz besitzt das Kulturleben eine hoch angesehene, international geschätzte Sängerin, die mit der Qualität ihrer künstlerischen Arbeit als Solistin und als Prima inter pares des Ensembles Ælbgut die Entwicklung insbesondere der sächsischen Musikkultur weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus repräsentiert und bereichert.
Jan Vogler ist ein visionärer Brückenbauer, international geschätzter Cellist und einer der profiliertesten Kulturmanager unserer Zeit. Als Intendant der Dresdner Musikfestspiele und des Moritzburg Festivals hat er diese kulturellen Höhepunkte zu international strahlenden Leuchttürmen der Begegnung geformt. Dafür wurde ihm die Johann Walter Medaille des Sächsischen Musikrates verliehen. Mit dem feinen Gespür eines Dramaturgen webt Vogler thematische Fäden, die Epochen, Genres und Kulturen verbinden. Er begreift Musik nicht als reinen Selbstzweck, sondern als gesellschaftliche Kraft. Er schafft geschützte, freie Räume für den künstlerischen Diskurs und die Erprobung des Neuen. Jan Vogler verbindet künstlerische Exzellenz mit gelebtem Humanismus. Ein Kosmopolit, der seiner Heimatstadt Dresden und der globalen Musikwelt wertvolle Impulse schenkt.